Zu guter Letzt … (November 2019)

„Zwei Welten“ … das war der Gedanke, den ich hatte, als ich wieder einmal eine Folge einer Anwaltsserie auf Netflix geschaut habe. Darin geht es um Intrigen, Streit, Missgunst, Lügen und Ehrgeiz. Einem Teil von mir ist diese Welt vertraut, denn so ist die Welt, in der ich aufgewachsen bin, immer gewesen. Nicht ganz so extrem wie in der Serie, aber doch immer mit einer Portion Misstrauen, Neid und Egoismus – sowohl in der virtuellen Welt des Fernsehens als auch im realen Leben. Und irgendwie habe ich mich darin nie wohlgefühlt.

Ein Teil von mir wusste schon immer, dass ich für mein Leben etwas Anderes haben möchte. Weder habe ich verstanden, warum es für andere so wichtig war, sich über gewisse Leute das Maul zu zerreissen, besser als sie sein zu wollen oder ihnen etwas nicht zu gönnen, noch verspürte ich das Bedürfnis, da mitzumachen. Und besonders schlimm war es, wenn ich selbst zum Ziel wurde. Nein … vollständig zuhause habe ich mich in diesem Umfeld nie gefühlt. Leider gab es in der Schule, in der Tanzschule, an der Uni und später im Arbeitsleben nichts Anderes. Nicht, dass sie mich falsch verstehen: Es war nicht alles immer schlecht, keineswegs. Aber vollständig zuhause habe ich mich wegen der teils unterschwelligen, teils klar sichtbaren negativen Energien nie gefühlt.

Das änderte sich im beruflichen Bereich erst, als ich mich vollständig den Essenzen gewidmet habe. Zum einen bin ich mein eigener Herr und bestimme selbst das Klima in unserem kleinen Unternehmen. Zum anderen haben wir das Glück, dass unsere Kunden zu 99,9% fantastisch sind und wir deshalb nur sehr wenig mit Konfliktenergien zu tun haben. Und wenn es dann doch einmal vorkommt, dann gilt wieder Punkt 1: Ich bin mein eigener Herr und kann mich entscheiden, wie weit ich mich darauf einlasse. Auch die Beziehungen mit den Herstellern unserer Essenzen sind weitestgehend frei von Konflikten. Sie sind im besten Sinne eine Kollaboration – eine Zusammenarbeit zum beiderseitigen Wohlergehen.

In meiner Freizeit habe ich das, was ich suche, beim Judo gefunden. Suchen muss man danach in dieser außergewöhnlichen Sportart jedoch gar nicht lange. In den 1880er Jahren als körperliches und moralisches Erziehungssystem entstanden, verfügt Judo über zwei grundlegende Prinzipien, die bildlich gesprochen in der DNA der Sportart verankert sind.

Jita-kyoei, das moralische Prinzip (自他共栄): „Gegenseitige Hilfe für wechselseitigen Fortschritt und beiderseitiges Wohlergehen“ und Seiryoku-zenyo, das technische Prinzip (精力善用): „Bester Einsatz von Geist und Körper“.

Der Grad, zu dem diese beiden Prinzipien in den deutschen Vereinen gelebt werden, variiert zugegebenermaßen. Auch kommt es gelegentlich zu Vorfällen, in denen ein Judoka die Prinzipien missachtet und sich, teilweise auch medienwirksam, eklatant falsch verhält. Ausnahmen bestätigen die Regel. Dennoch sind diese beiden Konzepte untrennbar mit dem Sport verbunden und ich habe das Glück, dass in meinem Verein die Prinzipien und die daraus abgeleiteten Judowerte umfassend gelebt werden.

Was sind die Konsequenzen? Ich kam aus einer Welt, in der ich das Gefühl hatte, ständig auf der Hut sein zu müssen, weil jemand mir etwas Schlechtes wollen könnte, schlecht über mich reden würde oder neidisch auf mich war. Auch hier litt ich zwar nicht unter Verfolgungswahn, die unterschwellige Annahme, dass es so sein könnte, war jedoch immer präsent, was im Kontakt mit anderen Menschen immer ein wenig zusätzliche Energie gefressen hat.

Es hat mich eine ganze Reihe von Jahren gekostet, dieses latente Misstrauen anderen gegenüber freizulegen und in einen konstruktiven, vertrauensvollen Umgang zu transformieren, ohne dabei blauäugig zu sein. Und mein Herz fühlt sich heute hier zuhause, weil ich in den Kreisen, in denen ich mich inzwischen bewege, guten Gewissens den Menschen eine Vertrauensvorschuss geben kann, der bisher nicht mehr enttäuscht wurde. Das ist nun meine Welt.

Und was will ich nun damit sagen? Ich glaube, dass die Welt so gedacht ist, dass wir vertrauensvoll miteinander umgehen und dass das Prinzip von „gegenseitiger Hilfe für wechselseitigen Fortschritt und beiderseitigem Wohlergehen“ mehr ist als nur das Konzept eines lange gestorbenen Japaners. Für mich hat es eher den Rang einer universellen Wahrheit.

Natürlich bin ich mir darüber im Klaren, dass die Realität in weiten Teilen (noch) anders aussieht. Aber spüren Sie doch einmal in sich hinein. Wie würde es sich anfühlen, wenn in Ihrem Leben das beiderseitige Wohlergehen eine noch viel größere Rolle spielen würde, als es das vielleicht bisher tut. Wäre das nicht toll?

Auch wenn da draußen mit den Trumps, Johnsons und Putins dieser Welt gefühlt das Chaos tobt, bin und bleibe ich ein zwanghafter Optimist. Das, was ich privat und im Essenzenladen lebe und wahrnehme, macht mir Hoffnung, dass sich die Welt verändert – ein Mensch nach dem anderen. Je bewusster und offener wir werden, desto leichter fällt es uns, für uns selbst Entscheidungen darüber zu treffen, was wir behalten und von was wir uns trennen wollen. Und je mehr und öfter wir das tun, desto mehr verändert sich unser Leben und wir verändern das Leben der anderen. Der Spruch, dass „alles miteinander verbunden ist“, ist nämlich ebenfalls mehr als nur schöne Worte.

Wenn sie eine „alte Freundin“ von damals haben, die schlecht über andere redet und zu der sie nur noch Kontakt haben, weil sie loyal sein wollen, dann fühlen Sie mal in sich rein und stellen sich vor, wie es wäre, wenn sie deren Energie nicht mehr länger in ihrem Leben hätten. Danach ziehen sie die Konsequenzen, die sich für Sie gut anfühlen.

Wenn sie in einem Umfeld arbeiten, in dem Konkurrenz, Neid und Missgunst an der Tagesordnung sind, dann spüren sie in sich hinein, ob sie sich wirklich wohl dort fühlen. Vielleicht können sie auch etwas zur Veränderung des Klimas beitragen. Oder sie können sich entscheiden, zu gehen. Auf jeden Fall braucht es für eine Situation, die sich nicht gut anfühlt, eine Lösung.

„Love it, leave it, or change it – but decide and be happy.“

Nach wie vor gilt, dass wir in Zeiten riesiger Veränderungen leben, und dazu gehört, dass wir alle Beziehungen in Beruf, Freundeskreis und Familie auf den Prüfstand stellen. Dienen sie uns und fühlen sie sich gut an, oder kosten sie nur Kraft und Energie ohne, dass wir auf irgendeine Weise – mental, emotional oder seelisch – auch davon profitieren? Stellen sie sich selbst die Frage, was sie in ihrem Leben haben und fühlen möchten. Dann prüfen sie alles, was sich bereits darin befindet darauf, ob es ihrem Ziel dient oder nicht. Wenn sie das, was ihnen nicht länger dient, Stück für Stück entfernen, entsteht viel Raum und Kraft für das Neue, das dem Leben ihrer Träume viel besser dienen kann.

Liebe Grüße aus Aschaffenburg
Carsten Sann
Der Essenzenladen

P.S. Kleine Randbemerkung: Essenzen können die Arbeit nicht für uns erledigen, das müssen wir schon selbst tun. Sie sind jedoch hervorragende Helfer auf dem Weg der Selbstentfaltung. Aber das wussten sie ja schon, sonst hätten sie diesen Newsletter nicht abonniert :-)

Zu guter Letzt … (Oktober 2019)

Wie das Leben so spielt. Während ich meine Kolumne für den Oktober schreibe, sitze ich im Flugzeug von Sydney nach Hongkong. Und das mir, der ich nicht unbedingt der Reiselustigste von allen bin. Aber wenn man seinen Job ernst nimmt, dann tut man, was getan werden muss. Und bei mir war das, endlich nach Australien zu fliegen und Ian White, den Hersteller der Australischen Buschblüten zu besuchen.

