Sich selbst treu sein

Ducklingvon Maryanne Campeau

vor kurzem habe ich die erste blühende Easter Lily (Erythronium oregonum) des Jahres gesehen. In den nächsten zwei Monaten wird diese hübsche Wildblume im Überfluss zu sehen sein und die Waldgebiete und grünen Hänge bei uns bedecken. Ihre sich verneigenden weißen Blütenköpfe und die grün-braun gefleckten Blätter sind ein zeitiger Gruß des Frühlings, und sie trägt auch die Namen Oregon-Hundszahn, White Fawn Lily, Dogtoothed Violet und White Trout Lily.

Die Essenz der Easter Lily steht sowohl mit dem Yin (Niere) als auch mit dem Yang (Blase) Meridian des Wasserlements in Verbindung. Die Nieren werden in der Traditionellen Chinesischen Medizin als die Wurzel des Lebens angesehen, denn sie sind mit dem Chi der Ahnen und unserer DNA-Blaupause verbunden. Authentizität entsteht, wenn man in einem Zustand des essenziellen Seins ist, der gleichzeitig die Vorlage für unser wahres Selbst ist. Natürlich prägen uns die Erfahrungen, die wir im Leben machen, und das muss auch so sein – der Schlüssel ist jedoch, in der eigenen angeborenen und wahren Natur verankert zu bleiben. Falschheit entsteht, wenn unsere Authentizität verzerrt oder deformiert wird.

Ich nenne diese Essenz den „Enthüller“. Easter Lily hilft uns wie ein Spiegel dabei, uns selbst mit Klarheit und ohne Heuchelei zu sehen. Und das gilt auch für Tiere.

Letztes Jahr hatte ich mit einem sehr jungen Entenküken zu tun, das von seinen Rettern eine Weile betreut wurde, bevor es zu Wild ARC kam. Entenküken werden, wie Gänseküken, bald nach dem Schlüpfen auf das erste große, sich bewegende Objekt geprägt, das sie sehen. Normalerweise ist das ihre Mutter und dann ist alles gut, manchmal ist es jedoch ein anderes Lebewesen oder sogar ein Objekt. Bei dem erwähnten Kleinen war genau das der Fall – er war auf Menschen geprägt. Wir hatten jedoch die Hoffnung, dass sich das mit der Zeit geben würde und über einige Wochen lebte und wuchs er mit anderen verwaisten kleinen Enten auf.

Sobald sie groß genug und bereit für die Auswilderung waren, sind sie in einen blühenden Park mit vielen Teichen und Bächen umgezogen, in dem es eine gesunde Population sowohl an erwachsenen als auch an gleichaltrigen Enten gab, in die sich die Kleinen eingliedern konnten.

Die eine Ente ignorierte jedoch die Entenschar und rannte direkt auf die nächste Gruppe von Menschen zu. Also zurück zu Wild ARC.

Habituation, die Gewöhnung von wild lebenden Tieren an den Menschen, kann man nur schwer rückgängig machen und bei einer Prägung funktioniert das sogar noch schwieriger. Im Inneren von British Columbia gab es einmal ein Rehkitz, das von Menschen aufgezogen und anschließend wieder freigelassen wurde. Der Rehbock näherte sich immer wieder Menschen am Strand und in den Straßen des Ortes, einfach nur um in Kontakt mit ihnen zu sein – er rieb sogar sein Geweih an ihnen. Er war dabei keineswegs aggressiv, dennoch beschloss man, dass es gefährlich sein würde, einen ausgewachsenen Hirsch in der Gegend zu haben, der viel zu zutraulich war. Dieses sanfte Wesen, dessen einziger Fehler es war, die Zuneigung von Menschen zu suchen, wurde eingefangen und eingeschläfert. Es hat ihn tragischerweise sein Leben gekostet, dass er seine Identität als wild lebendes Tier verloren hat.

Das Entlein jedoch hat von mir jeden Tag die Easter Lily Essenz und ein dazu passende homöopathisches Mittel bekommen. Der zweite Versuch der Auswilderung war erfolgreich – seine wahre Natur hatte seine frühere Prägung überwunden. Wenn man sich selbst treu ist, dann kann man bestmöglich gedeihen.

Liebe Grüße
Maryanne Campeau
maryanne@pacificessences.com

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