Zu guter Letzt … (März 2018)

Jeder von uns besitzt das, was wir Intuition nennen. Es ist der Teil von uns, der Dinge „weiß“, ohne dass unser Verstand verstehen kann, warum oder woher. Die Intuition ist dafür da, uns auf unserem Weg durch das Leben zu leiten, und sie nicht zu nutzen wäre in etwa so, als würde man nachts im Auto auf einer unbeleuchteten Landstraße eine Taschenlampe aus dem Fenster halten, anstatt die Scheinwerfer anzuschalten.

Wenn wir geboren werden, sind wir Meister der Intuition. Tatsächlich sind Instinkte, Intuition und unsere Emotionen alles, was wir haben, wenn wir auf die Welt kommen – der denkende Verstand entwickelt sich erst später. Wir haben beide bekommen, um sie gemeinsam zu benutzen.

Irgendwann im 17. Jahrhundert ist aber jemand auf die Idee gekommen, den Verstand über die Intuition zu heben und sogar zur einzigen Quelle der Wahrheit zu erklären. René Descartes war sein Name. Der war zwar ein ziemlich kluger Kopf, aber unter uns gesprochen war diese Idee ein ganz großer Quatsch. Das war soweit noch kein Problem, erst als sich diese Idee in den Köpfen der Reichen und Mächtigen festsetzte und diese sie dem „gemeinen Volk“ als einzige Wahrheit aufzwangen, hat die westliche Gesellschaft den Bezug zu ihrer Intuition großflächig verloren.

Ich war zwar damals nicht dabei (oder vielleicht doch?), aber ich kann mir gut vorstellen, was die Beweggründe von Descartes waren, alles Nichtrationale zu verwerfen. Das Mittelalter war zwar schon eine Weile vorbei, die Aufklärung als „Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit.“ (Immanuel Kant, 1784) hatte jedoch noch nicht begonnen. An dieser Stelle möchte ich noch anfügen, dass die „Unmündigkeit“ keineswegs selbstverschuldet war – die Kirche(n) als selbsternannte Verantwortliche für das Seelenheil der Menschen hatten da gewaltig ihre Finger im Spiel. Aber das nur am Rande.

Descartes lebte also in einer Welt voller Irrationalität und Aberglauben. So gesehen hatte zu dieser Zeit die (fehlgeleitete) Intuition dermaßen die Überhand, dass es ihm irgendwann einfach gereicht und er die Ratio zur einzigen Wahrheit erklärt hat. Das ist jedoch, als ob man den Teufel mit dem Beelzebub austreiben würde, oder den Bock zum Gärtner machte – Sie verstehen, was ich sagen will.

Der Mensch besteht aus mindestens drei Ebenen: Körper, Geist und Seele. Alle drei sind die Vehikel, in denen wir uns auf der Welt bewegen und versuchen, unseren Daseinszweck zu finden und zu erfüllen. Wenn wir uns selbst von einer oder mehrerer dieser Ebenen abtrennen, dann wird dies ziemlich schwierig. Der Schlüssel für ein erfülltes und glückliches Leben liegt also darin, sich alle drei Vehikel zunutze zu machen, um dem Weg der Seele zu folgen und sein größtmögliches Potenzial zu entfalten. Das ist es, was wirklich glücklich macht.

Wir befinden uns am Ende des nach René Descartes benannten „kartesischen“ Zeitalters. Die Menschen beginnen wieder großflächig zu begreifen, dass die Ratio allein nicht die Antworten auf alles parat hat. Gleichzeitig ist die Mehrzahl derjenigen, die heute erwachsen sind, in einem Klima großgeworden, in dem die Intuition verpönt war und missachtet wurde. Deshalb haben wir verlernt, sie wahrzunehmen und auf sie zu hören.

Ich bin gerade mitten in einem Workshop von Cynthia Athina Kemp Scherer, der Herstellerin der Desert Alchemy Blütenessenzen. Sie ist eine wirklich weise Frau und eines der Dinge, die sie den Teilnehmern immer wieder sagt (und das mich zu diesem Text inspiriert hat) ist, dass wirklich jeder intuitive Wahrnehmungen hat und dass jede dieser Wahrnehmungen richtig ist. Ohne Ausnahme, jederzeit. Noch einmal in anderen Worten: Alles, was wir an Gefühlen und Eingebungen wahrnehmen stimmt, ist richtig und wahr. Unsere Intuition spiegelt unsere eigen Wahrheit wieder. Wir können niemals falsch liegen und wir können auch nichts falsch machen. Punkt.

