Zu guter Letzt … (August 2018)

Wir sind gerade im Urlaub in einem nicht ganz so großen Hotel in Griechenland, und wie in jedem Jahr kann man in so einem Umfeld ohne Mühe Feldstudien darüber betreiben, wie Eltern mit ihren Kindern umgehen. Von kleinen Diven mit ihren erwachsenen Dienstboten bis zu großen, fast ausgewachsenen tollen Menschen kann man hier alles beobachten. Oft wird dabei der Zusammenhang zwischen der Art und Weise, wie wir unsere Kinder behandeln und den Menschen, zu denen sie sich entwickeln, mehr als deutlich. Gelegentlich bekommt man jedoch auch die Schattenseiten des Spektrums von möglichen Eltern-Kind-Beziehungen zu sehen, und mehrere kleinere Vorfälle, bei denen ich beobachten konnte, wie gerade Kinderseelen verletzt wurden, haben mich nachdenklich gemacht.

Über Erziehung wurde schon viel geschrieben, von autoritär bis anti-autoritär und alles, was dazwischen liegt. Auch wenn ich das Wenigste davon gelesen habe, bin ich der Meinung, dass es keine „Methode“ gibt, die sich 1:1 auf jedes Kind anwenden lässt. Im Gegenteil: Ich bin davon überzeugt, dass jegliche theoretische Methode an der den Kindern von Geburt an mitgegebenen Aufgabe, die Lehrer der Eltern zu sein, scheitern wird. Meine bescheidenen Erkenntnisse aus den Erlebnissen dieses Urlaubs setzen daher noch eine Ebene tiefer an.

Stellen Sie sich doch einmal die Frage, wie Sie selbst ihre (oder generell) Kinder sehen. Sind sie unfertig und wissen noch nichts? Kann man sie und ihre Wünsche deshalb nicht ernst nehmen? Haben sie das Recht auf eine eigene Meinung und in welchem Maß kann und muss man diese respektieren?

Für mich steht außer Frage, dass Kinder, je nach Alter, bei weitem nicht alle Entscheidungen selbst treffen können, die sie gerne selbst treffen würden. Die Aufgabe der Eltern ist es, als Leitplanken zu fungieren, die den jungen Menschen auf dem Weg halten, den sie als richtig ansehen. Wie breit der Weg sein sollte, ist dabei die Preisfrage. Ich persönlich halte es mit dem Motto: So breit wie möglich, so eng wie nötig.

Allem zugrunde liegt jedoch die Frage: Respektiere ich das Kind als Mensch? Erkenne ich an, dass es ernst genommen und nicht belächelt werden will, egal was es sich gerade in den Kopf gesetzt hat – unabhängig davon, ob es bekommt, was es will? Ich bin der Überzeugung, dass es, einmal abgesehen von körperlicher, emotionaler oder seelischer Gewalt, zwei wesentliche Dinge gibt, die Kinder tief verletzen können: Wenn wir ihnen den Respekt als Mensch verweigern, und wenn wir sie nicht ernst nehmen, wenn es darauf ankommt.

Einer der Vorfälle, die mich nachdenklich gemacht haben, war eine Situation am Strand, bei der ein Vater seiner etwa siebenjährigen Tochter unabsichtlich einen Wasserball ins Gesicht geschossen hat. Das Kind hat angefangen zu weinen und anstatt sie zu trösten und zu sagen, dass es keine Absicht war und es ihm leid tut, hat er sie angeschnauzt und ist weggegangen. In ihrer Hilflosigkeit hat sich das Mädchen zuerst seiner Mutter zugewandt, um nach kurzer Zeit wieder um die Gunst des Vaters zu buhlen. Was soll sie auch anderes tun, schließlich ist sie ja von ihm abhängig. Solche Situationen, besonders wenn sie immer wieder vorkommen, sorgen für tiefe Verletzungen in Kinderseelen. Der Vater hätte einem Erwachsenen (und wahrscheinlich auch einem fremden Kind) gegenüber niemals so gehandelt. Warum macht er mit seiner eigenen Tochter also so etwas? Es sieht so aus, als ob er ihr hier den Respekt als Mensch verweigert. Warum?

