Zu guter Letzt … (Juli 2019)

In den letzten Wochen ist mir immer wieder ein Begriff durch den Kopf gegangen: Emotionale Verlässlichkeit. Sucht man ihn im Internet, findet man zwar einige Erwähnungen, jedoch nur als ein Punkt von vielen, der für Kinder wichtig ist. Natürlich gibt es vieles, was objektiv betrachtet für unser physisches Überleben höhere Priorität hat, jedoch ist die emotionale Verlässlichkeit in meinen Augen etwas, was für unsere Entwicklung, Stabilität und nicht zuletzt auch das „emotionale Überleben“ von großer Bedeutung ist – besonders, wenn man mit überdurchschnittlicher Sensitivität gesegnet (oder manchmal auch verflucht?) ist. Und das gilt nicht nur für Kindheit und Jugend, sondern natürlich auch, wenn man erwachsen ist.

Für mich bedeutet emotionale Verlässlichkeit unter anderem, dass starke Emotionen niemals gegenüber unbeteiligten Dritten ausgedrückt werden, die damit weder rechnen noch im Zweifelsfall umgehen können. Ein Beispiel aus dem Alltag: Eine Frau hat sich während des Arbeitstages über etwas massiv geärgert fühlt noch eine Menge Wut in sich. Nachdem sie zuhause ist, kommt ein Kind oder der Partner zufällig in den Raum, und sagt etwas vollkommen Harmloses, was sie in den falschen Hals bekommt. Die darauf folgende Explosion war für den anderen nicht vorhersehbar und es bräuchte eine Menge Stabilität, um der Woge der Emotionen unbeeindruckt standhalten zu können. Ein Partner kann das vielleicht noch hinbekommen, für Kinder ist es jedoch in der Regel unmöglich.

Im Umkehrschluss bedeutet emotionale Verlässlichkeit, dass wir lernen sollten, auf Situationen emotional angemessen zu reagieren. Das heißt keinesfalls, dass wir unsere Emotionen in irgendeiner Form unterdrücken sollen, es bedeutet lediglich, dass wir sie in die richtige Richtung lenken und sie auf angemessene Art und Weise ausdrücken. Jede Emotion hat ihre Daseinsberechtigung (sonst hätten wir sie nicht) und auch die „negativen“ Gefühle sind gesund, wenn wir sie ausdrücken und ihnen den angemessenen Raum geben.

Das Paradebeispiel für eine „schwierige“ Emotion ist für viele Wut und Zorn. Es ist gesund und sehr reinigend, einmal so richtig wütend zu sein. Hinter diesen Gefühlen steht eine machtvolle emotionale Energie, die unbedingt ausgedrückt werden will. Schlucken wir sie, schaden wir nur uns selbst. Wichtig ist dabei zu verstehen, dass Wut und Zorn sehr kurzlebige Emotionen sind: Sie brausen auf, und ebben dann, wenn wir sie ausdrücken, schnell wieder ab. Halten wir sie fest, entsteht Groll, der wiederum nicht sehr gesund ist. Die Wut muss also raus, und es gibt dabei nur drei wichtige Regeln: Keine Dinge zerstören, die nicht ausdrücklich dafür vorgesehen sind, nicht sich selbst verletzen und niemand anderen verletzen.

Betrachtet man das Ausdrücken von Wut aus der Perspektive des Empfängers wird schnell klar, dass ein Erwachsener oder ein Kind, die als Unbeteiligte in die Schusslinie geraten, im Zweifelsfall schnell überfordert sind. Besonders für Kinder ist es im höchsten Maß verstörend, wenn sie für sie vollkommen unvorhersehbar mit der Emotion Wut konfrontiert sind, ohne dass es einen erkennbaren Grund dafür gibt. Geschieht das regelmäßig, „lernen“ sie als Teil der emotionalen Überlebensstrategie, dass der betreffende Elternteil emotional unzuverlässig ist und man nie weiß, woran man bei ihm ist. Die Konsequenz ist, dass ein Kind sich nicht mehr sicher fühlt und sich zurückzieht und emotional verschließt.

