Zu guter Letzt … (Januar 2017)

Das innere Kind ist, anders als viele denken, nichts Esoterisches. Es ist ein sehr realer Ort in uns, an dem wir immer noch Kind sind und immer Kind sein werden. Es ist der Ort, an dem die spielerische Leichtigkeit, Ausgelassenheit und Freude zuhause sind, es ist aber auch der Ort, an dem all die ungeheilten Verletzungen aus unserer tatsächlichen Kindheit immer noch vorhanden sind und sich so anfühlen, wie in dem Moment, als sie passiert sind. Im Laufe unseres Lebens haben wir lernen müssen, die damit verbundenen Gefühle zu unterdrücken – entweder weil wir niemanden hatten, der uns das sichere Umfeld gegeben hat, um sie auszudrücken, oder weil uns immer wieder gesagt wurde, dass sich das nicht gehört, dass es nicht angemessen ist etc.

Der Weg zu einem erfüllten und glücklichen Leben führt zwangsläufig immer über die Heilung des inneren Kindes, denn solange wir seelische Verletzungen mit uns herumtragen, ist der Zugang zur kindlichen Leichtigkeit und Lebensfreude schwer oder sogar ganz verwehrt. Wenn wir jedoch beginnen, uns um unser inneres Kind zu kümmern, dann wir mit jedem Schritt den wir gehen, egal wie groß oder klein, ein Brocken aus dem Weg geräumt und wir kommen ein Stück mehr heraus aus dem Schmerz und finden ein wenig mehr Leichtigkeit und Freude.

Manchmal reagieren wir auf kleine Ereignisse mit scheinbar unangemessen großem Schmerz. Was hier passiert, ist, dass das Ereignis eine alte Verletzung getriggert hat. Das was wir gerade fühlen, hat dann nur zum kleinsten Teil mit der aktuellen Situation zu tun. Wenn wir in der Lage sind, das rechtzeitig zu erkennen, dann können wir vermeiden, mit unserer, für den äußeren Betrachter unangemessen großen Reaktion, einen großen Streit vom Zaun zu brechen. Stattdessen können wir uns beispielsweise zurückziehen und mit den angetriggerten Emotionen arbeiten.

Die Art und Weise, wie wir auf die Welt reagieren wird öfters als wir denken davon bestimmt, „wie alt wir gerade sind“, oder anders ausgedrückt: aus der Perspektive welches Alters wir gerade die Welt sehen. Wenn wir als Erwachsene uns gerade die Schnürsenkel binden und uns eine unerklärliche Welle von Stolz überfällt, dann sind wir wahrscheinlich gerade so um die sechs Jahre alt. Andere, scheinbar grundlose, Emotionen in verschiedenen Situationen können Hinweise darauf sein, dass wir die Welt gerade aus der Perspektive eines anderen Alters wahrnehmen. Wenn wir uns das bewusst machen und unseren Verstand nutzen, um die automatisierten Reaktionsmuster des jeweiligen Alters zu durchbrechen und stattdessen eine aus Sicht eines Erwachsenen angemessene Reaktion wählen, dann können wir oft vermeiden, in den sprichwörtlichen Sandkasten zu steigen und uns mit anderen Erwachsenen auf der Ebene von Dreijährigen zu streiten. Stattdessen werden reife und angemessene Lösungen möglich.

Auch in der Beziehung zu unseren eigenen Kindern passiert es oft genug, dass wir aus unserer Position als Erwachsene fallen und uns plötzlich emotional auf dem Schulhof wiederfinden, um uns mit unserem Kind zu streiten. Oder wir sind beleidigt wie ein Zehnjähriger, anstatt den Konflikt aus der Perspektive des Erwachsenen zu sehen, der wir sind.

In Paarbeziehungen ist es besonders wichtig, sich des inneren Kindes und seines Einflusses auf unsere Sicht der Welt bewusst zu sein. Nirgendwo sonst ist das Potenzial für Sandkastenschlachten größer – und nirgendwo sonst kann man gemeinsam kindliche Freude so intensiv erleben.

Die Erforschung und Heilung des inneren Kindes ist etwas, für das jeder selbst die Verantwortung übernehmen muss. Das heißt nichht, dass man alles alleine tun muss, aber es heißt, dass niemand anderes dafür Verantwortung trägt als man selbst. Dies gilt insbesondere auch für die Bedürfnisse des eigenen inneren Kindes. Nur wir selbst können für unser inneres Kind ein Vater/eine Mutter sein – niemand sonst. Eine Beziehung, in der man vom jeweiligen anderen Partner erwartet, dass er sich um die Bedürfnisse des eigenen inneren Kindes kümmert, steht auf keiner stabilen Basis.

Es gibt viele Wege, wie man den Weg zum inneren Kind finden kann. Eine Reihe von hilfreichen Methoden und Fallbeispielen findet sich im Buch „Aussöhnung mit dem inneren Kind“ von Erika Chopich und Margaret Paul. Sehr hilfreiche Essenzen sind die Wild Child Essences von Daniel Mapel.

Das Wissen um die Existenz und die Bedürfnisse des eigenen inneren Kindes ist kein Allheilmittel für alle unsere Probleme und Herausforderungen. Aber es fügt unserer Sicht auf die Welt eine neue Perspektive hinzu und ist ein effektives Werkzeug für den eigenen Weg der Heilung und des Wachstums.

Liebe Grüße aus Aschaffenburg
Carsten Sann
Der Essenzenladen

Zu guter Letzt … (Dezember 2016)

Carsten SannWir leben in einer Welt, die in jeder Hinsicht und auf allen Ebenen kompliziert ist. Dabei ist – und davon bin ich vollständig überzeugt – Einfachheit das Grundprinzip des Universums. Diejenigen, die unser Leben kompliziert machen, sind letztlich nur wir selbst. Jeder für sich und die Menschen untereinander.

Ein Gedanke, den ich schon seit vielen Jahren habe, ist: Wenn irgendwann einmal jemand die ultimative Wahrheit herausfindet, also (um es mit den Worten von Douglas Adams zu sagen) die Antwort auf die Frage nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest findet, dann wird diese von so brutaler Einfachheit sein, dass sich jeder Mensch auf die Stirn klatschen und sagen wird: „Wie könnte es auch anders sein!“

Eine der Lektionen, die ich in meinem Leben gelernt habe ist: Wenn etwas anfängt kompliziert zu werden, dann ist es Zeit, innezuhalten und den bisherigen Weg auf den Prüfstand zu stellen. Einige Beispiele dazu …

Früher, als ich noch im Bereich IT unterwegs war und viel programmiert habe, habe ich es mir zur Angewohnheit gemacht, das Grundkonzept einer Software zu überdenken, wenn immer neue Anforderungen dafür sorgten, dass man hier noch ein Erkerchen und dort noch ein Türmchen anbauen musste. Alle die schon einmal programmiert haben, wissen, dass eine Software, bei der man das eine Zeit lang macht, letztlich unbeherrschbar wird. Wenn sich etwas nicht ohne Umwege und Krücken in eine Software einbauen lässt, dann lässt man es besser weg, oder ändert das Konzept.

Wenn wir im Essenzenladen die Notwendigkeit haben, in unserem Abläufen etwas zu ändern, und etwas, was zuvor klar und einfach wird, durch äußere Notwendigkeiten auf einmal kompliziert zu werden droht, trete ich gedanklich drei bis fünf Schritte zurück und versuche, das Gesamtbild zu sehen. Oft stellt es sich dabei heraus, dass wir auf die Notwendigkeiten reagieren und gleichzeitig die bestehenden Abläufe noch vereinfachen können, indem wir den gesamten Komplex betrachten und unter den neuen Rahmenbedingungen den einfachsten Ablauf wählen, der allen Anforderungen gerecht wird.