Ich weiß, es ist Jammern auf hohem Niveau, wenn ich anmerke, dass es mich schon ein wenig Überwindung gekostet hat, diese lange Reise anzutreten. Der Hinflug hat gut 24 Stunden gedauert, davon drei Stunden Aufenthalt in Hongkong. Der Rückflug wird ähnlich. Und dann ist da noch die Zeitverschiebung von neun Stunden, die ich aber mit der Travel Essence ganz gut im Griff habe.

Der Essenzenladen wurde vor nunmehr 15 Jahren auf mehreren, unverrückbaren Grundsätzen gegründet. Einer davon ist, dass wir alles dafür tun, um maximale Integrität zu gewährleisten. Dazu gehört auch, dass wir wissen, wovon wir sprechen, und für mich persönlich ist ein ganz wichtiger Punkt, die Menschen und Orte zu kennen, von denen die Essenzen kommen. Nun kenne ich Ian White schon seit vielen Jahren, aber in Australien war ich bisher noch nie. Und das Universum war im Sommer der Meinung, dass ich das ändern sollte.

Bereits letztes Jahr hatte ich mit Ian lose verabredet, dass ich 2019 nach Australien zu seinem Level 3 Workshop kommen würde. Doch im Winter und Frühjahr sah es nicht so aus, als ob es klappen würde, weil einfach viel zu viel los war und ich keine Energie hatte, die Reise auf mich zu nehmen. Doch im Sommer fing das Ganze an sich zu drehen und Anfang September war dann klar: Ich muss es tun. Abreise am 28. September – alle Hotels und Flüge zu buchen war eine sportliche Angelegenheit.

Die Details meiner insgesamt elfeinhalb Tage in Australien in diesen Newsletter packen zu wollen, würde definitiv den Rahmen sprengen. Ich habe aber ein ausführliches Reiseblog mit Bildern geführt, das Sie hier finden können: https://mensch-sein-heute.blog/tag/australien. Achtung: Die Reihenfolge ist umgekehrt, der neueste Beitrag steht zuoberst.

Was ich aber hier berichten möchte ist meine Erfahrung, die Australischen Buschblüten von Angesicht zu Angesicht kennenzulernen. Während des insgesamt dreitägigen Workshops mit Ian White haben wir mehrere Bushwalks unternommen, um möglichst viele der Blüten in ihrer natürlichen Umgebung zu erleben. In Australien hat der Frühling gerade begonnen, deshalb ist der Zeitpunkt perfekt dafür.

Gleich am ersten Tag haben wir, sprichwörtlich direkt von Ians Haustür in Terrey Hills, an die 20 der Buschblüten mit eigenen Augen sehen dürfen, darunter Dog Rose (ist kleiner als man denkt), Flannel Flower (ist größer als man denkt), Black-eyed Susan, Isopogon, Crowea, Slender Rice Flower, Hibbertia, Little Flannel Flower, Mountain Devil etc. Die schiere Menge und Pracht der Blüten hat mich so überwältigt, dass ich am Abend fix und fertig war.

Am nächsten Tag haben wir dann Waratahs gesehen, die ja die Logo-Blume von den Australischen Buschblüten sind. Beeindruckend groß und knallrot. Neben vielen Informationen über Blüten, die in Level 1 und 2 nicht besprochen werden, und grundlegenden kinesiologischen Werkzeugen ist das Herz des Seminars die Herstellung einer eigenen Blütenessenz. Wir haben als Gruppe eine Flannel Flower Essenz erschaffen, die jeder auch mit nach Hause nehmen durfte. Ich bin schon gespannt, sie auszuprobieren.

Auch am dritten Tag gab es wieder einen kleinen Bushwalk, viele weitere Informationen und Techniken und am Ende eine berührende Abschlusszeremonie.

Mein Ziel, die Australischen Buschblüten an dem Ort zu sehen, an dem sie hergestellt wurden, habe ich zu 100 Prozent erreicht. Gleichzeitig habe ich in den Tagen in Australien unglaublich viele weitere Dinge sehen und erleben dürfen, für die ich von Herzen dankbar bin.

Von jeder meiner Reisen zu den Herstellern nehme ich eine energetische Verbindung zu dem Ort, an dem die Essenzen hergestellt werden, mit nach Deutschland zurück. Inzwischen fühle ich mich ein bisschen, wie eine Spinne in ihrem Netz, denn ich durfte schon nach Kanada, Irland, Japan und in die USA reisen. Mit Australien habe ich nun auch die Verbindung zum letzten der klassischen fünf Kontinente geknüpft.

Unser Anspruch im Essenzenladen ist es, unseren Kunden schnell und zuverlässig die Essenzen zu schicken, die sie benötigen, und dabei in jeder Hinsicht integer zu sein – sowohl was unser eigenes Handeln, als auch was unsere Produkte angeht. Mit den Reisen zu den Herstellern kann ich für mich sicherstellen, dass ihre Essenzen diesem Anspruch gerecht werden. Bei den Australischen Buschblüten war das nie eine Frage, aber dennoch ist die Verbindung noch einmal anders, nun, da ich dort gewesen bin.

In diesem Sinne freue ich mich darauf, dass wir unsere Rolle als Botschafter der Essenzen in Deutschland mit noch mehr Elan und Tiefgang wahrnehmen können und wünsche Ihnen einen goldenen Oktober.

Liebe Grüße aus Aschaffenburg
Carsten Sann
Der Essenzenladen

Zu guter Letzt … (September 2019)

Schon seit einigen Jahren beobachte ich (und wahrscheinlich auch sie) eine immer größer werdende Tendenz zu politischer Korrektheit, der sich inzwischen für mich fast ein wenig zwanghaft anfühlt. Bitte verstehen sie mich nicht falsch: Ich bin ein großer Verfechter einer achtsamen und respektvollen Kommunikation. Der Glaube, dass alles politisch Korrektheit sein müsse hat jedoch inzwischen solch eine Eigendynamik entwickelt, dass ich oft aus dem Kopfschütteln nicht mehr herauskomme – man denke nur an die Debatte um die Werke von Astrid Lindgren. Im Jahr 2009 wurden die deutschen Übersetzungen der Bücher umgeschrieben, im Kontext harmlose Worte wie „Zigeuner“ und „Neger“ wurden entfernt und durch „zeitgemäße“, vermeintlich politisch korrekte ersetzt.

Die Verfechter solcher Aktionen gehen davon aus, dass sich die Einstellung der Menschen ändern lässt, indem man versucht, von oben verordnet den Sprachgebrauch zu ändern. Dabei wird meiner Meinung nach übersehen, dass Worte per se erst einmal vollkommen neutral sind. Erst die Art und Weise, der Kontext und wie es vom Empfänger verstanden wird sorgen dafür, dass Worte loben, schmeicheln, manipulieren oder verletzen. Wenn ich meinem besten Freund im Spaß sage: „Du bist vielleicht ein Depp!“ ist das etwas komplett Anderes, als wenn ich es meinem Kind als Reaktion auf eine schlechte Note an den Kopf werfe. Auf der anderen Seite kann ich jederzeit auch mit politisch korrekten Worten diskriminierende und verletzende Dinge sagen.

Ein weiteres Beispiel für zwanghafte politische Korrektheit ist das immer nerviger werdende „Gendering“ Laut Wikipedia „steht das Wort für einen geschlechterbewussten Sprachgebrauch, der im Interesse der Gleichstellung der Geschlechter mit Modifikationen der herkömmlichen Sprache einhergeht.“ Dem Gendering liegt der gutgemeinte Versuch zugrunde, einen ziemlich alten Irrtum zu beseitigen, der leider immer noch tief in der DNA unserer Gesellschaft steckt, nämlich, dass Männer und Frauen unterschiedlich viel wert seien. Meiner Meinung liegt jedoch auch hier wieder der Irrtum zugrunde, dass sich Einstellungen von Menschen durch zwangsweise verordnete Modifikationen der Sprache ändern lassen. Spätestens seit George Orwells Roman „1984“ haben wir ein plastisches Beispiel dafür, warum man das besser sein lassen sollte.

In Ländern des englischen Sprachraums kann man übrigens hervorragend beobachten, dass es offensichtlich nicht an der Sprache liegt, wenn Frauen gegenüber Männern in verschiedenen Bereichen immer noch benachteiligt sind, denn im Englischen gibt es keine so ausgeprägte „Geschlechtertrennung“ wie beispielsweise im Deutschen. Eine Lehrerin ist dort genauso „teacher“, wie ihr männlicher Kollege und meine beste Freundin ist genauso „friend“ wie mein bester Freund. Und dennoch gibt es dort keine vollständige Gleichberechtigung von Frauen. Nach dem, was man in den Medien mitbekommt, hat es sogar den Anschein, dass Frauen es in den USA sogar teilweise noch schwerer haben, als in Deutschland.

