Zu guter Letzt … November 2017

Manchmal kommt es anders als man denkt. Am Tag noch fit, hat mich abends begonnen, ein Virus zu überrollen, und in den folgenden sechs Tagen hat mir mein Körper sorgfältig und detailreich erläutert, wie viele verschiedene Arten von Durchfall es so gibt. Weitere Details erspare ich Ihnen natürlich, interessant ist jedoch das, was dabei sonst noch so geschah.

Bei meinen Streifzügen durch das Internet in den kurzen Toilettenpausen – also den Pausen von der Toilette – fand ich auf einer Website, einen Artikel, der mit einer Reihe von Irrtümern in Bezug auf Diarrhö aufräumen wollte. „Durchfall reinigt den Körper nicht, sondern ist eine Krankheit, bei der der Körper vor allem Flüssigkeit verliert“, stand dort. Aber warum soll sich das widersprechen? Kann nicht ein Prozess, bei dem der Körper zweifellos aus dem Gleichgewicht geraten ist den Sinn haben, einen Reinigungsprozess durchzuführen? Für mich hat es sich auf jeden Fall so angefühlt.

Diarrhö wird meistens von Viren und Bakterien ausgelöst, ebenso wie Erkältungskrankheiten. Das interessante ist jedoch, dass man, wenn man von einer zwingenden Ansteckung ausgeht, eigentlich fast immer krank sein müsste, denn wann kommt es einmal vor, dass nirgendwo in Familie oder Freundeskreis (oder im Bus oder im Supermarkt oder …) irgendjemand die Rüsselpest hat? Viren und Bakterien sind letztlich immer um uns herum. Die Frage ist nur, ob wir für sie empfänglich sind.

Nun, offensichtlich war ich gerade sehr empfänglich. Rückblickend betrachtet hat das Ganze mit einer individuellen Mischung von Wild Earth Tieressenzen begonnen, die mir Gabriel Mapel, Sohn des Herstellers Daniel Mapel, während des Seminars in Aschaffenburg empfohlen hat. Wenn wir die richtige Essenz für ein Thema zum richtigen Zeitpunkt nehmen, dann kann das durchaus eine durchschlagende Wirkung haben. In meinem Fall wäre etwas weniger „durchschlagend“ zwar angenehmer gewesen, aber was sein muss, muss sein. Ich habe mit der Essenz zuerst intensiv gearbeitet, dann intuitiv eine Pause eingelegt, und zwei bis drei Tage, bevor ich vom Virus überfahren wurde, wieder damit begonnen.

Wenn wir massive akute körperliche Symptome haben, tun wir gut daran, uns zuerst um sie zu kümmern – sie haben immer Priorität vor irgendwelchen emotionalen oder mentalen Themen, denn wenn der Körper nicht mehr funktioniert, bringen uns auch alle geheilten seelischen Themen der Welt unsere vollständige Gesundheit nicht wieder. Deshalb habe natürlich auch ich mich zuerst um den Flüssigkeitsverlust und das beständige Auffüllen von Elektrolyten gekümmert. Mit der Unterstützung meiner Familie habe ich dafür gesorgt, dass der Körper alles bekommt, was er braucht. Sobald das geregelt war, konnte ich meine Aufmerksamkeit jedoch auf die Dinge richten, die auf den anderen Ebenen vor sich gingen.

Da war zum einen das beständige Aufflackern von Mustern aus meiner Kindheit und Jugend, die mir teils wieder, teils erstmalig bewusst wurden – wie eine Aufforderung, sie nun loszulassen. Nicht unterstützende Muster sind körperliche, mentale oder emotionale Schemata, die wir uns zu einem Zeitpunkt in der Vergangenheit angeeignet haben, als sie notwendig für uns waren, um mit Situationen klarzukommen, die uns überfordert haben. Damals haben sie uns geholfen, zu überleben. Jedoch gilt für viele dieser Muster, dass sich unsere Situation grundlegend verändert hat. Wir sind heute kein Kind mehr und müssen damit klarkommen, dass wir uns einsam fühlen. Wir sind auch kein Jugendlicher mehr, der sich gegen zu große Einschränkungen seiner Eltern zur Wehr setzen muss. Das, was uns damals geholfen hat, unterstützt uns heute nicht mehr, oft behindert es uns sogar.

Der erste Schritt, um ein Muster tatsächlich aufzulösen ist es, es zu erkennen. Wenn wir nicht wissen, dass wir immer wieder dasselbe tun oder auf dieselbe Art und Weise reagieren, können wir nichts ändern. Wenn wir es dann allerdings erkannt haben, gibt es eine Reihe von Werkzeugen, beispielsweise Absichtserklärungen, um das Muster zu durchbrechen. Danach haben wir die Wahl: Kommen wir in eine Situation, die bisher eine automatische Reaktion in uns ausgelöst hat, können wir nun bewusst entscheiden, wie wir reagieren. Im Englischen gibt es dazu die schöne Unterscheidung zwischen „to react“ und „to respond“. Oft braucht es noch eine ganze Weile Aufmerksamkeit und Disziplin, bis sich ein Muster vollständig aufgelöst hat und wir neue, unterstützende Muster etabliert haben.

Ein Thema der Phase, durch die ich gerade ging, war also offensichtlich die Auflösung einer ganzen Reihe alter Muster, und es war spannend zu sehen, aus welchen Ecken und Winkeln meines Lebens sie alle hervorgekrochen kamen. Wenn man außer Gefecht gesetzt ist, hat man vor allem eines: Zeit. Deshalb konnte ich, bei allem körperlichen Leid, diese Phase der Ruhe nutzen, um aktiv mit den Mustern zu arbeiten. Gleichzeitig ist zu eine zwangsweise verordnete Auszeit natürlich auch immer ein Hinweis darauf, dass wir uns zuvor verausgabt haben. Ich müsste lügen, wenn ich behaupten wollte, die letzten Monate wären nicht extrem anstrengend gewesen. Dementsprechend hat sich mein Körper also die Zeit genommen, die er gebraucht hat, um einmal vollständig runterzukommen. Vielleicht hätte der Prozess, wäre ich nicht so ausgelaugt gewesen, etwas weniger lang gedauert … oder auch nicht,.

Eine weitere Ebene meines Prozesses war die komplette Neukalibrierung meines Darms. Dies beruht zugegebenermaßen ausschließlich auf intuitiven Erkenntnissen und erhebt keinen Anspruch auf physiologische Wahrheit oder Allgemeingültigkeit. Jedoch hat es sich für mich oft so angefühlt, als würde sich mein Darm komplett neu „programmieren“. Jeder, der sich schonmal intensiver mit seinem Körper auseinandergesetzt hat, wird darüber gestolpert sein, dass der Darm nicht „nur“ der Verdauung der Nahrung dient. Er spielt ebenso eine wichtige Rolle für das Immunsystem und wird gleichzeitig als eine Art emotionales Gehirn angesehen, er steht also in enger Verbindung mit dem, was wir fühlen.

Der menschliche Körper ist ziemlich gut darin, sich an die äußeren Einflüsse anzupassen. Das hat er über die Jahrzehntausende getan, und das tut er immer noch. In den letzten Jahrzehnten haben sich die Umwelteinflüsse drastisch verändert (Elektrosmog, Radioaktivität, Umweltgifte etc), mehr noch als in den 200 Jahren der industriellen Revolution. Deshalb braucht es momentan
ziemlich viel Anpassungsarbeit, um mit diesen Einflüssen klarzukommen, anstatt davon krank zu werden. Vielleicht war das, was ich als Neukalibrierung wahrgenommen habe genau eine solche Anpassung.

Je flexibler wir sind, desto einfacher ist es, sich anzupassen. Und Flexibilität bezieht sich dabei auf alle Ebenen: Gedanken, Emotionen, Seele und Körper. Wir tun also gut daran, unsere Fitness auf allen Ebenen zu trainieren. Körperlich ist das inzwischen selbstverständlich geworden, und für die anderen Ebenen gibt es Essenzen, die uns dabei helfen. Lesenswert hierzu ist das Buch „Das Ararêtama Mandala“ von Sandra Epstein, der Herstellerin der Ararêtama Regenwaldessenzen, in dem es umfassend um das Thema emotionale Fitness geht.

Vor diesem Hintergrund erscheint es nur natürlich, dass eine körperliche und seelische Rekalibrierung Hand in Hand gehen. In einer Phase der Krankheit geschieht oft vieles auf vielen Ebenen, die wir nur bemerken, wenn wir genau hinsehen. Gleichzeitig liegen in solchen Zeiten auch oft viele Chancen, die wir ebenfalls nur bemerken wenn wir offen dafür sind und hinschauen. Werden wir krank, haben wir die Wahl: Leiden wir und sehen nur das Negative, oder kümmern wir uns um die körperlichen Bedürfnisse und versuchen zu erkennen, was die Krankheit uns an Positivem zu bieten hat? Es liegt nur an uns.

Liebe Grüße aus Aschaffenburg
Carsten Sann
Der Essenzenladen

Zu guter Letzt … Oktober 2017

Wenn ich so überlege, was denn das Thema für mein nächstes „Zu guter Letzt“ sein könnte, zeigt das Universum manchmal mit einem schelmischen Augenzwinkern, dass es einen sehr feinen Sinn für Humor hat. So auch wieder diesen Monat, in dem sich das Thema, wie die sprichwörtliche Katze, selbst in den Schwanz beißt.

Wie schon erwähnt, ist der Judosport mein großes Hobby. Die Mehrzahl der Menschen in den Industrieländern hat wohl eine ungefähre Ahnung, worum es beim Judo geht – es ist eine japanische Kampfsportart. Was jedoch die wenigsten wissen ist, dass Judo viel mehr als das ist. Der Begründer, Jigorō Kanō, hat einen großen Teil seines Lebens darauf verwendet, die verschiedenen philosophischen Richtungen der alten japanischen (Kampf-) Künste zu einer konsistenten und erstaunlich umfassenden Philosophie zusammenzufassen. Das interessante daran ist, dass sich seine Prinzipien natürlich auf der Judomatte, in besonderer Weise jedoch auch in so gut wie allen Situationen des alltäglichen Lebens anwenden lassen.

Die Quintessenz seiner Philosophie kondensiert sich in zwei Prinzipien: Jita-kyō-ei (自他共栄,„Gegenseitige Hilfe für den wechselseitigen Fortschritt und das beiderseitige Wohlergehen“) und Sei-ryoku-zen-yō (精力善用, „Bestmöglicher Einsatz von Körper und Geist“). Um letzteres soll es heute gehen.