Und auch im Privatleben ist es hilfreich, nach Einfachheit zu streben. Meine wirklich engen Freundschaften und Beziehungen sind von Einfachheit geprägt. Ein offenes Herz, direkte Kommunikation, ehrliche Rückmeldungen. Wenn Beziehungen, egal welcher Art, anfangen kompliziert zu werden, weil man aufpassen muss, was man sagt, sich verbiegen muss, um die andere Person nicht zu verletzen, oder selbst immer wieder einstecken muss, dann ist es auch hier an der Zeit, einen Schritt zurückzutreten, und sich zu fragen: Was muss ich ändern, um die überflüssige Komplexität aus der Beziehung herauszunehmen? Und im Zweifelsfall auch: Will ich diese Beziehung fortsetzen oder wäre es besser, sie loszulassen?

Einfachheit im Leben geschieht jedoch nicht von selbst. Im Gegenteil: Es steckt eine ganze Menge Arbeit, Mut und Disziplin dahinter. Ein Zitat, das Blaise Pascal, dem Begründer der Wahrscheinlichkeitsrechnung zugeschrieben wird, lautet: „Ich schreibe dir einen langen Brief, weil ich keine Zeit habe, einen kurzen zu schreiben.“ Das drückt es sehr gut aus. Einfachheit ist eine Absicht, die wir unserem Handeln bewusst zugrunde legen müssen, damit sie Teil unseres Lebens sein kann.

Von den Wild Earth Tieressenzen gibt es den Schimpansen (Chimpanzee). Daniel Mapel, der Hersteller der Essenzen, erzählt immer, wie er das erste Mal selbst die frisch hergestellte Essenz genommen hat. Er hat sich mit einem Grashalm im Mund auf die Wiese gesetzt, und auf einmal erschien das Leben vollkommen einfach – alle selbstgemachte Komplexität war für einen Moment ausgeblendet und er erkannte, dass die Dinge im Leben auch vollkommen unkompliziert sein können.

Weil wir nicht alleine auf der Welt sind, und oft auch, weil wir selbst die Dinge verkomplizieren, ist es manchmal gar nicht leicht, das Prinzip der Einfachheit im eigenen Leben umzusetzen. Wenn wir es jedoch zu unserem Ziel machen, dann können wir beständig daran arbeiten überflüssige Komplexität daraus zu entfernen. Die Chimpanzee Essenz ist auf jeden Fall eine gute Unterstützung dabei.

Besonders auch in Hinblick auf Weihnachten und das, was die Konsumgesellschaft daraus gemacht hat, möchte ich Sie ermutigen, nach Einfachheit zu streben. Oft ist weniger mehr. Manchmal sind kleine Geschenke wertvoller als teure. Und überhaupt ist eines der tollsten Geschenke, die man sich machen kann, Zeit miteinander zu verbringen.

Überlegen Sie mal, ob sie wirklich an jeder Veranstaltung, zu der Sie eingeladen werden, teilnehmen müssen. Würden sie eine schöne Zeit haben, wenn Sie hingingen? Wenn nicht, dann sagen Sie ab. Nutzen Sie die gewonnene Zeit zur Innenschau und finden Sie so noch weitere Dinge, die Sie in Ihrem Leben vereinfachen können.

Wir haben in unserem Leben genügend Herausforderungen – wir müssen es nicht noch grundlos zusätzlich komplizierter machen. Streben Sie nach Einfachheit. Es lohnt sich.

Liebe Grüße aus Aschaffenburg
Carsten Sann
Der Essenzenladen

Zu guter Letzt … (November 2016)

Carsten SannDie Welt ist in Aufruhr. Das ist sie schon seit einiger Zeit, aber jetzt ist das eingetreten, was viele für unmöglich gehalten haben: Ein Mann, der in den Medien aussieht, wie ein chauvinistischer, aggressiver Neandertaler, wurde zum Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika gewählt, ein Amt, dem nachgesagt wird, dass es das mächtigste auf der ganzen Welt sei. Die Medien sind voll von schockierten Kommentaren, Häme und Hassbotschaften gegen Donald Trump – erstaunlicherweise auch von Seiten der „seriösen“ Politik.

Was das Thema des Fortbestandes der Welt angeht, bin ich ein unverbesserlicher Optimist. Es ist meine unerschütterliche Überzeugung, dass der Weltuntergang frühestens in fünf Milliarden Jahren ansteht, wenn unsere Sonne einmal zu einem weißen Zwerg wird. Deshalb habe ich keine Angst und sehe auch die Wahl Trumps mehr als Zeichen der Transformation als den Anfang des Endes.

Allen, die immer noch kurz vor dem Hyperventilieren sind, möchte ich zurufen: „Beruhigt Euch!“ Selbst wenn Trump der böseste Mensch auf der Welt ist – objektiv betrachtet ist bis jetzt noch nichts passiert, außer dass er gewählt wurde. Was die Zukunft bringt, weiß niemand. Vielleicht stirbt er morgen an einem Herzinfarkt, vielleicht wird er auch auf wundersame Weise vom Saulus zum Paulus und der Präsident, der das Ruder in eine positive Richtung herumreißt. Wir wissen es nicht!

Nachdem ich selbst den kleinen Schock überwunden hatte, den ich am Morgen nach der US Wahl hatte, habe ich angefangen nachzudenken und zu recherchieren. Und je mehr ich für mich herausgefunden habe, desto ruhiger bin ich geworden. Nein, Donald Trump ist kein Kandidat, den ich jemals gewählt hätte. Er steht für viele Dinge, die ich immer ablehnen werde. Da gibt es jedoch noch andere Aspekte, die mir verständlich gemacht haben, warum die Amerikaner ihn zum Präsidenten gemacht haben. Dinge, die er gesagt hat, die aber in den Medien so konsequent ignoriert wurden, dass er tatsächlich in den Augen der meisten wie ein Neandertaler aussehen muss.

Gestern habe ich mir bewusst eine seiner Wahlkampfreden („Gettysburg Address“ vom 22. Oktober 2016) angesehen. Neben den abstrusen Vorstellungen in Bezug auf Umwelt und Einwanderung stand überraschenderweise ein Thema im Vordergrund, dem ich uneingeschränkt zustimmen kann: Das Aufbrechen der starren Machtstrukturen des Establishments und des kaputten Systems in Washington und den USA insgesamt. Genau das ist es, was die Menschen in Amerika gewählt haben. Abgesehen von denjenigen, die tatsächlich die kruderen seiner Ideen unterstützen, haben ihn offensichtlich auch viele gemäßigt denkende Menschen (Männer und Frauen) gewählt. Die Quintessenz ist: Lieber einen Berserker wie Trump als weiter wie bisher.

Wie groß der Leidensdruck in den USA diesbezüglich ist, zeigt folgender flapsiger Spruch, der momentan auf Facebook die Runde macht: „Wenn Du die Medien, Stars, den amtierenden US Präsidenten und die Regierung auf deiner Seite hast und trotzdem gegen Trump verlierst, dann bist du vielleicht wirklich totale Kacke.“

Trump wird zweifellos dafür sorgen, dass Dinge in Bewegung kommen, wenn auch vielleicht (noch) nicht in eine gesunde Richtung. Michael Roads, Autor des bekannten Buchs „Mit der Natur reden“, schreibt einen Tag nach der Wahl auf Facebook:

