Zu guter Letzt … (April 2019)

Die Welt, in der wir leben, ist voll von Gelegenheiten, Angst zu haben. Die Frage ist nur, ob wir das wollen, und ob es uns nützt. Ersteres kann wohl jeder für sich ohne zu zögern verneinen. Zweiteres muss man differenziert betrachten: Wenn wir vor in einer offensichtlich bedrohlichen Situation sind, wenn also beispielsweise ein Säbelzahntiger vor uns steht und uns als sein Mittagessen betrachtet, dann ist es sehr sinnvoll, dass wir Angst haben und der Körper dementsprechend das volle Programm an Stresshormonen ausschüttet, die uns bei unserer Kampf-oder-Flucht Reaktion unterstützen. Auch wenn wir auf einer Klippe stehen und hinunter sehen, ist es sinnvoll, dass wir mindestens gehörigen Respekt vor der Tiefe haben. 

Situationen, die unser Leben unmittelbar bedrohen, sind heutzutage glücklicherweise sehr selten geworden. Und dennoch haben viele von uns jeden Tag Angst, und zwar vor potenziellen zukünftigen Bedrohungen, mögen sie auch noch so unwahrscheinlich sein: Arbeitslosigkeit, der 3. Weltkrieg, die nächste Seuche, Unfälle etc. Aktuell wird mit einem inzwischen klassischen Thema wieder Angst geschürt: Elektrosmog, und zwar durch das zukünftige 5G Mobilfunknetz. 

Nicht, dass Sie mich falsch verstehen – ich bin mir der Tatsache durchaus bewusst, dass niemand mit Sicherheit weiß, ob die Strahlung ungefährlich, ein bisschen gefährlich oder sogar tödlich ist. Dementsprechend ist auch Vorsicht und die Anwendung des gesunden Menschenverstandes bei ihrer Nutzung angebracht. Ist es jedoch sinnvoll, jeden Tag in Angst davor zu leben? Ich meine: nein.

„Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.“

Reinhold Niebuhr (1892-1971)

Ich habe es mir zur Angewohnheit gemacht, klar zwischen zwei Arten von Situationen zu unterscheiden: Dinge, die ich ändern kann und Dinge, die ich nicht (direkt) ändern kann. Wenn mir eine Situation nicht passt und ich dazu in der Lage bin, dann tue ich das, was notwendig ist, um sie zu ändern. Kann ich jedoch nichts direkt tun, dann sind zwei Reaktionen völlig sinnlos: Der Kampf gegen Windmühlen und, sich der Angst hinzugeben.

Realistisch betrachtet ist der Kampf gegen den Ausbau des neuen 5G Netzes leider ziemlich aussichtslos. Das Teilen von dramatischen Aufrufen in den sozialen Netzen ändert ebenso wenig daran wie Online-Petitionen beim Deutschen Bundestag. Viel zu groß sind die finanziellen Interessen und die Macht der Wirtschaft. Ich bitte Sie, mich auch hier nicht misszuverstehen. Ich habe nicht resigniert oder glaube, dass ohnehin alles sinnlos ist. Die Erfahrung zeigt mir nur, dass in den letzten Jahrzehnten derartige Willensäußerungen des Volkes von den Menschen an den Schalthebeln der Macht im Wesentlichen ignoriert, vielleicht sogar belächelt wurden. Es braucht also andere Strategien.

Ich weigere mich auch, Angst vor den potenziellen negativen Auswirkungen der zusätzlichen Strahlung zu haben. Auch hier bin ich Realist. Es gibt in der zivilisierten Welt keine Chance, elektromagnetischer Strahlung zu entgehen. Selbst wenn ich zuhause auf alles verzichte, was strahlt, dann hat spätestens mein technikaffiner Nachbar WLAN, ein Handy und ein schnurloses Telefon, die alle munter auch in meine Wohnung strahlen. Und wenn ich versuche, mein Zuhause mit allem, was der Markt bietet abzuschirmen, dann muss ich immer noch regelmäßig mein Haus verlassen, um einzukaufen und zur Arbeit zu gehen. Ach ja: Auf der Arbeit bin ich ja auch schon wieder der Strahlung ausgesetzt … 

Das Thema Elektrosmog ist für mich ein klassischer Fall einer Situation, die ich nicht direkt verändern kann. Solange ich nicht als Einsiedler in die Wildnis gehe, kann ich der Strahlung nicht entgehen und kämpfen führt auch nicht zu einem messbaren Erfolg. Was also tun?

Als Mitglieder der Spezies Homo sapiens sind wir in der glücklichen Lage, neben dem limbischen System, in dem unsere Gefühle zuhause sind, ein gut ausgeprägtes Vorderhirn zu haben, mit dem wir unsere Reaktionen auf Emotionen wie Angst steuern können. Wenn wir in einer Situation sind, die uns nicht gefällt und die wir nicht direkt ändern können, dann ist es sinnvoll, unseren Verstand zu nutzen, um die automatischen emotionalen Reaktionen im Griff zu behalten. Für mich bedeutet das in erster Line, angesichts der „5G-Bedrohung“ nicht in Panik zu verfallen. Zusätzlich bietet mir mein Verstand zwei Lösungsstrategien an, die ich parallel nutzen kann.

Der menschliche Körper ist hochgradig resilient und anpassungsfähig. Wir können auch recht massive negative Einwirkungen von außen (Trauma, Strahlung) über kurze oder mittlere Zeiträume überleben. Im Laufe der Zeit hat sich der Körper auch an langfristige Belastungen wie natürliche Radioaktivität oder die sich verändernde kosmische Strahlung angepasst. Warum sollte es uns nicht gelingen, uns auch an die von Menschen gemachte Strahlung so anzupassen, dass sie uns nicht krank werden lässt? Ich weiß nicht, ob das ein Prozess ist, der Generationen dauert, oder der in einem Menschenleben schon umgesetzt werden kann. Ich weiß aber, dass es eine Menge von Dingen gibt, die ich selbst tun kann, um für mehr Stabilität zu sorgen, damit mein System besser mit den äußeren Belastungen umgehen kann. Ausreichend Schlaf, eine gute Ernährung, Ausgleich in der Natur und natürlich auch Essenzen, homöopathische Mittel und Schüsslersalze sind alles Faktoren, die uns dabei helfen können. Deshalb ist es meine Wahl, dafür zu sorgen, dass ich stabil bin, anstatt Angst zu haben und dadurch noch mehr aus der Mitte zu geraten.

Die zweite Strategie für den Umgang mit der Strahlung ist die Nutzung des gesunden Menschenverstandes. Niemand bezweifelt, dass es negative Auswirkungen auf uns hat, wenn wir im Übermaß elektromagnetischer Strahlung ausgesetzt sind. Deshalb wäre es doch klug, im Schlafzimmer auf strahlende Geräte wie Handy oder das schnurlose Telefon zu verzichten und die Dinger nicht gerade auf dem Nachtisch aufzubewahren. Wenn man das Handy als Wecker benutzt, kann man es auch in den Flugmodus versetzen, damit es nicht mehr strahlt. Damit setzen wir uns gerade nachts, wenn sich Körper und Geist erholen können, nicht noch zusätzlicher, unnötiger Strahlung aus. Eine weitere, kluge Strategie ist es, das WLAN in der Nacht auszuschalten, wenn es ohnehin niemand nutzt. Viele Router können das zeitgesteuert automatisch. Auch die Reduzierung der Telefongespräche mit schnurlosen Geräten auf ein notwendiges Minimum oder die Verwendung eines kabelgebundenen Headsets sind einfache und sinnvolle Maßnahmen, die mithelfen, den vermeidbaren Teil der Strahlung zu reduzieren.

Es gibt zusätzlich eine Vielzahl von energetischen Hilfsmitteln, die mehr oder minder taugen, um die negative Auswirkung elektromagnetischer Strahlung auf Körper, Geist und Seele zu vermindern, jedoch würde es den Rahmen dieses Artikels sprengen, um tiefer auf sie einzugehen. Deshalb an dieser Stelle nur der Hinweis, dass wir selbst seit vielen Jahren die Produkte von BioProtect verwenden, da sie uns in der Wirkung überzeugt und zusätzlich noch einen mehr als fairen Preis haben.

Ich selbst bin jemand, der gerne neue Technologien ausprobiert und es genießt, sie in den Alltag zu integrieren. Deshalb habe ich mich entschieden, diese beiden Strategien zu verwenden. Ich weiß nicht, ob das so funktioniert, wie ich mir das vorstelle, oder ob ich mich nicht doch verstrahle. Was ich jedoch sicher weiß ist, dass ich viel lieber mit gesundem Menschenverstand und Freude lebe, als in ständiger Angst. Alleine das sorgt zweifellos schon dafür, dass ich im Endeffekt gesünder bin.