Das Prinzip Sei-ryoku-zen-yō beschreibt, salopp gesagt, dass es nicht sinnvoll ist, mit dem Kopf durch die Wand zu wollen. Etwas elaborierter gibt es Wolfgang Dax-Romswinkel in seiner Artikelserie über den Judosport frei nach Jigorō Kanō wieder:

„Angenommen mein Gegner hat eine Stärke von 10 und meine eigene Stärke hat den Wert 7. Wenn er mich mit all seiner Kraft stößt, werde ich umfallen, da seine Kraft um 3 Einheiten größer ist als meine. Weiche ich aber im Moment seines Angriffs zurück, so wird er, da er einen Widerstand erwartet, der aber nicht erfolgen wird, nach vorne stolpern und sein Gleichgewicht für einen Moment verlieren, während ich selbst mein Gleichgewicht behalte. In diesem Zustand wird mein Gegner nicht mehr mit seiner ganzen Kraft kämpfen können. Seine Stärke ist vielleicht auf 3 gefallen. Ich dagegen besitze immer noch eine Stärke von 7 und kann ihn nun sogar mit nur der Hälfte meiner Kraft besiegen.“

Dieses Prinzip lässt sich in hervorragender Weise auch auf unser tägliches Leben übertragen.

Wenn wir bei dem was wir tun auf Widerstände stoßen, ist es dann sinnvoll, mit aller Kraft zu versuchen, diese zu überwinden? Druck erzeugt Gegendruck, das heißt, oft ist es so, dass unsere Bemühungen, den Widerstand zu überwinden letztlich dafür sorgen, dass sich dieser nur vergrößert. Vielleicht gelingt es uns sogar, den Sieg in diesem Spiel davonzutragen. Die Frage ist nur, was es uns gekostet hat und ob wir mit dem Erreichten wirklich glücklich sind.

Oder ist es vielleicht sinnvoller, den Widerstand zu unserem Vorteil zu nutzen? Der erste Schritt, dabei ist, dass wir erkennen, dass da ein Widerstand ist. Das ist oft schwierig genug, denn wie viele von uns haben sich längst daran gewöhnt, dass alles kompliziert, schwierig und anstrengend ist. Tatsächlich ist es eine weit verbreitete Überzeugung, dass das, was wir uns nicht „im Schweiße unseres Angesichts“ erarbeitet haben nichts wert ist (oder alternativ, dass wir es nicht verdient haben)? Und wenn dann mal etwas leicht und wie von selbst geht, dann stehen wir überrascht da und wissen nicht so recht, was wir nun damit jetzt anfangen sollen.

Das Leben funktioniert so, dass die Dinge, die gut für uns sind, leicht gehen. Vielleicht müssen wir die Ärmel hochkrempeln und sicher müssen wir die Initiative ergreifen, aber es darf leicht gehen. Und wenn es das nicht tut, dann liegt das daran, dass wir auf Widerstände gestoßen sind. Wenn wir das dann auch noch erkennen, dann haben wir den ersten Schritt getan, um Sei-ryoku-zen-yō im Alltag anwenden zu können.

Der zweite Schritt besteht darin, zu erkennen, worin die Widerstände bestehen und am besten auch, warum die Widerstände da sind. „Was hindert mich“ und „was muss ich tun, damit es mich nicht mehr hindert“ sind die beiden zentralen Fragen, auf die es leider keine pauschalen Antworten gibt. In der Regel weisen uns Widerstände darauf hin, dass der Weg, den wir uns ausgesucht haben, um zum Ziel zu kommen, so nicht funktioniert, oder, dass das Ziel selbst nicht zu unserem höchsten Wohl ist. In den seltensten Fällen jedoch, geht es darum, alles über den Haufen zu werfen und von vorne zu beginnen. In der Regel reicht es, den Weg oder das Ziel so zu modifizieren, dass es sich immer noch gut und richtig anfühlt, aber der Widerstand keine Angriffsfläche mehr findet.

Der dritte und letzte Schritt dreht sich darum, das, was sich uns ursprünglich in den Weg gestellt hat, zu unserem Vorteil zu nutzen. Wenn wir bis zu diesem Schritt gelangt sind, haben wir bereits profitiert, weil wir erkannt haben, dass wir etwas an unserem Weg verändern müssen, um erfolgreich zu sein. Vielleicht haben wir dabei auch etwas über uns selbst und die Art und Weise, wie wir auf Herausforderungen reagieren, gelernt. Oft gibt es uns auch neue Kraft und neuen Schwung, wenn sich Widerstände wie von selbst auflösen, wenn wir unseren Kurs korrigiert haben. Und manchmal verwandeln sich Menschen oder Situationen, die einst zwischen uns und unserem Ziel gestanden haben, sogar in wertvolle Ressourcen, die uns auf unserem weiteren Weg unterstützen. Das Potenzial dafür ist immer da – wir müssen nur in der Lage sein, es zu erkennen und zu nutzen.

Ein ganz ähnliches Prinzip verkörpert übrigens das Element Wasser aus der Traditionellen Chinesischen Medizin: Wasser reagiert auf Druck nicht mit Gegendruck, sondern es umfließt seine Hindernisse, wie große Kieselsteine in einem Bachbett. Wasser ist daher ein sehr sanftes und nachgiebiges Element. Gleichzeitig ist Wasser auch ungeheuer kraftvoll, was jeder bestätigen kann, der schon einmal in einem Sturm auf dem Meer war. Eine schöne Essenz, um das eigene Wasserelement ins Gleichgewicht zu bringen ist die Elementemischung „Water“ von den Pazifikessenzen.

Je länger ich mich mit den Judoprinzipien beschäftige, desto faszinierender finde ich sie. Wo ich anfangs mir noch lächelnd dachte, dass sie sicher gut und tiefgründig, jedoch nicht wirklich universell sind, erkenne ich nun, dass sie sich auf wirklich unglaublich viele Situationen und Herausforderungen anwenden lassen.

Und warum beißt sich bei diesem Thema nun die Katze in den Schwanz? Ganz einfach: In den letzten Wochen habe ich meine Judo-Trainer-Lizenz erworben und mich dementsprechend intensiv mit diesen Themen auseinandergesetzt. Anstatt mir nun irgendein Thema zu suchen, haben ich meine Beschäftigung mit dem Thema effizient genutzt, um den Artikel zu schreiben. Ein schönes Beispiel für die Anwendung von Sei-ryoku-zen-yō im Alltag.

Liebe Grüße aus Aschaffenburg
Carsten Sann
Der Essenzenladen

Zu guter Letzt … (September 2017)

Wie treffen Sie Entscheidungen? Denken Sie alles intensiv durch? Machen Sie eine Liste mit Argumenten pro und contra für jede Option? Lassen Sie sich beraten – vielleicht durch Freunde oder einen Fachmann? Je nach Größe und Tragweite der Entscheidung mache ich all das. Allerdings beeinflusst das meine Entscheidung nur etwa zur Hälfte. Die anderen 50 % kommen aus der Frage: „Wie fühlt es sich an?“.

Ich habe in der Vergangenheit schon das ein oder andere Mal darüber geschrieben, für wie wichtig ich es halte, die Intuition mit in den Prozess der Entscheidungsfindung einzubeziehen. Ich könnte auch noch ausführlich darüber schreiben, wie mein Bauchgefühl mich schon einige Male davor bewahrt hat, mich für objektiv „richtige“ Optionen zu entscheiden, die sich dann im Nachhinein als ziemlich schlecht oder als fauler Kompromiss herausgestellt haben. Aber darum geht es mir heute nicht.

Je weiter wir uns entwickeln, desto wichtiger ist es, dass wir dem Weg unseres Herzens folgen. Das Bauchgefühl bei Entscheidungen mit einzubeziehen ist dazu unerlässlich. Die Intuition ist jedoch wie ein Muskel: Wenn wir sie nicht regelmäßig und intensiv benutzen, dann ist sie untrainiert und schwach. Und je häufiger wir sie benutzen, desto stärker und klarer wird sie.

Insbesondere, wenn wir gerade erst begonnen haben, unsere „Bauch(gefühl)muskeln“ zu trainieren, kann es uns schwerfallen, die Intuition aus dem allgemeinen Wirrwarr von Gedanken und Gefühlen herauszuhören. Und selbst wenn wir unsere Intuition bereits virtuos benutzen, ist es hilfreich, sich immer wieder die folgende Frage zu stellen:

„Fühlt es sich wirklich GUT an, oder fühlt es sich nur weniger schlecht an?“

Das ist ein kleiner, aber wesentlicher Unterschied! Und insbesondere, wenn es um große Entscheidungen geht, sollten Sie sich mit „weniger schlecht“ nicht zufriedengeben. Bei den wirklich wichtigen Entscheidungen in unserem Leben – Beruf, Wohnung, Partner – sollte kein Spielraum für faule Kompromisse vorhanden sein. Wenn Sie aus einer für Sie negativen Situation in eine andere Situation wechseln, die vielleicht ein bisschen weniger, aber immer noch negativ ist, was haben Sie dann gewonnen?