Auch als Erwachsener kann es beliebig schwer sein, mit Emotionen anderer umzugehen, die auf einen projiziert werden, ohne dass man einen kausalen Zusammenhang erkennen kann. Auch hier sind Wut und Zorn wieder ein gutes Beispiel. Wenn zwei Partner sich im Alltag über eine Kleinigkeit streiten, die Auseinandersetzung jedoch auf einmal eine Größenordnung annimmt, die der Sache nicht mehr angemessen ist, dann geht es bei mindestens einem der Kontrahenten gar nicht mehr um die Sache selbst, sondern um etwas Anderes, das der eigentliche Grund für seine Wut ist. Und das kann durchaus etwas Uraltes sein, beispielsweise aus der Kindheit. Ist der andere gerade nicht stabil und/oder besonders sensitiv für emotionale Energien, kann einen das schon aus der Bahn werfen. Auch hier ist es hilfreich, an der emotionalen Verlässlichkeit zu arbeiten.

Auch wenn ich bisher vor allem Wut und Zorn als Beispiele herangezogen habe, kann es für Kinder mindestens ebenso verstörend sein, wenn die Bezugspersonen immer wieder scheinbar grundlos andere starke Emotionen ausdrücken: Trauer, aber auch überschießende Freude. Stellen Sie sich nur einmal jemanden vor, der in banalen Alltagssituationen regelmäßig und ohne erkennbaren Grund Lachanfälle hat oder vor Freude wie ein Gummiball umher hüpft. Irgendwann würden wir uns als Erwachsene denken, dass die Person nicht mehr alle Tassen im Schrank hat. Vielleicht würden wir auch anfangen, uns ernsthaft Sorgen um deren geistige Gesundheit machen. Ein Kind hat jedoch normalerweise nicht den rationalen Zugang zu solchen Situationen, und alles, was ankommt ist, dass die Bezugsperson verwirrende, sich widersprechende Signale aussendet. Auch hier kann ein Kind irgendwann nur noch zu dem Schluss kommen, dass die Person emotional unzuverlässig ist – mit den oben beschriebenen Konsequenzen. Und wenn wir in jungen Jahren gelernt haben, dass wir selbst den Personen, die uns nahestehen, emotional nicht vertrauen können, dann hat das natürlich auch erst einmal Konsequenzen für unsere Beziehungen …

Was können wir tun? Sandra Epstein von den Ararêtama Regenwaldessenzen benutzt den Begriff „Emotionale Fitness“. Kurz gesagt bedeutet das, dass wir die Gefühle, die wir haben, wahrnehmen, sie bewusst ausdrücken, ihnen jedoch nicht ausgeliefert sind. Es bedeutet auch, dass wir Stück für Stück die roten Knöpfchen deaktivieren, auf denen andere (gerne unsere Kinder) manchmal Klavier spielen, um uns nach Belieben dazu zu bringen, zu explodieren. Wohl gemerkt geht es dabei in der Regel auch wieder um alte Wut, die noch nicht angemessen ausgedrückt wurde und deshalb aus dem Zusammenhang gerissen und durch banale Dinge getriggert wird.

Die Ararêtama Essenzen (und natürlich auch unsere anderen Schwingungsmittel) können eine wertvolle Unterstützung dabei sein, sich der eigenen Emotionen bewusst zu werden und zu lernen, sie zu kanalisieren. Je besser wir dies beherrschen, desto einfacher fällt es uns, emotional zuverlässig zu sein und beispielsweise unserem Gegenüber zu sagen: „Ich bin gerade stinksauer, aber nicht auf Dich. Ich muss mal raus, und Holz hacken/Joggen/laut schreien/etc.“

