Die wichtigste Beziehung in unserem Leben

von Judith Poelarends

Die Beziehung, die wir zu uns selbst haben, definiert unsere Beziehungen zu anderen Menschen. Unsere Beziehung zu uns selbst ist unsere Beziehung zum Leben. Keine Beziehung zu einem anderen Menschen kann wahrhaft ‚ganzheitlich‘ sein, solange nicht Liebe und Respekt das Fundament der Beziehung zu uns selbst sind. Und das ist nur selten der Fall. Wie können wir jemanden anderes wirklich lieben, wenn uns die Liebe in unserer eigenen ‚inneren‘ Beziehung selbst fremd ist? Anders ausgedrückt, wie können wir Liebe nach außen ausdrücken, wenn wir sie im Inneren nicht kennen? — Michael J. Roads

Ich mag dieses Zitat von Michael J. Roads sehr – es ergibt für mich großen Sinn. Die Fähigkeit zu lieben beginnt damit, dass wir uns selbst akzeptieren, lieben und kennenlernen. Das Gefühl von Liebe und Wertschätzung kann nur erfahren werden, wenn wir mit in Einklang mit unserer inneren Quelle sind, die reine Liebe ist. Wenn wir auf dem Weg des emotionalen und spirituellen Wachstums sind, erkennen wir vielleicht nicht, wie wichtig es ist, sich selbst zu lieben. Und das, obwohl so vieles in unserem Leben, einschließlich unserer Beziehungen, so viel leichter wäre, wenn wir es täten.

Ich möchte Ihnen heute sechs Essenzen vorstellen, die uns dabei helfen können, uns selbst zu akzeptieren und zu lieben. Sie unterstützen uns dabei, die Liebe in uns zu finden, ehrlich zu uns selbst zu sein und andere an uns heranzulassen, ohne dass wir das Gefühl haben müssen, uns selbst dabei zu verlieren.

Alpine Azalea
Bedingungslose Selbstannahme

Alpine Azalea ist die Schlüsselessenz für Menschen mit geringem Selbstwertgefühl oder wenn man nicht in der Lage ist, sich selbst zu lieben oder bestimmte Teile von sich zu akzeptieren. Sie hilft uns dabei, uns selbst bedingungslos anzunehmen. Sie öffnet unser Herz für die Schwingung der Liebe, die in allen Königreichen der Natur zu spüren ist. Wenn wir unser Herz für diese Energie öffnen, unterstützt sie uns dabei, Selbstzweifel loszulassen und bedingungsloses Verständnis und Mitgefühl für uns selbst in unserem Leben zu entwickeln.

Harebell
Bringt bedingungslose Liebe ins Herz

Die Harebell Essenz lehrt uns, nach innen zu sehen, um die Liebe zu finden, die wir ersehnen, anstatt sie im Außen zu suchen. Sie fordert uns heraus, unsere selbst auferlegten mentalen und emotionalen Begrenzungen zu erkennen und aufzulösen, damit wir den freien Fluss der Liebe empfangen können. Die Essenz hilft, wenn wir in früheren Liebesbeziehungen verletzt wurden und nun zögern, unser Herz für andere zu öffnen. Sie kann dabei helfen, die Ermüdung des Herzens umzukehren, die aus langfristiger Trennung oder dauerhaft schwierigen Beziehungen entsteht.

Tiger’s Eye
Klare emotionale Grenzen

Die Tiger’s Eye Edelsteinessenz (Tigerauge) ist hilfreich, wenn wir so unsicher in Bezug auf unsere eigene Identität sind, dass wir das Gefühl haben, dass uns die Emotionen – entweder unsere eigenen oder die von anderen – überrollen und wir ihnen ausgeliefert sind. Sie unterstützt auch, wenn uns die Energiefelder anderer Menschen stark beeinflussen und wir Dinge oft persönlich nehmen. Das Tigerauge hilft uns dabei, ein starkes Gefühl für unsere eigene Identität zu entwickeln, wenn wir mit Zorn oder Eifersucht zu tun haben, indem sie die energetischen Grenzen zwischen unserer emotionalen Wahrnehmung und unserer wahren Natur klärt. Sie ermöglicht, dass wir fremde emotionale Ladung erkennen und loslassen, damit wir ein echtes Gefühl für uns selbst entwickeln können, das auf autentischen emotionalen Interaktionen mit anderen basiert.