Um nicht zurück in die vor-kartesianische Zeit des Aberglaubens zu fallen, sollten wir jedoch in der Lage sein, unseren Verstand zu nutzen, bevor wir rein aufgrund unserer Intuition handeln. Sie erinnern sich, dass der Schlüssel für ein erfülltes Leben ist, alle drei Ebenen zu nutzen. Wenn also unsere Intuition immer richtig ist, sollten wir uns dennoch zweier Dinge bewusst sein, bevor wir aus einer Intuition einen Handlungsimpuls oder eine Entscheidung ableiten.

Erstens: Es gibt keine allgemein gültige Wahrheit. Das, was für mich und meine Intuition wahr ist, muss nicht für meinen Partner, Arbeitskollegen, Freund, Geschäftspartner etc. gelten. Hier gilt es abzuwägen, ob es sinnvoll ist, aufgrund einer Intuition zu handeln, oder ob es besser ist, einen anderen Zeitpunkt zu wählen oder Modifikationen vorzunehmen.
Zweitens: Auch wenn man Meister in der Nutzung der eigenen Intuition ist, gibt es immer noch das, was man den „gesunden Menschenverstand“ nennt. Dieser ist dafür gedacht, uns daran zu hindern, wirklich dumme Dinge zu tun. Wenn ich beispielsweise auf einem Hochhausdach stehe und meine Intuition mir sagt, ich solle jetzt sofort hinunterspringen, dann ist es für das eigene Überleben wirklich praktisch, den gesunden Menschenverstand zu nutzen und es nicht „mal eben so“ zu tun. Oft tut man gut daran, intuitive Eingebungen nicht wortwörtlich zu nehmen und mit dem Verstand auf den Prüfstand zu stellen. Ja, die Intuition ist und bleibt wahr, aber vielleicht haben wir sie zuerst ein wenig fehlinterpretiert.

Wenn wir verstehen, dass unsere Intuition ein unerlässliches Werkzeug ist und sie zusammen mit unserem Verstand einsetzen, um Entscheidungen zu treffen und am Ruder unseres Lebens zu stehen, dann kann eigentlich nicht mehr viel schiefgehen. Manchmal gehört noch ein wenig Mut und Arbeit dazu, die Entscheidungen, von denen wir rational und intuitiv wissen, dass sie richtig sind, auch umzusetzen, aber so ist das Leben eben. Zum Glück gibt es Werkzeuge wie Blütenessenzen, die uns dabei helfen können.

Liebe Grüße aus Aschaffenburg
Carsten Sann
Der Essenzenladen

Zu guter Letzt … (März 2013)

Carsten SannGott, das Universum, Spirit oder wie man auch immer die Energie nennen mag, die wir nicht riechen, schmecken oder messen können, hat viele verschiedene Möglichkeiten, uns auf Themen aufmerksam zu machen, mit denen wir uns beschäftigen sollten, um dem Weg unserer Seele zu folgen. Mir laufen momentan fast täglich Begebenheiten über den Weg, die mich dazu bringen, mir Gedanken über die Art und Weise zu machen, wie ich Entscheidungen treffe. Ich tue das schon seit meiner Kindheit immer unter Einbeziehung dessen, was man Intuition oder die innere Stimme nennt, und bisher hat mich dies noch nie im Stich gelassen oder in die Irre geführt. Nun scheint es aber so, als ob ich aufgefordert wäre, meine „Technik“ einmal in Worte zu fassen und niederzuschreiben. Ich darf Sie daher einladen, für mich das Versuchskaninchen zu spielen. Ich hoffe, dass für Sie die ein oder andere positive Anregung dabei ist.