Emotional zuverlässig sein heißt vor allem aber auch, authentisch zu sein, sich also in Bezug auf seine Gefühle nicht zu verstellen. Jeder ist mal traurig, mal fröhlich, mal wütend und mal introvertiert. Menschen, die besonders empathisch sind, spüren das in ihrem Gegenüber, egal ob die Person es (non-) verbal ausdrückt oder versucht, das Gefühl zu unterdrücken. Besonders für hochsensitive Kinder ist es deshalb verwirrend, wenn sie beispielsweise genau wahrnehmen, dass der Vater gerade traurig ist, der es aber vehement bestreitet. Kommt das immer wieder vor, ist die Konsequenz, dass das Kind entweder „lernt“, der eigenen Wahrnehmung nicht zu vertrauen oder wieder, dass die Bezugsperson emotional unzuverlässig, in diesem Fall, nicht authentisch ist.

Besonders, wenn man gerade erst angefangen hat, die eigene emotionale Fitness zu trainieren, kann es eine Herausforderung sein, wenn einem jemand von außen sagt: „Du fühlst Dich gerade traurig/wütend/etc.“, wenn man es selbst noch gar nicht bewusst wahrgenommen hat. Wenn es von jemandem kommt, dem wir vertrauen und der uns nahesteht – das gilt in besonderem Maße für die eigenen Kinder – dann tun wir jedoch gut daran, zumindest kurz in Erwägung zu ziehen, dass die Person recht haben könnte … verwerfen können wir es später immer noch.

In Bezug auf das Thema emotionale Zuverlässigkeit spielt jeder von uns beide Rollen – Sender und Empfänger – und beide Seiten sind oft mit Herausforderungen verbunden. Wenn ich Sender bin, ist es meine Aufgabe, an meiner emotionalen Fitness zu arbeiten, und als Empfänger ist es meine Aufgabe, mit falsch adressierten Emotionen umgehen zu lernen, damit sie mich nicht aus der Bahn werfen. Besonders für letzteres eignet sich unsere Mischung „Dickes Fell“, die gleichzeitig auch unsere Essenz des Monats ist. Die enthaltenen Essenzen sind deshalb auch dort ausführlich beschrieben. Für unsere Rolle als Sender empfehle ich das Ararêtama Mandala von Sandra Epstein, das sich ausführlich dem Thema emotionale Fitness widmet. Denn je besser wir in der Lage sind, emotional zuverlässig zu sein, desto einfacher wird und glücklicher wird das Miteinander und damit unser Leben.

Liebe Grüße aus Aschaffenburg
Carsten Sann
Der Essenzenladen

Zu guter Letzt … (März 2019)

Loslassen – das ist das Zauberwort, das allen, die irgendwie auf dem Weg der persönlichen Entfaltung sind, ständig über den Weg läuft. Am besten wir lassen alles, was uns belastet los. Und zwar gleich, dann sind alle Probleme mit einem Schlag gelöst. Das Dumme bei der Sache ist nur: funktionieren tut das Ganze meistens nicht so einfach, wie wir uns das vorstellen. Mal ehrlich – am liebsten wäre es auch mir, wenn ich einfach mit den Fingern schnippen würde und alles an Ballast und altem Krempel von mir abfallen würde. Hilfsmittel dazu hätte ich ja, nämlich literweise Blütenessenzen. Eigentlich müsste ich doch nur alle Essenzen, die wir da haben, zusammen in ein Fläschchen mischen, um quasi eine Superessenz zu bekommen. Die dann noch genommen, von mir aus auch über einen längeren Zeitraum, und – schwupps – schon bin ich sorgenfrei und am besten auch gleich ins Nirvana aufgestiegen. Auch hier eine schlechte Nachricht: funktioniert leider nicht. Warum die Idee mit der Superessenz gar nicht klappen kann, ist ein anderes Thema, aber über das grundlegende Problem des Loslassens möchte ich in diesem Monat etwas schreiben.

In meiner Wahrnehmung gibt es (mindestens) zwei Ebenen, auf denen etwas losgelassen werden kann: mental und emotional. Beginnen wir mit der Ebene der Gefühle.