Wenn eine Option sich wirklich gut anfühlt, dann werden Sie sich darauf freuen, sie umzusetzen. Sie werden sich auf das Gefühl freuen, das Sie haben werden, wenn die Option Realität geworden ist. Im Gegensatz zum Verstand, der sich vielleicht Gründe ausdenkt, warum das alles nicht funktionieren kann, wird ihr Bauch bei dem Gedanken an die Option vollkommen wohlig und ruhig sein. All das sind Hinweise darauf, dass Ihre Intuition Ja sagt. Und noch einmal: Je wichtiger die Entscheidung, desto wichtiger ist es, dass auch Ihre Intuition mit im Boot ist und zustimmt. Im August 2014 habe ich geschrieben:

„Ich gehe so weit zu sagen, dass es besser ist, bei Entscheidungen mit weitreichenden Konsequenzen lieber nein zu sagen, wenn man nicht zu 100 % ja sagen kann.“

In den drei Jahren, die seither vergangen sind, ist es aus meiner Perspektive noch viel wichtiger geworden, dieses Prinzip zu berücksichtigen, denn energetisch gesehen funktionieren faule Kompromisse heute noch viel weniger, als sie es jemals getan haben. Die gute Nachricht dabei ist, dass der Lösungsansatz, den ich damals angeboten habe, heute immer noch (und sogar noch besser) funktioniert:

„Manchmal reicht es aus, wenn man an den Parametern der Entscheidung dreht, bis man ein vollständig gutes Gefühl hat, manchmal braucht es zuerst einen Umweg, um das gewünschte Ergebnis zu erreichen. Und manchmal ist es auch notwendig, dass man das Ziel als Ganzes infrage stellt. Egal, was davon zutrifft – wenn wir uns angewöhnen, große Entscheidungen nur so zu treffen, dass wir vollständig und bedingungslos ja sagen können, dann machen wir uns das Leben auf jeden Fall ein ganzes Stück leichter und angenehmer.“

Wir sind nicht auf der Erde, um zu leiden – wir sind hier, um uns zu entfalten und Spaß daran zu haben. Bei der Wahl unserer Entscheidungen ist unser Bauchgefühl das Werkzeug, das uns so gut wie kein anderes dabei helfen kann, in die Richtung zu gehen, die uns zu mehr Freiheit und Entfaltung führt. Und wenn Sie in Zukunft große Entscheidungen treffen müssen, dann könnten Sie folgende Vorgehensweise ausprobieren:

  1. Werden Sie sich darüber klar, welche Optionen es gibt, egal ob in Ihren Augen realistisch oder nicht. Unsere eigene Vorstellung davon, was realistisch ist, ist lächerlich klein im Vergleich zu dem, was tatsächlich machbar ist.
  2. Sortieren Sie alle Optionen aus, die sich schlecht anfühlen.
  3. Teilen Sie die restlichen Optionen in zwei Gruppen auf: diejenigen bei denen Ihr Bauchgefühl „Ja aber“ sagt, und diejenigen, bei denen Ihr Bauchgefühl klar „Ja“ sagt. Legen Sie die „Ja aber“ Gruppe vorerst beiseite.
  4. Prüfen Sie die Optionen aus der „Ja“ Gruppe auf Machbarkeit. Stellen Sie sich die Fragen: „Was muss ich tun, um das möglich zu machen?“ „Wie kann ich vorgehen?“ „Wer kann mir dabei helfen?“ „Werde ich langfristig damit glücklich sein?“ Investieren Sie Zeit und Gehirnschmalz in die Beantwortung der Fragen. Lassen Sie sich nicht vom kleinen Verstand abbringen, der Ihnen vielleicht einreden will, dass Sie zu klein/dumm/arm/alt oder sonst etwas sind, um Ihr Ziel zu erreichen.
  5. Sollten Sie dabei immer wieder gegen Wände und verschlossene Türen rennen, wenden Sie sich der „Ja aber“ Gruppe zu. Fragen Sie sich selbst: „Was muss ich verändern, damit aus dem „Ja aber“ ein klares „Ja“ wird. Wenn Sie dabei erfolgreich sind, dann stecken Sie die veränderten Optionen in die „Ja“ Gruppe und gehen zurück zu Schritt 4.

Geht man vornherein mit einer klaren Vorstellung davon, was möglich ist, in einen Entscheidungsprozess hinein, limitiert man sich selbst unnötig. Wenn man jedoch im ersten Schritt alle Optionen zulässt, ist man oft erstaunt, über die Vielzahl und Einfachheit der zur Verfügung stehenden Optionen. Und wenn man die Intuition als gleichberechtigten Partner in seine Entscheidungen mit einbezieht, dann können Wunder geschehen.

Liebe Grüße aus Aschaffenburg
Carsten Sann
Der Essenzenladen

 

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Zu guter Letzt … (August 2017)

Kunden fragen uns regelmäßig nach Essenzen zu den Themen „Vergebung“ und „Loslassen“. Und natürlich gibt es wunderbare Mischungen, die uns genau dabei unterstützen können, beispielsweise Forgiving von den Pazifikessenzen und Letting Go von den Wild Earth Tieressenzen. Oft jedoch, wenn man ein wenig genauer hinsieht, stellt man fest, dass es ein grundsätzliches Missverständnis gibt, was Loslassen und Vergeben überhaupt bedeutet, und wie Essenzen uns dabei helfen können.

Wenn man sich auf den Weg macht, um als Mensch zu wachsen und sich weiterzuentwickeln, stolpert man zwangsläufig über die beiden Themen. Wir alle haben Dinge, die wir gerne loslassen würden und ich habe auch noch nie jemanden getroffen, der der Meinung war, nichts zu vergeben zu haben, und sei es „nur“ sich selbst gegenüber. (Nebenbei: Das ist der erste und wichtigste Schritt. Wenn wir uns selbst nicht vergeben können, wie wollen wir dann anderen etwas vergeben?)

Sucht man im Internet nach Literatur zum Thema, findet man lustige Dinge wie „Radikale Vergebung“ und „Loslassen lernen mit Hypnose“. Ich stelle mir dann gelegentlich vor, wie jemand sich auf einen Stuhl setzt, die Augen schließt und versucht, sich krampfhaft einzureden, dass er einer bestimmten Person vergibt. Die Erfahrung zeigt, dass das nicht funktioniert, tatsächlich ist es eher ein Weg der Vermeidung, statt ein Weg zur Lösung. Und das hat meiner Meinung nach zwei Gründe:

  1. Loslassen und Vergeben sind nichts, was wir aktiv tun können, stattdessen ist es die automatische Konsequenz, wenn wir unsere seelischen Verletzungen heilen.
  2. Solange der seelische Schmerz in Bezug auf ein Thema oder eine Situation nicht geheilt ist, gibt es kein vollständiges Vergeben und kein vollständiges Loslassen.

Kennen Sie das? Wenn man zurück an eine Situation denkt, in der man verletzt wurde, spürt man auch immer wieder den Schmerz, meistens in der Gegend des Solarplexus. Vielleicht ist es ein Stechen, vielleicht ein Ziehen; vielleicht fühlt es sich an wie ein Knoten oder tatsächlich wie eine offene Wunde. Die Erinnerung ist mit Emotionen gekoppelt, die sich gar nicht gut anfühlen. Immer dann, wenn Sie an etwas denken und dabei den Schmerz spüren, können Sie sicher sein, dass das Thema noch nicht geheilt ist. Versuchen Sie besser erst gar nicht, den beteiligten Personen zu vergeben, das funktioniert bestenfalls auf der Ebene des Verstandes, nimmt den emotionalen Schmerz aber nicht weg und ist damit mehr Augenwischerei und Selbsttäuschung als tatsächliche Heilung. Wir lügen uns selbst in die Tasche, indem wir sagen, dass wir ja am Thema arbeiten und Schritte in Richtung Lösung gehen.

Und jetzt erinnern Sie sich einmal daran, wie sie gestern über die Straße gegangen sind. Vorausgesetzt, sie sind heil angekommen, werden Sie feststellen, dass mit dieser Erinnerung keinerlei schmerzvolle Emotionen verbunden sind. Der Solarplexus ist vollständig ruhig und entspannt, wenn Sie daran denken. Erst wenn Sie sich an Situationen erinnern, in denen Sie verletzt wurden, und sich Ihr Solarplexus (oder wo auch immer Sie den Schmerz normalerweise spüren) ruhig und entspannt anfühlt, können Sie sicher sein, dass die Verletzung von damals vollständig geheilt ist. Die Erinnerungen werden bleiben, und es geht auch nicht darum, zu vergessen. Die Macht jedoch, die der Schmerz über uns hatte, ist gebrochen. Und das Lustige ist: Wenn Sie in Bezug auf eine bestimmte Situation oder Person an diesem Punkt angekommen sind, gibt es gar keine Notwendigkeit mehr, zu vergeben oder loszulassen, denn es ist bereits von selbst geschehen. Alles, was wir tun müssen, ist also „nur“, unsere eigene Verletzung zu heilen.

Das hat zwei wichtige Konsequenzen, eine positive und eine, sagen wir: anstrengende. Zum einen gibt es, und das ist die gute Nachricht, niemanden außer uns selbst, der verantwortlich dafür ist, unsere Wunden zu heilen. Es kann uns niemand daran hindern und wir sind von niemand anderem dabei abhängig. Wenn wir die volle Verantwortung für unseren Schmerz übernehmen, haben wir auch die volle Macht, ihn zu heilen. Ohne Wenn und Aber. Zum anderen, und das ist der anstrengende Teil, bedeutet es jedoch auch, dass uns niemand die Arbeit abnehmen kann, und dass es keinen Weg gibt, wie man darum herum kommt. Das heißt jedoch nicht, dass wir die ganze Arbeit alleine tun müssen. Wir können uns jederzeit Hilfe holen.

Es gibt viele Wege, wie man an der Heilung der eigenen seelischen Verletzungen arbeiten kann. Diejenigen davon, die wirklich funktionieren, beziehen immer alle Ebenen mit ein: Den Verstand, den Körper und vor allem die Emotionen, denn die sind der Schlüssel zur Heilung.

Wir haben als Menschen wundervolle Selbstheilungskräfte. Unser Körper weiß, was er tun muss, um sich bei Verletzungen wieder zu regenerieren. Er sorgt dafür, dass Schorf unsere Wunden bedeckt, dass Schnitte wieder zuwachsen und dass gebrochene Knochen wieder heilen. Unsere Seele weiß auch, was sie tun muss, wenn sie verletzt wird, und der Weg, den sie zur Heilung nutzt, sind unsere Emotionen.

Aus der Psychologie und Medizin ist bekannt, dass Menschen, die sich, beispielsweise auf einer Wanderung, verletzen während sie alleine unterwegs sind und keine Hilfe in Sicht ist, weniger Schmerz spüren und emotional stabiler sind. Das ist ein Überlebensmechanismus von Körper und Seele, der uns in die Lage versetzt, so lange zu „funktionieren“, bis wir Hilfe gefunden haben, also zum Beispiel ins nächste Dorf gehumpelt sind. Wenn wir dort angekommen sind und ärztlich versorgt werden, brechen sich dann die Emotionen und der Schock ihre Bahn und wir holen das nach, was wir eigentlich direkt in der Situation hätten tun müssen, als wir verletzt wurden. Das Ausdrücken von Gefühlen wie Schmerz, Wut und Trauer sind die Hilfsmittel der Seele, um sich selbst zu heilen, in unserem Beispiel vom Schock der Verletzung.

Werden wir rein emotional verletzt, gibt es für den Körper erst einmal nichts zu tun, jedoch umso mehr für die Seele. Wenn wir in einem Umfeld sind, wo uns jemand in den Arm nimmt, uns tröstet, und uns einen sicheren Rahmen gibt, in dem wir unsere Emotionen ausdrücken können, geschieht die Heilung dadurch wie von selbst und es bleibt normalerweise keine dauerhafte Wunde zurück.