Pale Corydalis
Ernsthafte Beziehungen

Pale Corydalis ist eine Essenz der Hoffnung und des Optimismus. Sie hilft uns dabei, Zugang zur Frequenz der absoluten Reinheit und Anmut zu erhalten und dadurch unser Gefühl für uns selbst in allen unseren Beziehungen zu stärken. Sie unterstützt beim Thema Ko-Abhängigkeit, indem sie uns dabei hilft, uns selbst zu erkennen und uns mit uns selbst zu identifizieren. Die Essenz hilft uns dabei, die höheren Bestimmung in unseren Beziehungen zu erkennen und sie als Katalysator für spirituelles Wachstum zu sehen. Sie ermutigt uns, uns zu engagieren, weil wir das wollen, und nicht nur, weil wir glauben, es zu müssen. Sie ist hilfreich, wenn wir erwarten, dass Dinge in der Zukunft schlecht laufen, weil sie es in der Vergangenheit schon einmal getan haben, indem sie uns daran erinnert, dass es bei den vielen Entscheidungen, die zu treffen sind, wenn man eine neue Beziehung, einen neuen Job oder eine neue Richtung im Leben beginnt, immer darum geht, vor allem sich selbst treu zu sein.

Emerald
Öffnet das Herz, um mehr Liebe im Körper zu fühlen

Die Emerald Edelsteinessenz (Smaragd) ist für Menschen hilfreich, die isoliert von anderen leben und das Gefühl haben, von ihrer Umgebung, vielleicht sogar vom gesamten Planeten getrennt zu sein. Diese Entfremdung kann daraus entstehen, wenn man in frühester Kindheit aufgrund einer schwachen Bindung zur Mutter nicht genügend Liebe und emotionale Nähe empfangen hat. Der Smaragd redet sanft auf das Herz ein, damit es sich öffnen und mehr Liebe im Körper erfahren kann. Die Essenz ermutigt uns, uns zu entspannen und der Energie und Unterstützung der Göttlichen Mutter hinzugeben, damit die Liebe direkt vom Königreich der Natur in unser Herz fließen kann. Emerald macht uns begreiflich, dass die Erde wirklich unser Zuhause ist und dass es dort für uns jederzeit bedingungslose Liebe und Unterstützung gibt.

Pasque Flower
Stärkt und schützt unser tiefstes Gefühl für uns selbst

Die Pasque Flower Essenz ist besonders hilfreich, wenn wir diffuse Grenzen haben, hypersensibel auf körperlichen Kontakt reagieren oder in intimen Situationen das Gefühl für uns selbst verlieren. Sie unterstützt uns dabei, Sicherheit zu erzeugen und zu behalten, indem sie unsere energetischen Grenzen klärt und stabilisiert. Sie hilft uns dabei, dass wir uns respektiert, geschätzt und beschützt fühlen und dabei gleichzeitig in allen Situationen unser tiefstes Gefühl für uns selbst behalten.

Zu guter Letzt … (Dezember 2015)

Carsten SannDas Jahr 2015 geht energetisch genauso zu Ende, wie es über weite Strecken gewesen ist: anstrengend, chaotisch, wild. Momentan beobachte ich bei mir selbst und den Menschen in meiner Umgebung viele bisher latente Formen von Aggressivität, die nach und nach hochkommen und zu einer Grundanspannung beitragen, die das tägliche Leben nicht unbedingt einfacher macht. Es gilt daher, das immer im Hinterkopf zu haben und aktiv zu wählen, auf Trigger von außen nicht automatisch sondern bewusst zu reagieren. Im Englischen lässt sich dieser Unterschied schön mit den beiden Verben „to react“ und „to respond“ ausdrücken. Die Essenz des Monats November, Chickweed von den Pazifikessenzen, kann dabei nach wie vor sehr gut unterstützen.

Bei all den vielen Dingen, die momentan auf uns einströmen, haben viele Menschen das Bedürfnis, sich einfach nur zu schützen. Am liebsten würden wir eine energetische Ritterrüstung anziehen, damit all das, was auf uns einwirkt, an uns abprallt und uns nicht mehr beeinflusst. Dieser Wunsch ist vollkommen nachvollziehbar – jedoch bedeutet das auch, dass wir auch die Dinge, die wir gerne an uns heranlassen würden, abblocken.

Salvador Minuchin, ein amerikanischer Familientherapeut, hat in den 1960er Jahren drei Formen von persönlichen Grenzen definiert: diffuse, starre und klare. Wenn wir diffuse Grenzen haben, dann strömt alles so gut wie ungehindert auf uns ein. Es ist uns nicht klar, was energetisch zu uns, und was zu den anderen Menschen gehört. Die Folge ist, dass wir oft das Gefühl haben, überwältigt zu sein. Man könnte sagen, wir sind einfach „zu offen“.

Das Gegenteil davon sind starre Grenzen. Wir wählen, nichts an uns heranzulassen und blocken alles ab, was von außen auf uns einwirkt. Wenn wir bisher diffuse Grenzen hatten, dann kann genau das unser Wunsch sein. Natürlich wirken dann alle negativen Einflüsse nicht mehr, jedoch schließen wir mit starren Grenzen auch positive Einflüsse von vornherein aus. Letztlich wählen wir damit die Einsamkeit, in der uns zwar nichts und niemand verletzten kann, wir jedoch auch keine Nähe zulassen.