Man findet im Bereich der Persönlichkeitsentwicklung beliebig viele Bücher und Seminare, die sich mit dem Loslassen von alten Verletzungen beschäftigen. Entschuldigen Sie, dass ich das so direkt sage, aber das meiste davon halte ich für blanken Unsinn. Und ich habe, neben meiner persönlichen Erfahrung, einen guten Grund dafür. Wenn wir verletzt werden ist das, was an Wunden bleibt und oft über Jahre wehtut IMMER auf der emotionalen Ebene beheimatet. Die Verletzungen, die wir aus unserer Kindheit mit uns herumtragen, finden wir in dem Teil von uns, den man das Innere Kind nennt. Dieser Aspekt unseres Seins besitzt, so wie wir damals, noch keinen erwachsenen Verstand, der zur Rationalisierung von Schmerz und zur Selbstregulation verwendet fähig ist, und das ist auch nicht seine Aufgabe. Das, was das Innere Kind am besten kann und durchgängig tut ist FÜHLEN. Und auch bei Wunden, die wir als Erwachsene erlitten haben, sind es immer die verletzten Gefühle, die besonders lange wehtun.

Wenn Sie also mit mir übereinstimmen, dass unsere bleibenden Wunden auf der emotionalen Ebene zuhause sind, warum sollte es dann möglich oder auch nur sinnvoll sein, mit von der Ebene des Verstandes aus das Thema heranzugehen, indem man „bewusst“ (also auf der mentalen Ebene) vergibt und loslässt? Wäre es nicht viel sinnvoller, dem Schmerz auf der emotionalen Ebene, wo er entstanden und immer noch gespeichert ist, zu begegnen? Dies ist das Kernthema der Arbeit von Daniel Mapel, dem Hersteller der Wild Earth Tieressenzen und ich habe in meinem „Zu guter Letzt“ vom August 2017 ausführlich darüber geschrieben. Ich habe mir meinen Text von damals gerade noch einmal durchgelesen und kann ihm heute, über zwei Jahre später, noch viel mehr zustimmen, als ich das damals ohnehin schon getan habe.

Als besonders hilfreich bei der Arbeit mit alte emotionalen Verletzungen hat sich deshalb auch die Reihe der Healing Path Essenzen von Daniel Mapel erwiesen. Und das aus gutem Grund, denn Daniel weiß aus eigener Erfahrung, wovon er spricht, wenn er über nahezu unerträgliche seelische Verletzungen redet.

Kurz und knapp gesagt: Emotionale Heilung durch Loslassen kann immer nur auf der emotionalen Ebene geschehen. Deshalb sehe ich es als vergeudete Zeit an, zu versuchen meinen Schmerz zu heilen, indem ich mit dem Verstand versuche Menschen zu vergeben. Solange meine Wunde existiert ist Vergebung weder möglich noch notwendig.

Und jetzt behaupte ich das komplette Gegenteil von dem, was ich gerade gesagt habe ;-) Es ist notwendig und sinnvoll, Menschen, die uns verletzt haben, bewusst zu vergeben – nur aus einem anderen Grund.

Kurze Rekapitulation: Wenn uns jemand verletzt, dann fühlen wir hauptsächlich zwei Emotionen: Wut und Schmerz. Kann dieser nicht ausgedrückt werden, warum auch immer, dann entstehen die bleibenden Wunden auf emotionaler Ebene. Gleichzeitig hat aber auch unser Verstand mitbekommen, dass wir verletzt wurden, und auch er ist sauer. Zorn ist eine gesunde, weil üblicherweise sehr kurzlebige Emotion. Wir brausen auf, drücken den Zorn aus, und beruhigen uns dann im Idealfall wieder. Wenn unser Verstand jedoch darauf besteht, zornig zu bleiben, dann verwandelt sich die Wut in Groll, und der ist vor allem auf der mentalen Ebene zuhause. Ebenso verhält es sich, wenn wir längerfristig beleidigt oder eingeschnappt sind. Die Emotionen sind vielleicht relativ schnell vorbei, aber der Verstand hält daran fest.