Liebe Grüße aus Aschaffenburg
Carsten Sann
Der Essenzenladen

Zu guter Letzt … (März 2019)

Loslassen – das ist das Zauberwort, das allen, die irgendwie auf dem Weg der persönlichen Entfaltung sind, ständig über den Weg läuft. Am besten wir lassen alles, was uns belastet los. Und zwar gleich, dann sind alle Probleme mit einem Schlag gelöst. Das Dumme bei der Sache ist nur: funktionieren tut das Ganze meistens nicht so einfach, wie wir uns das vorstellen. Mal ehrlich – am liebsten wäre es auch mir, wenn ich einfach mit den Fingern schnippen würde und alles an Ballast und altem Krempel von mir abfallen würde. Hilfsmittel dazu hätte ich ja, nämlich literweise Blütenessenzen. Eigentlich müsste ich doch nur alle Essenzen, die wir da haben, zusammen in ein Fläschchen mischen, um quasi eine Superessenz zu bekommen. Die dann noch genommen, von mir aus auch über einen längeren Zeitraum, und – schwupps – schon bin ich sorgenfrei und am besten auch gleich ins Nirvana aufgestiegen. Auch hier eine schlechte Nachricht: funktioniert leider nicht. Warum die Idee mit der Superessenz gar nicht klappen kann, ist ein anderes Thema, aber über das grundlegende Problem des Loslassens möchte ich in diesem Monat etwas schreiben.

In meiner Wahrnehmung gibt es (mindestens) zwei Ebenen, auf denen etwas losgelassen werden kann: mental und emotional. Beginnen wir mit der Ebene der Gefühle.

Man findet im Bereich der Persönlichkeitsentwicklung beliebig viele Bücher und Seminare, die sich mit dem Loslassen von alten Verletzungen beschäftigen. Entschuldigen Sie, dass ich das so direkt sage, aber das meiste davon halte ich für blanken Unsinn. Und ich habe, neben meiner persönlichen Erfahrung, einen guten Grund dafür. Wenn wir verletzt werden ist das, was an Wunden bleibt und oft über Jahre wehtut IMMER auf der emotionalen Ebene beheimatet. Die Verletzungen, die wir aus unserer Kindheit mit uns herumtragen, finden wir in dem Teil von uns, den man das Innere Kind nennt. Dieser Aspekt unseres Seins besitzt, so wie wir damals, noch keinen erwachsenen Verstand, der zur Rationalisierung von Schmerz und zur Selbstregulation verwendet fähig ist, und das ist auch nicht seine Aufgabe. Das, was das Innere Kind am besten kann und durchgängig tut ist FÜHLEN. Und auch bei Wunden, die wir als Erwachsene erlitten haben, sind es immer die verletzten Gefühle, die besonders lange wehtun.

Wenn Sie also mit mir übereinstimmen, dass unsere bleibenden Wunden auf der emotionalen Ebene zuhause sind, warum sollte es dann möglich oder auch nur sinnvoll sein, mit von der Ebene des Verstandes aus das Thema heranzugehen, indem man „bewusst“ (also auf der mentalen Ebene) vergibt und loslässt? Wäre es nicht viel sinnvoller, dem Schmerz auf der emotionalen Ebene, wo er entstanden und immer noch gespeichert ist, zu begegnen? Dies ist das Kernthema der Arbeit von Daniel Mapel, dem Hersteller der Wild Earth Tieressenzen und ich habe in meinem „Zu guter Letzt“ vom August 2017 ausführlich darüber geschrieben. Ich habe mir meinen Text von damals gerade noch einmal durchgelesen und kann ihm heute, über zwei Jahre später, noch viel mehr zustimmen, als ich das damals ohnehin schon getan habe.

Als besonders hilfreich bei der Arbeit mit alte emotionalen Verletzungen hat sich deshalb auch die Reihe der Healing Path Essenzen von Daniel Mapel erwiesen. Und das aus gutem Grund, denn Daniel weiß aus eigener Erfahrung, wovon er spricht, wenn er über nahezu unerträgliche seelische Verletzungen redet.

Kurz und knapp gesagt: Emotionale Heilung durch Loslassen kann immer nur auf der emotionalen Ebene geschehen. Deshalb sehe ich es als vergeudete Zeit an, zu versuchen meinen Schmerz zu heilen, indem ich mit dem Verstand versuche Menschen zu vergeben. Solange meine Wunde existiert ist Vergebung weder möglich noch notwendig.

Und jetzt behaupte ich das komplette Gegenteil von dem, was ich gerade gesagt habe ;-) Es ist notwendig und sinnvoll, Menschen, die uns verletzt haben, bewusst zu vergeben – nur aus einem anderen Grund.

Kurze Rekapitulation: Wenn uns jemand verletzt, dann fühlen wir hauptsächlich zwei Emotionen: Wut und Schmerz. Kann dieser nicht ausgedrückt werden, warum auch immer, dann entstehen die bleibenden Wunden auf emotionaler Ebene. Gleichzeitig hat aber auch unser Verstand mitbekommen, dass wir verletzt wurden, und auch er ist sauer. Zorn ist eine gesunde, weil üblicherweise sehr kurzlebige Emotion. Wir brausen auf, drücken den Zorn aus, und beruhigen uns dann im Idealfall wieder. Wenn unser Verstand jedoch darauf besteht, zornig zu bleiben, dann verwandelt sich die Wut in Groll, und der ist vor allem auf der mentalen Ebene zuhause. Ebenso verhält es sich, wenn wir längerfristig beleidigt oder eingeschnappt sind. Die Emotionen sind vielleicht relativ schnell vorbei, aber der Verstand hält daran fest.

Sie merken was? Wir sind jetzt auf der mentalen Ebene unterwegs und der Schlüssel zum Loslassen dieser Muster ist es, eine Entscheidung zu treffen. Auf dieser Ebene kann ich Menschen bewusst „vergeben“, indem ich mich zum Beispiel entscheide, den Groll loszulassen oder nicht mehr beleidigt zu sein.

Einziges Hindernis dabei ist, dass wir so sehr Gewohnheitstiere sind. Wir lieben es, die Muster, die wir ständig wiederholen, vehement zu verteidigen und lassen sie nur sehr ungern los, egal ob sie uns nutzen oder nicht. Hier braucht es dann Disziplin um uns jedes Mal, wenn wir wieder in die alte Gedankenschiene mit Groll etc. verfallen, da rauszuholen und unseren Verstand daran zu erinnern, dass wir eine Entscheidung getroffen haben. Das braucht vielleicht etwas Zeit und Geduld, aber irgendwann ist ein neues Muster etabliert, und dann müssen wir keine weitere Energie und Disziplin mehr dafür aufwenden. Natürlich gibt es auch hier Essenzen, die uns dabei unterstützen können: New Attitudes (Pacific Essences), die Kombination von Bauhinia und Boronia (Australische Buschblüten) und – im übertragenen Sinn, wenn wir toxische Gedanken „missbrauchen“ – die Substance Abuse Essence von den South African Flower Essences.

Ich habe noch keine Antwort auf die Frage, was von beidem – emotional oder mental – zuerst kommen soll/kann/muss oder ob es überhaupt dabei eine Reihenfolge gibt. Wahrscheinlich ist es eher ein Wechselspiel zwischen beiden Ebenen, bei denen immer eine einen Schritt weitergeht, bevor die andere nachzieht. Letztlich ist das auch nicht wichtig. Der wesentliche Punkt ist, dass wir erkennen, welcher Schlüssel zu welchem Aspekt eines Themas passt. Notwendig sind beide.

Die Narzissen und Krokusse, die man inzwischen zuhauf draußen findet, laden uns zum Frühjahrsputz ein. Und ich lade sie ein, diesen nicht nur im Außen zu machen, sondern ganz bewusst auch einmal in den Ecken und Winkeln unseres Selbst den Besen zu schwingen, in die wir sonst nicht so gerne schauen. Es lohnt sich.

Liebe Grüße aus Aschaffenburg
Carsten Sann
Der Essenzenladen

Zu guter Letzt … (Februar 2019)

Das Thema meiner Februar-Kolumne stimmt mich persönlich ambivalent, weil es mich gleich doppelt betrifft, einmal als Kunde und einmal als Händler. Gemeint sind die Versandkosten, mit denen wir in unserer Welt, in der immer mehr online bestellt wird, fast täglich konfrontiert sind. Die großen Versandhändler, allen voran Amazon, locken mit versandkostenfreier Lieferung, und auch mittlere und kleinere Händler sind aufgrund des Preisdrucks voll auf diesen Zug aufgesprungen.