Wie oft ist es jedoch der Fall, dass wir in solchen Situationen alleine gelassen werden, besonders als Kind? Wie oft ist niemand da, der uns den sicheren Rahmen gibt oder vielleicht bekommen wir sogar zu hören „Stell dich nicht so an!“ oder „Jungs weinen doch nicht!“. Immer dann, wenn das geschieht, wird der natürliche Fluss der Emotionen unterbrochen und die Selbstheilung kann nicht geschehen. Stattdessen werden die schmerzvollen Gefühle wie in einen Akku in uns gespeichert und sie bleiben da, bis wir sie irgendwann endlich fließen lassen können. Das Dumme an der Sache ist nur, dass es Kraft kostet, all das, was im Akku drin ist, dort zu halten. Und diese Energie steht uns nicht zur Verfügung, um uns zu entfalten und Spaß am Leben zu haben. Gleichzeitig sorgt der Schmerz dafür, dass wir Vermeidungsmuster entwickeln, die uns das Leben beliebig schwer machen können.

Vor diesem Hintergrund wird dann auch sehr klar, warum bewusstes Vergeben und Loslassen (mentale Ebene) alleine nicht funktionieren kann, solange der Schmerz (emotionale Ebene) noch im Akku gespeichert ist.

Die gute Nachricht ist, dass wir jederzeit damit beginnen können, den Akku zu entleeren, und zwar in unserem eigenen Tempo. Dabei geht es nicht darum, traumatische Situationen neu zu durchleben, es genügt, sich mit den Emotionen von damals zu verbinden und sie (endlich) auszudrücken. Jemand, der sich mit dieser Art von Arbeit sowohl am eigen Leib als auch als Therapeut hervorragend auskennt, ist Daniel Mapel, Hersteller der Wild Earth Tieressenzen. In diesem Zusammenhang sei auch noch einmal auf seinen Workshop zu exakt diesem Thema hingewiesen, den er im Oktober bei uns in Aschaffenburg halten wird.

Es ist mir wichtig, noch einmal darauf hinzuweisen, dass wir diese Arbeit nicht alleine tun müssen. Besonders, wenn wir gravierende Verletzungen mit uns herumtragen, ist es sinnvoll und hilfreich, wenn wir für Hilfe sorgen, sei es durch unseren Partner, einen vertrauten Freund oder einen Therapeuten. Gleichzeitig ist es nicht gut, wenn wir versuchen, das alles möglichst schnell zu erledigen. Jedes Ding braucht seine Zeit und wenn wir uns selbst unter Druck setzen, verpassen wir nur Gelegenheiten, in die Tiefe zu gehen und zur Wurzel der Verletzung zu kommen. Gleichzeitig ist es gar nicht notwendig, alles auf einmal erledigen zu wollen, denn mit jedem Wackerstein, den wir sprichwörtlich aus unserem Rucksack herausgenommen haben, wird der weitere Weg schon ein wenig leichter. Der Weg ist das Ziel.

Und welche Rolle spielen nun die Essenzen für Loslassen und Vergebung dabei, wenn das ohnehin alles automatisch geschieht? Wie gesagt, können sie uns ganz sicher nicht die eigentliche Arbeit abnehmen. Jedoch sind die Essenzen hilfreich, wenn es darum geht, Muster zu verändern, die wir zu einer Zeit entwickelt haben, als der Schmerz noch da war, die aber nun, da er geheilt ist, keine Daseinsberechtigung mehr haben und uns behindern. Sie können uns dabei helfen, diese Muster auf der Ebene unseres Verhaltens, unserer Gefühle oder unseres Denkens zu durchbrechen, damit wir neu wählen können, wie wir auf bestimmte Personen oder Situationen zukünftig reagieren wollen. Und natürlich gibt es viele Essenzen, die uns bei der Arbeit, den alten Schmerz und die alte Wut auszudrücken, unterstützen können, allen voran die Healing Path Essenzen, ebenfalls von Daniel Mapel.

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass all das, was ich hier beschrieben habe, funktioniert. Mein eigenes Leben hat sich dadurch massiv zum Positiven verändert. Dabei ist dies ein Weg, der niemals zu Ende ist. Es kommen neue Verletzungen hinzu, und selbst diejenigen, mit denen man schon seit Ewigkeiten arbeitet, kommen immer wieder, jedoch wird es mit jedem Mal leichter, sich darum zu kümmern. Wenn uns die Arbeit mit einer bestimmten Verletzung zu Beginn des Weges noch für zwei Wochen in ein Loch geworfen hat, werden wir sie irgendwann begrüßen wie einen alten Freund, uns zwei Minuten um sie kümmern und dann weiterschicken können.

Ich bin der festen Überzeugung, dass sich die Welt, wenn jeder damit beginnen würde, sich um seine eigenen seelischen Verletzungen zu kümmern, drastisch zum Positiven verändern würde. Und jeder einzelne, der heute damit beginnt, trägt seinen kleinen Teil dazu bei, dass das geschieht, wenn auch nicht schlagartig, dann doch zumindest allmählich.

Liebe Grüße aus Aschaffenburg
Carsten Sann
Der Essenzenladen

Zu guter Letzt … (Juli 2017)

Während meiner Einstimmung auf das neue „Zu guter Letzt“ habe ich mir kurz noch einmal angesehen, was ich letzten Monat geschrieben hatte. Voller Erstaunen habe ich dabei festgestellt, dass es der Text über mein Erlebnis mit unserer Katze war. Gefühlt habe ich ihn bereits vor einer halben Ewigkeit geschrieben, und doch ist es erst vier Wochen her.

Diese Diskrepanz passt sehr gut in die aktuelle Qualität der Zeit. Es passiert auf so vielen Ebenen so viel gleichzeitig, dass man gut das Gefühl haben kann, doppelt so schnell zu leben wie gewöhnlich. Und irgendwie fühlt es sich so an, also ob sich energetisch gesehen unser Raumschiff Erde in der Beschleunigung zum Sprung durch die Lichtmauer befindet – Star Wars lässt grüßen.

Eine Konsequenz dieser anhaltenden Intensität ist, dass viele weiterhin das Gefühl haben, überwältigt zu sein. Egal, was wir in der physischen Realität tun oder nicht tun, egal wie gut wir uns ausruhen, manchmal fühlen wir überfordert, die einfachsten alltäglichen Dingen zu tun. Tatsächlich ist jedoch in unserem Leben oft so viel los, dass wir gar nicht dazu kommen, uns so auszuruhen, wie wir es eigentlich bräuchten, denn neben all dem, was da energetisch passiert, ist auch der Alltag momentan so voll mit Terminen und Dingen, die zu tun sind, dass wir nur noch mit den Ohren schlackern können.

Immer dann, wenn wir das Gefühl haben, dass alles zu viel wird, sollten wir uns eines vergegenwärtigen: Auch wenn wir wahrscheinlich nicht den leisesten Schimmer davon haben, was da gerade energetisch vor sich geht, ist es für die meisten dennoch spürbar, *dass* gerade etwas ziemlich Intensives passiert. Wo es uns hinführen wird? Ich weiß es nicht. Aber ich bin mir zu 100 Prozent sicher, dass die Richtung positiv ist.

Ich bin mir auch sicher – und das ist ein wichtiger Aspekt für diejenigen, die dazu neigen, sich in eine Opferrolle zu begeben – dass wir dem was da passiert nicht einfach ausgeliefert sind. Zum wiederholten Mal ist die Metapher des Flusses des Lebens hilfreich:

Als wir auf die Erde gekommen sind, sind wir in den Fluss gesprungen. Vollkommen freiwillig und der Tatsache bewusst, dass es darin eine starke Strömung gibt. Am Anfang konnten wir noch nicht selbst schwimmen und waren auf die Hilfe unserer Eltern angewiesen. Als wir dann gelernt haben, wie man über Wasser bleibt, waren wir so damit beschäftigt, dass wir gar nicht mitbekommen haben, wohin der Fluss uns trägt. Und dann kamen die ersten kleineren Stromschnellen, die unsere Fähigkeit zu schwimmen auf die Probe gestellt haben. Meisterhaft haben wir die einzelnen Herausforderungen bewältigt und uns daran gewöhnt, dass es ab und zu anstrengend ist und Kraft kostet, mit dem Fluss des Lebens zu gehen.

Inzwischen haben wir als Menschheit, wie es scheint, unsere Schwimmkünste so weit vervollkommnet, dass das Universum (oder Gott, oder …) der Meinung ist, dass es Zeit für die nächste Herausforderung ist. Deshalb wurde auf der Erde das Stellrad für die Stromschnellen des Lebens offensichtlich sprunghaft um drei bis fünf Intensitätsstufen herauf gedreht – und wir sitzen gerade mittendrin. Am Fluss und seiner Geschwindigkeit können wir nichts ändern. Wohl aber, wie wir uns darin verhalten. Versuchen wir, Widerstand zu leisten, oder nutzen wir die erhöhte Geschwindigkeit, um selbst schneller voranzukommen?

Im letzten Monat habe ich beschrieben, wie sich bei mir alter emotionaler Ballast quasi Huckepack mit aktuellen emotionalen Herausforderungen hat auflösen lassen. In diesem Monat möchte ich noch hinzufügen, dass ich das Gefühl habe, dass das Potenzial für Lösungen nie größer war, und zwar in einem Umfang, der atemberaubend ist. Einschränkend muss ich noch sagen, dass solche Potenziale nicht immer auf den ersten Blick erkennbar sind, und dass wir aufgerufen sind, unsere Fähigkeit, die Ansatzpunkte für Lösungen zu erkennen, stetig zu nutzen und damit zu trainieren.

Worin bestehen die Potenziale? Hmm … was genau alles möglich ist, kann ich nicht sagen, ich bin schließlich kein Hellseher. Was ich jedoch bei mir und in meinem Umfeld beobachten konnte ist: Das Loslassen von alten seelischen Wunden, die Auflösung von systemischen und karmischen Verstrickungen, tiefes Verständnis für Zusammenhänge von Ursache und Wirkung, die wir bisher nicht sehen konnten (oder wollten), einfacheres Loslassen von alten Mustern und ererbten Glaubenssätzen.