Die verordnete sprachliche politische Korrektheit ist daher meiner Meinung nach sinnlos und sorgt in erster Linie dafür, dass unsere Kommunikation immer verklemmter wird, weil jeder so bemüht ist, bloß nichts Falsches zu sagen und niemandem auf den Schlips zu treten. Dadurch geschieht es immer öfter, dass das, was man zu sagen hatte, nicht mehr wirklich ankommt.

Letztlich setzen die Versuche, Einstellungen über erzwungene Änderungen im Sprachgebrauch verändern zu wollen, an der falschen Stelle an. Sie verleugnen das eigentliche Problem, denn nur, weil man etwas nicht mehr sagen soll oder darf, heißt das nicht, dass man es nicht trotzdem denkt.
Damit eine Gesellschaft sich verändert, muss sich jedes einzelne ihrer Mitglieder bewegen. Und das kann keine „Revolution von oben“ sein – die Bewegung muss von unten kommen und das tut sie meiner Meinung nach bereits.

Sicher, die Veränderung ist noch ein sehr zartes Pflänzchen und an den Schaltzentralen der Macht ist sie noch lange nicht angekommen, jedoch macht mir die zunehmende Anzahl von Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die ihren Mitmenschen mit offenem Herzen und von Natur aus achtsamer und respektvoller Kommunikation begegnen, großen Mut. Je mehr von ihnen in Führungsetagen und politischen Ämtern ankommen, desto schneller wird die Veränderung vorangehen.

Als Eltern, Großeltern, Lehrer und Ratgeber haben wir dabei zwei wichtige Aufgaben. Die erste ist es, unseren eigenen Weg der Heilung und Entfaltung nach besten Kräften zu gehen, denn nur das, was wir für uns selbst geheilt haben, projizieren wir nicht mehr auf die Kinder und Jugendlichen. Und zweitens ist es unsere Aufgabe, ihnen zur Seite zu stehen, wenn sie durch Situationen konfrontiert sind, die dem alten Paradigma entspringen. Sie brauchen unsere Hilfe, um zu verstehen, was da wirkt und um zu lernen, damit umzugehen und es anders zu machen. Das ist eine große Aufgabe, aber seien Sie unbesorgt: Die Tatsache, dass Sie diesen Newsletter gelesen haben ist Zeugnis dafür, dass sie die Bereitschaft und die Fähigkeit dazu besitzen.

Liebe Grüße aus Aschaffenburg
Carsten Sann
Der Essenzenladen

Zu guter Letzt … (August 2019)

Petra Schneider (LichtWesen) schreibt in ihrem Beitrag „Hochsensibel sein, Stimmungen wahrnehmen“ über etwas, was mich selbst umtreibt. Seit ich denken kann, bin ich mit besonders feinen Antennen ausgestattet, was die Emotionen anderer betrifft. Egal wie sehr jemand mich beispielsweise anlächelt, kann ich doch erkennen, ob sein Herz ebenfalls lächelt oder ob es nur Fassade ist. Das funktioniert auch auf Fotos. Irgendwie verraten mir die Augen, ziemlich viel über den Gemütszustand der abgebildeten Funktion, egal was die Mimik stattdessen versucht auszusagen. Das ist Fluch und Segen zugleich – jeder, der ähnlich feine Antennen hat, wird verstehen, was ich damit meine. Dieses Thema, das Petra Schneider so schön in ihrem Beitrag aufgreift, hat mich veranlasst, heute meine eigenen Gedanken dazu auf Papier zu bringen …

1. Menschen neigen dazu, Dinge zu dramatisieren – im Positiven wie im Negativen. Wenn man mit einer besonders großen Sensitivität ausgestattet ist, ist das nichts, was einen zu einem besseren Menschen macht. Es ist halt einfach so. Gleichzeitig ist es nichts, was man bedauern oder gar behandeln sollte oder könnte. Ich wiederhole mich: Es ist halt einfach so. Hört auf, Euch Eier darauf zu backen oder Euch als Opfer zu fühlen. Was ist, ist – und ich glaube auch, dass es gut so ist, denn …

2. Hohe Sensitivität und Intuition sind die logische Konsequenz der menschlichen und gesellschaftlichen Evolution. Die Menschheit hat in ihrer langen Geschichte ziemlich viele unmenschliche Dinge getan. Ich bin der Überzeugung, dass vieles davon nur möglich war, weil entweder kein Mitgefühl vorhanden war, oder dasselbe zwangsweise abgewürgt wurde, beispielsweise wenn man als Soldat ins Feld ziehen musste. Wir haben in unserer Gesellschaft den Luxus, dass wir uns nicht mehr um unser Überleben sorgen müssen. Deshalb nutzt unser Körper-Geist-System die freigewordene Energie, um sich weiterzuentwickeln. Eine der Konsequenzen ist die erhöhte Sensitivität, die immer mehr Menschen besitzen. Und das ist gut so, denn jemand, der quasi am eigenen Leib spürt, wenn er anderen wehtut, besitzt verständlicherweise eine ziemlich geringe Motivation, genau das zu tun. Gleichzeitig ist es in unserer aktuellen Welt ziemlich schwer, so viel zu spüren, denn …

3. Pioniere haben es am Anfang schwer. Ohne jetzt in utopische Fantasien einer zukünftigen Gesellschaft abschweifen zu wollen, steht es außer Frage, dass Mitgefühl und Kooperation in der Welt, wie sie momentan ist, noch viel zu kurz kommen. Sowohl von Seiten vieler Menschen, als auch von Seiten der Institutionen, die an den Hebeln der Macht sitzen (Politik, Wirtschaft etc.), geschieht jeden Tag viel zu viel Eigennütziges und Rücksichtsloses auf Kosten anderer. Wenn man die feinen Antennen besitzt und die „volle Dröhnung“ davon auf energetischer Ebene mitbekommt, dann ist das alles andere als angenehm. Dennoch ist es notwendig, denn ohne Pioniere kein Fortschritt. Je mehr Menschen verstehen, dass eine hohe Sensitivität Teil der Evolution ist und entsprechend handeln, desto eher wird die kritische Masse erreicht sein, denn …

4. Jeder Mensch besitzt ein emotionales Leitsystem. Bis auf wenige, tatsächlich krankhafte Ausnahmen wird niemand ernsthaft Freude verspüren, wenn er anderen schadet. Es mag ein kurzzeitiger Rausch sein, andere zu dominieren, ein Nervenkitzel, etwas zu stehlen oder ein Gefühl der Macht, einen anderen besiegt zu haben. Auf Dauer bleibt jedoch tief drinnen immer ein schales, nagendes Gefühl, das nicht wirklich angenehm ist. Je weiter die Evolution in dieser Richtung fortschreitet, desto schwerer wird es, diese schlechte Gefühl zu ignorieren und desto mehr Menschen werden damit beginnen, die Dinge sein zu lassen, die ihnen die negativen Emotionen bescheren. Diesen emotionalen Kompass besitzt jedes mit Gefühlen ausgestattete Wesen, natürlich auch Tiere. Folgen wir ihm, kommen wir automatisch zu mehr Mitgefühl und Kooperation, denn …

5. Wir sind tatsächliche alle eins. Je mehr wir fühlen können, dass wir alle verbunden sind, desto weniger Nutzen haben wir davon, egoistisch zu sein. Bisher war das vor allem ein mentales Konzept, das gut klingt gut und sich auch irgendwie tief drinnen ganz gut anfühlt. Aber wie wörtlich das gemeint ist und was das im Alltag bedeutet, beginnt man erst wirklich zu verstehen, wenn man die Verbindung zu den anderen tatsächlich spürt. Genauso wenig, wie es sinnvoll ist, mir mit dem Hammer in der linken Hand auf den rechten Daumen zu hauen, genauso sinnfrei ist es, meinem Mitmenschen vor das Schienbein zu treten. Wenn man es spürt, versteht man es.

Und trotzdem bleibt es anstrengend, mit all dem umzugehen, was da jeden Tag auf uns einprasselt. Deshalb ist es sinnvoll, alle Werkzeuge zu nutzen, die einem zur Verfügung stehen. Petra Schneider schlägt einige hilfreiche Visualisierungen vor, zusätzlich sind natürlich auch Essenzen dafür prädestiniert zu helfen. Besonders ans Herz legen möchte ich Ihnen deshalb unsere Mischung „Emotionale Klarheit„, die ich (aus purem Eigennutz ;-) ) vor einigen Jahren zusammengestellt habe, um besser unterscheiden zu können, was meine eigenen Emotionen sind und was ich gerade von außen wahrnehme. Wir haben die Essenz deshalb auch zu unserer Essenz des Monats gemacht.