Es ist eine wenig überraschende Feststellung, dass der Mensch aus unterschiedlichen Ebenen des Seins besteht. Es gibt die physische Ebene des Körpers, die mentale Ebene des Verstands, die emotionale Ebene der Gefühle, und die spirituelle Ebene der Seele. Man kann jede Ebene für sich betrachten und versuchen zu analysieren. Vollständig wird das Bild aber erst, wenn man alle Ebenen miteinbezieht. Ein grundsätzlicher Denkfehler, der sich mit der Philosophie von Descartes und dem daraus abgeleiteten „kartesianischen Weltbild“ in der westlichen Welt festgesetzt hat, ist der Versuch, den Menschen zu verstehen, indem man Körper, Geist und Seele auftrennt und als unabhängig voneinander betrachtet.

Dies ist der Grund, warum eine Schulmedizin, die den Körper als biochemische Maschine ansieht, trotz all ihrer Verdienste, immer wieder an den Punkt kommt, wo sie Ursachen von Krankheiten oder Phänomene wie Spontanheilungen weder verstehen noch erklären kann. Hier werden die drei anderen Ebenen außen vor Gelassen, weswegen man nur ein Viertel des ganzen Bildes sehen kann.

Dies ist aber übrigens auch der Grund, warum die Versuche, mit rein energetischen, geistigen oder spirituellen Methoden zu heilen, so oft scheitern. Wenn der Körper zu sehr vergiftet ist, kann ich beten so lange ich will – erst eine Entgiftungskur auf physischer Ebene, z.B. mit Algen, kann mich wieder in die Lage versetzen, meine Selbstheilungskräfte zu aktivieren, damit der Körper den Rest selbst erledigen kann. Ein noch deutlicheres Beispiel: Wenn ich mir ein Bein gebrochen habe, werde ich voraussichtlich nicht mit rein geistigen Kräften den Knochen wieder richten und spontan zusammenschweißen können. Nicht, dass ich nicht glaube, dass so etwas grundsätzlich möglich ist, Tatsache ist aber, dass die allerwenigsten Menschen diese Kunst beherrschen. Deshalb braucht es einen Gips und eventuell vorher einen Chirurgen, der mich wieder zusammenflickt, damit der Körper anschließend den Knochen heilen kann.

Mit Entscheidungen ist es ähnlich: Wenn wir versuchen, auf rein rationeller Basis eine Entscheidung zu fällen, dann lassen wir mehr als die Hälfte unseres Seins außen vor, nämlich die Intuition und die Emotionen. Intuition und Bauchgefühl sind sehr wichtig und dieses Wissen verbreitet sich wieder mehr und mehr. Manchmal führt das dazu, dass das Pendel in die andere Extremposition ausschlägt: Intuition wird über alles gestellt und der denkende Verstand verteufelt. Aus ganzheitlicher Sicht betrachtet ist dies ebenso unvollständig wie eine rein rationale Entscheidung. Der Mensch besitzt nicht aus Versehen einen Verstand – er ist dazu da, dass wir ihn gebrauchen.

Um zu einer Entscheidung zu kommen, die ein möglichst breites Fundament besitzt, und bestmöglich zu unserem höchsten Wohl ist, ist es also hilfreich, alle Ebene zu „befragen“, um dann auf Basis der kompletten Informationen zu handeln. Wie man den Verstand benutzt, um Für und Wider einer Entscheidung abzuwägen muss ich an dieser Stelle wohl eher nicht beschreiben. Dies haben wir alle seit frühester Kindheit eingetrichtert bekommen. Deshalb möchte ich Ihnen meine Art und Weise vorstellen, wie ich meine Intuition und meine Emotionen befrage.

Die „Technik“ ist dabei ganz einfach, und ich möchte sie anhand eines Beispiels illustrieren. Angenommen, ich hätte eine neue Arbeitsstelle angeboten bekommen und stünde vor der Entscheidung, ob ich meinen bewährten Job aufgebe oder nicht. Lassen Sie uns weiter annehmen, dass mein alter Job mir zwar halbwegs Spaß macht, mich jedoch inzwischen eher langweilt. Der neue Job hingegen verspricht neue Aufgaben und Herausforderungen, die besser zu meinen Interessen und Neigungen passen. Leider ist der neue Arbeitgeber eine kleine Firma, die zwar großes Potenzial hat, aber theoretisch auch schnell wieder weg vom Fenster sein kann. Mein alter Arbeitgeber hingegen ist eine etablierte, große Firma, die mir Sicherheit verspricht.