Meine Position ist dabei, wie schon gesagt, sehr ambivalent. Natürlich fühlt es sich als Kunde gut an, wenn man für etwas, was einem an die Haustür geliefert wird, keine zusätzlichen Versandkosten zahlen muss. Ich müsste lügen, wenn ich behaupten würde, dass sich nicht auch bei mir dabei ein Wohlgefühl einstellt. Jedoch hat die ganze Sache gleich mehrere Pferdefüße, und das nicht nur auf finanzieller Ebene.

Ich bekomme in meiner Rolle als Versandhändler immer wieder Anfragen, ab welchem Betrag wir denn versandkostenfrei liefern würden. Na klar, die Leute sind daran gewöhnt, dass das ab 20 EUR, aber mindestens ab 50 EUR der Fall ist. Wenn ich dann von unserer Grenze, die bei 500 EUR liegt, erzähle, dann schlucken die meisten. Wenn ich dann noch ergänze, dass unsere Versandkosten auf sehr niedrigem Niveau liegen, dafür aber halt von (fast) jedem bezahlt werden müssen, mindert das den Schock meistens etwas, es gibt jedoch Kunden, die davon überzeugt sind, dass sie das Recht auf versandkostenfreie Lieferung haben.

Das ist in meinen Augen jedoch Selbstbetrug. Ähnlich wie bei der Schnäppchenjagd im Geschäft, bei der die großen Rabatte hauptsächlich auf Produkte gegeben werden, die vorher entsprechend verteuert wurden (oder ohnehin schon überteuert waren), verlieren wir aus den Augen, dass Händler ja auch nicht von Luft und Liebe leben können. Die Versandkosten, die dem Kunden angeblich geschenkt werden, sind selbstverständlich im Preis der Ware von vornherein mit einkalkuliert. Wir zahlen also sehr wohl für die Lieferung, wir merken es nur nicht.

„Mundus vult decipi (ergo decipitur).“ – Die Welt will betrogen sein, also soll sie betrogen werden (Zitat aus „Das Narrenschiff“ von Sebastian Brant, 1457-1521)

Meine persönliche Meinung dazu ist, dass eine faire Preisgestaltung besser in die neue Energie passt, als die alten Verschleierungsmanöver, die nur oberflächlich dafür sorgen, dass wir uns einen kurzen Moment gut fühlen. Deshalb kalkulieren wir im Essenzenladen unsere Preise so, wie es nach unserem Ermessen für alle fair ist, mit der Konsequenz, dass kein Raum für zusätzliche Rabatte oder geschenkte Versandkosten ist. Jeder soll transparent wissen, was wieviel kostet.

Ähnlich macht es auch die GLS Bank, bei der wir schon lange Kunde sind. Die hat vor einigen Jahren die Kosten auch transparent gemacht und Quersubventionierungen für die Bankdienstleistungen – die Regel bei den allermeisten „kostenlosen“ Banken – eingestellt. Auch hier musste ich ordentlich schlucken, als ich das erste mal die tatsächlich anfallenden Gebühren gezahlt habe. Jedoch ist das ein Preis, den ich für den ethischen Standard dieser Bank und die Transparenz gerne zahle – und ich fühle mich gut dabei, weil ich für eine ehrliche Dienstleistung einen ehrlichen Preis zahle.

Haben Sie sich schon einmal gefragt, warum in der Vorweihnachtszeit Briefe und Pakete immer gefühlt doppelt so lange brauchen, bis sie beim Empfänger sind? Ja, natürlich steigt das Sendungsvolumen in dieser Zeit stark an, jedoch können die Transportunternehmen ihre Leistungsfähigkeit nicht beliebig hochskalieren, weil sie schlicht keine Menschen finden, die willig sind, für den geringen Lohn, den die Unternehmen zahlen, Pakete zu schleppen. Auch das ist eine Konsequenz des immensen Preisdrucks, der nicht zuletzt durch das Konzept der versandkostenfreien Lieferung entsteht.

Und haben sie sich schon einmal Gedanken darüber gemacht, dass Ihr Zusteller den ganzen Tag schwere Pakete schleppt und dafür nur mager bezahlt wird? Natürlich ist es unwahrscheinlich, dass man als Paketfahrer reich wird, aber eine faire Bezahlung für die Arbeit würde wohl auch dafür sorgen, dass sich mehr Menschen finden würden, die diesen Job tun. Damit würde die Belastung für die einzelnen Fahrer sinken und letztlich auch die Qualität der Zustellung wieder steigen.

Auf einer ganz anderen Ebene ist die versandkostenfreie Lieferung ebenfalls problematisch. Je mehr es zum Usus wird, dass der Versand einer Bestellung nichts kostet, desto mehr sinkt der gefühlte Wert der Dienstleistung, die all die Menschen erbringen, wenn sie unsere Bestellungen vom Versender zu uns bringen. „Was nichts kostet, ist nichts wert“ sagt der Volksmund, und damit trifft er den Nagel auf den Kopf. Der Trend zur kostenlosen Lieferung sorgt auf energetischer Ebene dazu, dass ein gesamter Wirtschaftszweig weniger und weniger „gesehen“ wird. Und es ist keine unwichtige Branche, sondern eine, die für den Luxus und die Bequemlichkeit, in der wir das Glück haben zu leben, von wesentlicher Bedeutung ist.

Obwohl wir uns mit dem Essenzenladen in einer ziemlich kleinen Nische befinden und das Glück haben, mit tollen Kunden gesegnet zu sein, ist es auch für uns manchmal anstrengend dem Druck der „Geiz ist geil“ Mentalität standzuhalten. Wenn andere mit Rabatten werben bei denen ich mich fragen muss, wovon sie eigentlich leben, kostet es mich manchmal viel Kraft, weiterhin zu meiner Überzeugung zu stehen, dass gute Produkte einen fairen Preis verdienen. Und auch wenn der ein oder andere Kunde vielleicht woanders bestellt hat, weil er bei uns (aktuell) 3,50 EUR Versandkosten zahlen muss, bleibe ich bei meiner Überzeugung, dass es transparenter und angemessener ist, die Kosten dort auszuweisen, wo sie entstehen, anstatt sie zu verschleiern und mit scheinbaren Rabatten zu werben.

Liebe Grüße aus Aschaffenburg
Carsten Sann
Der Essenzenladen

Zu guter Letzt … (Januar 2019)

Ich wünsche Ihnen ein gutes neues Jahr 2019 voller Gesundheit, Freude und Erfolg. Hat sich dieser Jahreswechsel für Sie auch so angefühlt, als ob Sie eine ganze Menge „alten Krempels“ im alten Jahr lassen könnten, damit 2019 mit weniger Ballast beginnt? Für mich war dieses Gefühl dieses Silvester deutlich spürbar – und um ehrlich zu sein: Nach allem was in diesem Jahr und auch in den Jahren davor los war, fühlt sich das extrem erleichternd an.

In seinem Video für den Januar spricht der energetische Heiler Lee Harris darüber, dass mit dem neuen Jahr ein brandneuer 7-Jahres-Zyklus begonnen hat. Während der letzte Zyklus vor allem unter der Überschrift „Reinigung und Aufräumen“ stand und viele von uns an die Grenzen der Belastbarkeit gebracht hat, geht es nun um das Thema „Erhöhung der Energie und der Schwingung“. Es ist der Anfang einer Phase, in der wir mit Mut und Elan neue Lebensphasen oder Projekte beginnen können, in der wir unser Leben neu ordnen können, damit wir noch viel mehr in Einklang mit unserem Seelenplan als bisher sind. Der Untergang des Alten hat den Platz geschaffen, damit das Neue kommen kann. Interessant ist dabei auch, vielleicht noch einmal die Artikelserie von Cynthia Athina Kemp Scherer zum Thema Veränderungsprozess zu lesen. Letztlich sind wir alle gerade mittendrin. Und mit dem neuen Jahr darf es ein bisschen leichter werden.

Der Januar bildet laut Lee Harris dabei den Übergang zwischen dem extrem introvertierten Herbst und der Extrovertiertheit, die nun langsam wieder zunehmen darf. Deshalb tun wir gut daran, nicht mit Volldampf voraus zu preschen, sondern uns im Januar noch reichlich Zeit für uns selbst, für die Innenschau und für unsere Erholung von den Anstrengungen der letzten Zeit zu gönnen.