„Okay, das unglaubliche ist geschehen, Trump wird der neue US Präsident. Bitte versteht diesen Kommentar auf Facebook nicht als politische Äußerung, aber es ist offensichtlich, dass dies nicht wirklich eine Wahl für Trump ist, sondern vielmehr eine gigantische und dröhnende Abwahl des Establishments. Sobald ein Establishment einmal festzementiert ist, ist es sehr schwer, es wieder aufzubrechen. Hillary IST das Establishment. Im Verlauf der nächsten 20 Jahre werden wir erleben, wie „starre und festgefahrene“ Gleichförmigkeit aufgebrochen werden und „offene und flexible“ Frische Einzug hält. Trump muss noch zeigen, ob er offen oder flexibel ist. Aber er ist auf jeden Fall der Hammer, der das Establishment zertrümmert hat. Er kann uns positiv überraschen oder sich als Katastrophe herausstellen – die nächsten vier Jahre werden es zeigen. Bereitet Euch aber auf jeden Fall darauf vor, dass auf der Welt Flexibilität entstehen und das Festgefahrene zerfallen wird. Seid bereit für VERÄNDERUNG. Und damit meine ich, dass wir alle in der Lage sein müssen, uns auch selbst zu verändern. Jeder, den ich lese oder höre, jammert immer nur darüber, was für eine Katastrophe dieser Wahlausgang ist. Woher wollt Ihr das WISSEN? Für mich redet da der festgefahrene Verstand und blökt seine festgefahrenen Werturteile in die Welt! Je starrer und festgefahrener wir, die Öffentlichkeit, sind, desto länger wird das starre und festgefahrene Establishment weiter existieren. Wir müssen der Welt offen und flexibel begegnen und nicht immer weiter daran festhalten, dass WIR Recht haben – dabei spricht doch ausschließlich die linke Gehirnhälfte. Je mehr wir den ECHTEN Veränderungen Widerstand leisten, desto härter wird uns der Hammer treffen. Veränderung geht nur leicht vonstatten, wenn wir offen und flexibel sind. Es ist nicht Trump den ich begrüße, sondern die VERÄNDERUNG. Ich hoffe nur, dass er diesen Prozess am Laufen halten kann. Und es ist die perfekte Gelegenheit für alle unter Euch, die Trump und das, wofür er steht, hassen, herauszufinden, ob ihr wirklich und bewusst in der Lage seid … die Liebe zu wählen!“

Dieser Aussage möchte ich mich anschließen. Jeder, der mit offenen Augen durch die Welt geht, wird früher oder später erkennen, dass wir nicht auf ewig so weitermachen können wir bisher. Es braucht massive Veränderungen. Und um festgefahrene Strukturen zu verändern, deren Fundament über die Jahrhunderte immer nur noch stärker gemacht wurden, braucht es eine ziemlich große Abrissbirne. Momentan fühlt es sich so an, als ob Donald Trump diese Abrissbirne wäre. Sicher, er ist laut, manchmal vulgär und destruktiv. Aber stellen Sie sich einmal die Frage, ob die alten, dysfunktionalen Strukturen sich freiwillig oder durch nettes „bitte, bitte“ Sagen ändern würden …

Mein persönliches Fazit aus der US Wahl lautet: Ich habe keine Angst. Ich bin davon überzeugt, dass die Welt weiterbestehen wird, und dass die Atombomben in den Arsenalen bleiben werden, auch wenn Trump gerne mit dem Säbel rasselt. Und ich begrüße die massiven Veränderungen, die der neue US Präsident hoffentlich in Gang bringen wird, auch wenn sie für mich bedeuten, dass ich an der einen oder anderen Stelle meine eigenen eingetretenen Pfade verlassen muss. Manchmal muss man, wenn man sich festgefahren hat, alles einmal ordentlich durchschütteln, damit die Einzelteile letztlich an ihren bestmöglichen Platz fallen.

Liebe Grüße aus Aschaffenburg
Carsten Sann
Der Essenzenladen

Zu guter Letzt … (Oktober 2016)

Carsten Sann„Ducunt fata volentem, nolentem trahunt.“

Das lateinische Sprichwort heißt übersetzt so viel wie: „Den Willigen führt das Schicksal, den Unwilligen zerrt es dahin.“ Die Bedeutung dieser Worte haben wir alle schon am eigenen Leib erfahren. Nachdem uns das Leben immer wieder Hinweise in steigender Intensität gegeben hat, auf die wir allesamt nicht reagiert haben, kommt irgendwann die Dampfwalze, die uns in die vorgesehene Richtung schiebt. So viel zum Thema freier Wille ;-)

Doch was ist, wenn man genau weiß, wohin der Weg führen soll und es klappt nicht? Gehen wir einmal davon aus, dass die Richtung, die wir einschlagen tatsächlich dem Weg unserer Seele entspricht; es fühlt sich alles daran gut an und wir sind uns vollständig sicher, dass wir nicht irgendeiner Täuschung aufsitzen, sondern wirklich und wahrhaftig etwas anstreben, was Teil unseres Daseinszwecks ist. Und trotzdem will und will es nicht funktionieren.

Das Schicksal (oder das Leben, oder das Universum) hat so seine verschiedenen Möglichkeiten, uns Hinweise zu geben. Man nennt das „Führung“. Unzählige große und kleine Erfahrungen haben mir die absolute Gewissheit gegeben, dass es a) diese Führung tatsächlich gibt und b) wenn wir dem vorgeschlagenen Weg folgen, dann verschwinden Hindernisse und Schwierigkeiten auf fast magische Art und Weise. Man hat dann fast das Gefühl, dass die Puzzleteile wie von selbst an die richtigen Plätze fallen.

Kleiner Exkurs: Die Formulierung „vorgeschlagener Weg“ habe ich im letzten Absatz mit voller Absicht gewählt, denn das Leben zwingt uns, anders als es das Sprichwort oben suggeriert, keineswegs dazu, den Weg unserer Seele zu gehen. Insofern haben wir schon einen freien Willen. Bei der Entscheidung, die wir zu treffen haben, geht es deshalb vor allem darum, ob wir den Weg der Probleme und des Leidens wählen, wenn wir die Hinweise des Schicksals beständig ignorieren, oder ob wir aufmerksam lauschen und das, was wir an Führung erhalten, in unser Denken und Handeln miteinbeziehen. Im zweiten Fall ist das Leben, das kann ich aus eigener Erfahrung ohne Wenn und Aber bestätigen, deutlich angenehmer, leichter und freudvoller.

Aber zurück zu den Puzzleteilen. Wenn wir unserer Führung folgen und sich uns trotzdem Hindernisse in den Weg stellen, dann kann es natürlich sein, dass wir die Hinweise des Universums einfach falsch verstanden haben und auf dem Holzweg sind. Oft sind es aber nur Details, an denen es hakt. Mit dem Fluss des Lebens zu gehen heißt, eine Richtung einzuschlagen, sich dann treiben zu lassen und die Gelegenheiten, die sich ergeben zu nutzen. Besonders in Deutschland sind wir jedoch der Meinung, dass das Leben gefälligst unserem Masterplan zu folgen hat. Wenn wir eine Richtung eingeschlagen haben, dann erstellen wir einen detaillierten Plan und wehe, irgendjemand weicht davon ab – und das gilt ganz besonders für das Universum. Wenn ich beobachte, wie jemand mit dieser Einstellung versucht ein Ziel zu erreichen – sei es auch noch so richtig – dann stelle ich mir immer vor, wie die anderen Mitglieder seiner Seelenfamilie liebevolle Tränen lachen ob seiner ach so menschlichen Hybris.

Wenn man jedoch bereit ist, das „Wie“ dem Leben zu überlassen, nachdem man sich für ein „Wohin“ entschieden hat, dann geht vieles leichter. Und selbst wenn man sicher ist, dass man weiß „wohin“ die Reise geht, dann ist es manchmal dennoch notwendig auch in dieser Hinsicht Korrekturen vorzunehmen. Beispiel gefällig?

Ich selbst war in meinem Leben bisher immer wieder in Situationen, wo ich andere unterrichtet habe: als Tanzlehrer, als IT-Trainer usw. Seit langem ist mir klar, dass Unterrichten in irgendeiner Form zu meinem Leben dazugehört. Dies wurde und wird mir auch immer wieder aus verschiedensten Quellen bestätigt. Was läge also näher, als die Themen, denen meine Leidenschaft gehört, zu unterrichten? In den letzten Jahren waren und sind das die Kinesiologie und die Schwingungsessenzen. Ok, los geht’s! Das Ziel ist verkündet, jetzt marschieren wir los, erkennen Gelegenheiten und ergreifen sie. Mein Wissen und meine Fähigkeiten in diesen Bereichen habe ich in den letzten 10 Jahren kontinuierlich erweitert und geschult. Ich habe auch reichlich Ausbildungen gemacht und die Lehrerlaubnis für verschiedene Themen erworben. Die Freude die ich dabei hatte war riesig groß. Ich habe viele Menschen kennengelernt, von denen ich unglaublich viel lernen durfte. Es steht außer Frage, dass all dies in Einklang mit meinem Seelenplan war und ist.