Sie merken was? Wir sind jetzt auf der mentalen Ebene unterwegs und der Schlüssel zum Loslassen dieser Muster ist es, eine Entscheidung zu treffen. Auf dieser Ebene kann ich Menschen bewusst „vergeben“, indem ich mich zum Beispiel entscheide, den Groll loszulassen oder nicht mehr beleidigt zu sein.

Einziges Hindernis dabei ist, dass wir so sehr Gewohnheitstiere sind. Wir lieben es, die Muster, die wir ständig wiederholen, vehement zu verteidigen und lassen sie nur sehr ungern los, egal ob sie uns nutzen oder nicht. Hier braucht es dann Disziplin um uns jedes Mal, wenn wir wieder in die alte Gedankenschiene mit Groll etc. verfallen, da rauszuholen und unseren Verstand daran zu erinnern, dass wir eine Entscheidung getroffen haben. Das braucht vielleicht etwas Zeit und Geduld, aber irgendwann ist ein neues Muster etabliert, und dann müssen wir keine weitere Energie und Disziplin mehr dafür aufwenden. Natürlich gibt es auch hier Essenzen, die uns dabei unterstützen können: New Attitudes (Pacific Essences), die Kombination von Bauhinia und Boronia (Australische Buschblüten) und – im übertragenen Sinn, wenn wir toxische Gedanken „missbrauchen“ – die Substance Abuse Essence von den South African Flower Essences.

Ich habe noch keine Antwort auf die Frage, was von beidem – emotional oder mental – zuerst kommen soll/kann/muss oder ob es überhaupt dabei eine Reihenfolge gibt. Wahrscheinlich ist es eher ein Wechselspiel zwischen beiden Ebenen, bei denen immer eine einen Schritt weitergeht, bevor die andere nachzieht. Letztlich ist das auch nicht wichtig. Der wesentliche Punkt ist, dass wir erkennen, welcher Schlüssel zu welchem Aspekt eines Themas passt. Notwendig sind beide.

Die Narzissen und Krokusse, die man inzwischen zuhauf draußen findet, laden uns zum Frühjahrsputz ein. Und ich lade sie ein, diesen nicht nur im Außen zu machen, sondern ganz bewusst auch einmal in den Ecken und Winkeln unseres Selbst den Besen zu schwingen, in die wir sonst nicht so gerne schauen. Es lohnt sich.

Liebe Grüße aus Aschaffenburg
Carsten Sann
Der Essenzenladen

Zu guter Letzt … (August 2018)

Wir sind gerade im Urlaub in einem nicht ganz so großen Hotel in Griechenland, und wie in jedem Jahr kann man in so einem Umfeld ohne Mühe Feldstudien darüber betreiben, wie Eltern mit ihren Kindern umgehen. Von kleinen Diven mit ihren erwachsenen Dienstboten bis zu großen, fast ausgewachsenen tollen Menschen kann man hier alles beobachten. Oft wird dabei der Zusammenhang zwischen der Art und Weise, wie wir unsere Kinder behandeln und den Menschen, zu denen sie sich entwickeln, mehr als deutlich. Gelegentlich bekommt man jedoch auch die Schattenseiten des Spektrums von möglichen Eltern-Kind-Beziehungen zu sehen, und mehrere kleinere Vorfälle, bei denen ich beobachten konnte, wie gerade Kinderseelen verletzt wurden, haben mich nachdenklich gemacht.

Über Erziehung wurde schon viel geschrieben, von autoritär bis anti-autoritär und alles, was dazwischen liegt. Auch wenn ich das Wenigste davon gelesen habe, bin ich der Meinung, dass es keine „Methode“ gibt, die sich 1:1 auf jedes Kind anwenden lässt. Im Gegenteil: Ich bin davon überzeugt, dass jegliche theoretische Methode an der den Kindern von Geburt an mitgegebenen Aufgabe, die Lehrer der Eltern zu sein, scheitern wird. Meine bescheidenen Erkenntnisse aus den Erlebnissen dieses Urlaubs setzen daher noch eine Ebene tiefer an.