Liebe Grüße aus Aschaffenburg
Carsten Sann
Der Essenzenladen

Zu guter Letzt … (Juli 2019)

In den letzten Wochen ist mir immer wieder ein Begriff durch den Kopf gegangen: Emotionale Verlässlichkeit. Sucht man ihn im Internet, findet man zwar einige Erwähnungen, jedoch nur als ein Punkt von vielen, der für Kinder wichtig ist. Natürlich gibt es vieles, was objektiv betrachtet für unser physisches Überleben höhere Priorität hat, jedoch ist die emotionale Verlässlichkeit in meinen Augen etwas, was für unsere Entwicklung, Stabilität und nicht zuletzt auch das „emotionale Überleben“ von großer Bedeutung ist – besonders, wenn man mit überdurchschnittlicher Sensitivität gesegnet (oder manchmal auch verflucht?) ist. Und das gilt nicht nur für Kindheit und Jugend, sondern natürlich auch, wenn man erwachsen ist.

Für mich bedeutet emotionale Verlässlichkeit unter anderem, dass starke Emotionen niemals gegenüber unbeteiligten Dritten ausgedrückt werden, die damit weder rechnen noch im Zweifelsfall umgehen können. Ein Beispiel aus dem Alltag: Eine Frau hat sich während des Arbeitstages über etwas massiv geärgert fühlt noch eine Menge Wut in sich. Nachdem sie zuhause ist, kommt ein Kind oder der Partner zufällig in den Raum, und sagt etwas vollkommen Harmloses, was sie in den falschen Hals bekommt. Die darauf folgende Explosion war für den anderen nicht vorhersehbar und es bräuchte eine Menge Stabilität, um der Woge der Emotionen unbeeindruckt standhalten zu können. Ein Partner kann das vielleicht noch hinbekommen, für Kinder ist es jedoch in der Regel unmöglich.

Im Umkehrschluss bedeutet emotionale Verlässlichkeit, dass wir lernen sollten, auf Situationen emotional angemessen zu reagieren. Das heißt keinesfalls, dass wir unsere Emotionen in irgendeiner Form unterdrücken sollen, es bedeutet lediglich, dass wir sie in die richtige Richtung lenken und sie auf angemessene Art und Weise ausdrücken. Jede Emotion hat ihre Daseinsberechtigung (sonst hätten wir sie nicht) und auch die „negativen“ Gefühle sind gesund, wenn wir sie ausdrücken und ihnen den angemessenen Raum geben.

Das Paradebeispiel für eine „schwierige“ Emotion ist für viele Wut und Zorn. Es ist gesund und sehr reinigend, einmal so richtig wütend zu sein. Hinter diesen Gefühlen steht eine machtvolle emotionale Energie, die unbedingt ausgedrückt werden will. Schlucken wir sie, schaden wir nur uns selbst. Wichtig ist dabei zu verstehen, dass Wut und Zorn sehr kurzlebige Emotionen sind: Sie brausen auf, und ebben dann, wenn wir sie ausdrücken, schnell wieder ab. Halten wir sie fest, entsteht Groll, der wiederum nicht sehr gesund ist. Die Wut muss also raus, und es gibt dabei nur drei wichtige Regeln: Keine Dinge zerstören, die nicht ausdrücklich dafür vorgesehen sind, nicht sich selbst verletzen und niemand anderen verletzen.

Betrachtet man das Ausdrücken von Wut aus der Perspektive des Empfängers wird schnell klar, dass ein Erwachsener oder ein Kind, die als Unbeteiligte in die Schusslinie geraten, im Zweifelsfall schnell überfordert sind. Besonders für Kinder ist es im höchsten Maß verstörend, wenn sie für sie vollkommen unvorhersehbar mit der Emotion Wut konfrontiert sind, ohne dass es einen erkennbaren Grund dafür gibt. Geschieht das regelmäßig, „lernen“ sie als Teil der emotionalen Überlebensstrategie, dass der betreffende Elternteil emotional unzuverlässig ist und man nie weiß, woran man bei ihm ist. Die Konsequenz ist, dass ein Kind sich nicht mehr sicher fühlt und sich zurückzieht und emotional verschließt.

Auch als Erwachsener kann es beliebig schwer sein, mit Emotionen anderer umzugehen, die auf einen projiziert werden, ohne dass man einen kausalen Zusammenhang erkennen kann. Auch hier sind Wut und Zorn wieder ein gutes Beispiel. Wenn zwei Partner sich im Alltag über eine Kleinigkeit streiten, die Auseinandersetzung jedoch auf einmal eine Größenordnung annimmt, die der Sache nicht mehr angemessen ist, dann geht es bei mindestens einem der Kontrahenten gar nicht mehr um die Sache selbst, sondern um etwas Anderes, das der eigentliche Grund für seine Wut ist. Und das kann durchaus etwas Uraltes sein, beispielsweise aus der Kindheit. Ist der andere gerade nicht stabil und/oder besonders sensitiv für emotionale Energien, kann einen das schon aus der Bahn werfen. Auch hier ist es hilfreich, an der emotionalen Verlässlichkeit zu arbeiten.

Auch wenn ich bisher vor allem Wut und Zorn als Beispiele herangezogen habe, kann es für Kinder mindestens ebenso verstörend sein, wenn die Bezugspersonen immer wieder scheinbar grundlos andere starke Emotionen ausdrücken: Trauer, aber auch überschießende Freude. Stellen Sie sich nur einmal jemanden vor, der in banalen Alltagssituationen regelmäßig und ohne erkennbaren Grund Lachanfälle hat oder vor Freude wie ein Gummiball umher hüpft. Irgendwann würden wir uns als Erwachsene denken, dass die Person nicht mehr alle Tassen im Schrank hat. Vielleicht würden wir auch anfangen, uns ernsthaft Sorgen um deren geistige Gesundheit machen. Ein Kind hat jedoch normalerweise nicht den rationalen Zugang zu solchen Situationen, und alles, was ankommt ist, dass die Bezugsperson verwirrende, sich widersprechende Signale aussendet. Auch hier kann ein Kind irgendwann nur noch zu dem Schluss kommen, dass die Person emotional unzuverlässig ist – mit den oben beschriebenen Konsequenzen. Und wenn wir in jungen Jahren gelernt haben, dass wir selbst den Personen, die uns nahestehen, emotional nicht vertrauen können, dann hat das natürlich auch erst einmal Konsequenzen für unsere Beziehungen …

Was können wir tun? Sandra Epstein von den Ararêtama Regenwaldessenzen benutzt den Begriff „Emotionale Fitness“. Kurz gesagt bedeutet das, dass wir die Gefühle, die wir haben, wahrnehmen, sie bewusst ausdrücken, ihnen jedoch nicht ausgeliefert sind. Es bedeutet auch, dass wir Stück für Stück die roten Knöpfchen deaktivieren, auf denen andere (gerne unsere Kinder) manchmal Klavier spielen, um uns nach Belieben dazu zu bringen, zu explodieren. Wohl gemerkt geht es dabei in der Regel auch wieder um alte Wut, die noch nicht angemessen ausgedrückt wurde und deshalb aus dem Zusammenhang gerissen und durch banale Dinge getriggert wird.

Die Ararêtama Essenzen (und natürlich auch unsere anderen Schwingungsmittel) können eine wertvolle Unterstützung dabei sein, sich der eigenen Emotionen bewusst zu werden und zu lernen, sie zu kanalisieren. Je besser wir dies beherrschen, desto einfacher fällt es uns, emotional zuverlässig zu sein und beispielsweise unserem Gegenüber zu sagen: „Ich bin gerade stinksauer, aber nicht auf Dich. Ich muss mal raus, und Holz hacken/Joggen/laut schreien/etc.“

Emotional zuverlässig sein heißt vor allem aber auch, authentisch zu sein, sich also in Bezug auf seine Gefühle nicht zu verstellen. Jeder ist mal traurig, mal fröhlich, mal wütend und mal introvertiert. Menschen, die besonders empathisch sind, spüren das in ihrem Gegenüber, egal ob die Person es (non-) verbal ausdrückt oder versucht, das Gefühl zu unterdrücken. Besonders für hochsensitive Kinder ist es deshalb verwirrend, wenn sie beispielsweise genau wahrnehmen, dass der Vater gerade traurig ist, der es aber vehement bestreitet. Kommt das immer wieder vor, ist die Konsequenz, dass das Kind entweder „lernt“, der eigenen Wahrnehmung nicht zu vertrauen oder wieder, dass die Bezugsperson emotional unzuverlässig, in diesem Fall, nicht authentisch ist.

Besonders, wenn man gerade erst angefangen hat, die eigene emotionale Fitness zu trainieren, kann es eine Herausforderung sein, wenn einem jemand von außen sagt: „Du fühlst Dich gerade traurig/wütend/etc.“, wenn man es selbst noch gar nicht bewusst wahrgenommen hat. Wenn es von jemandem kommt, dem wir vertrauen und der uns nahesteht – das gilt in besonderem Maße für die eigenen Kinder – dann tun wir jedoch gut daran, zumindest kurz in Erwägung zu ziehen, dass die Person recht haben könnte … verwerfen können wir es später immer noch.

