Zu guter Letzt … (Januar 2020)

Eine Freundin sagte einmal zu mir: „Manchmal habe ich das Gefühl, ich lebe in meiner eigenen Blase“. Sie meinte damit, eine eigene, kleine Welt, die aus ihrem Haus und ihrer Familie besteht, und ausdrücklich nicht das beinhaltet, was „da draußen“ so alles vor sich geht. Als sie das sagte, bemerkte ich, dass es mir genauso geht und dass ich wirklich sehr glücklich damit bin.

Aber ist es denn nicht naiv oder ignorant, wenn man sich in seiner Blase wohl fühlt und vom Rest der Welt separiert? Schließlich ist doch alles mit allem verbunden, oder? Sollten wir uns nicht um die Erde und die Weltpolitik sorgen und an allem teilhaben, was da draußen geschieht? Ich bin der Meinung: ja und nein. Zweifellos sind wir mit allem und jedem verbunden und alles, was wir tun, hat Konsequenzen. Wenn wir uns dieser Verantwortung bewusst sind, können wir eigentlich gar nicht anders, als rücksichtsvoll mit der Erde und den anderen Menschen umgehen.

Damit meine ich nicht, dass wir alle sofort zu Fahrrad fahrenden Veganern werden müssen, die um jeden Preis alle Menschen zu lieben versuchen – solche Entscheidungen muss jeder für sich alleine und in seinem eigenen Tempo treffen. Ich selbst besitze auch ein Auto und esse dann, wenn ich es wirklich will, auch mal ein schönes Steak. Um unserer Verantwortung für die Welt gerecht zu werden reicht es als erster Schritt bereits, wenn wir das, was sich leicht ändern lässt, unmittelbar verändern, und uns dessen bewusst sind, wenn wir noch eine Weile Dinge tun, die vielleicht nicht „politisch korrekt“ sind, deren Veränderung aber noch etwas Zeit braucht. Beispiele hierfür sind neben dem Verzehr von Fleisch und anderen tierischen Produkten auch unser Konsumverhalten, unsere Mobilität und nicht zuletzt auch das, was wir sagen (und sogar denken).

Womit wir wieder bei dem Thema Blase wären. Das, was von außen auf uns einströmt ist leider viel zu oft negativ. Im letzten „Zu guter Letzt …“ habe ich geschrieben, dass es sinnvoll ist, den Fokus weg vom Negativen und hin zum Positiven zu lenken. Wenn wir das tun, geschieht genau das, was meine Freundin mit den Wort „Blase“ meint. Die kleinen und großen Katastrophen, von denen wir in der Regel nur durch die Medien erfahren, treten in den Hintergrund – manchmal bekommen wir sie sogar überhaupt nicht mehr mit. Wir beschäftigen uns so intensiv mit unserem eigenen Leben, dass uns das Leben der anderen (Stichwort „Klatsch & Tratsch“) gar nicht mehr interessiert. Und selbst die Menschen in unserem Umfeld, die uns nicht gut tun und vielleicht sogar mißgünstig oder sogar feindlich gegenüberstehen, haben keine Macht mehr über unsere Stimmung.

Ich persönlich bin der Meinung, dass es vollkommen angemessen und sogar für die seelische Gesundheit notwendig ist, nach Kräften alles auszublenden, was nicht tatsächlich unsere Aufmerksamkeit erfordert. Das hat nichts mit Ignoranz zu tun. Warum soll ich mich mit etwas beschäftigen, das mich runterzieht und das ich ohnehin nicht ändern kann? Die Brände in Australien sind zweifellos tragisch. Aber ist es sinnvoll, dass ich die täglich neuen Schreckensmeldungen konstant verfolge und mich deswegen schlecht fühle oder Angst habe? Wäre es nicht besser, das Problem zur Kenntnis zu nehmen, vielleicht zu überlegen, ob man eine vertrauenswürdige Organisation vor Ort unterstützen kann, und anschließend das Thema aus dem täglichen Leben herauszuhalten? Für mich selbst kann ich diese Frage leicht beantworten. Was denken Sie darüber?