Einzig das Unterrichten hat nicht stattgefunden. Nicht, dass ich es nicht versucht hätte. Kinesiologische Seminare, Workshops zu Blütenessenzen verschiedener Hersteller, kurze Seminare, lange Seminare, teure Workshops und preisgünstige Workshops, bei mir vor Ort oder in schönen Seminarhäusern – alles habe ich angeboten und nichts davon hat funktioniert. Ganz offensichtlich war das Ziel, das ich angesteuert habe zwar richtig, aber nicht exakt so, wie ich es mir vorgestellt habe. Und je mehr ich versucht habe, die Sache zum Laufen zu bringen, desto frustrierter bin ich geworden. Wie kann man seinem Seelenweg folgen und trotzdem falsch liegen?

Irgendwann habe ich mich dann ergeben. Ich habe akzeptiert, dass der Muskeltest und die Essenzen wesentliche Teile meines Lebens sein sollen, es aber offensichtlich nicht darum geht, diese Themen auch zu unterrichten. Was dann passiert ist, klingt in der Retrospektive vollständig schlüssig, ja fast fantastisch, hat jedoch einen Zeitraum von zwei Jahren eingenommen und eine Menge Arbeit gekostet:

Ich hatte schon zuvor nach mehr als 20 Jahren Pause wieder mit dem Judosport angefangen, den ich als Kind und Jugendlicher betrieben hatte. Neben den vielen positiven körperlichen Effekten, habe ich festgestellt, dass es mir unglaublich Freude bereitet, auf der Matte zu stehen. Wieder so ein Hinweis auf „Führung“ durch das Leben. Irgendwann war mir klar, dass es unvermeidlich sein würde, mich als Co-Trainer in ein Kindertraining zu stellen, was ich dann bei erster Gelegenheit auch getan habe. Und spätestens da war dann bei mir der Groschen gefallen. Unterrichten ist tatsächlich Teil meines Lebens, nur nicht im Bereich meiner Arbeit, sondern im Sport. Und (ganz wichtig!) nicht Erwachsene sondern Kinder. Also gut, liebes Universum, dann gehen wir halt in diese Richtung.

Um ein guter Trainer zu werden braucht es neben der richtigen Portion Freude an der Sache auch noch die notwendigen Kenntnisse und Fertigkeiten. Nach 20 Jahren Pause war vieles eingerostet und in vielen Dingen auch noch reichlich „Luft nach oben“. Also hieß es, die Ärmel hochzukrempeln und im ersten Schritt die Prüfung zum schwarzen Gürtel in Angriff zu nehmen und zu bestehen. Auch wenn mich das über 12 Monate unglaublich viel Arbeit und Schweiß gekostet hat, ging es rückwirkend und in Hinblick auf Hindernisse und Schwierigkeiten betrachtet sehr leicht: Wir hatten eine tolle Vorbereitungsgruppe und tolle Trainer und letztlich lief alles wie am Schnürchen.

Warum schreibe ich das so ausführlich? Es gibt einen großen Unterschied zwischen „die Puzzleteile fallen von selbst an ihren Platz“ und „mir fliegen die gebratenen Tauben in den Mund ohne, dass ich etwas dafür tun muss“. Ziele zu erreichen hat immer etwas damit zu tun, die notwendigen Schritte zu gehen. Und nicht selten sind diese mit Arbeit verbunden – anstrengender, schweißtreibender Arbeit. Der Unterschied besteht aber darin, dass die Arbeit Spaß macht und frei von Hindernissen ist, wenn man sich im Einklang mit dem Seelenweg befindet. Auch wenn wir der Führung des Lebens folgen, müssen wir die notwendigen Schritte immer noch selbst tun.

Der Mensch, insbesondere Lehrer und Trainer, lernen nie aus, deshalb gehe ich meinen Weg im Judo mit Elan und Freude weiter. Und ganz besondere Freude bereitet mit die Gruppe von 25 Kindern, die ich inzwischen das Privileg habe zu trainieren. Ich weiß mit jeder Zelle meines Körpers: „Hier bin ich richtig.“

Um dahin zu kommen, war es notwendig zuerst einmal meine zu eng gefasste Vorstellung meines Zieles (zu unterrichten) zu korrigieren, und anschließend die notwendigen Gelegenheiten zu erkennen, zu ergreifen und die Schritte zu gehen. Die positive Konsequenz ist, dass ich heute noch mehr das Gefühl habe, in Einklang mit dem Plan meiner Seele zu sein, was mein Leben ungemein bereichert und schöner macht. Und das ist es doch, was wir letztlich alle wollen, oder?

Liebe Grüße aus Aschaffenburg
Carsten Sann
Der Essenzenladen

Zu guter Letzt … (September 2016)

Carsten SannVon allen Seiten hört man immer wieder: „Wir leben in einer Zeit der Veränderung!“ und „Es gehen große Transformationen vor sich!“ Dass da draußen und in unseren eigenen Leben öfter als früher Chaos herrscht, ist offensichtlich. Aber wohin führen diese Veränderungen und was machen sie mit uns auf persönlicher Ebene? In den letzten Wochen durfte ich durch eigene Erfahrungen eine Reihe von Erkenntnissen gewinnen, über die ich heute schreiben möchte.

Das Adjektiv „hypersensitiv“ beschreibt Menschen, die deutlich sensitiver sind, als der Durchschnitt. Sie haben feinere Antennen, nehmen Emotionen anderer und Energien im Allgemeinen deutlicher wahr und sind durch diese Sensitivität oft auch leichter aus der Bahn zu werfen als viele andere. Ich persönlich mag den Begriff „hypersensitiv“ nicht, denn in ihm schwingt mit, dass es sich dabei um eine „übermäßige“, also ein Zuviel an Sensitivität handelt. In meinen Augen ist es jedoch so, dass diese feinen Antennen in nicht allzu ferner Zukunft die neue Normalität sein werden, dann wird man vielleicht diejenigen, die sie nicht besitzen „hyposensitiv“ nennen … aber das nur am Rande.

Für Menschen, die mit einem großen Maß an Sensitivität auf die Welt gekommen sind, ist das Leben manchmal recht anstrengend. Oft stürzen die Sinneseindrücke auf allen Ebenen nur so auf sie ein und es lässt sich nicht so einfach zuordnen, was jetzt woher kommt. Oft spürt man scheinbar grundlos Emotionen, ohne zu bemerken, dass es gar nicht die eigenen sind, sondern die anderer Menschen. Bei angenehmen Gefühlen wie Freude, Enthusiasmus und Glück ist das zwar schön, bei den eher nicht so angenehmen Emotionen jedoch umso anstrengender. Eine weitere Herausforderung ist, dass man oft von den Menschen im eigenen Umfeld zu hören bekommt: „Stell Dich nicht so an!“ oder „Was Du schon wieder siehst/hörst/fühlst!“ Die eigenen Wahrnehmungen, die vollkommen real sind, werden dadurch von anderen für ungültig erklärt und manchmal auch ins Lächerliche gezogen. Für das Selbstwertgefühl und den Sinn für das eigene Ich ist das Gift, besonders in der Kindheit.

Ich habe in den vergangenen Wochen erlebt, wie für mich viel Klarheit in das Thema meiner eigenen „Antennen“ gekommen ist, und zwar in zwei Beziehungen: Einerseits geschieht es immer öfter, dass ich bei scheinbar grundlos auftretenden Emotionen kurz innehalten und erkennen kann, dass sie nicht aus mir, sondern von außen kommen. Alleine das schon ist sehr hilfreich, wenn man mal wieder, bildlich gesprochen, eine schwarze Wolke über dem Kopf hängen hat, während doch eigentlich überall die Sonne scheint. Andererseits ist das große aktuelle Lernthema die Steuerung dieser Wahrnehmungen – und die große Neuigkeit in Bezug auf die Transformationen, die da so in der Welt und uns vorgehen ist: Wir können unsere Antennen nun tatsächlich lernen zu steuern, und zwar auf eine ganz neue, leichte Art und Weise.