Aus numerologischer Sicht sind wir seit dem 1. Januar in einem 3-er Jahr (2+0+1+9 = 12; 1+2 = 3). In Bezug auf das Energieniveau befinden wir uns damit auf dem Weg in eine Phase der Beruhigung und Sammlung nach den sehr intensiven Jahren mit den Zahlen 9, 1 und 2. Die 3 steht unter dem übergeordneten Thema der geistigen Erweiterung. Es geht darum, Neues zu lernen, den Intellekt zu schulen und weiterzuentwickeln und vor allem auch das Gedächtnis zu stärken. Auf der anderen Seite geht es in einem 3er Jahr auch um Zeit für Humor, Glücklichsein, fröhliche Gesellschaft und Heiterkeit. Zusätzlich zu dieser „Weltjahreszahl“, die für alle gilt, geht jeder von uns auch durch einen individuellen 9-Jahreszyklus der Veränderung. Sie können sich Ihre persönliche Jahreszahl (PJ) ganz einfach ausrechnen, indem sie die einzelnen Ziffern ihres diesjährigen Geburtstages zusammen addieren. So ergibt beispielsweise der 27.06.2019 eine 9 (2+7+0+6+2+0+1+9 = 27; 2+7 = 9). Menschen mit dieser Jahreszahl befinden sich gerade im Spitzenjahr der Veränderung. Um Ihnen eine Idee von der Bedeutung der einzelnen persönlichen Jahreszahlen zu geben hier eine kurze Aufstellung der übergeordneten Themen:

  • PJ 1: Aktives Jahr der Anpassung
  • PJ 2: Spirituelles Wachstum und Gemeinsamkeit
  • PJ 3: Geistige Erweiterung
  • PJ 4: Festigung
  • PJ 5: Freiheit
  • PJ 6: Kreativität
  • PJ 7: Talsohle und Zeit der Sammlung
  • PJ 8: Unabhängigkeit und Weisheit
  • PJ 9: Spitzenjahr der Veränderung

Alle diese numerologischen Informationen entstammen übrigens dem Buch „Gebrauchsanleitung für Mich“ von Dr. David A. Phillips (ISBN 978-3-200-01066-6). Wenn Sie das Thema interessiert, sollten Sie ernsthaft darüber nachdenken, sich das Buch zuzulegen. Das darin beschriebene numerologische System ist leicht zu verstehen und umzusetzen und geht dennoch extrem tief.

Ian White, Hersteller der Australischen Buschblüten Essenzen, hat seine numerologische Ausbildung bei eben diesem David Phillips gemacht, und er nutzt das System nach eigener Aussage quasi täglich. Er hat zusätzlich einige allgemeine Essenzen-Empfehlungen zu Unterstützung für die verschiedenen Jahreszahlen:

  • PJ 1: Bauhina, Boab, Freshwater Mangrove
  • PJ 2: Red Lily, Sydney Rose
  • PJ 3: Bush Fuchsia, Isopogon, Paw Paw
  • PJ 4: Banksia Robur, Old Man Banksia, Red Grevillea, Sunshine Wattle, Wild Potato Bush
  • PJ 5: Sturt Desert Pea
  • PJ 6: Bush Gardenia, Red Suva Frangipani, Sturt Desert Pea, Turkey Bush, Wedding Bush
  • PJ 7: Banksia Robur, Dog Rose of the Wild Forces, Mint Bush, Red Suva Frangipani, Sturt Desert Pea, Sunshine Wattle, Waratah, Wild Potato Bush
  • PJ 8: Gymea Lily, Little Flannel Flower
  • PJ 9: Bauhina, Boab, Bottlebrush, Dog Rose of the Wild Forces, Freshwater Mangrove, Red Grevillea, Red Suva Frangipani, Silver Princess, Sturt Desert Pea

Interessante Hinweise über die aktuelle Energie finden sich auch wie immer in der „Energie der Zeit“ von Dr. Petra Schneider (LichtWesen), die Sie ebenfalls in diesem Newsletter finden.

Bei all dem, was andere über das „energetische Wetter“ zu sagen haben, ist jedoch eines besonders wichtig: Hören Sie auf sich selbst! Channelings, Numerologie, Astrologie und alles, was es sonst noch gibt, können uns wertvolle Hinweise geben, jedoch niemals unsere eigene Intuition und vor allem nicht unsere eigene Macht der Intention ersetzen. Wenn also alle Quellen „Hü“ sagen, Sie aber tief in sich drin wissen, dass für Sie „Hott“ das Richtige ist, dann zögern Sie nicht, ihrem eigenen, intuitiven Wissen zu folgen. Und das gilt nicht nur für „esoterische Quellen“. Das gilt besonders auch für alle anderen Personen, Gruppen oder die Gesellschaft als Ganzes, die uns allzu oft erklären möchten, was für uns gut ist.

Essenzen, die uns gut dabei helfen können, Zugang zur unserer Intuition zu erhalten, sind beispielsweise Star Tulip (FES), Bush Fuchsia (Australische Buschblüten), der silberne Strahl der Elohim (LichtWesen), Lake Baikal (Australische Buschblüten), Lapland Rosebay (Alaskan Essences), Marigold (South African Flower Essences), Marupiara (Ararêtama), Mount Shasta (Bergessenzen), Owl (Wild Earth Animal Essences), Syringa (Pacific Essences), Viburnum (Pacific Essences) und Wild Orchid (Crystal Herbs). Wenn Sie Ihre Intuition stärken wollen, wählen Sie einfach eine (oder mehrere) dieser Essenzen aus, die sie ansprechen und arbeiten Sie für mindestens drei Wochen mit ihnen. Beobachten Sie dabei, was sich allmählich in Bezug auf Ihre Wahrnehmung der eigenen inneren Stimme verändert und wie sich der Einfluss, der die Stimmen von außen haben, verringert. Sie werden überrascht und begeistert sein.

Liebe Grüße aus Aschaffenburg
Carsten Sann
Der Essenzenladen


Zu guter Letzt … (Dezember 2018)

Kommunikation hilft. Besonders, wenn man mit anderen Menschen zu tun hat. Ich habe heute eine Bestellung bei einem Versandhändler kurzfristig auf Eis legen müssen. Nachdem ich eine E-Mail dorthin geschrieben habe, kam kurz darauf die Meldung, dass meine Bestellung storniert wurde. Für einen kurzen Moment war ich verwirrt, weil ich die Bestellung ja noch gar nicht endgültig stornieren wollte. Dann kam jedoch direkt im Anschluss eine persönliche Nachricht, dass es aus bestimmten (nachvollziehbaren) Gründen nicht möglich sei, die Bestellung zurückzuhalten und dass sie deswegen storniert wurde. Ich könnte aber jederzeit neu bestellen. Für mich war damit alles klar und verständlich und der Versandhändler hat bei mir einen nachdrücklich positiven Eindruck hinterlassen. Ein Musterbeispiel von klarer Kommunikation.

Jetzt stellen Sie sich mal vor, sie lebten auf einem Planeten, in dem gerade so viel im Umbruch ist, dass die meisten ihrer Mit-Planetenbewohner gerade genug damit zu tun haben, selbst den Kopf über Wasser zu halten. In diesem angespannte Zustand kann eine klare Kommunikation überlebenswichtig sein, denn wenn der Informationsfluss unvollständig oder unverständlich ist, oder wenn dabei die sachliche Ebene verloren geht, haben wir oft nicht die Gelassenheit, damit leicht umgehen zu können. Wir sind also alle gefordert, besonderen Wert auf unsere Kommunikation zu legen.

Was ist dabei wichtig? In der Kommunikationstheorie stellt man fest, dass es eines gemeinsamen „Zeichenvorrats“ bedarf, damit man kommunizieren kann. Man muss also „die gleiche Sprache“ sprechen, damit Informationen verstanden werden können. Und damit ist nicht nur Deutsch, Englisch oder Swahili gemeint, auch eine Fachsprache mit ihren eigenen Begriffen kann beliebig schwer zu verstehen sein. Wenn ich mit jemandem spreche ist es also wichtig, mir vorher zu überlegen, ob die Person mich überhaupt verstehen kann und gegebenenfalls meine Sprache anzupassen.

Ein weiterer wesentlicher Punkt, den ich für mich herausgearbeitet habe, ist die Frage: Was muss mein Gegenüber wissen, damit die Kommunikation mit mir erfolgreich und zufriedenstellend ist. Ein Beispiel aus unserem Alltag. Wenn jemand telefonisch bei uns bestellt gibt es eine Reihe von Informationen, die die Kunden normalerweise haben möchten: Was kostet die Essenz, was kostet der Versand, wann kommt die Lieferung an und wie kann man zahlen. Ich bemühe mich jedes Mal, all diese Informationen zu geben, bevor sie nachgefragt werden müssen. Im Umkehrschluss finde ich es nämlich selbst als Kunde lästig, wenn man der Gegenseite alles aus der Nase ziehen muss. Viel befriedigender ist es, wenn man das Gefühl hat, der andere denkt mit und gibt mir die Grundinformationen, die ich auf jeden Fall brauche.