Ich habe mich schon vor vielen Jahren dazu entschieden, meinen Fokus hauptsächlich auf mein eigenes Leben zu legen. Was muss ich tun, damit es mir und meiner Familie gut geht? Wie kann ich meinen Beitrag für mein unmittelbares soziales Umfeld leisten? Und wie muss ich mich verhalten, damit ich in Frieden mit den Konsequenzen meiner eigenen Handlungen bin. Da ich es nicht in der Hand habe, im Alleingang die Welt zu retten, ist das nicht egoistisch, sondern das Beste (und Einzige), was ich tun kann. Wenn jeder vor seiner eigenen Türe kehrt, ist es überall sauber.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein frohes neues Jahr 2020 voller Gesundheit, Freude, Erfolg und Wachstum.

Liebe Grüße aus Aschaffenburg
Carsten Sann
Der Essenzenladen

Zu guter Letzt … (Februar 2017)

Bereits sein gut zehn Jahren gibt es bei uns zuhause kein öffentlich-rechtliches (oder privates) Fernsehprogramm mehr. Wir haben uns irgendwann entschieden, den Antennenstecker zu ziehen und aus der Dauerberieselung auszusteigen. Je länger man das tut und je weiter man sich von der „Normalität“ des deutschen Fernsehprogramms entfernt, desto grotesker wirkt es, wenn man sich, beispielsweise im Hotel, mal wieder in ein reguläres Programm verirrt.

Das für mich einprägsamste Ereignis dieser Art waren die fünf Minuten, die meine Frau und ich vor einigen Jahren im Hotelzimmer bei eingeschaltetem Fernseher verbrachten. Es lief eine Sendung mit volkstümlicher Musik und einem zwanghaft lächelnden Moderatorenteam aus einem Mann und einer Frau. Nicht allzu lange davor hatte ich mitbekommen, dass Bastian Pastewka und Anke Engelke eine Musikantenstadel-Parodie gedreht hatten und deshalb war unser erster Gedanke, dass wir in dieser Parodie gelandet sein müssen, so absurd schien uns das, was da auf dem Bildschirm lief. Als wir uns nach einigen Minuten einig waren, dass die Moderatoren doch nicht Pastewka/Engelke waren, dämmerte es uns: Die meinen das ernst …

Doch nicht diese eher amüsante Episode ist für mich das Wesentliche bei der „Entwöhung“ von den Massenmedien. Vielmehr ist es das, was uns in den Nachrichtensendungen und -magazinen vorgesetzt wird. Auch ohne unterstellen zu wollen, dass die Nachrichten einseitig oder unvollständig dargestellt werden, ist das Bild, das die Medien von der Welt zeigen, vor allem eines, nämlich negativ. Wenn man im Strudel der Massenmedien mitschwimmt, dann kann man eigentlich nur noch Angst vor dem Leben und der Welt haben.

Zweifellos ist es so, dass es auf dem Planeten Erde eine ganze Menge realer Probleme gibt. Kriege, Umweltverschmutzung, die Abholzung des Regenwaldes und die Maläste der westlichen Zivilisationen – Finanzkrise etc. – sind Themen, die sehr ernst genommen werden müssen und jeder ist aufgefordert seinen Teil dazu beizutragen, die Welt nach seinen Möglichkeiten ein bisschen besser zu machen. Die Frage ist nur, wie gut uns das gelingt, wenn wir ständig in einem Zustand der Angst gefangen sind.

Wenn wir uns konstant sorgen, dass uns morgen eine Atombombe auf den Kopf fällt oder dass unsere Kinder kein sauberes Wasser mehr haben werden, dann sind wir starr, vielleicht sogar handlungsunfähig. Wenn es uns jedoch gelingt, den Fokus von den sich auftürmenden Problemen der Welt wegzunehmen und stattdessen auf unser eigenes Leben zu richten, dann haben wir eine Chance, etwas zu verändern. Niemandem ist geholfen, wenn wir nachts nicht schlafen können, weil wir Angst um die Welt haben, insbesondere nicht der Welt.

In den Medien wird uns suggeriert, dass jeder von uns Verantwortung für das (gesamte) Wohl der Welt trägt. Aber das ist falsch. Kein Mensch kann diese Last stemmen, das ist offensichtlich. Gleichzeitig nimmt uns diese Perspektive jedoch auch die Macht über die Dinge, die wir dennoch beeinflussen können. Klar, wenn wir eh nichts tun können, dann können wir ja nur noch Angst und Sorgen haben, oder?