Bei der Suche nach einer Bezeichnung für diesen Mechanismus bin ich für mich beim Begriff „Wahrnehmungsventil“ hängen geblieben. Man könnte die Fähigkeit, die eigenen Antennen zu steuern auch als eine Art Filter sehen, jedoch kann ich mir bei einem Ventil leichter vorstellen, wie ich es auf- und zudrehe. Und genau darum geht es. Es geht darum zu lernen, das Ventil, das bei vielen seit der Geburt weit auf ist, ersteinmal zuzudrehen. Das klingt zwar ein bisschen nach Rückzug oder Abschottung, aber genau das ist es, was für den Anfang nötig ist.

Eine der Erkenntnisse der letzten Wochen ist, dass das „Wahrnehmungsventil“, wenn ich vorerst bei dieser Bezeichnung bleiben darf, nichts mit normaler Empathie oder gar mit den fünf Sinnen zu tun hat. Tatsächlich ist es so, dass die Menschen mit den feinen Antennen trotz komplett geschlossenen Wahrnehmungsventils häufig immer noch empathischer als der Durchschnitt sind. Es ist also nicht damit zu rechnen, dass wir stumpf oder unsensibel werden, wenn wir auf dieser Ebene vorerst „zumachen“. Für den Alltag des menschlichen Miteinanders sind wir selbst dann noch bestens gerüstet.

Kennen Sie das, dass Menschen, die uns nahe sind, vorzugsweise die Mitglieder der eigenen Familie inklusive Eltern und Geschwister, nur eine einzige Bemerkung machen oder uns einen einzigen bestimmten Blick zuwerfen müssen, damit wir explodieren? Eine weitere Erkenntnis ist, dass es viel leichter fällt diese sprichwörtlichen „roten Knöpfe“ zu deaktivieren, wenn wir das Wahrnehmungsventil nicht bis zum Anschlag aufgedreht haben. Dann können wir nämlich das was da gerade passiert, also den Blick oder die Bemerkung, von dem abgrenzen, was es in uns bisher immer ausgelöst hat, also etwas Altem aus unserer Vergangenheit.

Wenn wir diese feinen Antennen besitzen, dann können wir sie natürlich auch bewusst nutzen und dann, wenn es angemessen ist, vollständig auf „Empfang“ schalten, beispielsweise, wenn unsere Partner, Kinder oder Freunde uns brauchen oder wenn wir als Berater oder Therapeuten mit Klienten arbeiten. Dann können wir jede feine Nuance auffangen und darauf eingehen, um dem anderen beizustehen und zu helfen.

In dem Maß, wie wir lernen, unser Wahrnehmungsventil zu steuern, lernen wir gleichzeitig, immer besser zu unterscheiden, was von außen kommt und was aus uns selbst heraus kommt. Damit können wir uns auch auf eine vollkommen neue Weise selbst kennenlernen und Dinge verstehen, die zuvor in der Emotionssuppe untergegangen waren.

Die beste Nachricht bei der ganzen Sache ist, dass es keinerlei Brimborium braucht, um das Wahrnehmungsventil zu steuern. Keine Rituale, Meditation oder äußere Hilfsmittel. Diese Fähigkeit ist wie ein Muskel, der immer stärker wird, wenn man ihn trainiert, und steuern kann man ihn durch das Bewusstsein, durch die Absicht, das Ventil ganz auf- oder zuzumachen, oder vielleicht auch nur ein wenig weiter zu schließen als bisher. Ich beobachte, dass mir in den letzten Wochen immer öfter das Wahrnehmungsventil in Situationen in den Sinn kommt, in denen ich mich früher nur damit abgefunden hätte, dass meine Stimmung scheinbar grundlos in den Keller geht. Nachdem ich bewusst das Ventil geschlossen habe, kann ich heute beobachten, wie die Stimmung genauso schnell wieder bergauf geht. Faszinierend.

Eine weitere Beobachtung ist, dass es wirklich und ehrlich Übung braucht, die neue Fähigkeit zu trainieren. Wenn man anfängt, damit zu experimentieren und sich toll findet, weil es einem gelungen ist, das Ventil in einer Situation zu steuern, in der ein paar eklige Energien vorbeigewabert sind, dann heißt das noch lange nicht, dass man beim nächsten mittleren emotionalen Sturm in der Familie nicht doch wieder vollständig mitgerissen wird. Keine Panik und vor allem keine Selbstzweifel. Einfach weiter üben!

Ich bin der Überzeugung, dass jetzt die Zeit ist, um diese Gabe zu trainieren und sie bewusst einzusetzen zu lernen. Dann können wir beides: Durch ein Einkaufszentrum voller Menschen gehen ohne hinterher komplett durch den Wind zu sein, und dann, wenn es darauf ankommt, alle Sinne auf Empfang schalten, um für andere da zu sein, wenn sie uns brauchen. Und das ist eine der Fähigkeiten, die in der neuen Energie essenziell sind.

Liebe Grüße aus Aschaffenburg
Carsten Sann
Der Essenzenladen

Zu guter Letzt … (August 2016)

Carsten SannWenn dieser Beitrag nicht schon die Überschrift „Zu guter Letzt …“ gehabt hätte, hätte ich ihn wohl „Kommentar zur Lage des Planeten – oder: Warum ich keine Angst habe“ genannt.

Mal ehrlich: Das, was da so auf der Welt geschieht und vor allem, wie es in den Medien aufbereitet und „präsentiert“ wird, ist schon gruselig. Flüchtlingswelle, Naturkatastrophen, Erdogan in der Türkei und das Damoklesschwert Trump, das über allen noch klar denkenden Menschen in den USA schwebt. Dazu noch Umweltverschmutzung, die Abholzung des Regenwaldes und die Überfischung der Ozeane … das alles hat das Zeug dazu, uns so richtig Angst zu machen. Betrachtet man es rational, könnte man fast davon überzeugt sein, dass die Welt, so wie wir sie kennen, in den letzten Zügen liegt. Ich habe dennoch keine Angst.

Ich bin in der Tat davon überzeugt, dass es die Welt, so wie sie die letzten 2.000 Jahre funktioniert hat – Stichwort Patriarchat, Macht und Ausnutzung – nicht mehr allzu lange geben wird. Gleichzeitig bin ich mir jedoch auch sicher, dass all diese überkommenen Prinzipien durch etwas ersetzt werden, das den Menschen, und zwar allen im gleichen Maß, besser dient als zuvor.

„Das ist ja eine nette, jedoch etwas naive Utopie“, werden Sie vielleicht sagen. Meine Antwort darauf lautet aber: „Mitnichten! Die Veränderung zum Besseren hat bereits begonnen, und wir können sie sehen, wenn wir nur bewusst hinschauen.“ Sie glauben mir nicht? Lassen Sie mich Ihnen einige Beispiele nennen …

Vielleicht das Wichtigste vorneweg: Die großen Entscheidungen werden an den Spitzen von Politik und Wirtschaft getroffen. Mit der Integrität der Menschen in den Chefsesseln steht und fällt das Wohl der Gesellschaft. Momentan herrschen dort noch vor allem Machthunger, Eigennutz und Skrupellosigkeit vor. Nun ist es aber so, dass ich persönlich inzwischen eine Handvoll von jungen Leuten kenne, die hervorragende Universitätsausbildungen genossen haben und gerade dabei sind, die Karriereleitern der Konzerne zu erklimmen. Gleichzeitig sind sie mit einer Klarheit und kompromisslosen Integrität gesegnet, die in der Vergangenheit in Wirtschaft und Politik ziemlich selten war. Stellen Sie sich mal vor, was in den Chefetagen passiert, wenn diese Generation dort mehr und mehr einzieht, während gleichzeitig die „Dinosaurier“ aussterben.

Ein schönes Beispiel, wie so etwas aussehen kann, lässt sich gerade in Kanada beobachten. Der frisch gewählte Premierminister Justin Trudeau hat in einem nie da gewesenen „Amoklauf der Integrität“ innerhalb von wenigen Wochen mehr Dinge richtig gemacht und gerade gerückt, als die zehn Amtsinhaber vor ihm zusammen, und damit an den Grundfesten des alten Systems gerüttelt. Das macht mir Hoffnung. Und ich halte es für eine unumstößliche Tatsache, dass die Zahl der jungen Menschen mit diesen Qualitäten, die über kurz oder lang an den Hebeln der Macht sitzen werden, dabei ist, zuzunehmen.