In einer anderen Situation hat ein Vater seine etwa 13-jährige Tochter während eines kleinen Konflikts in aller Öffentlichkeit bloßgestellt. An der sehr defensiven Reaktion der Tochter konnte man erahnen, dass es nicht das erste Mal war. Abgesehen vom offensichtlich fehlenden Respekt vor dem anderen Menschen ist es in keinem  Alter angemessen, jemanden vor anderen bloßzustellen – in der Pubertät ist es jedoch mit Sicherheit verheerend für die Seele des Kindes.

Wir Erwachsenen können aufgrund der Machtposition, die wir den Kindern gegenüber innehaben, viel Schaden anrichten, und wenn wir nicht sehr bewusst und achtsam sind, können auch scheinbar belanglose Situationen ohne böse Absicht Kinder tief verletzen. Je länger ich darüber nachdenke, desto klarer wird mir, dass der beste Weg ist, dies zu vermeiden, indem wir Kindern, egal ob unseren eigenen oder denen, die uns als Lehrer, Trainer oder Aufpasser anvertraut sind, zwei Dinge entgegenbringen: Respekt und Ernsthaftigkeit.

Das beginnt mit kleinen Dingen. Wenn ich als Judotrainer einem Kind etwas Wichtiges sagen will, egal ob Lob oder Tadel, dann begebe ich mich mit ihm auf Augenhöhe und spreche nicht von oben herab. Ich mache niemals Kinder vor anderen bewusst lächerlich und gebe mir auch alle Mühe, damit es nicht unabsichtlich geschieht. Und selbst wenn meine Kinder mal vollkommen durchdrehen – soll ja während der Pubertät gelegentlich vorkommen ;-) – dann muss immer die Basis aus Respekt vor dem Gegenüber als Mensch und die Ernsthaftigkeit erhalten bleiben.

Als Eltern haben wir zusätzlich noch die Aufgabe, unseren Kindern ein sicheres und geborgenes emotionales Umfeld zu geben, damit sie die Wunden, die im Laufe des Großwerdens unausweichlich geschehen, mithilfe der Selbstheilungskräfte der Seele kurieren können, ohne, dass bleibende Verletzungen entstehen. Im September 2014 habe ich dazu einen ausführlichen Artikel geschrieben.

Wenn wir Sorge dafür tragen, die Seelen der Kinder so heil wie möglich bis ins Erwachsenenalter zu begleiten, dann ist es meine Überzeugung, dass wir eine Generation heranziehen, die die Veränderungen umsetzen wird, die die Welt braucht, um ein ganzes Stück besser und heiler zu werden.

Liebe Grüße aus Aschaffenburg
Carsten Sann
Der Essenzenladen

Inner Work (Wild Earth Tieressenzen)

Das „Zu guter Letzt …“ des Monats August dreht sich vor allem um eines: Die Heilung unserer seelischen Wunden. Wenn wir dies tun, öffenen wir eine Tür nach der anderen für mehr Lebensfreude, Zufriedenheit und Glück. Grundvoraussetzung dafür ist jedoch, dass wir uns den Emotionen stellen, die wir in uns weggeschlossen haben. Die Essenz dieses Monats ist Inner Work von den Wild Earth Tieressenzen, und ihr Zweck ist es, uns genau dabei zu unterstützen.

Das Erste, was wir brauchen, um in die Winkel unserer Seele zu blicken, die sich wund und schmerzhaft anfühlen, ist Mut. Das Löwenjunge (Lion Cub) verkörpert diese Tugend bis zur Perfektion. Daniel Mapel sagt in seinen Seminaren über diese Essenz: „Stellt Euch eine Welt vor, in der noch nicht einmal das Konzept von Angst existiert.

Wenn wir dann den Mut gefunden haben, müssen wir auch noch ehrlich zu uns selbst sein in Bezug auf das, was wir da vorfinden. Der Waschbär (Raccoon) unterstützt uns dabei, die Masken abzunehmen, die wir uns nur allzugern aufsetzen, wenn wir unseren Schmerz vermeiden, und damit zu beginnen, im ersten Schritt aufrichtig anzuerkennen, was wir fühlen.

Manchmal haben wir verlernt, unsere Emotionen zu spüren, weil sie so weh getan haben. Wir haben gewählt, lieber nichts zu fühlen als den Schmerz. Das Nilpferd (Hippopotamus) hilft uns dabei, Stück für Stück wieder bewusst das wahrzunehmen, was wir tatsächlich fühlen, denn nur, wenn wir in der Lage sind, zu fühlen, können wir die aufgestaute emotionale Ladung abfließen lassen.

