Zu guter Letzt … (September 2020)

Carsten Sann

Das Leben ist riskant. Sogar so riskant dass es tödlich endet. Ausnahmslos und immer. Die Frage ist nur, was wir in der Zeit, bis es soweit ist, daraus machen.

Es gibt Ängste, die unser Leben retten. Wenn wir beispielsweise am Rande eine hohen Klippe stehen, ist es gut, dass wir Angst davor haben, zu nahe an den Abgrund heranzugehen. Andere Ängste retten nicht unser Leben, sondern sorgen eher dafür, dass wir dasselbe nicht genießen können. Vor allem die virtuellen Ängste vom Typ „Was wäre wenn“. Klar, passieren kann jederzeit alles. Theoretisch kann uns auch, wie in der ersten Folge der (sehr empfehlenswerten) Serie „Dead like me – So gut wie tot“ ein Klodeckel erschlagen, der sich von einer Raumstation aus selbstständig gemacht hat. Möglich ist das. Nur halt auch sehr, sehr unwahrscheinlich.

Andere Lebensrisiken sind da schon wahrscheinlicher … aber ist es deshalb notwendig, dass wir in ständiger Angst und Sorge davor leben? Ist es nicht sinnvoller, der jeweiligen Situation angemessene Vorsorge zu treffen und ansonsten das Leben zu genießen?

Ein Beispiel: In den Sommerferien war ich mit Freunden in den Bergen und wir sind auch Mountainbike gefahren. So wie man es sich vorstellt. Über Stock und Stein, auf schmalen, steilen Trampelpfaden bergab. Selbstverständlich habe ich dafür einen Fahrradhelm getragen, denn das war der Situation absolut angemessen. Ich gebe gern zu, dass ich im normalen Straßenverkehr, wenn ich nur mal eben wohin fahren muss, bewusst keinen Helm trage. Ich besitze nicht mal einen.

Klar gibt es statistisch gesehen die Möglichkeit, dass ich stürze oder, dass mich ein unaufmerksamer Autofahrer ohne mein Verschulden einfach umnietet. Da ich jedoch schon immer sehr vorausschauend fahre, fällt das Restrisiko für mich in die Kategorie „allgemeine Lebensrisiken“. Ich bin gerne bereit, es zu tragen. Im Umkehrschluss frage ich mich immer, was das über die Lebenseinstellung von Menschen aussagt, die mit Helm, Warnweste und Lichtern wie ein Christbaum behangen Rad fahren, um bloß alles zu tun, jegliches Risiko zu minimieren. Kann es sein, dass aus ihnen ein grundsätzliches Misstrauen dem Leben gegenüber spricht?

Ein weiteres Beispiel sind die Eltern, die ihre Kinder in einer Schutzmontur, die einen American Football Spieler vor Neid erblassen lassen würde, mit Schlittschuhen auf’s Eis oder wahlweise mit dem ersten Rädchen sonntags auf dem leeren Parkplatz zum Rad fahren Lernen schicken. Was sagt das über ihre Einstellung zum Leben aus?

Ich bin ein Mensch, der den Nervenkitzel des Risikos nicht braucht, um sich lebendig zu fühlen. Deshalb lehne ich mich nur so weit aus dem Fenster, dass ich mich immer noch sicher fühle. Einen Teil dieser Sicherheit gibt mir dort, wo es notwendig ist, meine Schutzausrüstung, wie der Fahrradhelm beim Mountainbiken. Im Alltag wähle ich jedoch bewusst, dem Leben soweit zu vertrauen, dass ich nicht ständig das Gefühl habe, mich gegen irgendetwas schützen zu müssen.

Dabei handelt es sich jedoch durchaus um eine Gratwanderung. Wo ist die Grenze? Was ist noch sinnvoll und was vielleicht schon übertrieben? Ich trage, wie gesagt, keinen Fahrradhelm, aber natürlich lege ich im Auto den Sicherheitsgurt an. Das würde ich auch tun, wenn es nicht Pflicht wäre, denn die Kräfte, die bei einem Autounfall wirken, sind in der Regel um ein Vielfaches größer, als bei einem Fahrradunfall.

Neben dem limbischen System, in dem im Gehirn unsere Emotionen zuhause sind, besonders auch die Angst, hat das Universum uns auch den präfrontalen Cortex gegeben. Dort sitzt unser Verstand. Und mit seiner Hilfe können wir Situationen und Gefahrenpotenziale einschätzen, zumindest subjektiv. Bei der Entscheidung, wie und wie sehr ich mich schützen muss/will, versuche ich stets, beide Ebenen miteinzubeziehen, denn eines will ich sicher nicht: In ständiger Angst vor Dingen leben, die mit höchster Wahrscheinlichkeit ohnehin nicht geschehen.

Das gilt übrigens auch für die aktuelle Situation mit dem Coronavirus. Wenn ich in Gefahr laufe, mich von der allgegenwärtigen Stimmung der Angst anstecken zu lassen, die von Regierungen und Medien leider auch nach wie vor immer noch angeheizt wird, dann schaue ich mir die nüchternen Zahlen an und evaluiere auf deren Basis, wie sehr ich mich und/oder andere glaube schützen zu müssen. Das bringt mir sehr viel Klarheit.

Ich persönlich habe die Erfahrung gemacht, dass es angenehmer ist, weniger Angst zu haben und mit einem Restrisiko zu leben, anstatt zu versuchen, jede nur denkbare Eventualität auszuschließen. Denn das gelingt mir ohnehin nicht – siehe den Klodeckel vom Anfang dieser Kolumne.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen gut funktionierenden präfrontalen Cortex, der das limbische System auf angemessene Weise in Schach hält. Eine gute Essenz dafür ist übrigens auch Optimal Learning von Pacific Essences, denn sie bringt das gesamte Gehirn auf Zack.

Liebe Grüße aus Aschaffenburg
Carsten Sann
Der Essenzenladen

P.S. Wer gut Englisch versteht und mit Sarkasmus umgehen kann, kann sich dieses kurze Video von JP Sears ansehen (es gibt auch Untertitel). Ich habe es einen Tag, nachdem ich diesen Text geschrieben habe, gefunden und es passt wie die Faust auf’s Auge 😊

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