Von der Spitze der „Nahrungskette“ direkt zu ihrer Basis. Die Verfechter des alten Systems geben sich, vor allem mit Hilfe der Medien alle Mühe, zu verhindern, dass die „kleinen Leute“ sich ihre eigenen Gedanken machen. Dennoch ist mehr und mehr zu beobachten, dass eben diese Menschen anfangen, gewisse Dinge nicht mehr mitzumachen – sie treffen eine andere Wahl. Der eine kauft keine genmanipulierten Produkte mehr, der nächste achtet bei seinen Kosmetikprodukten darauf, dass sie ihn wirklich pflegen anstatt ihn krank zu machen, besonders junge Eltern fangen an zu bezweifeln, dass es für ihr Baby wirklich das Allheilmittel ist, wenn sie es bei jedem kleinen Schnupfen mit Antibiotika traktieren …

Ich gebe zu, dass wir hier noch nicht von einer Massenbewegung sprechen können, aber unter der Oberfläche tut sich einiges – und bei viel mehr Menschen als man mitbekommt. Freilich kostet es Kraft, aus den eingelaufenen Pfaden auszubrechen, aber selbst das kleinste Umdenken trägt zum Wohle aller bei. Und das ist das, was ich gerade beobachte.

Und noch ein Wort zum Thema Natur: Selbst wenn ich mit all dem, was ich oben geschrieben habe, falsch läge, und die Menschheit sich in einem Atomkrieg selbst auslöschen würde – die Natur hat mehrfach bewiesen, dass sie auch solche Tiefschläge wegstecken und sich regenerieren kann. Sie hätte ja dann genug Zeit dazu ;-)

Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass die Menschheit nicht auf die Katastrophe zusteuert. Wir sind gerade dabei, die Grundlagen für eine bessere Welt zu schaffen. Dennoch ist jeder einzelne dazu aufgerufen, seinen Teil dazu beizutragen, und zwar im Rahmen seiner Möglichkeiten. Ich persönlich halte nichts von Fanatismus, egal in welche Richtung, und mir sind fanatische Tierschützer, Veganer und Ökos fast genauso suspekt wie Menschen, die militant rauchen, Fleisch essen oder die Umwelt verschmutzen. Fundamentalismus setzt sich immer automatisch selbst ins Unrecht, indem er versucht, dasselbe mit anderen zu tun. Wir sollten es bei jeder sich bietenden Gelegenheit mit mehr „sowohl als auch“ statt „entweder oder“ versuchen. Und das Wichtigste ist, dass wir zuerst bei uns selbst beginnen, statt mit dem Finger auf andere zu zeigen. Die Frage lautet: „Was kann ich selbst tun, um die Welt ein wenig besser zu machen – selbst, wenn es nur eine Winzigkeit ist?“ Wenn jeder vor seiner eigenen Türe kehrt, dann ist es überall sauber. Und das Wichtigste ist: Nur wenn wir keine Angst haben, können wir unser volles Potenzial nutzen!

Liebe Grüße aus Aschaffenburg
Carsten Sann
Der Essenzenladen

Zu guter Letzt … (Juli 2016)

Carsten SannIn den letzten Monaten beschäftigt mich die Frage, wie wir auf unsere Umwelt und die daraus resultierenden Herausforderungen reagieren. Erwarten wir, Erfolg zu haben, oder rechnen wir von vornherein mit unserem Misserfolg? Lassen wir zu, dass uns Dinge ständig unter die Haut gehen, oder haben wir unseren Weg gefunden, klare Grenzen aufrechtzuerhalten? Im Juli geht es mir um das Thema emotionale und mentale Flexibilität.

Nach dem Viertelfinale der Deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen Italien, bei der Mats Hummels eine weitestgehend unberechtigte gelbe Karte erhalten hat, wurde er von einem Reporter darauf angesprochen, dass er nun beim Halbfinale fehlen wird. Seine Reaktion war fantastisch: Er hat festgestellt, dass es halt nun so ist, und dass er einfach das Beste daraus machen wird. Zwischen den Zeilen konnte man auch noch hören, dass er keinen Gedanken mehr daran verschwenden wird, weil es einfach Dinge gibt, die sich nicht mehr ändern lassen und es nicht wert sind, Energie dafür aufzuwenden, um zu kämpfen. Was für eine entspannte Haltung.

Und dann gibt es da noch die Menschen, die, wenn sie sich etwas in den Kopf gesetzt haben, das Ziel anvisieren, und mit dem Impetus eines Stieres im Galopp darauf zu rennen, dabei Hindernisse platt walzen und Wände einrennen. Entweder sie erreichen Ihr Ziel dann (vollkommen entkräftet) tatsächlich, oder sie bleiben irgendwo zwischendrin auf der Strecke. Besonders im letzteren Fall neigt dieser Typus dazu, es als persönlichen Angriff zu empfinden, wenn sich ihm andere Menschen oder auch nur die Umstände in den Weg stellen. Gerne sieht er sich dann auch als Opfer …

In welche Richtung tendieren Sie denn, wenn etwas nicht so klappt, wie Sie es sich vorgestellt haben?

Ich selbst habe die Erfahrung gemacht, dass es durchaus als Zeichen zu werten ist, wenn sich uns bei der Verfolgung eines Ziels immer wieder kleine und große Hindernisse in den Weg stellen. Was sein soll und was unserem Seelenplan entspricht geht immer leicht. Das heißt nicht, dass wir nicht auch oft die Ärmel hochkrempeln und uns anstrengen müssen. Ich bin jedoch davon überzeugt, dass der Kampf gegen Windmühlen nicht zu unserer Aufgabe auf diesem Planeten gehört. Deshalb werde ich immer sehr aufmerksam, wenn ich merke, dass der Weg, den ich eingeschlagen habe, auffällig steinig wird.

Manchmal kommt es tatsächlich vor, dass die Richtung, in die ich gehe, einfach die falsche ist. Wenn man jedoch übt, auf sein Bauchgefühl zu hören, dann kommt das relativ selten vor. In der Regel braucht ein Ziel, bei dem sich uns ständig Hindernisse in den Weg stellen, gewisse nur Modifikationen. Entweder ich verändere Teilaspekte dessen was ich will und auf einmal „flutscht“ es, oder ich wähle eine andere Herangehensweise. Grundvoraussetzung für dieses Spiel ist es jedoch, dass wir emotional und mental so flexibel sind, dass wir die Hindernisse erkennen, nicht persönlich nehmen und umgehend anfangen, darüber nachzudenken, was wir bei uns verändern können, anstatt uns schmollend in die Ecke zurückzuziehen und uns als Opfer zu fühlen.

Manchen Menschen fällt diese Flexibilität schwerer als anderen. Ich habe mir deshalb einmal Gedanken gemacht, welche Essenzen man zusammenstellen könnte, um genau diese Qualität in uns zu unterstützen. Herausgekommen ist dabei eine neue Mischung, die wir ab sofort unter dem Namen (Überraschung!) „Flexibilität“ anbieten. Enthalten sind eine Reihe von Pacific Essences Meeresessenzen und die vollständige Beschreibung finden Sie im Shop.

Ich bin der festen Überzeugung, dass wir alle Fähigkeiten, die wir brauchen, um im Leben glücklich zu werden, bereits mitgebracht haben. Und für den Umgang mit Herausforderungen und Hindernissen gibt es ein großes Spektrum an Werkzeugen – vor allem, wenn es um die Hindernisse geht, die wir uns selbst in den Weg legen, um daran zu wachsen. In meinem Leben fehlt mir ganz offensichtlich das „Gen“ für den Spaß am Kampf. Deshalb suche ich für mich immer Möglichkeiten, meine Ziele zu erreichen, ohne die Energie aufwenden zu müssen, Widerstände zu überwinden. Flexibilität gepaart mit Akzeptanz dessen, was bereits ist, hat sich für mich auf jeden Fall als kraftvolles Werkzeug dabei erwiesen.