Auf rationaler Ebene ist die Entscheidung leicht: Ich muss wirtschaftlich überleben, die Wahrscheinlichkeit, dass die neue Firma mich wieder rauswirft oder gleich ganz in Konkurs geht, ist um ein Vielfaches höher als bei der alten Firma, also bleibe ich, wo ich bin. Oder? Auf emotionaler Ebene reizt die Aussicht, die Langeweile loszuwerden und den Nervenkitzel einer neuen Aufgabe zu spüren schon … was also tun?

In so einem Fall setze ich mich in einen bequemen Sessel, schließe die Augen und befrage meine Intuition. Wie mache ich das? Ganz einfach: Ich stelle mir vor meinem geistigen Auge vor, wie es sein wird, wenn ich mich entschieden habe, zu bleiben. Wie fühlt es sich an, die altbekannte Arbeit zu tun? Wie geht es mir dabei? Wie fühlt sich die Sicherheit an, die ich durch die große Firma glaube zu haben? Wie fühlt es sich an, ein Angebot ausgeschlagen zu haben, das vielleicht ein Risiko, vielleicht aber auch eine große Chance war?

Wenn ich ein Gefühl dafür habe, wie es mir (voraussichtlich) gehen wird, wenn ich mich für die eine Option entschieden habe, wiederhole ich das ganze für die andere Option: Wie wird es sich anfühlen, die neuen, spannenden Aufgaben zu haben? Wie geht es mir dabei? Wie fühle ich mich mit dem Risiko, einen potenziell nicht so sicheren Job zu haben? Mit welchen Gefühlen blicke ich zurück auf meine alte Arbeit? Werde ich froh sein, dass das Alte vergangen ist, oder werde ich ihm nachtrauern?

Irgendwann habe ich dann auch die andere Option emotional erfasst. Und damit ist die Arbeit eigentlich schon getan, denn die intuitiv für uns passende Entscheidung ist immer die, die sich unter dem Strich besser anfühlt, die uns glücklicher macht, mit der wir uns wohler fühlen. Klingt einfach, oder?

Letztlich ist diese Art, Entscheidungen zu treffen, tatsächlich sehr einfach, wenn man sich immer wieder bewusst macht, dass die Intuition immer nur das Zünglein an der Waage sein kann. Es ist nicht sinnvoll, eine Entscheidung zu treffen, gegen die sich alle Emotionen sträuben. Ebenso ist es nicht sinnvoll, sich für etwas zu entscheiden, von dem der Verstand überzeugt ist, dass es falsch ist.

In letzterem Fall darf man ein „Nein“ des Verstandes jedoch nicht damit verwechseln, dass er einfach Angst vor einem Risiko oder schlicht vor etwas Neuem hat. Auch hier wieder ein Beispiel: Wenn man ein durchschnittliches Einkommen hat, dann sagt der Verstand wahrscheinlich klar „Nein“, wenn man plant, eine einjährige Weltreise für 250.000 EUR plus Verdienstausfall zu buchen. Die Bedenken, die der Verstand äußert, wenn es darum geht, den oben beschriebenen neuen Job anzunehmen, entspringen jedoch wahrscheinlich zu einem guten, wenn nicht sogar großen Teil der Angst vor dem Unbekannten. Im ersteren Fall ist es normalerweise nicht ratsam, der Intuition die Entscheidung zu überlassen, im letzteren Fall sollte man sie jedoch auf jeden Fall befragen und in die Entscheidungsfindung mit einbeziehen.

Das Leben ist eine endlose Kette von Entscheidungen und gerade in den jetzigen Zeiten sind wir wieder und wieder aufgefordert, große Entscheidungen zu treffen. Nutzen Sie das Potenzial, das in Ihren Emotionen und in Ihrer Intuition liegt, um die für Sie bestmöglichen Entscheidungen zu treffen. Wenn man ein wenig übt, fällt es einem ganz leicht. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen angenehmen, sonnigen Frühlingsmonat März und, dass Sie immer die für sich besten Entscheidungen treffen.

Liebe Grüße aus Aschaffenburg
Carsten Sann
Der Essenzenladen