In Bezug auf das Thema emotionale Zuverlässigkeit spielt jeder von uns beide Rollen – Sender und Empfänger – und beide Seiten sind oft mit Herausforderungen verbunden. Wenn ich Sender bin, ist es meine Aufgabe, an meiner emotionalen Fitness zu arbeiten, und als Empfänger ist es meine Aufgabe, mit falsch adressierten Emotionen umgehen zu lernen, damit sie mich nicht aus der Bahn werfen. Besonders für letzteres eignet sich unsere Mischung „Dickes Fell“, die gleichzeitig auch unsere Essenz des Monats ist. Die enthaltenen Essenzen sind deshalb auch dort ausführlich beschrieben. Für unsere Rolle als Sender empfehle ich das Ararêtama Mandala von Sandra Epstein, das sich ausführlich dem Thema emotionale Fitness widmet. Denn je besser wir in der Lage sind, emotional zuverlässig zu sein, desto einfacher wird und glücklicher wird das Miteinander und damit unser Leben.

Liebe Grüße aus Aschaffenburg
Carsten Sann
Der Essenzenladen

Zu guter Letzt … (Juni 2019)

Selten hat mich ein Vortrag so berührt wie dieser! Deshalb lege ich Ihnen ans Herz, ihn in voller Länge anzusehen – er dauert über zwei Stunden. Aber der Reihe nach …

Seit ich denken kann, habe ich so meine Probleme damit das Konzept hinter Wettbewerb und Wettkampf zu verstehen oder Freude daran zu finden. In meiner Jugend hat das dazu geführt, dass ich zwar großen Spaß am Judotraining hatte, jedoch nie zu Wettkämpfen gefahren bin. Ich musste erst über 40 werden, um das mal auszuprobieren (und festzustellen, dass ich richtig lag).

Im Gegenzug ergibt es für mich vollständig Sinn, wenn Menschen mit ihrer Umwelt zum gegenseitigen Nutzen kooperieren, sich unterstützen und helfen. Tritt man einen Schritt zurück und versucht das, was man von klein auf als „normal“ erlebt hat beiseite zu legen, erscheint es ohnehin vollkommen unverständlich, warum im täglichen Umgang miteinander zwischen Mensch, Tier und dem Rest der Natur einer gewinnen soll, während andere verlieren. Zumindest mir geht das so.

In seinem Vortrag erzählt Erwin Thoma auf liebevolle und eindrückliche Art und Weise von vielen Dingen: Warum der Wald als Organismus so viel intelligenter ist als wir, wie er vom Förster zum nachhaltigen Unternehmer wurde, wie er aus Holz viel stabilere und bessere Häuser baut als andere aus Stahlbeton und warum die Harzsalbe seiner Oma fantastisch ist. Immer jedoch geht es dabei um miteinander statt gegeneinander, und ich bin damit vollständig in Resonanz gegangen.

Wenn man Thoma auf der Bühne reden sieht, nimmt man ihm jedes Wort ab. Ich glaube ihm, dass er das, was er da sagt, meint und lebt. Und das ist für mich eine weitere wesentliche Säule des Miteinanders: Ehrlichkeit, Integrität und Authentizität. Auch in dieser Hinsicht hat mich der Vortrag tief beeindruckt.

Insofern will nicht dieses Mal gar nicht so viele Worte machen. Ich lege Ihnen nochmals nachdrücklich ans Herz: Sehen Sie sich den Vortrag an. Er wird auch Ihr Leben bereichern!

Liebe Grüße aus Aschaffenburg
Carsten Sann
Der Essenzenladen

Zu guter Letzt … (Mai 2019)

Die letzten Wochen waren wieder sehr intensiv. Viele Menschen, mit denen wir zu tun haben, klagen über Phasen großer Anspannung, Niedergeschlagenheit und dem Gefühl, überwältigt zu sein. Es hat den Anschein, als ob einfach alles zu viel ist. Oft sind auch alte seelische Wunden aktiviert, die mit Macht verlangen, dass wir uns um sie kümmern und den nächsten Schritt der Heilung gehen.

Dabei ist oft nicht wirklich klar, warum wir so ausgelaugt und platt sind, denn meistens verläuft das Leben zumindest im Außen gerade in halbwegs geregelten Bahnen und eigentlich sollte es uns doch gut gehen. Das tut es aber nicht, und das kann uns an uns selbst zweifeln lassen oder uns halb in den Wahnsinn treiben. Meine Beobachtung ist, dass nun, da die Anspannung der vergangenen Monate im Wesentlichen vorbei sind, unser Körper-Geist-System ernsthaft damit beginnt, sich wieder zu erholen – und das hat Konsequenzen für uns.

Wer erinnert sich nicht an den vergangenen Sommer? Der war einerseits ziemlich sonnig und heiß, aber andererseits im Innen und Außen auch extrem chaotisch und anstrengend. Viele von uns sind in diesen Monaten an ihre Grenzen gekommen und mussten sogar darüber hinausgehen. Da der Homo sapiens eine ziemlich gut entwickelte Fähigkeit hat zu überleben, ist es uns gelungen, auch diese harte Zeit zu überstehen. Der Preis war jedoch, dass wir dafür an unsere Reserven gehen mussten, sowohl körperlich als auch auf allen anderen Ebenen. Wenn der Druck nachlässt, können Körper und Geist, die bis dahin im Überlebensmodus waren, endlich zeigen, wie erschöpft sie tatsächlich sind. Und ich habe das Gefühl, dass es genau das ist, was momentan geschieht, ein bisschen wie das blöde Spiel, dass wir genau dann krank werden, wenn der berufliche Stress nachlässt, also oft im Urlaub.

Was wir also fühlen ist nicht unbedingt ein Überwältigtsein durch das, was momentan geschieht, vielmehr ist es das Gefühl, das wir in den letzten etwa 18 Monaten immer wieder hatten, jedoch unterdrückt haben, damit wir überleben können. Unsere Aufgabe ist es dementsprechend, nun bestmöglich dafür zu sorgen, dass wir unsere Akkus auf allen Ebenen wieder auffüllen.

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass ein wesentlicher oder sogar der überwiegende Teil der Erschöpfung auf der physischen Ebene zuhause ist. Wir sind also aufgefordert, unser Augenmerk besonders auf unseren Körper zu richten. Lange andauernder Stress bringt unser Nervensystem an seine Grenzen und verbrennt unsere Depots an Nährstoffen und Mineralien. Deshalb ist ein guter Ansatzpunkt, sich darum zu kümmern, diese Depots wieder aufzufüllen. Ärzte und Heilpraktiker bieten klassische Blutuntersuchungen im Labor an, die uns Informationen darüber geben können, wie es um unsere Versorgung mit Vitaminen und Mineralien bestellt ist. Ein darauf basierender, gezielter Einsatz von Nahrungsergänzungsmitteln kann helfen, eventuelle Mängel relativ schnell wieder zu beheben. Die Wirkung, die das auf unsere gesamte Verfassung hat, ist zumindest für mich deutlich spürbar. Mehr Stabilität und Energie sind relativ schnell verfügbar.

Wenn wir uns intensiv mit den energetischen Aspekten des Lebens beschäftigen, neigen wir manchmal dazu, dem Körper und seinen Bedürfnissen nicht genügend Aufmerksamkeit zu schenken. Ich habe das Gefühl, dass er es jedoch momentan ist, der der wichtigste Schlüssel für Wohlbefinden und Stabilität ist. Dazu gehört natürlich selbstredend auch eine gesunde Ernährung, genügend Wasser und ausreichend Schlaf und Erholung. Wenn wir das Fundament für unser Leben, das der Körper nunmal ist, stabilisieren, dann können auch die anderen Ebenen wieder leistungsfähiger sein und wir müssen nicht mehr so schnell das Gefühl haben, dass wir überwältigt sind.

Ein weiterer Aspekt dessen, was gerade „dran“ ist, ist die Heilung alter Wunden. Natürlich ist das ein fortwährender Prozess, von dem ich übrigens überzeugt bin, dass er zwar immer leichter wird, jedoch erst dann vollständig beendet ist, wenn wir unsere Inkarnation beenden. Dennoch bietet sich nach der hochgradig intensiven Zeit der letzten Monate ein lohnendes Fenster, in dem es möglich, aber auch notwendig ist, sich um die Themen zu kümmern, die an die Oberfläche gespült werden. Ich habe sogar das Gefühl, dass die Grenzerfahrung, die viele von uns bewusst oder unbewusst im letzten Jahr gemacht haben, die Tür zu unserer Seele noch ein klein bisschen weiter geöffnet hat. Dementsprechend zeigen sich nun Ebenen oder sogar ganz neue Themen, die uns bisher noch nicht zugänglich gewesen waren.