Liebe Grüße aus Aschaffenburg
Carsten Sann
Der Essenzenladen

Zu guter Letzt … (Juni 2016)

Carsten SannDiesen Monat ist mal wieder ein energetischer Wetterbericht dran. Viele Menschen sind kurz vor dem Verzweifeln. Es werden momentan Dinge im Stakkato aus den dunkelsten Ecken unserer Seele hervorgezerrt werden, die wir damals, als wir verletzt wurden, so sorgfältig dort vergraben hatten, damit wir sie niemals wieder ansehen müssen. Wir haben sie so gut vor uns selbst versteckt, dass wir, ohne dabei uns selbst zu belügen, behaupten können, dass wir nicht wussten, dass diese Dinge noch dort sind.

Das Spiel läuft gerade so: Wir werden mit einer Herausforderung konfrontiert, die wahrscheinlich sogar eigentlich nebensächlich ist, und trotzdem wirft es uns aus der Bahn, dadurch eine Falltür in uns geöffnet wird, und wir uns plötzlich genau an die Zeit erinnern, als wir uns schon einmal so gefühlt haben. Vielleicht kommen dann noch alte Bilder und weitere Erinnerungen hoch und dann ist der Tag (oder die Woche) schon gelaufen, weil wir uns erst mühsam wieder hochrappeln müssen.

Doch wir tun gut daran, genau hinzuschauen, denn alle diese Dinge sind die Aufforderung, den alten Schmerz nicht wieder wegzuschließen, sondern zu heilen. Wir können das tun, indem wir vor allem die damit verbundenen Emotionen zulassen. Gleichzeitig ist es dabei wichtig, dass wir in dieser Zeit nach Ventilen suchen, um diese Gefühle auf angemessene Art und Weise auszudrücken und damit rauszulassen, nicht versuchen, den Schmerz klein zu reden oder mit dem Verstand zu rationalisieren, als Erwachsene gut für unser inneres Kind sorgen, denn das ist der Teil von uns, der den Schmerz in erster Linie fühlt,
und uns gut um unsere Grundbedürfnisse – essen, trinken, ausruhen, schlafen – kümmern.

Unterstützende Essenzen für diesen Prozess sind vor allem die Wild Child Tierkinderessenzen von Daniel Mapel – hier besonders die Mischungen Balanced Child und Inner Child Healing, und für energetische Unterstützung bei der Arbeit mit dem alten Schmerz die ersten vier der Healing Path Essenzen: Inner Work, Grieving Heart, Healthy Anger und Letting Go.

Bitte tappen Sie dabei jedoch nicht in die Falle zu denken, dass man – bildlich gesprochen – einfach ein Fläschchen Letting Go nimmt, dadurch alles loslassen kann, und der Fall ist erledigt. Dies wäre eine klassische Vermeidungstaktik. Loslassen ist etwas, das das Resultat einer inneren Heilung ist. Wenn ich den Schmerz in mir geheilt habe, dann geschieht es automatisch, dass ich die damit verbundenen Emotionen wie Angst, Trauer und Groll loslasse. Zu denken, dass man das einfach kraft seiner Intention und mit dem Verstand tun kann, ist ein Trugschluss – vielleicht der häufigste unter allen Menschen, die beginnen, sich mit dem eigenen Weg der Heilung zu beschäftigen. Eine wirkliche Heilung ist nicht möglich ohne dass ich den Schmerz und die Emotionen, die ich damals in mir eingeschlossen habe, in irgendeiner Form ausdrücke und nach draußen bringe. Es gibt sicherlich viele verschiedene Methoden, dies zu tun, aber ohne das geht es nicht.

Momentan erhalten wir eine Gelegenheit nach der anderen, Zugang zu diesen lange vergrabenen Emotionen zu bekommen. Wenn wir uns um sie kümmern, dann verändert sich unser Leben allmählich auf wundersame Weise. Alte automatische Reaktionsmuster verschwinden und wir können auf einmal wählen, wie wir auf Trigger von außen reagieren. Energie, die wir bisher dazu benutzt haben, unseren Schmerz unten zu halten, wird frei und wir können sie dazu verwenden, Dinge zu tun, die uns Freude bereiten. Virtuelle Ängste, für die es in unserer jetzigen Realität keinen Grund gibt und die ihre Ursachen in unserer Vergangenheit haben, können gehen und wir erleben eine lange nicht gekannte Lebensfreude.

Alles, was es dazu braucht, ist unser Mut und unser Versprechen an uns selbst, dass wir uns um das kümmern, was da in uns rumort – voller Integrität und Liebe und Ehrlichkeit zu uns selbst. Übrigens hat niemand jemals gesagt, dass wir diesen Weg alleine gehen müssen. Unsere Wegbegleiter – Familie, Freunde, Coaches und Therapeuten – sind da, um uns dabei zu helfen. Wir müssen auch nicht alles auf einmal lösen. Das Wichtigste ist, dass wir auf dem Weg nicht stehenbleiben und währenddessen ehrlich zu uns sind.

Liebe Grüße aus Aschaffenburg
Carsten Sann
Der Essenzenladen

Zu guter Letzt … (Mai 2016)

Carsten SannHaben Sie sich schon einmal Gedanken darüber gemacht, welche Rolle Werkzeuge in unserem Leben spielen und wie wichtig es ist gute Werkzeuge zu haben? Natürlich bringt das nur etwas, wenn man sie auch nutzt, und das am besten bewusst. Mir ist das in den letzten Wochen immer wieder klar geworden.

Der Begriff „Werkzeug“ ist mehrfach belegt und kann von Hammer und Zange bis zu einer bestimmten Methode, die man verwendet, vieles bezeichnen. Mir sind in letzter Zeit einige Dinge aufgefallen, die sich wunderbar unter diesem Begriff zusammenfassen lassen.

Die erste Begebenheit ist eher profaner Natur. Unser Tagesgeschäft im Essenzenladen wäre ohne das Internet nicht denkbar. Kunden bestellen über unseren Shop oder per E-Mail und selbst die Telefongespräche laufen dank „Voice-over-IP“ inzwischen über das Internet. Vor wenigen Jahren gehörten wir zu den ersten, die einen Glasfaseranschluss von der Telekom angeboten bekommen haben. Als das zur Debatte stand, musste ich nicht lange überlegen Das Internet ist für uns wie gesagt ein wichtiges Werkzeug und deshalb ist es unerlässlich, dass es zuverlässig funktioniert. Der DSL Anschluss den wir bisher hatten, war zwar ganz in Ordnung, jedoch ab und zu gestört und insgesamt nicht optimal. Der Glasfaseranschluss hingegen ist teurer, dafür aber stabil und schnell. Noch heute sage ich im Geiste regelmäßig Danke, dass wir diese Option angeboten bekommen haben, denn dieses „Werkzeug“ funktioniert seitdem problemlos und die Geschwindigkeit macht einfach Spaß.

Ein zweites Schlüsselerlebnis hatte ich bei meinem Hobby, der Fotografie. Weil ich in letzter Zeit immer wieder sportliche Events in geschlossenen Räumen fotografiere, habe ich mir ein neues Objektiv gegönnt, das das erleichtert und zusätzlich noch eine Reihe weiterer neuer Möglichkeiten eröffnet. Weil ich ein Freund von Effizienz bin (und die Dinger auch einen Haufen Geld kosten), habe ich mich vorher mit dem Thema ausführlich beschäftigt, das richtige Objektiv für mich herausgesucht und dann das notwendige Geld dafür investiert. Natürlich ist es so, dass der vor allem Mensch hinter der Kamera ausschlaggebend für die Qualität der Bilder ist, aber mit dem geeigneten Werkzeug stehen diesem Menschen einfach mehr Möglichkeiten zur Verfügung. Die Ergebnisse meiner ersten Einsätze des neuen Objektivs waren durchweg begeisternd und jedesmal, wenn ich mir meine Lieblingsbilder aus den Serien wieder ansehe, kann ich einen kleinen Schauer der Dankbarkeit fühlen, dass ich dieses Geld richtig angelegt habe.