Im Bereich der Kommunikation während Konflikten haben vielleicht viele schon vom Konzept der Ich-Botschaften gehört. Kurz gesagt bedeutet das, dass man darauf verzichtet, dem anderen Vorwürfe zu machen und sich darauf fokussiert zu beschreiben, was ein bestimmtes Verhalten bei einem selbst auslöst. Also statt: „DU hast mir das und das angetan“ könnte man sagen „Als Du das und das getan hast, habe ICH mich wütend/traurig/angegriffen/etc. gefühlt, weil …“ Es ist oft erstaunlich, wie viel einfacher es ist, emotionale Themen auf diese Weise anzusprechen, weil der andere die Chance hat, die Information aufzunehmen ohne sich direkt selbst angegriffen zu fühlen und eine Verteidigungshaltung einzunehmen.

Da bei den allerwenigsten von uns die telepathischen Gaben so weit ausgeprägt sind, dass wir auf verbale Kommunikation verzichten können, ist es notwendig und sinnvoll, dass wir besonderen Wert auf eine klare, vollständige und möglichst wertungsfreie Kommunikation legen. Wie alle Fähigkeiten kann man auch diese üben und trainieren, so dass sie irgendwann in Leib und Seele übergeht und wir gar nicht mehr darüber nachdenken müssen.

Unterstützung können wir dabei natürlich auch von Essenzen bekommen, so ist beispielsweise die Beyond Words Mischung von den Alaska Essenzen hervorragend dafür geeignet, dass wir das, was uns bewegt, leichter in Worte fassen können. In besonders emotionalen Situationen kann uns die Essence of Emotions in Balance (Living Essences of Australia) helfen, die notwendige Sachlichkeit für eine klare Kommunikation zu finden. Und wenn gerade die Welt um uns zusammenbricht unterstützt uns wie immer die gute alte Balancer Mischung dabei, erst einmal wieder die Füße auf den Boden zu bekommen, um die Situation im Anschluss besser lösen zu können.

Eine hilfreiche Essenz, wenn wir in einem Gespräch unseren eigenen Standpunkt erklären und vielleicht sogar verteidigen müssen, ist der Gorilla von den Wild Earth Tieressenzen. Er hat sich schon bei vielen Gehaltsverhandlungen als hilfreich erwiesen ;-)

Ich wünsche Ihnen eine angenehme Weihnachtszeit und genügend Erholung, damit das Jahr 2019 mit neuer Energie, neuem Elan und klarer Kommunikation beginnen kann.

Liebe Grüße aus Aschaffenburg
Carsten Sann
Der Essenzenladen

Zu guter Letzt … (November 2018)

Wenn wir geboren werden, dreht sich die Welt tatsächlich um uns. Wenn wir größer werden, müssen wir unter Schmerzen lernen, dass sich die Welt nicht mehr alleine um uns dreht. Wenn wir schließlich erwachsen sind und reifer werden, tut es gut zu erkennen, dass sich die Welt kein bisschen um uns dreht.

Ein Thema, das mich in den letzten Wochen und Monaten beschäftigt, ist zu lernen, dass vieles von dem was im Alltag passiert nicht unbedingt persönlich gemeint oder gar meine Verantwortung ist. Wenn man mit einer ausgeprägten Sensitivität ausgestattet ist, neigt man manchmal dazu, alles was passiert auf sich selbst zu beziehen á la „Dieser Mensch ist gerade schlecht gelaunt – was habe ich falsch gemacht?“ Beim Sinnieren über das, was ich da gerade lernen darf, ist mir der oben geschriebene Spruch eingefallen.

Wenn wir auf diese Welt kommen, können wir eigentlich gar nicht anders, als anzunehmen, dass sie sich komplett um uns dreht. Alle, die uns in den ersten Tagen sehen, sind aus dem Häuschen, freuen sich, uns zu sehen, verbringen Zeit mit uns und kümmern sich rührend um unsere Bedürfnisse. Ergo müssen wir doch das Zentrum der Welt sein, oder? Klingt zumindest nach einer plausiblen Schlussfolgerung.

Wenn wir dann größer werden, das Regenwurmstadium hinter uns lassen, und anfangen mit der Welt zu interagieren, dann scheint sich zuerst noch zu bestätigen, was wir glauben erkannt zu haben. Die Menschen beschäftigen sich mit uns und erfüllen unsere Wünsche.

Irgendwann schleicht sich jedoch eine Veränderung ein. Auf einmal hören wir öfter das Wort Nein, bekommen nicht was wir wollen und müssen vielleicht auch mal für kurze Zeit alleine klarkommen. Wenn damit auf einmal eine unserer Grundannahmen infrage gestellt wird, dann ist das ziemlich verwirrend und wir sind keineswegs gewillt, das ohne Protest hinzunehmen. Man nennt das dann in der Regel die Trotzphase.

Wenn wir schließlich akzeptiert haben, dass die Menschen um uns herum nicht ausschließlich dazu da sind, uns unsere Wünsche von den Augen abzulesen, beginnt eine eher ruhige Phase, in der wir viel lernen, viel wachsen und viel erleben. Das Weltbild, das wir uns bis dahin aufgebaut haben, könnte so schön sein und für immer Bestand haben.

Doch irgendwann bemerken wir, wie wir immer mehr Verantwortung für unser Leben zugeschoben bekommen. Dinge, die bisher andere für uns getan haben, sollen wir nun selbst erledigen. Eine Zeit lang beobachten wir das interessiert, dann etwas argwöhnisch – ist ja auch irgendwie anstrengend. Irgendwann, so etwa um das Alter von 14 Jahren herum erkennen wir, dass mehr Verantwortung normalerweise auch mit mehr Freiheit einhergeht, was uns zu diesem Zeitpunkt gerade recht kommt. Voller Elan packen wir den Stier bei den Hörnern, um unser Leben selbst in die Hand zu nehmen … nur um gegen Wände zu rennen bei den Menschen, die früher alles für uns erledigt haben, dann wollten, dass wir es selbst tun, und uns nun erklären, dass wir es (so) nun doch (noch) nicht tun können oder dürfen. Wieder sehr verwirrend. Gleichzeitig erfolgt in dieser Phase wieder ein Rückfall ins Kleinkindalter, zumindest emotional, und die Idee, das Zentrum der Welt zu sein, gewinnt für eine Zeit wieder an Kraft.

Wenn wir schließlich auch die Pubertät hinter uns gelassen haben, sind wir endlich klar in unserem Weltbild. Wir haben gelernt, Verantwortung zu übernehmen, wir haben das Prinzip von Geben und Nehmen verstanden, aber irgendwie scheint da manchmal noch ein Rest von „Die Welt dreht sich um mich“ hängengeblieben zu sein. Weil wir ja, wie gesagt, gelernt haben, dass wir für unser Leben selbst verantwortlich sind, glauben wir manchmal, auch für die Reaktionen der anderen auf uns verantwortlich zu sein. Das stimmt zwar ein Stück weit, jedoch nehmen die feinen Antennen oft auch Dinge auf, die nichts mit uns zu tun haben. Wenn man die dann trotzdem auf sich bezieht, wird das oft ganz schön anstrengend.

Je älter ich werde, desto mehr darf ich lernen, dass es ausreicht, mein Handeln auf den Prüfstand zu stellen, und wenn ich guten Gewissens sagen kann, dass ich nichts falsch gemacht habe, dann darf die Reaktion anderer auch bei ihnen bleiben, ohne dass ich mich deswegen schlecht fühlen muss. Gerne bin ich bereit dazuzulernen, wenn ich Fehler mache und mich jemand darauf hinweist. Die Grundannahme jedoch, dass ich einen Fehler gemacht habe, wenn jemand negativ auf mich reagiert, bin ich dabei gründlich über Bord zu werfen.

Und so schließt sich der Kreis um die Idee, dass sich die Welt um mich dreht. Erst war es so, dann wollte ich es so, dann war es anstrengend, weil ich immer noch geglaubt habe, dass es so ist, und nun, da ich erkannt habe, dass ich der „Welt“ vollkommen egal bin, ist es eine Befreiung.

Liebe Grüße aus Aschaffenburg
Carsten Sann
Der Essenzenladen

Zu guter Letzt … (Oktober 2018)

Die Energie hat gedreht … endlich. Seit Anfang Oktober kann man das Gefühl haben, ab und zu auch mal wieder zu Atem zu kommen. Und wie immer ist es keine komplette Kehrtwende des energetischen Wetters, vielmehr hat man den Eindruck, es wäre die Stelle erreicht, an der das Pendel seinen größten Ausschlag hat und langsam, ganz langsam geht es jetzt in die entgegengesetzte Richtung. In den Momenten, in denen man kurzzeitig zur Ruhe kommt, können dann auch wieder Gedanken an neue Projekte, oder Dinge, die uns einfach nur Spaß machen, aufkommen – etwas, was über den ganzen Sommer undenkbar war. Das Pendel hat wie gesagt seinen Wendepunkt überschritten, aber bis es so richtig Fahrt in die neue Richtung aufgenommen hat, dauert wohl noch ein wenig.