Die beiden genannten Optionen, diffuse und starre Grenzen, sind offensichtlich für uns Menschen als sowohl Individuen als auch soziale Lebewesen nicht optimal. Bleibt noch die dritte Möglichkeit: klare Grenzen.

Klare Grenzen bedeuten, dass wir in der Lage sind zu wählen, was wir an uns heranlassen, und was wir abblocken. Das gilt dabei auf allen Ebenen: mental, emotional, seelisch und energetisch. Wenn wir die Fähigkeit haben, bewusst zu entscheiden, etwas in unser Energiefeld einzulassen (zum Beispiel liebe Worte, ein Kompliment etc.) und andere Dinge (Aggressionen, Negativität etc.) an uns abprallen zu lassen, dann haben wir die Wahl, wir übernehmen vollständig Verantwortung.

Ebenso wie alles andere im Leben auch, ist die Fähigkeit, klare Grenzen aufrechtzuerhalten, etwas, was wir erst erlernen und dann trainieren müssen. Das mag dem einen leichter fallen als dem anderen, die grundsätzliche Fähigkeit besitzt jedoch jeder Mensch. Ich bin der Überzeugung, dass die Art und Weise, wie wir als Kind gelernt haben, mit unseren eigenen Grenzen umzugehen, der bestimmende Faktor ist, der es uns als Erwachsenen leicht oder schwer macht, klare Grenzen zu haben. Wenn unsere Eltern (ab einem gewissen Alter) zu aufdringlich waren und sich immer eingemischt haben, dann haben wir vielleicht nie gelernt, uns auf gesunde Art und Weise abzugrenzen. Andererseits, wenn wir in jungen Jahren immer wieder verletzt wurden und „zumachen“ mussten, um zu überleben, dann wissen wir gar nicht mehr, wie es ist, etwas bewusst an sich heranzulassen.

Glücklicherweise ist der Mensch bis zu seinem letzten Tag auf der Erde lernfähig. Der erste Schritt, die Art und Weise, wie wir mit unseren Grenzen umgehen zu ändern, ist es, eine Entscheidung zu treffen. In dem Moment, wo ein Prinzip im Verstand angelangt ist und wir bewusst wählen, es zu ändern, sind die wichtigsten Schritte bereits getan. Der Rest mag zwar anstrengend sein und Zeit kosten, jedoch ist er nur noch „Fleißarbeit“. Die bewusste menschliche Absicht ist das, worauf es in erster Linie ankommt.

Überprüfen Sie in diesen anstrengenden Zeiten sich doch einmal selbst: Wie gehen Sie mit Einflüssen jeglicher Art von außen um? Lassen Sie alles wahllos an sich heran? Oder ist es Ihre automatische Reaktion, zuerst einmal abzublocken? Wie würden Sie sich wünschen, auf Stimuli von außen reagieren zu können? Was müssen Sie dafür ändern?

Wenn das Leben Sie mal wieder ordentlich durchschüttelt, dann überlegen Sie doch einfach mal, wie es wäre, wenn Sie, anstatt sich einem starren Schutzschild zu sehnen, bewusst wählen könnten, wie Sie mit dem umgehen, was auf sie einströmt. In der Traditionellen Chinesischen Medizin ist der Dünndarmmeridian für unsere Fähigkeit verantwortlich, das Reine vom Unreinen zu trennen, also zu wählen, was wir behalten und was wir verwerfen. In Bezug auf klare Grenzen können uns deshalb Essenzen, die diesen Meridian ins Gleichgewicht bringen, auch dabei helfen, bewusst zu wählen, was wir an uns heranlassen und was nicht. Eine hilfreiches Mittel dafür ist Salal (Rebhuhnbeere) von den Pazifikessenzen. Salal gehört sowohl zum Dünndarm- als auch zum Herzmeridian und ist damit eine Konstitutionsessenz für das Feuerelement. Auch wenn das übergeordnete Thema der Essenz „Vergebung“ ist, wäre sie für mich eine gute Wahl, um unsere klaren Grenzen zu unterstützen.

Ich bin der Überzeugung, dass eines der großen Themen in der neuen Energie ist, von den Extremen der Vergangenheit wegzukommen, um bewusste und ausgewogene Entscheidungen treffen zu können. Wenn wir uns für klare Grenzen entscheiden und jeden Tag aufs Neue daran arbeiten, diese Fähigkeit in uns zu trainieren, dann sind wir mit Sicherheit auf dem richtigen Weg.

Ich wünsche Ihnen eine schöne Adventszeit, fröhliche Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr 2016.

Liebe Grüße aus Aschaffenburg
Carsten Sann
Der Essenzenladen