Wenn man es schafft, sich von dieser Vorstellung zu befreien, dann passieren mehrere Dinge:

  • Man kommt Stück für Stück aus der Angstspirale heraus, die von den Medien suggeriert wird.
  • Man erkennt, dass man, wenn man den Kontext auf das eigenen Leben und Umfeld begrenzt, tatsächlich sehr viel Macht hat.
  • Man hat wieder Energie, die man dafür nutzen kann, das eigene Leben in die Hand zu nehmen und gleichzeitig, seinen Teil dazu beizutragen, die Welt ein kleines Stückchen besser zu machen.

Ein Zitat von Johann Wolfgang von Goethe lautet: „Ein jeder kehre vor seiner Tür.
Und rein ist jedes Stadtquartier.“ Wenn wir also die Dinge tun, die tatsächlich in unserer Macht stehen, dann tun wir schon alles, was notwendig und möglich ist.

Was kann man also konkret tun? Hier einige Beispiele …

  • In Bezug auf die eigene Gesundheit: Verantwortung übernehmen. Niemand anderes außer uns selbst ist für die eigene Gesundheit verantwortlich. Niemand anderes als wir selbst kann uns heilen. Ärzte und Heilpraktiker sind Dienstleister, die uns dabei unterstützen können. Die Verantwortung (und die Konsequenzen) tragen jedoch immer wir.
  • In Bezug auf die Ernährung: Wenn Sie schon wissen, dass ein Konzern zur Maximierung des eigenen Profits notfalls über Leichen geht, dann meiden sie seine Produkte. Es gibt in jedem Supermarkt Alternativen. Oder beim Bauern im nächsten Dorf. Gleiches gilt für Konsumgüter. Wenn man jedoch nur die Wahl zwischen Pest und Cholera hat, dann sollte man etwas Zeit darauf verwenden, das kleinere Übel zu identifizieren.
  • In Bezug auf die Gesellschaft: Ohne Vorurteile auf Menschen zugehen und jedem die Chance geben, sich selbst als Freund (oder als Depp) zu outen. Sich bewusst aus hetzerischen Diskussionen in sozialen Medien heraushalten. Versuchen, positiv zu kommunizieren und nicht nur zu jammern.
  • In Bezug auf die Umwelt: Bewusst Konsumieren – nur Dinge kaufen, die wirklich nötig sind und dabei darauf achten, Müll zu vermeiden. Den Müll der anfällt, sauber trennen und dem Recycling zuführen. Unnötige Energieverschwendung vermeiden.
  • In Bezug auf Geld und Finanzen: Sich an reale Werte halten. 90 % der Finanzanlagen sind virtuell und ohne Substanz. Kleinere, nachhaltig wirtschaftende Banken wie z.B. die GLS Bank sind hervorragende Alternativen zu den Großbanken.
  • Und Allgemein: NIcht jedem Trend hinterherlaufen. Oft stellt man fest, wenn man sich die Frage „Will ich das wirklich?“ ehrlich beantwortet, dass man gut auf das verzichten kann, was momentan gerade „hip“ ist.

Ich bin kein Freund von Konsumverzicht. Ich habe technische Geräte, esse und trinke normal und mache mir auch über das Thema Finanzen so meine Gedanken. Ich bin der Überzeugung, dass es keine extremen Lebensweisen braucht, um dazu beizutragen, die Gesellschaft und die Welt wieder ein Stück mehr auf die richtige Spur zu bringen. Der Schlüssel ist jedoch, dass man seine Entscheidungen – nach Möglichkeit jede einzelne – bewusst trifft. Wenn ich mangels Alternative etwas tue oder kaufe, was vielleicht nicht optimal für die Umwelt ist, dann weiß ich das zumindest und versuche, den negativen Einfluss anderweitig wieder auszugleichen. Wenn ich etwas tue oder kaufe, was nach bestem Wissen und Gewissen gut für Umwelt, Gesellschaft und die Welt ist, dann freue ich mich umso mehr.

Ich bin der Überzeugung, dass jegliche Extreme egal welcher Richtung eher schaden als nutzen. Die Antwort liegt immer irgendwo in der Mitte und der Schlüssel zur bestmöglichen Antwort heißt „Bewusstsein“. Der Weg zu einem klaren Bewusstsein führt für mich zwangsläufig über die Befreiung von externen Beeinflussungen und Manipulationen. EIn erster, wichtiger Schritt ist dabei, die Berieselung durch Werbung und Massenmedien herunterzufahren oder je nach Möglichkeit weitgehend zu vermeiden. Probieren Sie es einfach mal aus – wie wäre es mit einer Woche ohne Fernsehprogramm? Oder einem Tag die Woche für zwei Monate? Sie werden erstaunt sein, wie sich Ihre Sicht auf manche Dinge ändern wird.