Die dritte Erkenntnis hatte ich in einer emotionalen Stresssituation. Ich habe mich über das Verhalten eines Bekannten sehr geärgert, und zwar so sehr, dass es mir die komplette Stimmung verhagelt hat. Irgendwann ist mir der Gedanke gekommen, dass die Menge des Ärgers, die ich spürte, in keiner Relation zur Situation stand, wenn ich sie versuchte, möglichst objektiv zu betrachten. Offensichtlich war da noch etwas anderes am Laufen. Ich habe dann den kinesiologischen Muskeltest als Werkzeug eingesetzt um herauszufinden, was da läuft und was ich tun kann, um Abhilfe zu schaffen. Letztlich war es mir mit diesem (dem in dieser Situation richtigen) Werkzeug möglich, schnell herauszufinden, dass mein eigentlicher Ärger gar nicht der aktuellen Situation galt, sondern einer Reihe von alten Situationen mit einer völlig anderen Person. Nachdem ich den Zorn dann (mit weiteren kinesiologischen Werkzeugen und Essenzen) in die richtige Richtung umgelenkt hatte, war ich wie ausgewechselt und meine Stimmung wieder blendend.

Ich habe aus diesen Begebenheiten mehrere Erkenntnisse gezogen:

  1. Es ist kontraproduktiv, am falschen Ende zu sparen, denn schlechte oder ungeeignete Werkzeuge schaden mehr, als dass sie helfen. Da Qualität in der Regel ihren Preis hat, ist es besser, für ein gutes Werkzeug zu sparen, als vorschnell ein schlechtes zu kaufen.
  2. Die richtigen Werkzeuge erweitern unserem Möglichkeiten immens – oder haben Sie schon einmal versucht, einen Nagel mit dem Daumen in einen Holzbalken zu drücken
  3. Die besten Werkzeuge nutzen nichts, wenn man sie nicht einsetzt. Ich hätte mich auch noch stundenlang über meinen Bekannten ärgern können. Durch den Einsatz des richtigen Werkzeugs habe ich relativ schnell dafür gesorgt, dass es mir wieder gut ging.

Über das Thema Kompromisse hatte ich vor längerem schon einmal geschrieben. Bei unseren Werkzeugen, so ist meine Überzeugung, ist es wichtig dass wir keine – oder wenn es nicht vermeidbar ist – zumindest keine faulen Kompromisse eingehen. Wann haben Sie eigentlich das letzte Mal darüber nachgedacht, ob Sie für die verschiedenen Bereiche Ihres Lebens die richtigen Werkzeuge haben, oder was Sie tun können, um diese zu bekommen?

Ich wünsche Ihnen sonnige Frühlingstage!

Liebe Grüße aus Aschaffenburg
Carsten Sann
Der Essenzenladen

Zu guter Letzt … (April 2016)

Carsten SannIn unserer Gesellschaft wird Leistung verehrt wie das goldene Kalb. Wer (in den Augen der anderen) nichts leistet, ist nichts wert. Noch mehr verehrt werden diejenigen, die besonders hart zu sich selbst sind und ohne zu zaudern und zu zagen ihre Zielen verfolgen …

Ich selbst halte von diesem Ideal nichts, denn es ist überzeichnet und gibt vielen wichtigen Aspekten des Menschseins – Mitgefühl, Liebe, „Sein“ – zu wenig Raum.

Aber: Wie immer steckt darin ein wahrer Kern und wenn man den virtuellen Lautstärkeregler des überzeichneten Ideals ein paar Stufen zurückdreht, dann kann man leicht erkennen, dass das Bild des „Machers“ sehr wertvoll ist, ja für die eigene Entfaltung und Entwicklung sogar unabdingbar.

In „esoterischen Kreisen“ wird viel Wert auf Meditation, Stille und „sein statt tun“ gelegt. Auch wenn ich grundsätzlich zustimme, dass diese Aspekte im Alltag bei fast allen zu kurz kommen, bin ich dennoch der Meinung, dass es genauso hinderlich ist, das Tun zu vernachlässigen. Menschen neigen dazu, in Extremen zu denken, doch die Natur zeigt, dass Extreme die große Ausnahme sind. Dementsprechend glaube ich, dass die Welt weder so gemeint ist, dass wir „im Schweiße unseres Angesichts unser täglich Brot verdienen müssen“ (es darf auch leicht gehen) noch befinden wir uns im Schlaraffenland, in dem uns die gebratenen Tauben von selbst in den Mund fliegen (wir müssen aktiv handeln, um das zu erreichen, was wir wollen).

Ich glaube, dass jeder Mensch mit einer grundlegenden charakterlichen Konstitution auf die Welt kommt. Ich bin jedoch auch davon überzeugt, dass man diese verändern kann. Ein Beispiel für so einen konstitutionellen Charakterzug ist die Art und Weise, wie wir automatisch (also initial und ohne darüber nachzudenken) auf Herausforderungen reagieren.

Manche Menschen, dazu gehöre ich auch, denken, wenn sie mit einem Hindernis konfrontiert sind, zuerst in die Richtung: „Was muss ich tun, um das Hindernis zu umgehen oder zu beseitigen?“ Anderen Menschen gehen in so einer Situation zuerst die Gründe durch den Kopf, warum sie das verfolgte Ziel aufgrund des Hindernisses auf gar keinen Fall mehr erreichen können. Beide Charakteristika kann ich immer wieder in unterschiedlich deutlichen Ausprägungen im Alltag sehen.

Ich möchte noch einmal betonen, dass ich hier nur über eine Prädisposition rede, das heißt, der Mensch, der dazu neigt den Stier bei den Hörnern zu fassen wird (hoffentlich) erkennen, wenn es Zeit ist, das Ziel zu verändern, weil die Hindernisse einfach zu groß sind, und derjenige, der sich zuerst machtlos fühlt, wird hoffentlich doch noch ins Handeln kommen, damit er nicht vor jedem kleinen Problem kapitulieren muss.

In einer Zeit, in der es für alle Menschen darum geht, sich zu entfalten und den eigenen Lebensplan umzusetzen, um letztlich glücklich zu sein, ist es natürlich ziemlich unpraktisch, wenn man zuerst immer darüber nachdenkt, warum etwas nicht funktionieren kann, anstatt Wege zu suchen, wie es das doch tut. Deshalb ist es mir heute ein Bedürfnis, Sie zum Nachdenken anzuregen. Stellen Sie sich doch einmal die folgenden Fragen- einfach nur zum Spaß:

  • Wie ist üblicherweise meine erste automatische Reaktion, wenn ich mich mit einem Hindernis konfrontiert sehe?
  • Falls ich dazu neige, zuerst die Dinge zu sehen, die verhindern, dass ich mein Ziel erreiche: In welchen Situationen hat das dazu geführt, dass ich ein Vorhaben aufgegeben habe, obwohl es im Nachhinein betrachtet vielleicht doch einen gangbaren Weg gegeben hätte?
  • Was kann ich tun, um meinen Blickwinkel zu verändern?

Ich denke, es wird mir niemand widersprechen, wenn ich sage, dass es für die persönliche Entfaltung und das eigene Glücklichsein hilfreicher ist, zuerst einmal anzunehmen, dass ein Ziel erreichbar ist, und bei Hindernissen nach Lösungen zu suchen, als wenn man von vorneherein daran zweifelt und sich beim ersten Problem selbst sagt: „Ich wusste doch, dass es nicht funktionieren kann!“

Der Winter ist vorbei, deshalb möchte ich heute zu frühlingshaftem Mut zum Optimismus aufrufen. Wenn es nicht schon so ausgelutscht wäre, würde mir sogar ein „Yes, we can“ aus der Feder fließen ;-)

Der Spruch „Wo ein Wille ist, ist ein Weg“ drückt es ziemlich gut aus, wenn man ihn ein wenig relativiert, indem man erkennt, dass es sinnvoll ist, den eigenen Willen zu modifizieren, wenn man feststellt, dass man gerade „mit dem Kopf durch die Wand“ will. Wie bei allem im Leben sind Extreme auf die Dauer schädlich. Auf das richtige Gleichgewicht zwischen Durchsetzungskraft und Nachgiebigkeit kommt es an.

Liebe Grüße aus Aschaffenburg
Carsten Sann
Der Essenzenladen