Die Tendenz, dass sich regelmäßig neue Erkenntnisse über alte Muster und Verhaltensweisen offenbaren, hat sich fortgesetzt, wenn nicht sogar verstärkt. Die Chance dabei ist, dass wir jedes Mal, wenn wir uns bei so einen neu erkannten, alten Muster oder Glaubenssatz erwischen, einen kurzen Moment innehalten, den Schlawiner ans Licht holen und genau mustern, und dann die bewusste Entscheidung treffen, das, was uns nicht länger nützt loszulassen. Die menschliche Absicht ist die mächtigste Kraft im Universum. Wenn wir sie dazu verwenden, bewusst zu wachsen, dann sind große Schritte möglich.

Diejenigen unter uns, die den Segen großer Empathie haben, dürfen in diesen Wochen immer wieder bewusst erkennen, wenn sie gerade mal wieder den Krempel anderer auffangen, und diese Erkenntnis dazu nutzen, sich bewusst abzugrenzen, wenn das sinnvoll ist. Es sind ebenfalls große Schritte möglich in Bezug darauf, dass man erkennt, wie viel von dem, was man eigentlich von Kindheit an für seine eigenen Emotionen gehalten hat, letztlich doch von außen kommt. Insofern bietet sich die Gelegenheit, sich selbst auf Ebenen neu kennenzulernen, die bisher im Bereich des Unbewussten verborgen gewesen waren.

Wie geht es weiter? Um ehrlich zu sein, habe ich keinen blassen Schimmer. Es ist weiterhin wichtig anzuerkennen, dass die Intensität des Sommers uns eine Menge Energie gekostet hat und dass es noch eine Weile dauern wird, bis wir unsere Akkus wieder aufgeladen haben. Auch wenn wir in den Momenten der Erholung das Gefühl haben, wieder Kraft für neue Projekte zu haben, ist es notwendig, weiterhin den Ball flach zu halten und äußerst bewusst darauf zu achten, dass wir uns die notwendigen Zeiten für Ruhe und Erbauung nehmen, anstatt gleich wieder mit Volldampf drauflos zu preschen. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass ich, wenn ich das nicht berücksichtige, momentan wieder relativ schnell in einem Zustand bin, der dem ausgelaugten Überwältigtsein des Septembers sehr ähnelt. Und aktuell dauert es dann auch noch eine ganze Weile, sich da wieder herauszuschaffen. Wir tun also gut daran, sehr gut und sehr bewusst für uns zu sorgen.

Dennoch kann man jetzt schon damit beginnen, die Weichen zu stellen für das, was sich in den nächsten Monaten und im kommenden Jahr manifestieren möchte. Manche haben vielleicht das Bedürfnis auszumisten, Platz zu schaffen oder die Grundlagen für etwas Neues zu legen. Mit dem Ende der massiven Intensität dieses Sommers scheint auf energetischer Ebene auch ein weiteres Kapitel abgeschlossen zu sein. Mit dem neuen Abschnitt kommen neue Chancen und Möglichkeiten, und wahrscheinlich auch neue Herausforderungen.

Diejenigen, die sich entschieden haben, den Stier bei den Hörnern zu packen und den Weg ihrer eigenen Heilung bewusst und kompromisslos zu gehen, sind weiterhin im Aufräummodus. Es ist wahrscheinlich, dass alle naslang ein neuer Brocken auftaucht, der geheilt und aus dem Weg geschafft werden möchte. Manchmal fühlt sich das dann so an, als ob man auf der Stelle treten würde und man möchte am liebsten verzweifeln und laut rufen: „Wie lange noch?“ In solchen Situationen ist es sehr hilfreich, wenn man sich selbst wieder einfängt und sich bewusst macht, wie weit man schon gekommen ist. Schaut man auf sich selbst vor einem, vor fünf und vor zehn Jahren zurück, wird man erkennen, dass das, was sich wie eine Kreisbewegung anfühlt, eigentlich eine Spirale ist, die uns zwar immer wieder an derselben Position vorbeikommen lässt, jedoch jedes Mal auf einer neuen Ebene.

Manchmal, wenn es gerade wieder besonders heftig ist, stelle auch ich mir die Sinnfrage. Warum mache ich den ganzen Scheiß überhaupt? Könnte ich nicht einfach ein langweiliges aber zufriedenes Leben leben? Warum immer aufräumen, und dieses komische „Wachsen“ kommt mir auch schon zu den Ohren raus. Die Frage nach dem Warum kann wahrscheinlich nur meine Seele vollständig beantworten, aber ich weiß, dass es für mich alternativlos ist, den Weg so zu gehen, wie ich ihn gehe. Das ist zwar oft anstrengend, aber dafür auch sehr bereichernd. Und gleichzeitig weiß ich, dass ich das, was ich für mich tue, auf systemischer Ebene auch für meine Kinder und meine Vorfahren tue. Nicht zuletzt deshalb erscheint es mir lohnenswert, den Weg auch in Zukunft zu gehen. (Achtung Werbung:) Essenzen können uns dabei unterstützen ;-)

Liebe Grüße aus Aschaffenburg
Carsten Sann
Der Essenzenladen

Zu guter Letzt … September 2018

Der Sommer nähert sich seinem Ende und das erste Mal seit ich mich erinnern kann, bin ich wirklich froh darüber. Nicht, weil ich die außergewöhnlich warmen Temperaturen nicht mag. Im Gegenteil – Ich habe die Hitze der vergangenen Monate mehr als genossen. Dieses Jahr freue ich mich auf den Herbst, weil nach einem bisher sehr intensiven, chaotischen und anstrengenden Jahr 2018 ein energetischer Umschwung in der Luft liegt, der verspricht, dass wieder etwas mehr Ruhe einkehren wird.

Egal mit wem ich dieser Tage spreche, jeder ächzt und stöhnt über die vergangenen Monate. Man kann es manchmal vielleicht gar nicht genau fassen, was an ihnen so besonders anstrengend war, aber dennoch fühlen wir uns wie einmal durch den Wolf gedreht und viele gehen schon seit Wochen auf dem Zahnfleisch. Bei uns waren der Frühling und der Sommer von massiven äußeren Veränderungen in Form von Baustellen geprägt. Sie ziehen sich schon monatelang hin und zwischendurch waren wir von gleich vier von ihnen auf drei Seiten unseres Grundstücks eingekesselt. Neben der großen Belastung durch Lärm und Dreck, die auf die Dauer wirklich mürbe macht, ist auch der energetische Aufruhr nicht zu vernachlässigen, der entsteht, wenn viel Erdreich bewegt wird und neue Gebäude entstehen. Gleichzeitig geschieht auf vielen anderen Ebenen so viel, dass man kaum hinterherkommt. Kein Wunder also, dass auch wir gerade ziemlich ausgelaugt sind. Mein treuer Begleiter seit Monaten ist deshalb einer der Schutzanhänger von den Australischen Buschblüten Essenzen – ich weiß nicht, wie ich aussehen würde, wenn ich ihn nicht ständig tragen würde.

Auf Ebene der persönlichen Entwicklung ist momentan unglaublich viel möglich. Ich selbst beobachte in den letzten Wochen verstärkt Momente, in denen es bei mir „klack“ macht, wenn mir wieder ein kleines Denk- oder Verhaltensmuster bewusst wird, das ich schon viele Jahre unbewusst lebe, und das bereit ist, sich zu verabschieden, weil es mir (vielleicht schon lange?) nicht mehr nützt. Der erste Schritt, solche Muster zu ändern ist es, dass wir erkennen, dass sie überhaupt da sind. Der zweite Schritt besteht darin, dass wir als Schöpfer unserer eigenen Realität bewusst die Absicht erklären, das Muster in Zukunft nicht länger zu leben. Damit ist das Wichtigste getan, der Rest besteht „nur“ noch darin, die eingetrampelten, gewohnten Pfade in Bezug auf das Muster zu verlassen und zu erkunden, wie unser sich anfühlt, wenn wir nun frei davon sind. Eine tolle Essenz zur Unterstützung dabei ist „Repatterning“ von den Himalayan Flower Enhancers.