Wenn wir an die Orte in uns gehen, die sich schmerzvoll und wund anfühlen, können wir jede Unterstützung gebrauchen, die wir nur bekommen können. Das Elefantenkalb (Elephant Calf) hilft uns dabei, uns sicher und geborgen zu fühlen, so als ob wir eine große Familie um uns herum hätten, die uns auffängt, wenn stolpern und zu stürzen drohen.

Die letzte Einzelessenz in der Mischung ist die Fledermaus (Bat). Diese Essenz unterstützt uns bei der Navigation durch die dunklen Ecken unserer Seele, damit wir jederzeit wissen, dass wir wieder den Weg ans Licht finden können, wenn wir das möchten.

Zusammen werden diese Einzelessenzen zu einer synergetischen Mischung, die uns den Mut, die Kraft und die Ehrlichkeit gibt, mit der inneren Arbeit zu beginnen, die notwendig ist, um unsere seelischen Verletzungen zu heilen – Stück für Stück und eine nach der anderen.

Auch die weiteren Essenzen der Healing Path Serie unterstützen uns auf unserem Weg, jede auf ihre eigene Art und Weise. Besonders Healthy Anger und Grieving Heart sind dabei wertvolle Helfer, wenn die Emotionen beginnen, in Bewegung zu kommen.

Inner Work ist als Essenz des Monats (30 ml Einnahmeflasche) bei uns zum Preis von 9,90 EUR erhältlich.

https://www.essenzenladen.de/essenz-des-monats.html

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Zu guter Letzt … (September 2014)

„Der Körper und die Seele wissen sehr gut, wie sie sich selbst heilen können. Bleibende Wunden entstehen nur, wenn wir, nachdem wir verletzt wurden, den natürlichen Fluss der Emotionen stören oder ganz abschneiden.“ (Daniel Mapel)

ICarsten Sannch habe bisher noch keinen Menschen getroffen, der nicht mehr oder minder großen Ballast aus seiner Kindheit oder dem bisherigen Erwachsenenleben mit sich herumschleppt. Manchmal sind es große Themen bis hin zu Missbrauch jeglicher Art (es gibt nicht nur körperlichen oder sexuellen Missbrauch), manchmal sind es scheinbar belanglose Begebenheiten, die aus der damaligen Perspektive jedoch traumatisch waren. Ein von mir gerne genutztes Beispiel hierfür ist, der Verlust des Lieblingskuscheltiers als Kind. Was aus der Perspektive eines Erwachsenen nicht so schlimm aussieht („Ich kaufe Dir halt ein neues“), kann für eine kleine Kinderseele ziemlich nah am Weltuntergang sein. Es ist wichtig, dass wir verstehen, dass ein Kind, das deshalb außer sich ist, keine „Show“ macht – es ist außer sich, weil es WIRKLICH so schlimm ist. Kinder haben, je nach Alter, noch keine so weit entwickelte Ratio, die dabei hilft, die Emotionen wenn nötig wieder in die richtige Perspektive zu rücken. Die Welt der Kinder besteht im Wesentlichen aus Emotionen, und wenn diese Welt gerade zusammenbricht, dann hilft es nichts, wenn man versucht, Ihnen zu sagen, dass es „nicht so schlimm ist“ oder sogar, dass sie sich nicht so anstellen sollen. Im Gegenteil.

Stellen Sie sich vor, dass Sie gerade von einer Flut von Emotionen überspült werden, die sich nicht schön anfühlen. Trauer, Verlust, Angst, vielleicht auch Wut und Zorn. Und dann kommt Gott (oder die Person, die sie zu diesem Zeitpunkt dafür halten, nämlich Mama oder Papa) daher, und erzählt Ihnen, dass das, was Sie gerade fühlen, gar nicht stimmt. Sie bekommen erzählt, dass das, was Sie fühlen nicht in Ordnung ist, und dass es besser ist, die Emotionen zu unterdrücken und in sich einzuschließen. Wenn „Gott“ das sagt, dann muss es doch stimmen, oder? Also lernen Sie, wenn es nur oft genug vorkommt, dass das, was Sie fühlen nicht stimmt dass es schlecht ist, Gefühle fließen zu lassen und dass es gut ist, sie zu unterdrücken.