Zur Unterstützung beim Umgang mit diesen Herausforderungen gibt es neben Essenzen auch eine Reihe von Hochpotenzen bei den homöopathischen Mitteln. Deshalb ist es vielleicht auch eine gute Idee, sich mit dem Homöopathen Ihres Vertrauens zusammensetzen und nach den richtigen Mitteln für Sie für die aktuelle Situation suchen.

Bei den Essenzen gibt es natürlich auch eine Fülle an Unterstützung. Einige Vorschläge sind:

  • Balancer (Pacific Essences): Unserer Meinung nach die beste Notfallmischung. Zentriert, erdet und hilft uns, mit der Situation umgehen zu können. (Verfügbar als Essenz, Öl und Spray)
  • Guardian (Alaskan Essences): Schutzmischung. Sorgt dafür, dass unser Energiefeld stabil ist und bleibt, damit uns nicht alles direkt unter die Haut geht. (Verfügbar als Essenz und Spray)
  • Dynamis (Australische Buschblüten): Sorgt dafür, dass blockierte Lebenskraft wieder fließen kann, damit wir genügend Vitalität haben, um mit den Herausforderungen im Innen und Außen umgehen zu können. (Verfügbar als Essenz und Mundspray)
  • Inner Work (Wild Earth Tieressenzen): Hilft uns dabei, uns nach innen zu wenden und ehrlich zu uns selbst zu sein, damit wir die Themen, die nach oben gespült werden erkennen und in Richtung Heilung begleiten können, ohne sie weiter zu unterdrücken oder zu verleugnen.
  • Inner Child Essence (South African Flower Essences): Das Innere Kind ist der Ort, an dem die Verletzungen aus unserer Kindheit gespeichert sind. Wenn wir uns diesem Teil von uns zuwenden und ihm zuhören, können wir große Schritte in Richtung Heilung gehen.
  • The Universe handles the Details Formula (Desert Alchemy): Befreit uns von der Last, dass wir glauben, im Detail selbst festlegen und wissen zu müssen, wie wir unsere Ziele erreichen können. Die Mischung hilft uns dabei zu vertrauen, dass es genügt, klar zu formulieren, was wir wollen, und die notwendigen Schritte dazu dann zu tun, wenn sie dran sind.

Eventuell dauert es noch eine Weile, bis wir wieder das Gefühl haben, dass wir wieder vollständig wir selbst sind. Wenn wir jedoch damit beginnen, die Akkus auf allen Ebenen aktiv wieder aufzuladen, dann kommen wir diesem Ziel mit jedem Tag einen Schritt näher.

Liebe Grüße aus Aschaffenburg
Carsten Sann
Der Essenzenladen

Zu guter Letzt … (April 2019)

Die Welt, in der wir leben, ist voll von Gelegenheiten, Angst zu haben. Die Frage ist nur, ob wir das wollen, und ob es uns nützt. Ersteres kann wohl jeder für sich ohne zu zögern verneinen. Zweiteres muss man differenziert betrachten: Wenn wir vor in einer offensichtlich bedrohlichen Situation sind, wenn also beispielsweise ein Säbelzahntiger vor uns steht und uns als sein Mittagessen betrachtet, dann ist es sehr sinnvoll, dass wir Angst haben und der Körper dementsprechend das volle Programm an Stresshormonen ausschüttet, die uns bei unserer Kampf-oder-Flucht Reaktion unterstützen. Auch wenn wir auf einer Klippe stehen und hinunter sehen, ist es sinnvoll, dass wir mindestens gehörigen Respekt vor der Tiefe haben. 

Situationen, die unser Leben unmittelbar bedrohen, sind heutzutage glücklicherweise sehr selten geworden. Und dennoch haben viele von uns jeden Tag Angst, und zwar vor potenziellen zukünftigen Bedrohungen, mögen sie auch noch so unwahrscheinlich sein: Arbeitslosigkeit, der 3. Weltkrieg, die nächste Seuche, Unfälle etc. Aktuell wird mit einem inzwischen klassischen Thema wieder Angst geschürt: Elektrosmog, und zwar durch das zukünftige 5G Mobilfunknetz. 

Nicht, dass Sie mich falsch verstehen – ich bin mir der Tatsache durchaus bewusst, dass niemand mit Sicherheit weiß, ob die Strahlung ungefährlich, ein bisschen gefährlich oder sogar tödlich ist. Dementsprechend ist auch Vorsicht und die Anwendung des gesunden Menschenverstandes bei ihrer Nutzung angebracht. Ist es jedoch sinnvoll, jeden Tag in Angst davor zu leben? Ich meine: nein.

„Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.“

Reinhold Niebuhr (1892-1971)

Ich habe es mir zur Angewohnheit gemacht, klar zwischen zwei Arten von Situationen zu unterscheiden: Dinge, die ich ändern kann und Dinge, die ich nicht (direkt) ändern kann. Wenn mir eine Situation nicht passt und ich dazu in der Lage bin, dann tue ich das, was notwendig ist, um sie zu ändern. Kann ich jedoch nichts direkt tun, dann sind zwei Reaktionen völlig sinnlos: Der Kampf gegen Windmühlen und, sich der Angst hinzugeben.

Realistisch betrachtet ist der Kampf gegen den Ausbau des neuen 5G Netzes leider ziemlich aussichtslos. Das Teilen von dramatischen Aufrufen in den sozialen Netzen ändert ebenso wenig daran wie Online-Petitionen beim Deutschen Bundestag. Viel zu groß sind die finanziellen Interessen und die Macht der Wirtschaft. Ich bitte Sie, mich auch hier nicht misszuverstehen. Ich habe nicht resigniert oder glaube, dass ohnehin alles sinnlos ist. Die Erfahrung zeigt mir nur, dass in den letzten Jahrzehnten derartige Willensäußerungen des Volkes von den Menschen an den Schalthebeln der Macht im Wesentlichen ignoriert, vielleicht sogar belächelt wurden. Es braucht also andere Strategien.

Ich weigere mich auch, Angst vor den potenziellen negativen Auswirkungen der zusätzlichen Strahlung zu haben. Auch hier bin ich Realist. Es gibt in der zivilisierten Welt keine Chance, elektromagnetischer Strahlung zu entgehen. Selbst wenn ich zuhause auf alles verzichte, was strahlt, dann hat spätestens mein technikaffiner Nachbar WLAN, ein Handy und ein schnurloses Telefon, die alle munter auch in meine Wohnung strahlen. Und wenn ich versuche, mein Zuhause mit allem, was der Markt bietet abzuschirmen, dann muss ich immer noch regelmäßig mein Haus verlassen, um einzukaufen und zur Arbeit zu gehen. Ach ja: Auf der Arbeit bin ich ja auch schon wieder der Strahlung ausgesetzt … 

Das Thema Elektrosmog ist für mich ein klassischer Fall einer Situation, die ich nicht direkt verändern kann. Solange ich nicht als Einsiedler in die Wildnis gehe, kann ich der Strahlung nicht entgehen und kämpfen führt auch nicht zu einem messbaren Erfolg. Was also tun?

Als Mitglieder der Spezies Homo sapiens sind wir in der glücklichen Lage, neben dem limbischen System, in dem unsere Gefühle zuhause sind, ein gut ausgeprägtes Vorderhirn zu haben, mit dem wir unsere Reaktionen auf Emotionen wie Angst steuern können. Wenn wir in einer Situation sind, die uns nicht gefällt und die wir nicht direkt ändern können, dann ist es sinnvoll, unseren Verstand zu nutzen, um die automatischen emotionalen Reaktionen im Griff zu behalten. Für mich bedeutet das in erster Line, angesichts der „5G-Bedrohung“ nicht in Panik zu verfallen. Zusätzlich bietet mir mein Verstand zwei Lösungsstrategien an, die ich parallel nutzen kann.

Der menschliche Körper ist hochgradig resilient und anpassungsfähig. Wir können auch recht massive negative Einwirkungen von außen (Trauma, Strahlung) über kurze oder mittlere Zeiträume überleben. Im Laufe der Zeit hat sich der Körper auch an langfristige Belastungen wie natürliche Radioaktivität oder die sich verändernde kosmische Strahlung angepasst. Warum sollte es uns nicht gelingen, uns auch an die von Menschen gemachte Strahlung so anzupassen, dass sie uns nicht krank werden lässt? Ich weiß nicht, ob das ein Prozess ist, der Generationen dauert, oder der in einem Menschenleben schon umgesetzt werden kann. Ich weiß aber, dass es eine Menge von Dingen gibt, die ich selbst tun kann, um für mehr Stabilität zu sorgen, damit mein System besser mit den äußeren Belastungen umgehen kann. Ausreichend Schlaf, eine gute Ernährung, Ausgleich in der Natur und natürlich auch Essenzen, homöopathische Mittel und Schüsslersalze sind alles Faktoren, die uns dabei helfen können. Deshalb ist es meine Wahl, dafür zu sorgen, dass ich stabil bin, anstatt Angst zu haben und dadurch noch mehr aus der Mitte zu geraten.