Seit die Intensität im Frühjahr begonnen hat, sich immer weiter zu steigern, kann ich das Gefühl nicht loswerden, dass der Höhe- und Wendepunkt im Herbst sein wird. Und egal wo ich hinhöre – alle, die das energetische Wetter ebenso beobachten wie ich, reden von der Intensität dieses Sommers, und davon, dass sich die Energie im Herbst drehen wird. Das gibt mir Hoffnung und es wird dann – unter uns gesprochen – auch wirklich Zeit (uff). Trotz des ganzen Chaos gibt es dabei aber immer auch den Teil von mir, der weiß, dass alles gut werden wird und der sich sogar wie ein kleines Kind darauf freut, wenn der Wendepunkt überschritten ist. Glauben Sie mir, das fühlt sich manchmal echt schräg an, wenn man sich auf dem Zahnfleisch von Tag zu Tag schleppt und sich gleichzeitig die ganze Zeit darüber freut.

In Bezug auf die Baustellensituation um uns herum ist zudem klar, worauf ich mich freue: Kein Lärm mehr, kein Dreck mehr und neue Ordnung, wo zuvor viele Monate lang Chaos geherrscht hat. Gleichzeitig wird die alte, muffige Energie, die frühere auf den nun neu bebauten Grundstücken geherrscht hat, ordentlich durcheinander gewirbelt, aufgefrischt und verjüngt. Ähnlich fühlt es sich für mich auch auf energetischer Ebene allgemein an: Der Wirbelsturm, der uns die letzten Monate so in Atem gehalten hat, wird klarer und frischer Energie Platz machen, die sich wie die kühle Luft nach einem Hitzegewitter anfühlt. In dieser neuen Energie wird dann vieles möglich sein, was bisher durch die Stagnation der Energien des alten Paradigmas blockiert wurde.

Aber Achtung: Das, was vielleicht gerade wie die Verheißung eines neuen Paradieses klingt, ist es mitnichten – also zumindest nicht in einem Rutsch und von heute auf morgen. Früher habe ich auch immer auf den Moment gehofft, in dem die neue Energie auf einmal da ist, und sich die Welt mit einem Schlag verändert. Inzwischen bin ich zu der realistischeren Erkenntnis gekommen, dass die Veränderungen Zeit brauchen und Schritt für Schritt kommen, sowohl auf persönlicher Ebene als auch für die Menschheit und die Erde als Ganzes. Aber das ist okay so. Wahrscheinlich würden wir alle verrückt werden, wenn sich von einem Tag auf den anderen alles ändern würde. Deshalb wird auch der energetische Umschwung, den wir alle so herbeisehnen, nicht „der eine Durchbruch“ sein, sondern einfach ein weiterer Schritt, der uns dabei hilft zu wachsen, unser Potenzial weiter zu entfalten und unser Leben ein Stück mehr selbst in die Hand zu nehmen und zu genießen. Freuen wir uns darauf.

Liebe Grüße aus Aschaffenburg
Carsten Sann
Der Essenzenladen

Zu guter Letzt … (August 2018)

Wir sind gerade im Urlaub in einem nicht ganz so großen Hotel in Griechenland, und wie in jedem Jahr kann man in so einem Umfeld ohne Mühe Feldstudien darüber betreiben, wie Eltern mit ihren Kindern umgehen. Von kleinen Diven mit ihren erwachsenen Dienstboten bis zu großen, fast ausgewachsenen tollen Menschen kann man hier alles beobachten. Oft wird dabei der Zusammenhang zwischen der Art und Weise, wie wir unsere Kinder behandeln und den Menschen, zu denen sie sich entwickeln, mehr als deutlich. Gelegentlich bekommt man jedoch auch die Schattenseiten des Spektrums von möglichen Eltern-Kind-Beziehungen zu sehen, und mehrere kleinere Vorfälle, bei denen ich beobachten konnte, wie gerade Kinderseelen verletzt wurden, haben mich nachdenklich gemacht.

Über Erziehung wurde schon viel geschrieben, von autoritär bis anti-autoritär und alles, was dazwischen liegt. Auch wenn ich das Wenigste davon gelesen habe, bin ich der Meinung, dass es keine „Methode“ gibt, die sich 1:1 auf jedes Kind anwenden lässt. Im Gegenteil: Ich bin davon überzeugt, dass jegliche theoretische Methode an der den Kindern von Geburt an mitgegebenen Aufgabe, die Lehrer der Eltern zu sein, scheitern wird. Meine bescheidenen Erkenntnisse aus den Erlebnissen dieses Urlaubs setzen daher noch eine Ebene tiefer an.

Stellen Sie sich doch einmal die Frage, wie Sie selbst ihre (oder generell) Kinder sehen. Sind sie unfertig und wissen noch nichts? Kann man sie und ihre Wünsche deshalb nicht ernst nehmen? Haben sie das Recht auf eine eigene Meinung und in welchem Maß kann und muss man diese respektieren?

Für mich steht außer Frage, dass Kinder, je nach Alter, bei weitem nicht alle Entscheidungen selbst treffen können, die sie gerne selbst treffen würden. Die Aufgabe der Eltern ist es, als Leitplanken zu fungieren, die den jungen Menschen auf dem Weg halten, den sie als richtig ansehen. Wie breit der Weg sein sollte, ist dabei die Preisfrage. Ich persönlich halte es mit dem Motto: So breit wie möglich, so eng wie nötig.

Allem zugrunde liegt jedoch die Frage: Respektiere ich das Kind als Mensch? Erkenne ich an, dass es ernst genommen und nicht belächelt werden will, egal was es sich gerade in den Kopf gesetzt hat – unabhängig davon, ob es bekommt, was es will? Ich bin der Überzeugung, dass es, einmal abgesehen von körperlicher, emotionaler oder seelischer Gewalt, zwei wesentliche Dinge gibt, die Kinder tief verletzen können: Wenn wir ihnen den Respekt als Mensch verweigern, und wenn wir sie nicht ernst nehmen, wenn es darauf ankommt.

Einer der Vorfälle, die mich nachdenklich gemacht haben, war eine Situation am Strand, bei der ein Vater seiner etwa siebenjährigen Tochter unabsichtlich einen Wasserball ins Gesicht geschossen hat. Das Kind hat angefangen zu weinen und anstatt sie zu trösten und zu sagen, dass es keine Absicht war und es ihm leid tut, hat er sie angeschnauzt und ist weggegangen. In ihrer Hilflosigkeit hat sich das Mädchen zuerst seiner Mutter zugewandt, um nach kurzer Zeit wieder um die Gunst des Vaters zu buhlen. Was soll sie auch anderes tun, schließlich ist sie ja von ihm abhängig. Solche Situationen, besonders wenn sie immer wieder vorkommen, sorgen für tiefe Verletzungen in Kinderseelen. Der Vater hätte einem Erwachsenen (und wahrscheinlich auch einem fremden Kind) gegenüber niemals so gehandelt. Warum macht er mit seiner eigenen Tochter also so etwas? Es sieht so aus, als ob er ihr hier den Respekt als Mensch verweigert. Warum?

In einer anderen Situation hat ein Vater seine etwa 13-jährige Tochter während eines kleinen Konflikts in aller Öffentlichkeit bloßgestellt. An der sehr defensiven Reaktion der Tochter konnte man erahnen, dass es nicht das erste Mal war. Abgesehen vom offensichtlich fehlenden Respekt vor dem anderen Menschen ist es in keinem  Alter angemessen, jemanden vor anderen bloßzustellen – in der Pubertät ist es jedoch mit Sicherheit verheerend für die Seele des Kindes.

Wir Erwachsenen können aufgrund der Machtposition, die wir den Kindern gegenüber innehaben, viel Schaden anrichten, und wenn wir nicht sehr bewusst und achtsam sind, können auch scheinbar belanglose Situationen ohne böse Absicht Kinder tief verletzen. Je länger ich darüber nachdenke, desto klarer wird mir, dass der beste Weg ist, dies zu vermeiden, indem wir Kindern, egal ob unseren eigenen oder denen, die uns als Lehrer, Trainer oder Aufpasser anvertraut sind, zwei Dinge entgegenbringen: Respekt und Ernsthaftigkeit.

Das beginnt mit kleinen Dingen. Wenn ich als Judotrainer einem Kind etwas Wichtiges sagen will, egal ob Lob oder Tadel, dann begebe ich mich mit ihm auf Augenhöhe und spreche nicht von oben herab. Ich mache niemals Kinder vor anderen bewusst lächerlich und gebe mir auch alle Mühe, damit es nicht unabsichtlich geschieht. Und selbst wenn meine Kinder mal vollkommen durchdrehen – soll ja während der Pubertät gelegentlich vorkommen ;-) – dann muss immer die Basis aus Respekt vor dem Gegenüber als Mensch und die Ernsthaftigkeit erhalten bleiben.

