Zu guter Letzt … (Januar 2013)

Carsten SannEs ist geschafft! Diejenigen, die ernsthaft an einen Weltuntergang geglaubt haben, können sich jetzt wieder entspannt zurücklehnen. Das neue Jahr ist da, die Erde dreht sich noch und irgendwie ist es auch nach dem 21. Dezember nicht grundsätzlich anders, als es vorher war. Enttäuscht?

Ich bin es nicht, denn wie bereits geschrieben ist der 21. Dezember nur ein Wendepunkt gewesen, kein Datum für schnelle, umwälzende Veränderungen. Dennoch schlägt das Pendel ab jetzt wieder in die andere Richtung aus – hin zu mehr Ehrlichkeit, Integrität, Authentizität und den eher weiblichen Qualitäten. Ich freue mich schon drauf :-)

Dennoch ist es gerade in diesen Tagen so, dass alte Ängste, negative Glaubenssätze, nicht unterstützende Gewohnheiten und sogar alte körperliche Symptome aus lange verdrängten Tiefen nach oben kommen. Freunde, Familie und Bekannte (und natürlich ich selbst) haben momentan wieder wirklich daran zu knabbern und oft kann man zuerst gar nicht so genau sagen, was da eigentlich abläuft. Irgendwann kommt jedoch dann der Moment, wo einen die Erkenntnis, worum es beim aktuellen Problem eigentlich geht, wie ein Blitz aus heiterem Himmel trifft. Und dann wird es interessant, denn ich habe in den vergangenen Wochen diesbezüglich zwei spannende Beobachtungen gemacht.

Zum einen scheint es inzwischen zu reichen, dass uns ein Glaubenssatz, eine Gewohnheit oder ein Denkmuster bewusst wird, um den Mechanismus außer Kraft zu setzen. Ja, Sie haben richtig gelesen. Keine Anstrengung, keine Qual, kein Ringen mit dem inneren Schweinehund – es reicht, sich des wirkenden Mechanismus bewusst zu werden, um ihm seine Macht zu nehmen. Natürlich heißt das nicht, dass er danach nie mehr angetriggert werden kann. Aber nun, da das Wissen um ihn im Bewusstsein gelandet ist, hat er tatsächlich seine Macht über uns verloren, und wir können uns – im Gegensatz zu vorher – bewusst entscheiden, anders zu denken, zu fühlen oder zu handeln. Spannend, oder?

Eine zweite Beobachtung ist nicht weniger gewichtig: Zumindest mir geht es so, dass mir absolut und auf tiefster Ebene klar ist, dass es keinen Weg zurück gibt. Klingt ein bisschen krass, ist aber sogar sehr gut. Lassen Sie mich das ein wenig erklären.

Wenn man sich auf den Weg macht, um das eigene Potenzial und Bewusstsein zu entfalten, dann gibt es immer wieder Gabelungen, an denen man sich entscheiden muss, welche Richtung man einschlägt. Viele dieser Gabelungen machen uns Angst, manchmal sogar sehr große Angst. Wenn wir uns zum Beispiel entscheiden, unserer inneren Stimme zu folgen und uns beruflich zu verändern, vielleicht sogar einen gutbezahlten Job aufgeben, um etwas Künstlerisches oder Heilerisches zu machen, und noch keine Ahnung haben, ob wir davon leben können, dann werden auf tiefster Ebene Überlebensängste aktiviert. Die Wahrscheinlichkeit, dass wir tatsächlich verhungern werden ist in Deutschland und Westeuropa tatsächlich irgendwo nahe bei Null … aber trotzdem fühlt es sich sehr real an.

Manchmal, wenn wir nicht wirklich in unserer Mitte sind, und es mit unserer Entscheidung für den „richtigen“ Weg vielleicht noch nicht ganz so läuft wie wir uns das vorstellen, dann sind wir in Versuchung, umzukehren und reumütig zu dem zurückzukehren, was uns in der Vergangenheit Sicherheit versprochen hat – sei es der alte Job oder die alte Beziehung oder was auch immer. Wir ziehen ernsthaft in Erwägung, das Drängen unserer inneren Stimme in den Wind zu schlagen und (aus Angst) wieder an den Ort zurückzukehren, wo wir vielleicht nicht glücklich waren … aber wenigstens wussten wir, was wir zu erwarten hatten und für viele Menschen ist die Angst vor dem Ungewissen so groß, dass sie tatsächlich ein langweiliges oder unglückliches Leben vorziehen (in der Gewissheit, dass dies so bleiben wird).

Nebenbei bemerkt: Diese „Sicherheit“, in die man dann zurückkehren möchte, ist höchst trügerisch und kann durch unerwartete Ereignisse jeder Art ziemlich schnell zerstört werden. Im Vergleich zur bewussten Entscheidung, dem Alten den Rücken zu kehren, kann dies um ein Vielfaches schmerzhafter sein kann.

Aber zurück zu meiner zweiten Beobachtung. Die lautet wie gesagt kurz und knapp: Es gibt keinen Weg zurück. Mir geht es so, dass mich schon der Gedanke, wieder in das Leben zurückzukehren, in dem ich nicht (mehr) glücklich war, schaudern lässt. Es ist wie ein glasklares Bewusstsein auf tiefster Ebene, dass ich mich eher todesmutig nach vorne stürzen werde, ohne zu Wissen, was mich erwartet und mit gestrichen vollen Hosen, als dass ich noch einmal zurückgehe. Das nenne ich einmal eine wirklich anstrengende Situation. Auf der anderen Seite ist sie aber auch sehr tröstlich, denn die Frage, welche Richtung ich einschlage, stellt sich einfach nicht mehr – es ist immer die meines Herzens.

Es ist meine feste Überzeugung, die bisher auch noch nie enttäuscht oder widerlegt wurde, dass einem nichts Schlechtes passieren kann, wenn man dem Weg seines Herzens folgt. Manche Dinge machen einem Angst, manche Situationen sind sehr anstrengend, aber am Ende stellt sich immer heraus, dass es die richtige Entscheidung war, der inneren Stimme zu folgen. In diesem Sinne möchte ich Ihnen noch mein aktuelles Lieblingszitat aus dem Film “Best Exotic Marigold Hotel” (sehr sehenswert!) mit in das neue Jahr geben:

Everything will be alright in the end,
and if it’s not alright then it’s not the end.

Auf Deutsch heißt das soviel wie: Letzten Endes wird alles gut sein – und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.

Ich wünsche Ihnen ein gesundes, glückliches und erfolgreiches Neues Jahr, in dem Sie sich selbst auf eine bisher noch nie gekannte Weise selbst treu sein werden!

Liebe Grüße aus Aschaffenburg
Carsten Sann
Der Essenzenladen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.