Die zweite Strategie für den Umgang mit der Strahlung ist die Nutzung des gesunden Menschenverstandes. Niemand bezweifelt, dass es negative Auswirkungen auf uns hat, wenn wir im Übermaß elektromagnetischer Strahlung ausgesetzt sind. Deshalb wäre es doch klug, im Schlafzimmer auf strahlende Geräte wie Handy oder das schnurlose Telefon zu verzichten und die Dinger nicht gerade auf dem Nachtisch aufzubewahren. Wenn man das Handy als Wecker benutzt, kann man es auch in den Flugmodus versetzen, damit es nicht mehr strahlt. Damit setzen wir uns gerade nachts, wenn sich Körper und Geist erholen können, nicht noch zusätzlicher, unnötiger Strahlung aus. Eine weitere, kluge Strategie ist es, das WLAN in der Nacht auszuschalten, wenn es ohnehin niemand nutzt. Viele Router können das zeitgesteuert automatisch. Auch die Reduzierung der Telefongespräche mit schnurlosen Geräten auf ein notwendiges Minimum oder die Verwendung eines kabelgebundenen Headsets sind einfache und sinnvolle Maßnahmen, die mithelfen, den vermeidbaren Teil der Strahlung zu reduzieren.

Es gibt zusätzlich eine Vielzahl von energetischen Hilfsmitteln, die mehr oder minder taugen, um die negative Auswirkung elektromagnetischer Strahlung auf Körper, Geist und Seele zu vermindern, jedoch würde es den Rahmen dieses Artikels sprengen, um tiefer auf sie einzugehen. Deshalb an dieser Stelle nur der Hinweis, dass wir selbst seit vielen Jahren die Produkte von BioProtect verwenden, da sie uns in der Wirkung überzeugt und zusätzlich noch einen mehr als fairen Preis haben.

Ich selbst bin jemand, der gerne neue Technologien ausprobiert und es genießt, sie in den Alltag zu integrieren. Deshalb habe ich mich entschieden, diese beiden Strategien zu verwenden. Ich weiß nicht, ob das so funktioniert, wie ich mir das vorstelle, oder ob ich mich nicht doch verstrahle. Was ich jedoch sicher weiß ist, dass ich viel lieber mit gesundem Menschenverstand und Freude lebe, als in ständiger Angst. Alleine das sorgt zweifellos schon dafür, dass ich im Endeffekt gesünder bin.

Liebe Grüße aus Aschaffenburg
Carsten Sann
Der Essenzenladen

Zu guter Letzt … (März 2019)

Loslassen – das ist das Zauberwort, das allen, die irgendwie auf dem Weg der persönlichen Entfaltung sind, ständig über den Weg läuft. Am besten wir lassen alles, was uns belastet los. Und zwar gleich, dann sind alle Probleme mit einem Schlag gelöst. Das Dumme bei der Sache ist nur: funktionieren tut das Ganze meistens nicht so einfach, wie wir uns das vorstellen. Mal ehrlich – am liebsten wäre es auch mir, wenn ich einfach mit den Fingern schnippen würde und alles an Ballast und altem Krempel von mir abfallen würde. Hilfsmittel dazu hätte ich ja, nämlich literweise Blütenessenzen. Eigentlich müsste ich doch nur alle Essenzen, die wir da haben, zusammen in ein Fläschchen mischen, um quasi eine Superessenz zu bekommen. Die dann noch genommen, von mir aus auch über einen längeren Zeitraum, und – schwupps – schon bin ich sorgenfrei und am besten auch gleich ins Nirvana aufgestiegen. Auch hier eine schlechte Nachricht: funktioniert leider nicht. Warum die Idee mit der Superessenz gar nicht klappen kann, ist ein anderes Thema, aber über das grundlegende Problem des Loslassens möchte ich in diesem Monat etwas schreiben.

In meiner Wahrnehmung gibt es (mindestens) zwei Ebenen, auf denen etwas losgelassen werden kann: mental und emotional. Beginnen wir mit der Ebene der Gefühle.

Man findet im Bereich der Persönlichkeitsentwicklung beliebig viele Bücher und Seminare, die sich mit dem Loslassen von alten Verletzungen beschäftigen. Entschuldigen Sie, dass ich das so direkt sage, aber das meiste davon halte ich für blanken Unsinn. Und ich habe, neben meiner persönlichen Erfahrung, einen guten Grund dafür. Wenn wir verletzt werden ist das, was an Wunden bleibt und oft über Jahre wehtut IMMER auf der emotionalen Ebene beheimatet. Die Verletzungen, die wir aus unserer Kindheit mit uns herumtragen, finden wir in dem Teil von uns, den man das Innere Kind nennt. Dieser Aspekt unseres Seins besitzt, so wie wir damals, noch keinen erwachsenen Verstand, der zur Rationalisierung von Schmerz und zur Selbstregulation verwendet fähig ist, und das ist auch nicht seine Aufgabe. Das, was das Innere Kind am besten kann und durchgängig tut ist FÜHLEN. Und auch bei Wunden, die wir als Erwachsene erlitten haben, sind es immer die verletzten Gefühle, die besonders lange wehtun.

Wenn Sie also mit mir übereinstimmen, dass unsere bleibenden Wunden auf der emotionalen Ebene zuhause sind, warum sollte es dann möglich oder auch nur sinnvoll sein, mit von der Ebene des Verstandes aus das Thema heranzugehen, indem man „bewusst“ (also auf der mentalen Ebene) vergibt und loslässt? Wäre es nicht viel sinnvoller, dem Schmerz auf der emotionalen Ebene, wo er entstanden und immer noch gespeichert ist, zu begegnen? Dies ist das Kernthema der Arbeit von Daniel Mapel, dem Hersteller der Wild Earth Tieressenzen und ich habe in meinem „Zu guter Letzt“ vom August 2017 ausführlich darüber geschrieben. Ich habe mir meinen Text von damals gerade noch einmal durchgelesen und kann ihm heute, über zwei Jahre später, noch viel mehr zustimmen, als ich das damals ohnehin schon getan habe.

Als besonders hilfreich bei der Arbeit mit alte emotionalen Verletzungen hat sich deshalb auch die Reihe der Healing Path Essenzen von Daniel Mapel erwiesen. Und das aus gutem Grund, denn Daniel weiß aus eigener Erfahrung, wovon er spricht, wenn er über nahezu unerträgliche seelische Verletzungen redet.

Kurz und knapp gesagt: Emotionale Heilung durch Loslassen kann immer nur auf der emotionalen Ebene geschehen. Deshalb sehe ich es als vergeudete Zeit an, zu versuchen meinen Schmerz zu heilen, indem ich mit dem Verstand versuche Menschen zu vergeben. Solange meine Wunde existiert ist Vergebung weder möglich noch notwendig.

Und jetzt behaupte ich das komplette Gegenteil von dem, was ich gerade gesagt habe ;-) Es ist notwendig und sinnvoll, Menschen, die uns verletzt haben, bewusst zu vergeben – nur aus einem anderen Grund.

Kurze Rekapitulation: Wenn uns jemand verletzt, dann fühlen wir hauptsächlich zwei Emotionen: Wut und Schmerz. Kann dieser nicht ausgedrückt werden, warum auch immer, dann entstehen die bleibenden Wunden auf emotionaler Ebene. Gleichzeitig hat aber auch unser Verstand mitbekommen, dass wir verletzt wurden, und auch er ist sauer. Zorn ist eine gesunde, weil üblicherweise sehr kurzlebige Emotion. Wir brausen auf, drücken den Zorn aus, und beruhigen uns dann im Idealfall wieder. Wenn unser Verstand jedoch darauf besteht, zornig zu bleiben, dann verwandelt sich die Wut in Groll, und der ist vor allem auf der mentalen Ebene zuhause. Ebenso verhält es sich, wenn wir längerfristig beleidigt oder eingeschnappt sind. Die Emotionen sind vielleicht relativ schnell vorbei, aber der Verstand hält daran fest.

Sie merken was? Wir sind jetzt auf der mentalen Ebene unterwegs und der Schlüssel zum Loslassen dieser Muster ist es, eine Entscheidung zu treffen. Auf dieser Ebene kann ich Menschen bewusst „vergeben“, indem ich mich zum Beispiel entscheide, den Groll loszulassen oder nicht mehr beleidigt zu sein.