Meiner Beobachtung nach gibt es momentan so viele Gelegenheiten wie nie, in diesen Bereichen große Schritte vorwärts zu kommen. Doch es braucht zwei Dinge, um den jeweiligen Schritt auch zu tun: Erstens das Gewahrsein, ein entsprechendes Potenzial zu erkennen und zweitens, den Mut, den Willen und das Durchhaltevermögen, den Schritt auch zu gehen. Anders als von den christlichen Kirchen verkündet rennt da draußen nämlich kein Erlöser herum, der uns per Handauflegen von all unserem Ballast befreit. Den Erlöser gibt es schon – aber jeder ist es für sich selbst. Und neben energetischen Werkzeugen, Ritualen, Meditation oder Ähnlichem gibt es oft handfeste physische Dinge zu tun, um bei der eigenen Entfaltung den nächsten Schritt zu gehen. Und das kostet ziemlich viel Kraft. Die positive Seite der Medaille ist jedoch, dass wir, wenn wir auf der Welle der Potenziale surfen, so effektiv vorwärts kommen, wie nie zuvor in unserem Leben.

Was können wir tun? Ich glaube, das Wichtigste ist es, momentan liebe- und verständnisvoll für sich selbst zu sein. Mit all dem, was auf energetischer und auch auf physischer Ebene gerade passiert, ist es nicht verwunderlich, dass wir oft müde sind und das Gefühl haben, dass alles zu viel ist. Oft können wir uns nicht mal eben ausklinken, deshalb ist es wichtig, dass wir jede Gelegenheit nutzen, uns zu erholen. Das muss jedoch nicht unbedingt bedeuten, dass wir uns ins Bett oder auf die Gartenliege legen und nichts tun. Das momentane Gefühl der Anstrengung ist multidimensional: körperlich, mental, emotional und seelisch. Natürlich ist es hilfreich, sich auszuruhen, wenn wir körperlich erschöpft sind. Wenn wir jedoch physisch fit und trotzdem überfordert sind, kann es die reinste Erholung für die anderen Ebenen sein, wenn wir etwas tun, was unser Herz zum Singen bringt. Tatsächlich ist es so, dass uns Tätigkeiten, die wir lieben, unter dem Strich mehr Energie geben, als sie kosten.

Wenn wir dazu neigen, immer viel zu beschäftigt zu sein und zwischendrin gar nicht mehr zur Ruhe zu kommen, dann kann uns übrigens auch die Desert Willow Essenz von Cynthia Kemp Scherer aus Arizona unterstützen. Sie hilft uns in dem Gefühl, dass wir uns auch mal eine Ruhepause gönnen dürfen, und ist dabei hoch effektiv.

Diejenigen, die Hilfe dabei gebrauchen können, sich, um die Potenziale für die Heilung der eigenen Seele zu nutzen, nach innen zu wenden, können von den Healing Path Essenzen von Daniel Mapel profitieren, und ganz besonders von der ersten Essenz der Reihe: Inner Work. Auch an dieser Stelle noch einmal der Hinweis auf den Workshop von Daniel Mapel, der zu diesem Thema wie die Faust auf’s Auge passt.

Ich kann es objektiv nicht beurteilen, aber ich habe das starke Gefühl, dass es in der Geschichte der Entwicklung der Menschheit niemals spannendere Zeiten gab. Der Planet, die Natur und die Menschen sind auf allen Ebenen im Umbruch. Überall gibt es Turbulenzen und Chaos. Aber auch wenn vieles davon geeignet scheint, uns Angst zu machen, ziehe ich es vor, zuerst einmal das Potenzial in der Veränderung zu sehen und meinen Teil zum Ganzen beizutragen, indem ich meine eigenen Chancen für Wachstum und Entfaltung nutze.

Liebe Grüße aus Aschaffenburg
Carsten Sann
Der Essenzenladen

Zu guter Letzt … Juni 2017

Das „Zu guter Letzt“ im Juni besteht aus der Erzählung einer Begebenheit, die sich vor wenigen Tagen zugetragen hat, sowie dem Versuch einer Interpretation und einer Schlussfolgerung. Alles. was ich hier schreibe, ist rein persönliche Wahrnehmung, die sich nicht zwangsläufig auf andere übertragen lässt. Oder aber manchmal doch?

Was objektiv passiert ist

Wir haben drei Katzen. Momentan ist der Rest der Familie außer Haus, so dass die Katzen auf Wohl und Wehe mir ausgeliefert sind. Oder ich ihnen, je nachdem, wie man es sehen mag. Wer Katzen hat, weiß wovon ich rede. Wir haben einen großen Kater in den besten Jahren, sowie zwei noch junge Kätzinnen. Der Große ist unser Zen-Kater – ein Muster an Zentriertheit und Ausgeglichenheit. Er ist so etwas wie der Wächter über die Energie unseres Hauses. Die Kleinen sind jung, wild und ungestüm, in vielen Dingen noch unerfahren und haben auch so ihre Ecken und Kanten. Die Jugend halt.

Es war ein heißer Tag gewesen und, um die Kühle der Nacht zu nutzen, habe ich bei offenem Fenster geschlafen. Normalerweise bekomme ich nicht so viel mit, wenn ich schlafe, in dieser Nacht habe ich jedoch kurz Katzen-Kampfgeschrei gehört. Die Kleinen waren im Haus, der Große unterwegs, deshalb habe ich zumindest mal weiter gelauscht. Sekunden später sehe ich, wie eine der Kleinen über den Sims des offenen Fensters spaziert und – warum auch immer – theatralisch abschmiert. Das Schlafzimmer liegt im ersten Stock. Zwar können Katzen Stürze aus dieser Höhe in der Regel ohne Verletzungen überstehen, sicherheitshalber habe ich mich aber auf die Suche nach ihr gemacht. Ein erster Blick aus dem Fenster hat mir gezeigt, dass sie zumindest nicht mehr an der vermuteten Aufschlagstelle lag. Sobald ich draußen war, kam mir dann der Große entgegen und ich sah noch, wie die Kleine in Richtung Büsche rannte. Alle Versuche, sie ins Haus zu locken scheiterten, so dass ich irgendwann mit mulmigem Gefühl wieder schlafen gehen musste.

Am nächsten Tag saß sie nicht (wie gehofft) vor der Tür, sondern blieb verschwunden. Zwar war ich mir relativ sicher, dass sie sich nicht schwer verletzt hatte, die Ungewissheit jedoch blieb. Am Abend desselben Tages ist sie dann wieder aufgetaucht und so als ob nichts gewesen wäre, leise pfeifend ins Haus gegangen. Ein gründliches Durchkneten meinerseits hat sich willig über sich ergehen lassen, so dass ich davon ausgehen musste, dass sie sich, wie vermutet, nicht wehgetan hatte. So weit zu den Ereignissen in der physischen Welt.

Was in mir passiert ist und Interpretation

Wer Haustiere hat weiß, dass man sich sorgt, wenn eines verschwunden ist. Bei Freigänger-Katzen kommt es auch schon mal vor, dass sie einen oder zwei Tage verschwunden sind, bis sie wieder auftauchen. Normalerweise bin ich da relativ entspannt, diesmal jedoch waren die Stunden, in denen die Kleine verschwunden war die reinste Hölle. Voller Zweifel, ob sie vielleicht irgendwo verletzt liegt, war ich fast nicht in der Lage, einen klaren Gedanken zu fassen, geschweige denn zu arbeiten. Ich hatte nach menschlichem Ermessen alles getan, was getan werden konnte: Suchen, Rufen, Locken. Also blieb mir nur, irgendwie mit der Situation klarzukommen und zu warten.

Irgendwann im Laufe des Tages erschien mir der Berg an Emotionen dann doch zu groß dafür, dass mit der Katze wahrscheinlich ohnehin alles in Ordnung war und ich – Sorge hin oder her – eigentlich nur abwarten musste, bis sie wieder auftauchte. Vielleicht waren alte seelische Wunden im Spiel, die durch die Situation getriggert worden sind? Ein Lobgesang auf den Muskeltest als Werkzeug, denn dieser hat mir geholfen, mit dem Verstand ansatzweise zu erfassen, was auf emotionaler Ebene alles mit mir los war. Es zeigten sich tatsächlich alte Wunden aus meiner Vergangenheit, die ich mit den mir zur Verfügung stehenden Mitteln bearbeitete, soweit das möglich war. Mit diesem Wissen und der getanen Arbeit war es zwar immer noch die Hölle, jedoch konnte ich mit dem Verstand nun besser damit umgehen. Meine Intuition sagte mir zusätzlich, dass die Kleine wieder auftauchen würde, also musste ich „nur noch“ durchhalten.

Als sie dann schließlich wieder da war, fiel mir ein Gebirge von der Größe der Alpen vom Herzen. Gleichzeitig hatte ich das spontane Bedürfnis, diesen Erdrutsch an Emotionen zu nutzen, um die alten Schmerzen, die ich vorher hatte benennen können, quasi huckepack mit abfließen zu lassen. Solche Dinge wird man am besten los, indem man sie in die Erde fließen lässt. Für mich sah das dann so aus, dass ich bäuchlings auf dem Rasen lag und visualisierte, wie der Schmerz in Form eines Lavastroms zurück zum Erdkern fließt und dort recycelt wird. Die Nachbarn werden sich ihren Teil gedacht haben. Unser Zen-Kater tauchte natürlich nur Momente, nachdem ich mich hingelegt hatte, auf, legte sich neben mich und drückte sich fest an meine Beine. Was für eine Unterstützung! Als der Erdrutsch dann vorbei war, hatte ich das erste Mal an diesem Tag das Gefühl, präsent und geerdet zu sein.