Stellen Sie sich doch einmal die Frage, wie Sie selbst ihre (oder generell) Kinder sehen. Sind sie unfertig und wissen noch nichts? Kann man sie und ihre Wünsche deshalb nicht ernst nehmen? Haben sie das Recht auf eine eigene Meinung und in welchem Maß kann und muss man diese respektieren?

Für mich steht außer Frage, dass Kinder, je nach Alter, bei weitem nicht alle Entscheidungen selbst treffen können, die sie gerne selbst treffen würden. Die Aufgabe der Eltern ist es, als Leitplanken zu fungieren, die den jungen Menschen auf dem Weg halten, den sie als richtig ansehen. Wie breit der Weg sein sollte, ist dabei die Preisfrage. Ich persönlich halte es mit dem Motto: So breit wie möglich, so eng wie nötig.

Allem zugrunde liegt jedoch die Frage: Respektiere ich das Kind als Mensch? Erkenne ich an, dass es ernst genommen und nicht belächelt werden will, egal was es sich gerade in den Kopf gesetzt hat – unabhängig davon, ob es bekommt, was es will? Ich bin der Überzeugung, dass es, einmal abgesehen von körperlicher, emotionaler oder seelischer Gewalt, zwei wesentliche Dinge gibt, die Kinder tief verletzen können: Wenn wir ihnen den Respekt als Mensch verweigern, und wenn wir sie nicht ernst nehmen, wenn es darauf ankommt.

Einer der Vorfälle, die mich nachdenklich gemacht haben, war eine Situation am Strand, bei der ein Vater seiner etwa siebenjährigen Tochter unabsichtlich einen Wasserball ins Gesicht geschossen hat. Das Kind hat angefangen zu weinen und anstatt sie zu trösten und zu sagen, dass es keine Absicht war und es ihm leid tut, hat er sie angeschnauzt und ist weggegangen. In ihrer Hilflosigkeit hat sich das Mädchen zuerst seiner Mutter zugewandt, um nach kurzer Zeit wieder um die Gunst des Vaters zu buhlen. Was soll sie auch anderes tun, schließlich ist sie ja von ihm abhängig. Solche Situationen, besonders wenn sie immer wieder vorkommen, sorgen für tiefe Verletzungen in Kinderseelen. Der Vater hätte einem Erwachsenen (und wahrscheinlich auch einem fremden Kind) gegenüber niemals so gehandelt. Warum macht er mit seiner eigenen Tochter also so etwas? Es sieht so aus, als ob er ihr hier den Respekt als Mensch verweigert. Warum?

In einer anderen Situation hat ein Vater seine etwa 13-jährige Tochter während eines kleinen Konflikts in aller Öffentlichkeit bloßgestellt. An der sehr defensiven Reaktion der Tochter konnte man erahnen, dass es nicht das erste Mal war. Abgesehen vom offensichtlich fehlenden Respekt vor dem anderen Menschen ist es in keinem  Alter angemessen, jemanden vor anderen bloßzustellen – in der Pubertät ist es jedoch mit Sicherheit verheerend für die Seele des Kindes.

Wir Erwachsenen können aufgrund der Machtposition, die wir den Kindern gegenüber innehaben, viel Schaden anrichten, und wenn wir nicht sehr bewusst und achtsam sind, können auch scheinbar belanglose Situationen ohne böse Absicht Kinder tief verletzen. Je länger ich darüber nachdenke, desto klarer wird mir, dass der beste Weg ist, dies zu vermeiden, indem wir Kindern, egal ob unseren eigenen oder denen, die uns als Lehrer, Trainer oder Aufpasser anvertraut sind, zwei Dinge entgegenbringen: Respekt und Ernsthaftigkeit.

Das beginnt mit kleinen Dingen. Wenn ich als Judotrainer einem Kind etwas Wichtiges sagen will, egal ob Lob oder Tadel, dann begebe ich mich mit ihm auf Augenhöhe und spreche nicht von oben herab. Ich mache niemals Kinder vor anderen bewusst lächerlich und gebe mir auch alle Mühe, damit es nicht unabsichtlich geschieht. Und selbst wenn meine Kinder mal vollkommen durchdrehen – soll ja während der Pubertät gelegentlich vorkommen ;-) – dann muss immer die Basis aus Respekt vor dem Gegenüber als Mensch und die Ernsthaftigkeit erhalten bleiben.

