Zu guter Letzt … Juli 2018

Wir sind die Schöpfer unserer eigenen Realität. Diese Aussage hört man oft, wenn man sich mit der Entfaltung der eigenen Persönlichkeit und des eigenen Potenzials beschäftigt. Wem das Ganze zu esoterisch klingt, der könnte auch einfach sagen: Wir selbst können entscheiden, wie wir die Welt und unser Leben sehen und darauf reagieren. Niemand zwingt uns, ein Ereignis auf die eine oder andere Weise zu interpretieren. Dinge, die von einer Person positiv wahrgenommen werden, können für jemand anderen negativ sein. Wir haben in jedem Moment die Wahl, wie wir das, was wir erleben, wahrnehmen.

Und warum wählen wir dann nicht alle, immer glücklich zu sein und alles als positiv zu erleben? Ein wichtiger Grund ist für viele, dass für sie das Konzept, Schöpfer der eigenen Realität zu sein, gar nicht existiert, weil sie es nie bewusst kennengelernt haben. Ein Extrembeispiel durfte ich letztens persönlich erleben, als ich als Zeuge vor Gericht in die Streitigkeiten zweier Nachbarn hineingezogen wurde. Die klagenden Nachbarn leben in einer Welt, in der alle anderen Menschen aus ihrer Sicht darauf aus sind, ständig ihre Grenzen zu verletzen. Dies führt zu einem extremen Sicherheitsbedürfnis und letztlich zu der Erwartungshaltung „Was geschieht heute wieder Schlimmes?“. Aus der Position eines objektiven Betrachters gibt es von Seiten der beklagten Nachbarn keine absichtlichen Provokationen oder Grenzverletzungen, jedoch wird alles, was im Rahmen des normalen Miteinanders halt nun einmal geschehen kann, als solche interpretiert.

Was ist denn nun real und wahr? Die einzige Wahrheit ist, dass es keine absolute Wahrheit gibt. Es gibt nur unsere eigene Sicht dessen, was geschieht. Wenn eine Kleinigkeit passiert, die uns nicht passt, haben wir immer die Wahl, dass wir sagen „Shit happens“ und unsere Aufmerksamkeit wieder auf etwas Positives lenken. Andererseits können wir aber auch eine große Sache daraus machen und uns so hineinsteigern, dass wir uns selbst den Tag damit versauen. Und auch wenn uns etwas objektiv Negatives zustößt können wir entweder in Selbstmitleid oder Zorn auf die Welt versinken, oder aktiv nach einer Lösung suchen. Wir haben die Wahl.

Ein anderer wichtiger Grund, warum wir oft Dinge als negativ erleben ist, dass wir glauben, dass es in dieser Situation so sein muss. Ursache sind in der Regel entweder das gesellschaftliche Massenbewusstein, das uns einen Bezugsrahmen dafür gibt, was allgemein als gut oder schlecht, akzeptabel oder nicht akzeptabel angesehen wird, oder persönliche Glaubenssätze, die wir von unseren Eltern über- oder aufgrund von früheren Erlebnissen angenommen haben. Auch hier haben wir wieder die Wahl, die Dinge, die wir bisher für richtig und wahr gehalten haben, infrage zu stellen.

Wenn ich beispielsweise mit dem Zug zu einem Termin unterwegs bin und aufgrund einer Verspätung meinen Anschluss verpasse, dann wird das üblicherweise erst einmal als negativ gesehen. Ich komme zu spät zum Termin, was mir vielleicht krumm genommen wird. Ich muss auf dem Bahnhof herumsitzen und auf den nächsten Zug warten etc. Normalerweise passiert es dann, dass wir uns ärgern und schlechte Laune bekommen. Erreichen wir dann endlich abgehetzt und vielleicht mit schlechtem Gewissen unser Ziel, wird der Termin sicher nicht so gut laufen, wie er es wäre, wenn wir mit einer positiven Stimmung eingetroffen wären.