Einziges Hindernis dabei ist, dass wir so sehr Gewohnheitstiere sind. Wir lieben es, die Muster, die wir ständig wiederholen, vehement zu verteidigen und lassen sie nur sehr ungern los, egal ob sie uns nutzen oder nicht. Hier braucht es dann Disziplin um uns jedes Mal, wenn wir wieder in die alte Gedankenschiene mit Groll etc. verfallen, da rauszuholen und unseren Verstand daran zu erinnern, dass wir eine Entscheidung getroffen haben. Das braucht vielleicht etwas Zeit und Geduld, aber irgendwann ist ein neues Muster etabliert, und dann müssen wir keine weitere Energie und Disziplin mehr dafür aufwenden. Natürlich gibt es auch hier Essenzen, die uns dabei unterstützen können: New Attitudes (Pacific Essences), die Kombination von Bauhinia und Boronia (Australische Buschblüten) und – im übertragenen Sinn, wenn wir toxische Gedanken „missbrauchen“ – die Substance Abuse Essence von den South African Flower Essences.

Ich habe noch keine Antwort auf die Frage, was von beidem – emotional oder mental – zuerst kommen soll/kann/muss oder ob es überhaupt dabei eine Reihenfolge gibt. Wahrscheinlich ist es eher ein Wechselspiel zwischen beiden Ebenen, bei denen immer eine einen Schritt weitergeht, bevor die andere nachzieht. Letztlich ist das auch nicht wichtig. Der wesentliche Punkt ist, dass wir erkennen, welcher Schlüssel zu welchem Aspekt eines Themas passt. Notwendig sind beide.

Die Narzissen und Krokusse, die man inzwischen zuhauf draußen findet, laden uns zum Frühjahrsputz ein. Und ich lade sie ein, diesen nicht nur im Außen zu machen, sondern ganz bewusst auch einmal in den Ecken und Winkeln unseres Selbst den Besen zu schwingen, in die wir sonst nicht so gerne schauen. Es lohnt sich.

Liebe Grüße aus Aschaffenburg
Carsten Sann
Der Essenzenladen

Zu guter Letzt … (Februar 2019)

Das Thema meiner Februar-Kolumne stimmt mich persönlich ambivalent, weil es mich gleich doppelt betrifft, einmal als Kunde und einmal als Händler. Gemeint sind die Versandkosten, mit denen wir in unserer Welt, in der immer mehr online bestellt wird, fast täglich konfrontiert sind. Die großen Versandhändler, allen voran Amazon, locken mit versandkostenfreier Lieferung, und auch mittlere und kleinere Händler sind aufgrund des Preisdrucks voll auf diesen Zug aufgesprungen.

Meine Position ist dabei, wie schon gesagt, sehr ambivalent. Natürlich fühlt es sich als Kunde gut an, wenn man für etwas, was einem an die Haustür geliefert wird, keine zusätzlichen Versandkosten zahlen muss. Ich müsste lügen, wenn ich behaupten würde, dass sich nicht auch bei mir dabei ein Wohlgefühl einstellt. Jedoch hat die ganze Sache gleich mehrere Pferdefüße, und das nicht nur auf finanzieller Ebene.

Ich bekomme in meiner Rolle als Versandhändler immer wieder Anfragen, ab welchem Betrag wir denn versandkostenfrei liefern würden. Na klar, die Leute sind daran gewöhnt, dass das ab 20 EUR, aber mindestens ab 50 EUR der Fall ist. Wenn ich dann von unserer Grenze, die bei 500 EUR liegt, erzähle, dann schlucken die meisten. Wenn ich dann noch ergänze, dass unsere Versandkosten auf sehr niedrigem Niveau liegen, dafür aber halt von (fast) jedem bezahlt werden müssen, mindert das den Schock meistens etwas, es gibt jedoch Kunden, die davon überzeugt sind, dass sie das Recht auf versandkostenfreie Lieferung haben.

Das ist in meinen Augen jedoch Selbstbetrug. Ähnlich wie bei der Schnäppchenjagd im Geschäft, bei der die großen Rabatte hauptsächlich auf Produkte gegeben werden, die vorher entsprechend verteuert wurden (oder ohnehin schon überteuert waren), verlieren wir aus den Augen, dass Händler ja auch nicht von Luft und Liebe leben können. Die Versandkosten, die dem Kunden angeblich geschenkt werden, sind selbstverständlich im Preis der Ware von vornherein mit einkalkuliert. Wir zahlen also sehr wohl für die Lieferung, wir merken es nur nicht.

„Mundus vult decipi (ergo decipitur).“ – Die Welt will betrogen sein, also soll sie betrogen werden (Zitat aus „Das Narrenschiff“ von Sebastian Brant, 1457-1521)

Meine persönliche Meinung dazu ist, dass eine faire Preisgestaltung besser in die neue Energie passt, als die alten Verschleierungsmanöver, die nur oberflächlich dafür sorgen, dass wir uns einen kurzen Moment gut fühlen. Deshalb kalkulieren wir im Essenzenladen unsere Preise so, wie es nach unserem Ermessen für alle fair ist, mit der Konsequenz, dass kein Raum für zusätzliche Rabatte oder geschenkte Versandkosten ist. Jeder soll transparent wissen, was wieviel kostet.

Ähnlich macht es auch die GLS Bank, bei der wir schon lange Kunde sind. Die hat vor einigen Jahren die Kosten auch transparent gemacht und Quersubventionierungen für die Bankdienstleistungen – die Regel bei den allermeisten „kostenlosen“ Banken – eingestellt. Auch hier musste ich ordentlich schlucken, als ich das erste mal die tatsächlich anfallenden Gebühren gezahlt habe. Jedoch ist das ein Preis, den ich für den ethischen Standard dieser Bank und die Transparenz gerne zahle – und ich fühle mich gut dabei, weil ich für eine ehrliche Dienstleistung einen ehrlichen Preis zahle.

Haben Sie sich schon einmal gefragt, warum in der Vorweihnachtszeit Briefe und Pakete immer gefühlt doppelt so lange brauchen, bis sie beim Empfänger sind? Ja, natürlich steigt das Sendungsvolumen in dieser Zeit stark an, jedoch können die Transportunternehmen ihre Leistungsfähigkeit nicht beliebig hochskalieren, weil sie schlicht keine Menschen finden, die willig sind, für den geringen Lohn, den die Unternehmen zahlen, Pakete zu schleppen. Auch das ist eine Konsequenz des immensen Preisdrucks, der nicht zuletzt durch das Konzept der versandkostenfreien Lieferung entsteht.

Und haben sie sich schon einmal Gedanken darüber gemacht, dass Ihr Zusteller den ganzen Tag schwere Pakete schleppt und dafür nur mager bezahlt wird? Natürlich ist es unwahrscheinlich, dass man als Paketfahrer reich wird, aber eine faire Bezahlung für die Arbeit würde wohl auch dafür sorgen, dass sich mehr Menschen finden würden, die diesen Job tun. Damit würde die Belastung für die einzelnen Fahrer sinken und letztlich auch die Qualität der Zustellung wieder steigen.

Auf einer ganz anderen Ebene ist die versandkostenfreie Lieferung ebenfalls problematisch. Je mehr es zum Usus wird, dass der Versand einer Bestellung nichts kostet, desto mehr sinkt der gefühlte Wert der Dienstleistung, die all die Menschen erbringen, wenn sie unsere Bestellungen vom Versender zu uns bringen. „Was nichts kostet, ist nichts wert“ sagt der Volksmund, und damit trifft er den Nagel auf den Kopf. Der Trend zur kostenlosen Lieferung sorgt auf energetischer Ebene dazu, dass ein gesamter Wirtschaftszweig weniger und weniger „gesehen“ wird. Und es ist keine unwichtige Branche, sondern eine, die für den Luxus und die Bequemlichkeit, in der wir das Glück haben zu leben, von wesentlicher Bedeutung ist.

Obwohl wir uns mit dem Essenzenladen in einer ziemlich kleinen Nische befinden und das Glück haben, mit tollen Kunden gesegnet zu sein, ist es auch für uns manchmal anstrengend dem Druck der „Geiz ist geil“ Mentalität standzuhalten. Wenn andere mit Rabatten werben bei denen ich mich fragen muss, wovon sie eigentlich leben, kostet es mich manchmal viel Kraft, weiterhin zu meiner Überzeugung zu stehen, dass gute Produkte einen fairen Preis verdienen. Und auch wenn der ein oder andere Kunde vielleicht woanders bestellt hat, weil er bei uns (aktuell) 3,50 EUR Versandkosten zahlen muss, bleibe ich bei meiner Überzeugung, dass es transparenter und angemessener ist, die Kosten dort auszuweisen, wo sie entstehen, anstatt sie zu verschleiern und mit scheinbaren Rabatten zu werben.

Liebe Grüße aus Aschaffenburg
Carsten Sann
Der Essenzenladen