Essenzen und Homöopathie

Alternative medicine and homeopathy with herbal pillsvon Maryanne Campeau

Als ich vor vielen Jahren die Homöopathie erlernte, bemerkte ich, dass in einigen Büchern stand, dass man homöopathische Mittel und Essenzen besser nicht gleichzeitig verwenden sollte. Die Homöopathie hat als energetische Heilungsmethode eine lange Geschichte von Anwendung und Wirkung. Sie arbeitet mit der Lebenskraft oder Chi, um im Körper-Geist-System eine ausgleichende und heilende Reaktion zu fördern.

Mentale und emotionale Symptome sind wichtige Faktoren, wenn man die effektivsten homöopathischen Mittel auswählt. Die Bücher argumentieren, dass es die Auswahl der bestmöglichen Mittel erschweren würde, wenn Essenzen diese Ebenen wieder ins Gleichgewicht brächten.

Als das alternativmedizinische Hilfsprogramm bei Wild Arc noch in den Kinderschuhen steckte, haben wir Essenzen nur in Bezug auf das Wohlbefinden von Tieren eingesetzt. Homöopathische Mittel waren eine davon getrennte Behandlungsmethode und ergänzten die konventionellen Therapien für Wildtiere.

Eines Tages kam eine Krähe mit einem schweren Wirbelsäulentrauma zu uns. Sie konnte ihren Kopf nicht mehr heben und die Schultern waren nach oben angezogen. Es war offensichtlich, dass die Halswirbelsäule nicht in Ordnung war. Abschürfungen an ihrem Brustbeinkamm deuteten auf einen Zusammenstoß mit einem Auto hin.

Wir haben der Krähe Essenzen gegeben, um ihren Stress und die Angst zu lindern. Passende homöopathische Mittel bei traumatischen Verletzungen wurden ausprobiert, brachten jedoch keine Verbesserung. Die Zeit verging und ihr schlechter Zustand veränderte sich nicht.

Als letzte Hoffnung schlug einer der Betreuer vor, die Muskeln entlang der Wirbelsäule zu massieren. Dafür war es aber nötig, den Vogel zu betäuben. Der Plan sah vor, ihm zusätzlich vor und nach der Narkose Arnica und Hypericum zu geben, um die Schmerzen durch die Behandlung zu lindern.

Es ging um alles! Falls dieser Versuch scheitern würde, bliebe keine andere Option, als die Krähe einzuschläfern. In einem Moment der Inspiration habe ich zum ersten Mal überhaupt Essenzen direkt zu den in Wasser gelösten homöopathischen Mitteln gegeben. Ich habe mich dabei auf diejenigen konzentriert, die in Verbindung zur Wirbelsäule stehen: Salmonberry, Candystick und Sea Horse. Weiterhin habe ich Diatoms für das Zellgedächtnis und meine eigene Lilac Essenz hinzugefügt. Die Krähe hat die vorbereitende Injektion vor der Narkose erhalten, ich selbst aber musste gehen, bevor es richtig losging.

Als ich zweit Tage später wieder bei Wild Arc eintraf, sagte man mir, dass die geplante Massage nicht stattgefunden hatte. Es waren zwei Notfälle eingeliefert worden, die zuerst behandelt werden mussten. Trotzdem hatte sich der Zustand der Krähe – durch eine einzige Dosis und ohne irgendeine weitere Behandlung – deutlich verändert. Der Kopf war aufrecht, die Schultern entspannt und die Wirbelsäule sah wieder normal aus. Was für ein Anblick!

Es ist an dieser Stelle wichtig, zu verstehen, dass bei dem gefiederten Patienten sowohl Arnica als auch Hypericum als die Schlüsselmittel für traumatische Verletzungen zuvor bereits wiederholt verwendet worden waren. Das Einzige, was dieses Mal anders war, waren die hinzugegebenen Essenzen!

Erst später bin ich auf ein Buch der homöopathisch-naturheilkundlichen Ärztin Cornelia Richardson-Boedler gestoßen, das den Titel „Applying Bach Flower Therapy to the Healing Profession of Homeopathy“ trägt. Die Autorin geht darin davon aus, dass Essenzen wie ein Katalysator wirken. Sie erhöhen die Empfänglichkeit für die Lebenskraft und vertiefen die Wirkung der homöopathischen Mittel, besonders wenn Verstand und Emotionen bei der Erkrankung eine Rolle spielen. Sie berichtet ebenfalls davon, dass die klassischen Erstverschlimmerungen bei Mitteln leichter ausfallen, wenn man gleichzeitig mit Essenzen arbeitet.

Liebe Grüße
Maryanne Campeau

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