Als Eltern haben wir zusätzlich noch die Aufgabe, unseren Kindern ein sicheres und geborgenes emotionales Umfeld zu geben, damit sie die Wunden, die im Laufe des Großwerdens unausweichlich geschehen, mithilfe der Selbstheilungskräfte der Seele kurieren können, ohne, dass bleibende Verletzungen entstehen. Im September 2014 habe ich dazu einen ausführlichen Artikel geschrieben.

Wenn wir Sorge dafür tragen, die Seelen der Kinder so heil wie möglich bis ins Erwachsenenalter zu begleiten, dann ist es meine Überzeugung, dass wir eine Generation heranziehen, die die Veränderungen umsetzen wird, die die Welt braucht, um ein ganzes Stück besser und heiler zu werden.

Liebe Grüße aus Aschaffenburg
Carsten Sann
Der Essenzenladen

Der Weg der Heilung unserer seelischen Wunden

Daniel MapelNach längerer Zeit kommt Daniel Mapel, Therapeut und Hersteller der Wild Earth Tieressenzen, wieder nach Deutschland. Er bringt dieses Mal einen ganz neuen Workshop mit:

Der Weg der Heilung unserer seelischen Wunden
14./15. Oktober 2017, Aschaffenburg

Dieser neue Workshop schöpft aus den Vollen der langjährigen Erfahrung von Daniel Mapel in der therapeutischen Arbeit. Er zeigt einen Weg auf, wie wir mit den ungeheilten Verletzungen der eigenen Seele arbeiten, und letztlich unseren Frieden finden können. Jeder sprichwörtliche Wackerstein, den wir aus unserem Rucksack werfen, gibt uns zusätzliche Energie, die wir dafür nutzen können, um zu wachsen, uns zu entfalten, und glücklich zu sein.

Übungen, die einzeln, paarweise oder in Kleingruppen durchgefüht werden, geben uns während des Seminars die Gelegenheit, sanft Verbindung mit dem Teil von uns aufzunehmen, der aufgrund alter oder aktueller Ereignisse zutiefst verletzt ist. Daniel stellt Werkzeuge und Methoden vor, wie wir Schritt für Schritt den Weg der Heilung unserer seelischen Wunden gehen können. Im Rahmen des Workshops werden wir die Healing Path Essenzen und die Unterstützung, die sie uns auf diesem Weg geben können, ausführlich besprechen. Abgerundet wird das Wochenende durch mehrere tief gehende, geführte Meditationen.

Daniels Workshops zeichnen sich dadurch aus, dass sie allen Teilnehmern einen liebevollen und geschützten Rahmen anbieten, um im eigenen Tempo Schritte zur eigenen Heilung zu gehen, ohne dass dabei von irgendeiner Seite Druck ausgeübt wird. Jeder entscheidet selbst wie weit oder tief er geht – und die Erfahrung zeigt, dass die Teilnehmer immer mit einem vollständig neuen oder viel tieferen Verständnis für sich und die eigene Seele und Emotionen nach Hause gehen.

Wir freuen uns schon sehr, Daniel endlich wieder bei uns zu haben und sind auf seinen neuen Workshop gespannt!

Datum: 14./15. Oktober 2017
Ort: Aschaffenburg
Preis: 299,00 EUR
Sprache: Englisch mit deutscher Übersetzung
Voraussetzungen: keine

Zu guter Letzt … (April 2014)

Carsten SannDie vor einem Monat beschriebene Tendenz, dass man oft das Gefühl hat, es würde immer nach schwerer statt leichter werden, hat sich im April fortgesetzt, sogar intensiviert. Meine Familie und ich selbst sind durch teilweise mehrere Tage dauernde Phasen wirklich unangenehmer emotionaler Zustände gegangen – und das obwohl es im Außen keinen sichtbaren Grund dafür gab. Manchmal reichte ein kleiner Vorfall oder auch nur ein einzelnes Wort aus, um den energetischen Zustand talwärts zu schicken. Manchmal brauchte es auch gar keinen Anlass – gewisse Tage können sich auch einfach so bescheiden anfühlen.