Die Schlussfolgerung

Mit wem man gerade auch spricht, alle betonen, dass das energetische Wetter zurzeit besonders heftig ist. Lee Harris, dessen „Energy Updates“ ich gerne ansehe, spricht im Juni davon, dass wir gerade durch eine Phase hoch wogender emotionaler Energie gehen (ach wirklich?!) Als ich vor wenigen Tagen mit Daniel Mapel, dem Hersteller der Wild Earth Tieressenzen nach Mailand zur Konferenz geflogen bin, sagte er zu mir in einem Anfall grenzenloser Weisheit:

„If you haven’t started to take care of your stuff by now, the shit is hitting the fan. And if you have started, the shit is still hitting the fan, but you can deal with it.“

Übersetzt heißt das soviel wie: „Wenn wir bis jetzt noch nicht angefangen haben, uns um unser [emotionales] Gerümpel zu kümmern, dann ist die Kacke gerade am dampfen. Und auch wenn wir damit angefangen haben, ist die Kacke immer noch am dampfen, wir wissen nur, wie wir damit umgehen können.“

Die beschriebene Episode hat mich gelehrt, dass es nie größere Gelegenheiten gab, Stück für Stück unseren seelischen Ballast zu bearbeiten. Diese Gelegenheiten kommen mit alltäglichen Situationen, und wenn man sie erkennt und nutzt, kann man große Schritte vorwärts machen. Und nicht zuletzt sind wir dabei nicht alleine – Familie, Freunde und (ganz wichtig) die Haustiere sind unsere Helfer, die uns dabei unterstützen, damit wir uns um „unseren Krempel“ kümmern können. Und tatsächlich ist das auch alles, was es braucht. Denn wenn wir beginnen, die alten, vom Schmerz geprägten Muster Stück für Stück aufzulösen, können wir immer besser auf Situationen bewusst statt automatisch reagieren (engl. „respond“ im Gegensatz zu „react“) und damit immer besser bewusst am Steuerrad unseres Lebens stehen.

Liebe Grüße aus Aschaffenburg
Carsten Sann
Der Essenzenladen

Zu guter Letzt … (Mai 2017)

Vor nicht allzu langer Zeit hatte ich bereits über das Thema Sensitivität und das „Wahrnehmungsventil“ geschrieben. In den letzten Wochen und Monaten hat sich mir dieses Thema wieder in allen nur denkbaren Geschmacksrichtungen präsentiert: In Gesprächen mit Kunden, Bekannten und Freunden, in der eigenen Familie und nicht zuletzt spüre ich es auch immer wieder am eigenen Leib. Es ist offensichtlich, dass immer mehr Menschen, Erwachsene und Kinder, so sensitiv sind, dass das „Leben da draußen“ mit seiner Flut an Eindrücken auf sinnlicher und energetischer Ebene manchmal einfach zu viel ist. Man fühlt sich überwältigt und ausgelaugt.

Meine Gedanken zu diesem Thema habe ich ja wie gesagt schon im „Zu guter Letzt“ vom September 2016 aufgeschrieben und der Text ist aktueller denn je. Inzwischen bekommt das Thema auch medial mehr Aufmerksamkeit, wie zum Beispiel in diesem schönen zusammenfassenden Artikel von Ulrike Hensel.

Natürlich gibt es auch eine ganze Reihe von Essenzen, die helfen können, das eigene Energiefeld so zu stärken, dass man besser mit den äußeren Einflüssen zurechtkommt, beispielsweise den Sugilith von den Indigo Essences, Fringed Violet von den Australischen Buschblüten, die Guardian Mischung von den Alaska Essenzen oder Protection von den Wild Earth Tieressenzen.

In den letzten Tagen hat sich mir jedoch ein anderer Aspekt der großen Sensitivität gezeigt: Mitgefühl. Die positive Kehrseite der Medaille, wenn man so vieles wahrnimmt, ist die Fähigkeit, zu großem Mitgefühl. Natürlich ist es anstrengend, wenn man wahllos mit allem und jedem mitfühlt. Wenn man diese Qualität jedoch bewusst einsetzen kann, dann ist sie eine große Gabe.

Manche Menschen verwechseln Mitgefühl mit Mitleid. Schon der Wortstamm sagt jedoch aus, worin der Unterschied zwischen beiden besteht: „Ich fühle mit Dir“ im Gegensatz zu „Ich leide mit Dir“. Es wird mir wohl niemand widersprechen, wenn ich sage, dass keinem geholfen ist, wenn wir mit jemand anderem „mitleiden“ – im Gegenteil.

Mitgefühl hingegen hat eine machtvolle, heilende Wirkung. Energetisch betrachtet heißt „mitfühlen“, dass wir uns aus einer stabilen Position auf jemanden einlassen, der gerade Schmerz empfindet. Wir stellen dieser Person also, ähnlich wie es Essenzen tun, ein harmonische(re)s Spektrum an Frequenzen/Energie/Information zur Verfügung. Nach dem Prinzip der Resonanz wird dies dazu beitragen, dass die offensichtlich nicht so harmonische Energie der leidenden Person sich wieder ein Stück mehr in Richtung Einklang bewegen kann. Und das Ganze passiert ohne, dass unsere schon zuvor harmonische Energie dadurch negativ beeinflusst wird. Also eine Win-Win-Situation.

Voraussetzung dafür ist wie gesagt, dass wir selbst stabil und im Gleichgewicht sind. Dann jedoch  besitzen diejenigen, die besonders sensitiv sind, ein kraftvolles Werkzeug, anderen Menschen zu helfen. Eine der größten Herausforderungen dabei ist es, zu lernen, wie man zwischen dem unterscheiden kann, was die eigenen Gefühle sind, und dem, was von anderen kommt. Hier hat sich unsere Essenzenmischung „Emotionale Klarheit“ inzwischen gut bewährt.

Natürlich ist es nun nicht die Aufgabe, herumzulaufen und wahllos Mitgefühl zu verbreiten. Das wäre ziemlich komisch und zudem aufdringlich, denn nicht jeder Mensch ist bereit, diese Form der Unterstützung anzunehmen. Obendrein würde es wahrscheinlich einfach viel zu anstrengend sein. Tatsächlich reicht es schon aus, wenn man diese Fähigkeit in der eigenen Familie und im Freundeskreis bewusst und gezielt einsetzt. Das alleine ist schon eine Aufgabe, die für die meisten groß genug ist. Gleichzeitig ist es aber auch alles, was wir tun müssen, um die Welt besser zu machen.

Und wie sieht das in der Praxis aus? In den meisten Fällen geht es dabei wohl weniger darum, etwas zu tun und stattdessen einfach da zu sein, zuzuhören, ein stabiles Fundament zur Verfügung zu stellen, das derjenige, der gerade leidet, nutzen kann. Es geht auch nicht darum, mit Lebensweisheiten um sich zu werfen oder zu versuchen, dem anderen Tipps zu geben. Das Mitgefühl von dem ich rede, ist weitestgehend passiv: „Ich bin hier, ich bleibe hier, ich gehe nicht weg. Ich bin für Dich da, wenn Du mich brauchst.“

Wenn man sich mit spirituellen Lehren beschäftigt, kommt man früher oder später zu dem Punkt, an dem man liest, dass man mehr „sein“ und weniger „tun“ soll. Früher habe ich das mit stillem Dasitzen und Meditation assoziiert, was mir, ehrlich gesagt, ziemlich schwerfällt. Nebenbei: Es gibt genügend Möglichkeiten der aktiven Meditation. Das genussvolle Kochen ist für mich so etwas. Im Kontext von Hochsensibilität und der Fähigkeit zu Mitgefühl, ergibt diese Weisheit jedoch auch für mich vollständig Sinn. Um jemandem, der gerade leidet, emotional und energetisch zu helfen, muss ich nicht unbedingt aktiv werden – es reicht oft aus, einfach stabil zu sein und diese Stabilität zur Verfügung zu stellen.

In diesem Sinne möchte ich alle, die sich in zunehmendem Maße von der Welt überfordert und überwältigt fühlen, dazu auffordern, auch die Kehrseite der Medaille bewusst wahrzunehmen. Die Gabe der Sensitivität ist ein großes Geschenk, mit dem man allerdings erst einmal lernen muss, umzugehen. Immer mehr Kinder sind damit gesegnet – Eltern tun daher gut daran zu prüfen, was sie gegebenenfalls tun können, um ihr Kind dabei zu unterstützen.

Liebe Grüße aus Aschaffenburg
Carsten Sann
Der Essenzenladen

Zu guter Letzt … (April 2017)

Fühlt es sich für Sie auch so an, als ob die Energie noch nie so intensiv war, wie in den letzten Wochen? Ich bin verleitet zu sagen, eine Achterbahn ist ein Dreck dagegen. Kennen Sie die Bilder aus dem Zentrifugentraining für Piloten und Astronauten? Wenn die Fliehkraft so groß wird, dass sich das Gesicht zu einer Grimasse verzieht und man nichts, aber auch gar nichts dagegen tun kann? Ungefähr so fühlt es sich zeitweise an. Diesen Monat will ich mich darauf konzentrieren, meine Eindrücke dieser Achterbahnfahrt zu schildern und gegebenenfalls Essenzen zu empfehlen, die uns dabei unterstützen können.

Überforderung

Wir leben unser Leben wie gewohnt und vielleicht läuft äußerlich sogar alles in halbwegs gewohnten Bahnen. Dennoch fühlt sich alles extrem anstrengend an und wir kommen schnell an einen Punkt, wo wir ausgelaugt sind und uns von Dingen, die wir vielleicht sonst mit Leichtigkeit erledigen, überfordert fühlen. Besonders die kleinen alltäglichen Pflichten in Haus und Beruf können sich zeitweise wir Herkulesaufgaben anfühlen. Ich habe keine Ahnung, was wir auf energetischer Ebene da gerade alles so erledigen, aber offensichtlich kostet es uns viel Energie. Deshalb ist es das Allerwichtigste, dass wir uns selbst nicht dafür verurteilen, sondern Mitgefühl für uns haben und als Konsequenz gut für unsere Bedürfnisse sorgen: ausreichend Schlaf, gutes und regelmäßiges Essen, Pausen, wenn wir sie benötigen und vor allem Sonne tanken. Hilfreiche Essenzen sind Lighten Up (Alaska Essenzen), Rest & Relax (Wild Earth) und Calm & Clear (Australische Buschblüten).

Extrem schnelle Schwankungen

In der letzten Zeit kann sich die Energie extrem schnell verändern. Vielleicht fühlen wir uns gerade großartig, jedoch kann es schon eine Stunde später wie die dunkle Nacht der Seele anfühlen, nur um kurze Zeit später wieder ins Gegenteil zu schwenken. Das kann ganz schön anstrengend sein. Es ist auffällig, dass der energetische Zustand sich gerade ein bisschen wie das Aprilwetter verhält und es ist tatsächlich das erste Mal, dass ich das so ausgeprägt und vor allem in dieser Geschwindigkeit wahrnehme. Damit wir bei allen Aufs und Abs den Boden unter den Füßen nicht verlieren, müssen wir dafür sorgen, dass wir gut geerdet sind. Eine unterstützende Essenzenmischung hierfür ist Erdung.

