Die Verheißung des Frühlings

Sabina Pettittvon Sabina Pettitt

Liebe Essenzenfreunde,

wo ich auch hinsehe finden sich Farbkleckse auf dem neuen grünen Kleid des Frühlings. Unser Rosengarten ist bedeckt mit gelben und violetten Krokussen und direkt dahinter gibt es Traubenhyazinthen im Überfluss. In den letzten Wochen gab es so gut wie jeden Tag etwas Neues zu bemerken und zu schätzen. Und mit diesem Kaleidoskop der Farben gibt es auch wieder mehr Licht und Geräusche. Es liegt die Erwartung und die Verheißung des Frühlings in der Luft.

In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) ist der Frühling die Jahreszeit der Wiedergeburt und des schnellen Wachstums. Die ersten Boten des Frühlings, die Schneeglöckchen, sind bereits schon wieder verblüht. Der Frühling ist wahrscheinlich eine der rapidesten und offensichtlichsten Übergänge im Zyklus der fünf Elemente der Jahreszeiten. Es ist so ein riesiger Unterschied zwischen dem Grau und der Kälte des Winters und dem warmen Sonnenlicht und den Farben des Frühlings.

Nach der Philosophie der Fünf Elemente der TCM ist der Frühling dem Element Holz zugeordnet. Die Entsprechung in unserem Körper sind die Muskeln und Sehnen – unsere Fähigkeit, uns zu bewegen und vorwärts zu gehen, um uns selbst auszudrücken. Der Frühling steht in Verbindung mit dem Sehsinn, unseren Augen, und ermöglicht uns zu sehen, wohin wir unsere Energien leiten können, um unser Potenzial zu erfüllen. Er ist auch dem Gefühl des Zorns zugeordnet, das wir spüren, wenn wir uns in unserem Leben verlaufen und nicht auf dem Weg unserer Seele sind. Und natürlich gibt es auch Variationen dieses Gefühls. Zum Beispiel kann tiefe Niedergeschlagenheit auch Zorn sein, der sich nach innen, gegen uns selbst gerichtet hat. Frustration darüber, dass wir nicht sind, wo wir eigentlich sein wollen, ist ein anderer Aspekt der Emotion Zorn in Bezug auf das Holzelement. Wenn wir süchtig werden, dann benutzen wir Substanzen, um Gefühle des Zorns, der Depression oder der Frustration zu vermeiden. Auch dies ist ein Schlüsselsymptom, dass etwas im Holzelement nicht in Ordnung und aus dem Gleichgewicht geraten ist.

Ich liebe das Holzelement, denn es zeigt mir die einzigartige Manifestation von „Gott in allen Dingen“ so unglaublich klar. Und das beste daran, dass sich diese bewussten Energien im Königreich der Natur so manifestieren ist, dass sie einfach nur ihre eigene Schönheit und Anmut ausdrücken – ohne auf irgendetwas anderes Bezug zu nehmen. Eine Forsythie versucht nicht, eine Traubenhyazinthe zu sein, und ein Maiglöckchen will keine Narzisse sein. Welch wunderbares Geschenk an uns Menschen, darüber nachzudenken, dass wir einfach nur das sein müssen, was wir sein können. Und jeder von uns hat einen Daseinszweck und eine Gabe, die er in dieser wertvollen Inkarnation, in der wir uns selbst finden, ausdrücken kann.

Viele liebe Grüße
Sabina Pettitt

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