Zu guter Letzt … (August 2012)

In den „sozialen Medien“ wie Facebook und Co. gibt es jeden Tag irgendjemanden im Freundeskreis, der einen klugen Sinnspruch à la „Träume nicht Dein Leben – lebe Deinen Traum“ schreibt, oder einen Kommentar, abgibt, dass im Gesundheits-, Finanz- oder politischen System etwas zum Himmel stinkt und dass das unbedingt geändert werden müsse. Zweifellos entspricht das alles das der Wahrheit. Der Punkt ist jedoch, dass viele der Menschen, die solche Kommentare veröffentlichen, wenn man genau hinsieht, nichts oder nicht viel dafür tun, ihre Einstellung im täglichen Leben umzusetzen. Gerade bei Facebook-Freunden, die man ja optimalerweise auch persönlich kennt (oder ist das altmodisch?!) fällt es relativ leicht, das zu beobachten.

Menschen, die regelmäßig schreiben, wie wichtig es doch ist, nur das zu tun, was einen glücklich macht, gehen trotzdem jeden Tag zur Arbeit und machen einen Job, der sie frustriert (auch das teilen sie natürlich auf Facebook mit). Menschen, die vehement die Missstände im Finanzsystem kritisieren haben ihre Konten dennoch bei den Großbanken, aus denen eben dieses System besteht. Menschen, die mit den Politikern unzufrieden sind, wählen bei den nächsten Wahlen dennoch wieder die „Volksparteien“. Aber warum eigentlich?

Ich denke, dass es hauptsächlich daran liegt, dass es leichter ist, mit der Masse zu schwimmen, als einen eigenen Weg zu gehen. Wenn man nicht durch anderes Denken oder Handeln auffällt, dann ist einem die Zustimmung der anderen (die das ja auch tun) und die Anerkennung der Obrigkeit (weil man schön brav folgt) sicher. Und natürlich möchten wir alle gerne Anerkennung haben. Blöd ist halt nur, wenn uns der Weg der Masse nicht glücklich macht.

Glücklich zu sein ist meiner Meinung nach der wichtigste (und vielleicht der einzige) Sinn des Lebens. Wir können nichts daran ändern, dass wir jeden Tag einen Tag älter werden und wir können nichts Materielles mitnehmen, wenn wir eines Tages diese Welt verlassen. Das Einzige, was uns den Aufenthalt auf der Erde so angenehm wie möglich macht ist, dafür zu sorgen, dass wir versuchen, jeden Tag glücklich zu sein. Und wie schon öfter geschrieben ist es seit einigen Jahren so, dass wir immer mehr in die Richtung geschubst werden, uns darum zu kümmern, dass wir dieses Prinzip auch anwenden. Das ist jedoch nicht immer ganz leicht – besonders, wenn man in bestimmten Situationen den Kopf aus der Masse emporheben und mal links oder rechts abbiegen muss.

Nachdem also immer mehr Menschen erkennen, dass es Dinge in ihrem Leben und der Gesellschaft gibt, die geändert werden müssen, geht es nun also darum zu handeln, um dieses Ziel zu erreichen. Na klar … wir werfen mal eben alles um und verändern die Welt. Wie soll das denn gehen?

Eigentlich ist es ganz leicht, denn es wird von niemandem erwartet, dass er die Welt von heute auf morgen und im Alleingang verändert. Auch das eigene Leben muss man nicht in einem Rutsch umkrempeln. Es kommt vielmehr darauf an, das eigene Handeln auf die gewünschte Veränderung abzustimmen – jede kleine Tat, jede kleine Entscheidung soll einen einen kleinen Schritt in die richtige Richtung führen, anstatt woanders hin. Wie kann das konkret aussehen? Nunja … auch das ist recht einfach.