Wir selbst haben natürlich schon einen Fernseher. Darauf laufen jedoch ausschließlich Filme und Serien „on demand“, das heißt: Wir sehen das, was wir wollen, wann wir wollen. Es kommen keine Nachrichten, keine Einblendungen über die nächste Katastrophe und vor allem: keine Werbung.

Liebe Grüße aus Aschaffenburg
Carsten Sann
Der Essenzenladen

Zu guter Letzt …

Ich hoffe, Sie sind gut ins neue Jahr gekommen – wir sind es in jedem Fall. In unserem Umfeld beginnt diese Jahr mit umwälzenden Veränderungen: Umzüge, Arbeitsverlust, Auslandsaufenthalte, Beziehungen gehen zu Ende. Nun, es ist nicht so, dass wir das im vergangenen Jahr nicht auch schon alles beobachtet hätten. Und irgendwie verwundert es auch nicht, dass es dieses Jahr genauso weiter geht. Natürlich hätte auch eine Verschnaufpause einmal gut getan, aber so wie es aussieht, ist das momentan wohl einfach nicht drin.

Tun wir also das, was in solchen Zeiten das wichtigste ist: Sorgen wir für uns, damit wir (soweit möglich) inmitten des Chaos wie ein Fels in der Brandung stehen können oder (falls wir selbst gerade gebeutelt werden), damit wir trotz stürmischer See unseren Kurs beibehalten können. Wie schon im letzten Newsletter sei hier noch einmal Balancer als das Mittel der Wahl für diesen Zweck erwähnt.

Geht es Ihnen auch so, dass es immer schwieriger ist, zu unterscheiden, was in den Medien halbwegs seriöse Information ist und was Werbung? Gerade heute ist mir im Radio aufgefallen, dass mitten in den Nachrichten die Schneehöhe für ein bestimmtes Skigebiet angesagt wurde – verbunden mit dem Hinweis, dass die Tageskarte für die Skilifte schon ab 10 EUR zu haben ist. Das ist sicherlich eine interessante Information für Skifahrer, die in der Nähe wohnen … aber sind es Nachrichten?

Ähnliches gilt für alle Massenmedien – TV, Radio, Zeitungen und Magazine. Wir sind alle aufgerufen, sehr wachsam zu sein, was uns da präsentiert wird. Denn allzu oft sind es – nicht zuletzt in den Nachrichten – Meldungen und Beiträge, die von Firmen und Verbänden verfasst wurden und den Medien (natürlich vollkommen selbstlos) kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Klar, dass die nur zu gerne das Material verwenden um die teure Sendezeit zu füllen. Die Methoden der Beeinflussung sind in diesen Beiträgen in der Regel subtil. Hier wird ein bisschen Angst geschürt, damit ich mir eine neue Versicherung zulege, dort werden Urinstinkte (nicht selten der Fortpflanzungstrieb) gekitzelt, um ein Produkt oder eine Produktgruppe positiv erscheinen zu lassen. Und das alles unter dem Deckmantel sachlicher Information.

In den USA geht es inzwischen soweit, dass in Fernsehserien ungeniert die Logos und Produkte bestimmter Hersteller auffällig oft von den Protagonisten verwendet werden (z.B. bei Computern). Ähnliches gab es auch in Deutschland schon („Product Placement“), damals genügte es jedoch zumindest noch, um einen Skandal mit mittlerer Empörung hervorzurufen.

Achten Sie einmal darauf, was Ihnen als Information oder auch Unterhaltung verkauft wird. Wie viel Werbung ist darin versteckt? Und wollen Sie die Produkte, die ihnen da untergejubelt werden kaufen? Hat die Werbung funktioniert? Wirklich frei in seiner Entscheidung ist nur derjenige, der die subtile Werbung bemerkt!

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen einen tollen Start ins neue Jahr und ein gesundes, glückliches und erfolgreiches 2010.

Liebe Grüße aus Aschaffenburg

Delia & Carsten Sann
Der Essenzenladen