Manifestation

So anstrengend es gerade auch ist – ein positiver Aspekt der energetischen Großwetterlage scheint zu sein, dass uns die spontane Manifestation leichter fällt. Auffällig oft ist in letzter Zeit genau die Person vorbeigekommen, die ich gerade benötigt habe, oder mir genau die Information „zugeflogen“, die es gebraucht hat, um einen Schritt weiterzukommen. Dabei handelt es sich nicht um bewusste, absichtliche Manifestation im Sinne der Erfüllung von Wünschen, sondern vielmehr um sehr pragmatische, unbewusste Schöpferkraft, die uns genau zur rechten Zeit das liefert, was wir gerade brauchen. Sehr praktisch! Eine Voraussetzung dafür ist natürlich, dass wir offen dafür sind, und die beste Essenz, die uns dabei helfen kann, ist nach wie vor Abundance von den Pazifikessenzen.

Innere und äußere Energie

Häufige Symptome von Transformationsprozessen sind Müdigkeit, Niedergeschlagenheit bis hin zu Verzweiflung, und das Gefühl festzustecken, bis die Dinge sich plötzlich in Bewegung setzen und uns halb um die Ohren fliegen. Eine intensive Phase der Veränderung mit Bilderbuch-Symptomen, die ich dabei war zu durchlaufen, sollte laut Muskeltest dienstags vorbei sein. Als dann der Dienstag kam fühlte es sich zwar anders, jedoch Immer noch nicht toll an. Insbesondere die Glückseligkeit (auf die man ja doch immer irgendwie hofft) blieb vollkommen aus. Ein wenig Introspektion und weiteres Muskeltesten brachten für mich dann die Erkenntnis, dass ich zwar durch das Gröbste hindurch, jedoch so viele andere um mich herum noch mittendrin waren. Was ich wahrgenommen hatte, war also das allgemeine energetische Chaos und nicht mehr mein eigenes. Dementsprechend funktioniert mein Wahrnehmungsventil, das zuvor scheinbar versagt hatte, weil die Symptome tatsächlich meine waren und eben nicht von außen kamen, nun wieder. Hilfreiche Essenzen in Zeiten der Transformation sind Butterfly und Snake von den Wild Earth Tieressenzen.

Und wie geht es weiter?

In Zeiten wie diesen Frage ich mich manchmal: Wann ist das endlich vorbei? Wann wird das Leben endlich wieder normal? Ann Callaghan von den Indigo Essenzen sagt dazu, dass das Leben niemals wieder so wird, wie es früher war. Was jedoch geschieht ist, dass wir uns an die neue Intensität und das neue Tempo gewöhnen, so dass das, was uns jetzt noch überfordert, allmählich zur neuen Normalität wird, in der wir uns zwischendrin auch entspannt zurücklehnen und die Reise genießen können. Ein probates Hilfsmittel bis es soweit ist, ist immer wieder die Notfallmischung von den Pazifikessenzen: Balancer. In den paar Tagen, in denen ich quasi zu nichts zu gebrauchen war, habe ich mehrmals pro Stunde das Balancer Spray verwendet und es als Anker benutzt, der mich auf dem Boden der Tatsachen gehalten hat. In extremen Situationen spricht tatsächlich nichts dagegen, notfalls alle paar Minuten eine Notfallessenz zu verwenden – so lange, bis es uns besser geht.

Von einer Reise nach Japan habe ich vor Jahren eine wunderschöne Zeichnung mit dem folgenden Motto zurückgebracht: „Wenn ich mich verändere, ändert sich die ganze Welt“. Ich bin davon überzeugt, dass das das Prinzip ist, nachdem das Spiel funktioniert. Es geht darum, dass wir mit der Veränderung gehen und uns daran anpassen. Das was „normal“ ist, ändert sich beständig. Wenn wir jedoch darauf bestehen, dass das, was noch vor einem Jahr unsere Normalität definiert hat, heute noch gilt, dann setzen wir uns selbst auf einen wilden Mustang ohne reelle Chance, uns längerfristig im Sattel halten zu können. Lassen Sie uns also gemeinsam, die Veränderung als Chance für Wachstum und Entfaltung begreifen und annehmen, und das tun, was für uns notwendig ist, um Schritt für Schritt vorwärts zu gehen.

Liebe Grüße aus Aschaffenburg
Carsten Sann
Der Essenzenladen

Zu guter Letzt … (März 2017)

„Widerstand ist zwecklos!“ Dieser, unter anderem von den Borg in „Raumschiff Enterprise – Das nächste Jahrhundert“ inflationär gebrauchte Satz trifft ziemlich genau auf das zu, was gerade angesagt ist. Dabei geht es jedoch nicht um Aufgabe, sondern vielmehr um Hingabe. Es geht nicht um Kapitulation, sondern darum, dass wir flexibel sind wie das Wasser, das um alle Hindernisse herum fließt.

Ein Beispiel? Als ich letztens mein Judo-Kindertraining gehalten habe und dabei war, die soeben verwendete Weichbodenmatte alleine (die sind schwer!) aufzuräumen, haben sich die Kinder von der Seite dagegen geworfen und mich fast zu Fall gebracht. Ich hatte zwei Optionen: a) mich ärgern und Widerstand leisten, indem ich schimpfe und zumindest versuche, die Kinder zur Ordnung zu rufen. Oder b) ich passe mich der Situation an und mache das Beste daraus. An diesem Tag war ich ziemlich zentriert und geerdet, deshalb fiel es mir leicht, nach dem ersten leichten Anflug von Ärger die zweite Option zu wählen: Ich habe die Matte auf den Boden gleiten lassen, habe den Kindern ein paar Sekunden gegeben, um ihren „Sieg“ zu genießen, und dann haben wir alle gemeinsam die Matte (auf einmal gar nicht mehr so schwer!) aufgeräumt. Eine klassische Win-Win-Situation.

„Leben ist das, was passiert, während du dabei bist, andere Pläne zu schmieden“ (John Lennon)

Selbst wenn man keinen Masterplan für das hat, was man gerade tut, ist es die Regel, dass Dinge anders kommen, als man sie erwartet hat. Und jedes Mal hat man die Wahl: leiste ich Widerstand oder nutze ich die neue Situation, um mein Ziel trotzdem zu erreichen, vielleicht sogar leichter und schneller als ich bisher gedacht habe.

Aber mal ganz ehrlich … das ist harte Arbeit! Und an manchen Tagen geht es viel leichter als an anderen. Es gibt vielleicht sogar Tage, an denen wir schon Haus aus so aus dem Gleichgewicht sind, dass wir zusätzliche Planänderungen und Herausforderungen nur schwer verkraften können. Wir sind Menschen. Wenn wir perfekt wären, dann wären wir nicht mehr hier, sondern würden schon von irgendjemandem als aufgestiegener Meister verehrt werden. Unsere Aufgabe ist es, die Kunst der emotionalen und mentalen Flexibilität zu üben und immer besser darin zu werden.

Eine, die sich genau dieses Ziel – sie nennt es „Emotionale Fitness“ – als Thema gewählt hat, ist Sandra Epstein, die Herstellerin der Ararêtama Regenwaldessenzen aus Brasilien. Sowohl ihre Essenzen als auch die Trainingsprogramme, die sie dazu entwickelt hat, drehen sich darum, unsere eigene Flexibilität zu verbessern, damit wir mit dem Fluss gehen und unser Ziel von den Wellen getragen erreichen können, anstatt ein Fels zu sein, der sich gegen die Veränderung sträubt und dabei Stück für Stück zu Sand zermahlen wird. Das Ararêtama Mandala ist ein geniales Programm dafür und gleichzeitig eine reichhaltige Sammlung von Ressourcen, die man auch einzeln nutzen kann.

Generell ist jede Art von Arbeit, die wir zur Selbstentfaltung, -erkenntnis und -verwirklichung tun, ein Schritt in genau diese Richtung. Je mehr wir unsere eingefahrenen mentalen und emotionalen Muster erkennen, die Ursachen dafür erforschen und die wahrscheinlich dafür verantwortlichen alten Verletzungen heilen, desto flexibler werden wir. Und je flexibler wir werden, desto leichter fällt es uns, auf dem Fluss des Lebens zu surfen. Ein toller Katalysator für diesen Prozess sind die Werkzeuge, die Daniel Mapel, Therapeut und Hersteller der Wild Earth Tieressenzen anzubieten hat, und zwar nicht nur die Essenzen, sondern vor allem auch die Dinge, die er in seinen Workshops unterrichtet und anleitet. Die nächste Gelegenheit, ihn persönlich zu erleben, ist im Oktober in Aschaffenburg.

Wenn Sie diesen Text lesen, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass Sie bereits erkannt haben, dass eines der wichtigsten Ziele im Leben ist, so oft und so lange glücklich zu sein, wie möglich. Gleichzeitig haben sie sicher auch schon bemerkt, dass der Zustand des Glückes, den wir uns alle so ersehnen, auf Dauer nicht durch materielle Dinge erzeugt werden kann. Der Schlüssel für das Tor zum Glücklichsein liegt einzig und alleine in uns selbst. Wenn wir dies verstanden haben, dann folgen daraus jedoch eine Reihe von Konsequenzen, die anfangs nicht alle bequem, aber auf lange Sicht unumgänglich sind:

  1. Es ergibt keinen, aber auch gar keinen Sinn, die Verantwortung für das eigene Glück anderen zuzuschieben. Wenn wir glücklich sind, dann deshalb, weil wir die richtigen Entscheidungen getroffen haben, die richtigen Gedanken denken und die richtigen Dinge tun. Wenn wir unglücklich sind, dann nur deshalb, weil das nicht der Fall ist.
  2. Zwischen uns und unserem Glück ist in der Regel eine mehr oder minder dicke Isolierschicht, die aus folgenden Komponenten besteht: Schmerz aufgrund alter Verletzungen, Verhaltensmustern aufgrund alter Verletzungen, Gedankenmuster aufgrund alter Verletzungen, emotionale Muster aufgrund alter Verletzungen (fällt Ihnen etwas auf?)
  3. Der einzige Weg aus dem Schmerz und den alten Mustern ist, hindurch zu gehen. Alle Wege, die eine leichte und schnelle Lösung versprechen, ohne jemals wirklich hinzufühlen und hinzuschauen, kratzen letztlich nur an der Oberfläche und kommen schnell an ihre Grenzen.