Wenn ich mich darüber aufrege, dass die Nahrungsmittelindustrie mit immer neuen, fragwürdigen Zusatzstoffen und Täuschungsmanövern versucht, ihren Profit zu maximieren und dabei billigend in Kauf nimmt, dass sie den Menschen damit schadet, dann sollte ich als erstes damit beginnen, die Produkte der entsprechenden Hersteller nicht mehr zu kaufen. Wenn die eine Großmolkerei dafür bekannt ist, dass sie ihren Kühen genmanipuliertes Futter gibt, dann kaufe ich eben die Produkte von anderen Molkereien (vielleicht sogar kleinen aus der Region). Wenn mir die Liste mit den E-Zusatzstoffen auf der Fertigsuppe Unbehagen bereitet (was sie sollte!) dann könnte ich damit beginnen, wieder mehr selbst zu kochen. Vorkochen und einfrieren ist eine gute Alternative zu Fertigprodukten.

Wenn ich mit dem Finanzsystem nicht einverstanden bin und mir das ganze Investmentbanking mit seinen virtuellen Billionen an Euros und Dollars, die täglich erschaffen und wieder vernichtet werden, suspekt vorkommt, dann wäre doch ein erster guter Schritt, sich da herauszuhalten – keine Wertpapiere kaufen, keine Anteile an Fonds, etc. Wenn ich mich darüber aufrege, dass die Deutsche Bank und andere mit Wetten auf Nahrungsmittel die Preise in den ärmeren Länden nach oben treiben, dann wäre es ein guter Anfang, eben dort kein Konto zu haben. Es gibt genügend Alternativen wie zum Beispiel die GLS Bank. Auch lokale Sparkassen oder Genossenschaftsbanken sind in der Regel nicht an solch spekulativen Geschäften beteiligt. Im Zweifelsfall gilt es, sich zu informieren und die Entscheidung auf Basis der selbst recherchierten Informationen zu treffen.

Wenn mir mein Job keinen Spaß macht, dann kann ich zwar von heute auf morgen alles hinschmeißen und darauf vertrauen, dass das Universum schon für mich sorgen wird, aber mal ehrlich: Wie realistisch ist das denn? Wir haben fast alle laufende Kosten, eine Familie zu ernähren und wollen nebenbei auch unseren Lebensstandard nicht auf den eines Einsiedlers reduzieren. Wer hindert uns jedoch daran zu beginnen a) uns bewusst zu werden, was wir eigentlich tun wollen und welche Arbeit uns glücklich machen würde und b) Schritt für Schritt dafür zu sorgen, dass wir unserem Ziel immer näher kommen. Wenn ich weiß, was ich will, dann kann ich damit beginnen, die Augen offenzuhalten, damit ich das Stellenangebot, dass mich glücklich macht, nicht übersehe. Oder wenn mir noch eine Ausbildung oder die Fähigkeiten fehlen, um meinen Traumjob tun zu können, dann kann ich anfangen, mir das notwendige Wissen anzueignen – Abendschule, Wochenendkurse, etc. … es gibt viele Möglichkeiten. Wenn die Arbeit, die mich glücklich macht, als Selbständiger geleistet werden kann, dann kann ich damit bereits neben meinem bisherigen Job beginnen, um das Fundament für meine Zukunft zu legen. Es ist einfach Kreativität, die Bereitschaft, die Ärmel hochzukrempeln und ein wenig Mut gefragt.

Wir können die Welt nicht mal eben so verändern, schon gar nicht im Alleingang. Aber jeder kann mit seinen täglichen Entscheidungen und Taten dafür sorgen, dass das Ruder Stück für Stück in die richtige Richtung bewegt wird. Und wir alle sind aufgefordert, dies nun endlich zu tun – jeder nach seinen Möglichkeiten aber konsequent und mutig. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen, dass Sie der Sommer noch eine Weile verwöhnt und dass Sie dem Ziel, jeden Tag glücklich zu sein, immer näher kommen – jeden Tag ein bisschen.

Liebe Grüße aus Aschaffenburg
Carsten Sann
Der Essenzenladen

Ein Gedanke zu „Zu guter Letzt … (August 2012)

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