Als Eltern haben wir zusätzlich noch die Aufgabe, unseren Kindern ein sicheres und geborgenes emotionales Umfeld zu geben, damit sie die Wunden, die im Laufe des Großwerdens unausweichlich geschehen, mithilfe der Selbstheilungskräfte der Seele kurieren können, ohne, dass bleibende Verletzungen entstehen. Im September 2014 habe ich dazu einen ausführlichen Artikel geschrieben.

Wenn wir Sorge dafür tragen, die Seelen der Kinder so heil wie möglich bis ins Erwachsenenalter zu begleiten, dann ist es meine Überzeugung, dass wir eine Generation heranziehen, die die Veränderungen umsetzen wird, die die Welt braucht, um ein ganzes Stück besser und heiler zu werden.

Liebe Grüße aus Aschaffenburg
Carsten Sann
Der Essenzenladen

Zu guter Letzt … Juli 2018

Wir sind die Schöpfer unserer eigenen Realität. Diese Aussage hört man oft, wenn man sich mit der Entfaltung der eigenen Persönlichkeit und des eigenen Potenzials beschäftigt. Wem das Ganze zu esoterisch klingt, der könnte auch einfach sagen: Wir selbst können entscheiden, wie wir die Welt und unser Leben sehen und darauf reagieren. Niemand zwingt uns, ein Ereignis auf die eine oder andere Weise zu interpretieren. Dinge, die von einer Person positiv wahrgenommen werden, können für jemand anderen negativ sein. Wir haben in jedem Moment die Wahl, wie wir das, was wir erleben, wahrnehmen.

Und warum wählen wir dann nicht alle, immer glücklich zu sein und alles als positiv zu erleben? Ein wichtiger Grund ist für viele, dass für sie das Konzept, Schöpfer der eigenen Realität zu sein, gar nicht existiert, weil sie es nie bewusst kennengelernt haben. Ein Extrembeispiel durfte ich letztens persönlich erleben, als ich als Zeuge vor Gericht in die Streitigkeiten zweier Nachbarn hineingezogen wurde. Die klagenden Nachbarn leben in einer Welt, in der alle anderen Menschen aus ihrer Sicht darauf aus sind, ständig ihre Grenzen zu verletzen. Dies führt zu einem extremen Sicherheitsbedürfnis und letztlich zu der Erwartungshaltung „Was geschieht heute wieder Schlimmes?“. Aus der Position eines objektiven Betrachters gibt es von Seiten der beklagten Nachbarn keine absichtlichen Provokationen oder Grenzverletzungen, jedoch wird alles, was im Rahmen des normalen Miteinanders halt nun einmal geschehen kann, als solche interpretiert.

Was ist denn nun real und wahr? Die einzige Wahrheit ist, dass es keine absolute Wahrheit gibt. Es gibt nur unsere eigene Sicht dessen, was geschieht. Wenn eine Kleinigkeit passiert, die uns nicht passt, haben wir immer die Wahl, dass wir sagen „Shit happens“ und unsere Aufmerksamkeit wieder auf etwas Positives lenken. Andererseits können wir aber auch eine große Sache daraus machen und uns so hineinsteigern, dass wir uns selbst den Tag damit versauen. Und auch wenn uns etwas objektiv Negatives zustößt können wir entweder in Selbstmitleid oder Zorn auf die Welt versinken, oder aktiv nach einer Lösung suchen. Wir haben die Wahl.

Ein anderer wichtiger Grund, warum wir oft Dinge als negativ erleben ist, dass wir glauben, dass es in dieser Situation so sein muss. Ursache sind in der Regel entweder das gesellschaftliche Massenbewusstein, das uns einen Bezugsrahmen dafür gibt, was allgemein als gut oder schlecht, akzeptabel oder nicht akzeptabel angesehen wird, oder persönliche Glaubenssätze, die wir von unseren Eltern über- oder aufgrund von früheren Erlebnissen angenommen haben. Auch hier haben wir wieder die Wahl, die Dinge, die wir bisher für richtig und wahr gehalten haben, infrage zu stellen.

Wenn ich beispielsweise mit dem Zug zu einem Termin unterwegs bin und aufgrund einer Verspätung meinen Anschluss verpasse, dann wird das üblicherweise erst einmal als negativ gesehen. Ich komme zu spät zum Termin, was mir vielleicht krumm genommen wird. Ich muss auf dem Bahnhof herumsitzen und auf den nächsten Zug warten etc. Normalerweise passiert es dann, dass wir uns ärgern und schlechte Laune bekommen. Erreichen wir dann endlich abgehetzt und vielleicht mit schlechtem Gewissen unser Ziel, wird der Termin sicher nicht so gut laufen, wie er es wäre, wenn wir mit einer positiven Stimmung eingetroffen wären.

Betrachtet man die Situation rein sachlich ist jedoch lediglich folgendes passiert: Wir hatten vor, von A nach B zu reisen, um uns mit Person C zu treffen. Aufgrund von Umständen, auf die wir keinen unmittelbaren Einfluss haben und für die wir deshalb auch nicht die Verantwortung tragen, können wir nicht rechtzeitig in B eintreffen. Das ist alles.

Wenn mir das passiert und ich wie gesagt die Wahl habe, wie ich meine Realität wahrnehme, dann würde ich mit der Situation wie folgt umgehen: Der Respekt verlangt es, die Person C direkt über die Verspätung zu informieren und zu klären, ob und wie man den Termin verlegen kann. Interessanterweise kommt es dabei immer wieder vor, dass C darüber gar nicht so unglücklich ist, weil er/sie ohnehin noch etwas anderes zu erledigen hatte. Danach würde ich mir überlegen, wie ich mir die Wartezeit zu angenehm wie möglich machen und die Zeit auf positive Art und Weise nutzen kann. Vielleicht haben ich beim Warten noch ein interessantes Gespräch, treffe im Ersatzzug jemanden, der mir später einmal helfen wird, oder finde einfach nur die Zeit, mich zu entspannen. Wenn ich dann guter Laune und entspannt in B ankomme, habe ich die bestmögliche Ausgangssituation für das, was ich dort vorhabe zu tun.

Ich denke, Sie verstehen, worauf ich hinauswill: Ein und dieselbe Situation, jedoch zwei komplett unterschiedliche Weisen damit umzugehen. Wenn wir infrage stellen, dass ein verpasster Anschlusszug und eine Verspätung per se etwas Negatives sind, dann haben wir die Wahl, aus dieser ursprünglich neutralen Situation für uns ein positives Erlebnis zu machen.

Sandra Epstein, die Herstellerin der Ararêtama Regenwaldessenzen, nennt die Fähigkeit, unsere emotionale Reaktion auf äußere Ereignisse bewusst zu steuern „Emotionale Fitness“. In ihrem Buch „Das Ararêtama Mandala“ beschreibt sie ein Programm, das man mit Unterstützung der Essenzen durchführen kann, um die eigene emotionale Fitness und Klarheit zu schulen und zu trainieren. Sie sieht diese Fähigkeit ähnlich wie körperliche Fitness: Je mehr wir sie nutzen, desto kraftvoller wird sie. Eine schöne Ararêtama Essenz, die unsere Fähigkeit stärkt, uns nicht als Opfer der Umstände zu fühlen sondern stattdessen aktiv unsere Wahrnehmung des Lebens zu gestalten ist Assá (siehe auch die Essenz des Monats).

Je mehr ich mich mit dem Leben beschäftige, desto mehr komme ich zu der Erkenntnis, dass sich alles immer wieder auf das Thema „Verantwortung übernehmen“ zurückführen lässt. Wenn wir die Verantwortung dafür übernehmen, wie wir auf Ereignisse reagieren, dann können wir dafür sorgen, dass wir mehr Freude und Glück in unserem Leben erleben. Und selbst wenn es uns häufig noch nicht gelingt, das Positive in jeder Situation zu erkennen, dann ist zumindest die Idee, dass es dort auch eine positive Seite geben muss, tröstlich. An unserer Fähigkeit, sie zu finden, können wir über unsere emotionale Fitness wie schon gesagt arbeiten. Meine Urgroßmutter pflegte zu sagen: „Nix so schlecht für ebbes gut“ – egal was uns passiert, es gibt immer auch einen positiven Aspekt. Wenn wir diese Grundannahme haben, dann wird uns das helfen, nicht in unseren vielleicht anfänglich negativen Gefühlen steckenzubleiben, sondern die Verantwortung dafür zu übernehmen, uns wieder selbst aus dem Loch zu befreien.

Liebe Grüße aus Aschaffenburg
Carsten Sann
Der Essenzenladen