Zu guter Letzt … (Januar 2011)

2010 ist vorbei – es lebe 2011. Doch wenn der Übergang von 2009 nach 2010 noch irgendwie besonders, spannend, befreiend war, dann ist dieser letzte Jahreswechsel im besten Sinne irgendwie „fad“ gewesen. Das Gefühl des Aufbruchs, des Neubeginns, das noch im Januar 2010 da war hat einem Gefühl der Stabilität und des Aufbaus Platz gemacht.

Sicherlich passieren immer noch spannende Dinge. Immer noch vergeht Altes und Neues entsteht. Aber man hat sich inzwischen ein bisschen daran gewöhnt – der Kitzel des Neuen ist verflogen. Es gibt noch so viel zu tun … so viel aufzuräumen und so viele Entscheidungen zu treffen, die den Weg in die wunderbare Zukunft bereiten. Aber wir haben uns schon daran gewöhnt.

Es heißt nun, die Ärmel hochgekrempelt zu lassen und jeden Tag aufs Neue zu entscheiden, was uns noch unterstützt, was noch zu uns passt, und was nicht. Und dann heißt es, aufräumen: Dinge wegwerfen, die wir nicht mehr brauchen, Beziehungen jeglicher Art beenden, die uns nicht mehr guttun, Gewohnheiten sein lassen, die uns nicht mehr unterstützen. Mit jedem Bausteinchen, dessen wir uns entledigen, schaffen wir Platz für etwas Spannendes, Schönes, Neues in unserem Leben. Und das ist es doch, was wir alle gut gebrauchen können, oder?

Beim mentalen „Aufräumen“ habe ich dieser Tage eine interessante Erfahrung gemacht. Es ist etwas, das viele von uns schon im Verstand wissen, jedoch ist es ein großer Unterschied, ob man etwas im Kopf verstanden hat, oder ob man etwas von Herzen weiß. In Bezug auf eine alte Beziehung zu einem Menschen habe ich plötzlich auf ganz neuen Ebenen verstanden, dass es alleine auf meine Sichtweise auf die Beziehung ankommt, wenn es darum geht, was die gemeinsame Geschichte mit mir macht.

Ballast, den ich aufgrund der gemeinsamen Erfahrungen mit mir herumschleppe und der immer mit dieser Person verbunden sein wird, hat nur Macht über mich, wenn ich es zulasse. Wenn es mir gelingt, auf tiefster Ebene die Seile durchzuschneiden, die mich mit dem Ballast verbinden, dann ist er zwar noch immer da – man kann natürlich keine Dinge ungeschehen machen – aber er hat keine Macht mehr über mich, er sorgt nicht mehr dafür, dass es mir schlecht geht.

Ich weiß nicht, was es braucht, um die Seile durchschneiden zu können. Wahrscheinlich ist es bei jedem Ballast ein wenig anders. Wenn man jedoch die Erfahrung macht, dass das loslassen („durchschneiden“) tatsächlich nur eine Sache von wenigen Sekunden ist und dass es sich danach vollkommen anders anfühlt, dann hat man auch im Herzen verstanden, dass wir selbst bestimmen können, was Erinnerungen und Gefühle mit uns machen.

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen einen guten Start ins Neue Jahr 2011.

Liebe Grüße aus Aschaffenburg
Delia & Carsten Sann

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.