Emotionale Flexibilität entsteht, wenn wir die Wahl haben, wie wir auf Trigger von außen reagieren. Wir alle kennen, die sprichwörtlichen kleinen roten Knöpfchen, die wie überall haben, und auf die andere Menschen nur drücken müssen, damit wir zuverlässig explodieren. Mit jedem Stück Ballast, das wir aus unserem Rucksack werfen, deaktivieren wir einen dieser Knöpfe und was dann passiert ist, dass wir auf einmal die Wahl haben, wie wir reagieren, wenn mal wieder jemand das alte Knöpfchen drückt. Klingt das nicht gut?

Die Wahrheit ist, dass es harte Arbeit ist, diesen Weg zu gehen. Es ist aber auch wahr, der Weg selbst das Ziel ist, das heißt, mit jedem Schritt, den wir gehen, wird der Rest des Weges leichter. Es gibt keine Etappen oder Zwischenziele, es gibt immer nur einen Schritt nach dem anderen. Und noch einmal: Mit jedem Schritt wird alles, was danach kommt, ein wenig leichter. Für mich ist das ein ziemlich tröstliches Prinzip.

Wie der Weg funktioniert, das ist eine der großen Aufgaben, die jeder Mensch für sich alleine lösen muss. Was für den einen perfekt ist, funktioniert beim einem anderen vielleicht gar nicht. Wir können in dieser Hinsicht nur ausprobieren und das suchen, was uns selbst weiterbringt. Gleichzeitig ist es so, dass uns niemand diese Arbeit abnehmen kann. Es gibt keine Abkürzung, keine Wundermittel, keine Zauberei – nur Mut und hochgekrempelte Ärmel. Aber es gibt Werkzeuge, die uns dabei helfen können. Eines davon sind natürlich Essenzen ;-)

Ich wünsche Ihnen in diesem Sinne wunderschöne Märztage, in denen der Frühling seinen Einzug bei uns hält.

Liebe Grüße aus Aschaffenburg
Carsten Sann
Der Essenzenladen

Zu guter Letzt … (Februar 2017)

Bereits sein gut zehn Jahren gibt es bei uns zuhause kein öffentlich-rechtliches (oder privates) Fernsehprogramm mehr. Wir haben uns irgendwann entschieden, den Antennenstecker zu ziehen und aus der Dauerberieselung auszusteigen. Je länger man das tut und je weiter man sich von der „Normalität“ des deutschen Fernsehprogramms entfernt, desto grotesker wirkt es, wenn man sich, beispielsweise im Hotel, mal wieder in ein reguläres Programm verirrt.

Das für mich einprägsamste Ereignis dieser Art waren die fünf Minuten, die meine Frau und ich vor einigen Jahren im Hotelzimmer bei eingeschaltetem Fernseher verbrachten. Es lief eine Sendung mit volkstümlicher Musik und einem zwanghaft lächelnden Moderatorenteam aus einem Mann und einer Frau. Nicht allzu lange davor hatte ich mitbekommen, dass Bastian Pastewka und Anke Engelke eine Musikantenstadel-Parodie gedreht hatten und deshalb war unser erster Gedanke, dass wir in dieser Parodie gelandet sein müssen, so absurd schien uns das, was da auf dem Bildschirm lief. Als wir uns nach einigen Minuten einig waren, dass die Moderatoren doch nicht Pastewka/Engelke waren, dämmerte es uns: Die meinen das ernst …

Doch nicht diese eher amüsante Episode ist für mich das Wesentliche bei der „Entwöhung“ von den Massenmedien. Vielmehr ist es das, was uns in den Nachrichtensendungen und -magazinen vorgesetzt wird. Auch ohne unterstellen zu wollen, dass die Nachrichten einseitig oder unvollständig dargestellt werden, ist das Bild, das die Medien von der Welt zeigen, vor allem eines, nämlich negativ. Wenn man im Strudel der Massenmedien mitschwimmt, dann kann man eigentlich nur noch Angst vor dem Leben und der Welt haben.

Zweifellos ist es so, dass es auf dem Planeten Erde eine ganze Menge realer Probleme gibt. Kriege, Umweltverschmutzung, die Abholzung des Regenwaldes und die Maläste der westlichen Zivilisationen – Finanzkrise etc. – sind Themen, die sehr ernst genommen werden müssen und jeder ist aufgefordert seinen Teil dazu beizutragen, die Welt nach seinen Möglichkeiten ein bisschen besser zu machen. Die Frage ist nur, wie gut uns das gelingt, wenn wir ständig in einem Zustand der Angst gefangen sind.

Wenn wir uns konstant sorgen, dass uns morgen eine Atombombe auf den Kopf fällt oder dass unsere Kinder kein sauberes Wasser mehr haben werden, dann sind wir starr, vielleicht sogar handlungsunfähig. Wenn es uns jedoch gelingt, den Fokus von den sich auftürmenden Problemen der Welt wegzunehmen und stattdessen auf unser eigenes Leben zu richten, dann haben wir eine Chance, etwas zu verändern. Niemandem ist geholfen, wenn wir nachts nicht schlafen können, weil wir Angst um die Welt haben, insbesondere nicht der Welt.

In den Medien wird uns suggeriert, dass jeder von uns Verantwortung für das (gesamte) Wohl der Welt trägt. Aber das ist falsch. Kein Mensch kann diese Last stemmen, das ist offensichtlich. Gleichzeitig nimmt uns diese Perspektive jedoch auch die Macht über die Dinge, die wir dennoch beeinflussen können. Klar, wenn wir eh nichts tun können, dann können wir ja nur noch Angst und Sorgen haben, oder?

Wenn man es schafft, sich von dieser Vorstellung zu befreien, dann passieren mehrere Dinge:

  • Man kommt Stück für Stück aus der Angstspirale heraus, die von den Medien suggeriert wird.
  • Man erkennt, dass man, wenn man den Kontext auf das eigenen Leben und Umfeld begrenzt, tatsächlich sehr viel Macht hat.
  • Man hat wieder Energie, die man dafür nutzen kann, das eigene Leben in die Hand zu nehmen und gleichzeitig, seinen Teil dazu beizutragen, die Welt ein kleines Stückchen besser zu machen.

Ein Zitat von Johann Wolfgang von Goethe lautet: „Ein jeder kehre vor seiner Tür.
Und rein ist jedes Stadtquartier.“ Wenn wir also die Dinge tun, die tatsächlich in unserer Macht stehen, dann tun wir schon alles, was notwendig und möglich ist.

Was kann man also konkret tun? Hier einige Beispiele …

  • In Bezug auf die eigene Gesundheit: Verantwortung übernehmen. Niemand anderes außer uns selbst ist für die eigene Gesundheit verantwortlich. Niemand anderes als wir selbst kann uns heilen. Ärzte und Heilpraktiker sind Dienstleister, die uns dabei unterstützen können. Die Verantwortung (und die Konsequenzen) tragen jedoch immer wir.
  • In Bezug auf die Ernährung: Wenn Sie schon wissen, dass ein Konzern zur Maximierung des eigenen Profits notfalls über Leichen geht, dann meiden sie seine Produkte. Es gibt in jedem Supermarkt Alternativen. Oder beim Bauern im nächsten Dorf. Gleiches gilt für Konsumgüter. Wenn man jedoch nur die Wahl zwischen Pest und Cholera hat, dann sollte man etwas Zeit darauf verwenden, das kleinere Übel zu identifizieren.
  • In Bezug auf die Gesellschaft: Ohne Vorurteile auf Menschen zugehen und jedem die Chance geben, sich selbst als Freund (oder als Depp) zu outen. Sich bewusst aus hetzerischen Diskussionen in sozialen Medien heraushalten. Versuchen, positiv zu kommunizieren und nicht nur zu jammern.
  • In Bezug auf die Umwelt: Bewusst Konsumieren – nur Dinge kaufen, die wirklich nötig sind und dabei darauf achten, Müll zu vermeiden. Den Müll der anfällt, sauber trennen und dem Recycling zuführen. Unnötige Energieverschwendung vermeiden.
  • In Bezug auf Geld und Finanzen: Sich an reale Werte halten. 90 % der Finanzanlagen sind virtuell und ohne Substanz. Kleinere, nachhaltig wirtschaftende Banken wie z.B. die GLS Bank sind hervorragende Alternativen zu den Großbanken.
  • Und Allgemein: NIcht jedem Trend hinterherlaufen. Oft stellt man fest, wenn man sich die Frage „Will ich das wirklich?“ ehrlich beantwortet, dass man gut auf das verzichten kann, was momentan gerade „hip“ ist.

Ich bin kein Freund von Konsumverzicht. Ich habe technische Geräte, esse und trinke normal und mache mir auch über das Thema Finanzen so meine Gedanken. Ich bin der Überzeugung, dass es keine extremen Lebensweisen braucht, um dazu beizutragen, die Gesellschaft und die Welt wieder ein Stück mehr auf die richtige Spur zu bringen. Der Schlüssel ist jedoch, dass man seine Entscheidungen – nach Möglichkeit jede einzelne – bewusst trifft. Wenn ich mangels Alternative etwas tue oder kaufe, was vielleicht nicht optimal für die Umwelt ist, dann weiß ich das zumindest und versuche, den negativen Einfluss anderweitig wieder auszugleichen. Wenn ich etwas tue oder kaufe, was nach bestem Wissen und Gewissen gut für Umwelt, Gesellschaft und die Welt ist, dann freue ich mich umso mehr.

Ich bin der Überzeugung, dass jegliche Extreme egal welcher Richtung eher schaden als nutzen. Die Antwort liegt immer irgendwo in der Mitte und der Schlüssel zur bestmöglichen Antwort heißt „Bewusstsein“. Der Weg zu einem klaren Bewusstsein führt für mich zwangsläufig über die Befreiung von externen Beeinflussungen und Manipulationen. EIn erster, wichtiger Schritt ist dabei, die Berieselung durch Werbung und Massenmedien herunterzufahren oder je nach Möglichkeit weitgehend zu vermeiden. Probieren Sie es einfach mal aus – wie wäre es mit einer Woche ohne Fernsehprogramm? Oder einem Tag die Woche für zwei Monate? Sie werden erstaunt sein, wie sich Ihre Sicht auf manche Dinge ändern wird.

Wir selbst haben natürlich schon einen Fernseher. Darauf laufen jedoch ausschließlich Filme und Serien „on demand“, das heißt: Wir sehen das, was wir wollen, wann wir wollen. Es kommen keine Nachrichten, keine Einblendungen über die nächste Katastrophe und vor allem: keine Werbung.

Liebe Grüße aus Aschaffenburg
Carsten Sann
Der Essenzenladen