Betrachtet man die Situation rein sachlich ist jedoch lediglich folgendes passiert: Wir hatten vor, von A nach B zu reisen, um uns mit Person C zu treffen. Aufgrund von Umständen, auf die wir keinen unmittelbaren Einfluss haben und für die wir deshalb auch nicht die Verantwortung tragen, können wir nicht rechtzeitig in B eintreffen. Das ist alles.

Wenn mir das passiert und ich wie gesagt die Wahl habe, wie ich meine Realität wahrnehme, dann würde ich mit der Situation wie folgt umgehen: Der Respekt verlangt es, die Person C direkt über die Verspätung zu informieren und zu klären, ob und wie man den Termin verlegen kann. Interessanterweise kommt es dabei immer wieder vor, dass C darüber gar nicht so unglücklich ist, weil er/sie ohnehin noch etwas anderes zu erledigen hatte. Danach würde ich mir überlegen, wie ich mir die Wartezeit zu angenehm wie möglich machen und die Zeit auf positive Art und Weise nutzen kann. Vielleicht haben ich beim Warten noch ein interessantes Gespräch, treffe im Ersatzzug jemanden, der mir später einmal helfen wird, oder finde einfach nur die Zeit, mich zu entspannen. Wenn ich dann guter Laune und entspannt in B ankomme, habe ich die bestmögliche Ausgangssituation für das, was ich dort vorhabe zu tun.

Ich denke, Sie verstehen, worauf ich hinauswill: Ein und dieselbe Situation, jedoch zwei komplett unterschiedliche Weisen damit umzugehen. Wenn wir infrage stellen, dass ein verpasster Anschlusszug und eine Verspätung per se etwas Negatives sind, dann haben wir die Wahl, aus dieser ursprünglich neutralen Situation für uns ein positives Erlebnis zu machen.

Sandra Epstein, die Herstellerin der Ararêtama Regenwaldessenzen, nennt die Fähigkeit, unsere emotionale Reaktion auf äußere Ereignisse bewusst zu steuern „Emotionale Fitness“. In ihrem Buch „Das Ararêtama Mandala“ beschreibt sie ein Programm, das man mit Unterstützung der Essenzen durchführen kann, um die eigene emotionale Fitness und Klarheit zu schulen und zu trainieren. Sie sieht diese Fähigkeit ähnlich wie körperliche Fitness: Je mehr wir sie nutzen, desto kraftvoller wird sie. Eine schöne Ararêtama Essenz, die unsere Fähigkeit stärkt, uns nicht als Opfer der Umstände zu fühlen sondern stattdessen aktiv unsere Wahrnehmung des Lebens zu gestalten ist Assá (siehe auch die Essenz des Monats).

Je mehr ich mich mit dem Leben beschäftige, desto mehr komme ich zu der Erkenntnis, dass sich alles immer wieder auf das Thema „Verantwortung übernehmen“ zurückführen lässt. Wenn wir die Verantwortung dafür übernehmen, wie wir auf Ereignisse reagieren, dann können wir dafür sorgen, dass wir mehr Freude und Glück in unserem Leben erleben. Und selbst wenn es uns häufig noch nicht gelingt, das Positive in jeder Situation zu erkennen, dann ist zumindest die Idee, dass es dort auch eine positive Seite geben muss, tröstlich. An unserer Fähigkeit, sie zu finden, können wir über unsere emotionale Fitness wie schon gesagt arbeiten. Meine Urgroßmutter pflegte zu sagen: „Nix so schlecht für ebbes gut“ – egal was uns passiert, es gibt immer auch einen positiven Aspekt. Wenn wir diese Grundannahme haben, dann wird uns das helfen, nicht in unseren vielleicht anfänglich negativen Gefühlen steckenzubleiben, sondern die Verantwortung dafür zu übernehmen, uns wieder selbst aus dem Loch zu befreien.

Liebe Grüße aus Aschaffenburg
Carsten Sann
Der Essenzenladen

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