Ich habe bewusst ein aus erwachsener Sicht „triviales“ Beispiel gewählt, aber schon das ist der Stoff, aus dem seelische Verletzungen gemacht sind. Wenn Sie sich jetzt noch vorstellen, dass Kinder in Situationen kommen können, die selbst objektiv betrachtet traumatisch sind – emotionaler, körperlicher oder sexueller Missbrauch, Vernachlässigung, Mobbing in der Schule etc. – dann wird die Größe der seelischen Verletzung so groß, dass sie kaum noch auszuhalten ist. Ich stehe bei diesem Gedanken immer wieder ehrfürchtig vor der Kraft des Menschen, Leid und Schmerz auszuhalten und dennoch nicht verrückt zu werden.

Wie kann man es besser machen? Ein wichtiges Element ist es, Kindern beizubringen, dass die Gefühle, die sie wahrnehmen real und in Ordnung sind, und ihnen einen Weg zu zeigen, diese auf angemessene Art und Weise auszudrücken. Es ist in Ordnung, traurig zu sein, Schmerz zu fühlen und zu weinen. Es ist in Ordnung, wütend zu sein und das auch auszudrücken, solange man dabei niemanden (auch nicht sich selbst) verletzt. Um das hinzubekommen ist es notwendig, die Gefühle zu validieren (bestätigen), wenn Kinder sie ausdrücken.

Wenn ein Kind hingefallen ist, sich das Knie aufgeschlagen hat und weint, dann ist es aus Sicht der Validierung nicht hilfreich Dinge zu sagen wie: „Das ist nicht so schlimm!“ (weil es jetzt gerade so schlimm IST), „Das ist so klein, das kann gar nicht wehtun!“ (weil es JETZT verdammt wehtut) oder „Stell Dich nicht so an!“ (weil das Kind sich nicht anstellt sondern JETZT tatsächlich nur noch Schmerzen fühlt). Stattdessen wäre es besser sich hinzusetzen, das Kind auf den Schoß zu nehmen und zu trösten und Dinge zu sagen wie „Ich weiß, dass es wehtut, und es wird gleich wieder besser“ oder „Lass’ die Tränen raus, das hilft, dass es besser wird.“

Ein wesentlicher Mechanismus der seelischen Selbstheilungskräfte des Menschen ist es, Gefühle auszudrücken. Wenn wir im Idealfall nach einer traumatischen Situation in der Lage sind, unsere Gefühle vollständig auszudrücken und keinen Teil davon zu unterdrücken, dann wird keine seelische Verletzung zurückbleiben. Je mehr wir zurückhalten, desto mehr „emotionale Ladung“ bleibt mit der Erinnerung an die Situation gespeichert und je mehr emotionale Ladung in uns gespeichert ist, desto mehr Kraft kostet es uns, diese unten zu halten und die bildlichen Wackersteine in unserem Rücksack mit uns herumzuschleppen. Wenn man schon nicht vermeiden kann, dass man im Laufe seines Lebens seelische Verletzungen erleidet, dann ist es doch zumindest hilfreich, bleibende Wunden zu vermeiden, indem man lernt seine Gefühle auszudrücken – schon als Kind.

In der Realität tragen wir jedoch, wie bereits gesagt, alle unseren Ballast mit uns herum. Die gute Nachricht dabei ist jedoch, dass es nie zu spät ist, die Gefühle nachträglich auszudrücken, die emotionale Ladung abfließen zu lassen und sich damit Stück für Stück von seinen Wackersteinen zu befreien. Ein wesentliches Werkzeug dafür ist die Arbeit mit dem Inneren Kind. Daniel Mapel, der Hersteller der Wild Earth Essenzen ist, aufgrund seiner eigenen Geschichte und auch durch seine langjährige Arbeit als Therapeut, Experte auf diesem Gebiet. Ende Oktober wird er in Deutschland sein, um einen Workshop zu diesem Thema zu geben, bei dem man sowohl anfängt, den Kontakt zum inneren Kind aufzunehmen, als auch Werkzeuge lernt, wie man zuhause damit weitermachen kann. Ich selbst habe den Workshop schon mehrfach erlebt und kann ihn Menschen, die das Gefühl haben, alten Ballast mit sich herumtragen, nur wärmstens empfehlen. Informationen zum Workshop finden Sie hier.

Ich selbst bin schon einige Schritte auf meinem Weg, den emotionalen Ballast abzubauen, gegangen und kann aus eigener Erfahrung sagen, dass sich das Leben mit jedem kleinen Schritt verändert und besser wird :-)

Liebe Grüße aus Aschaffenburg
Carsten Sann
Der Essenzenladen