Holperige Piste im November

Carsten SannIn den letzten paar Tagen ist die emotionale Großwetterlage wieder einmal sehr stürmisch. Man hat oft einmal das Gefühl, dass man selbst (und die anderen) „am Rad drehen“. Auch das Gefühl „im falschen Film“ zu sein oder komplett neben sich zu stehen ist gerade ziemlich im Trend. Betroffen sind Männer und Frauen, Jung und Alt – also eigentlich jeder … wobei die (Haus-) Tiere die einzigen zu sein scheinen, die momentan halbwegs normal geblieben sind.

Meiner Beobachtung nach handelt es sich bei den Emotionen, die hochkommen, vor allem um alten Krempel, der mit Angst, Trauer und Wut verbunden ist. Deshalb reagieren wir manchmal scheinbar grundlos aggressiv oder sind traurig, obwohl alles in Ordnung ist und würden uns am liebsten in unser Schneckenhaus zurückziehen.

Bildlich gesprochen habe ich das Gefühl, dass eine neue Dose (oder eine neue Ebene) mit altem Krempel geöffnet wurde, der jetzt an die Oberfläche kommen darf, damit wir unsere Aufmerksamkeit darauf richten und das tun können, was notwendig ist, um auch diese Ebene zu heilen.

Ganz konkret gesprochen ist es momentan essenziell, dass wir unsere Pferde im Zaum halten, und nicht gleich jeder heftigen Emotion nachgeben – denn damit können wir uns selbst schaden und andere verletzen. Wenn wir also gerade mal wieder das Gefühl haben, dass alles Sch**** ist und wir am liebsten jeden anschreien würden, dann wäre es besser, in den Wald zu gehen und das dort zu erledigen – die Tiere dort sind sehr verständnisvoll ;-) Oder wir hacken schonmal das Holz für den Winter, um auf diese Weise die Aggressionen rauszulassen.

Essenzen, die uns dabei unterstützen können, mit dieser Welle an Emotionen umzugehen sind Chill, wenn wir vor Wut kochen oder Settle, wenn wir ganz klein, ängstlich und traurig sind. Und wenn unsere Kinder trotz aller Achtsamkeit mal eine volle Breitseite abbekommen haben, dann tun wir gut daran, die frische Wunde mit ein wenig Love zu versorgen, damit keine seelische Verletzung zurückbleibt.

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