Ein wiederkehrendes Motiv in dieser emotionalen Achterbahnfahrt war für mich, dass an sich relativ belanglose Erinnerungen anscheinend mit negativen Emotionen verknüpft sind, denn in Momenten, in denen es mir nicht so gut ging, sind diese Erinnerungsschnipsel nach Jahren der Vergessenheit wie kurze „Flashs“ wieder in meinem Kopf aufgetaucht.

Eine Bemerkung von einer lieben Freundin brachte mir dann die dazugehörige Erkenntnis: Anscheinend bin ich (und so wie es aussieht auch eine ganze Menge weiterer Leute) dabei, die Sache mit dem Aufräumen wirklich und vollständig ernst zu nehmen. Momentan ist es so, als ob wir energetisch durch alle möglichen Zeiten „surfen“ – sei es aus unserer eigenen Vergangenheit oder aus weiter zurückliegenden Inkarnationen – und uns die Dinge nochmal ansehen, die uns verletzt oder aus anderen Gründen negative Assoziationen zurückgelassen haben. Und dieses Surfen geht mit atemberaubenden Tempo vonstatten …

Die gute Seite dabei ist jedoch, dass wir immer mehr Zugang zu den Ressourcen (Wissen, Fähigkeiten, Eigenschaften etc.) aus unserer Vergangenheit bekommen, je mehr wir mit ihren Schmerzen aufgeräumt haben. Und wir müssen noch nicht einmal aktiv etwas dafür tun, außer dass wir gut für uns sorgen und zusehen, dass wir diese Achterbahnfahrt heil überstehen.

Gleichzeitig ist auch schon ein Silberstreif am Horizont zu sehen. Astrologisch betrachtet wird sich die Energie Ende April so verändern, dass es wieder leichter und weniger anstrengend geht. Ich selbst keine zwar nicht wirklich Ahnung davon, aus astrologisch beschlagenen Kreisen wurde mir das jedoch versichert.

Das Wichtigste, was es bis dahin zu tun gibt ist es, der Veränderung keinen Widerstand zu leisten, sondern sich von den Wassern des Flusses des Lebens tragen zu lassen – siehe dazu auch den interessanten Text von den Ältesten der Hopi. Und natürlich ist es auch hilfreich, bei unserer Reise im Fluss des Lebens den Kopf über der Wasseroberfläche zu behalten ;-) Unterstützende Essenzen sind hierfür Balancer, Abundance, Saved by the Animals, Erdung und Soul Support.

Ich freue mich schon darauf, im nächsten Newsletter hoffentlich berichten zu können, dass die Dinge wieder leichter gehen. Bis dahin wünsche ich Ihnen wunderbar warme Frühlingstage.

Liebe Grüße aus Aschaffenburg
Carsten Sann
Der Essenzenladen

Online-Vortrag mit Daniel Mapel (Wild Earth)

Daniel MapelAls zweiter in der Reihe wird Daniel Mapel, Gründer von Wild Earth Animal Essences, über den „Weg der Heilung“ und seine Healing Path Essenzen einen ca. einstündigen Online-Vortrag halten.

Daniel stellt die Wild Earth Tieressenzen seit 1995 im Shenandoah-Nationalpark in den Blue Ridge Mountains in Amerika her. Seine eigene Geschichte hat ihn dazu geführt, als Therapeut mit Opfern tiefster emotionaler Verletzungen wie zum Beispiel sexuellem Missbrauch zu arbeiten und ihnen dabei zu helfen, diesen Ballast aufzuarbeiten und loszuwerden. Im Zuge seiner Arbeit hat sich herauskristallisiert, dass die Heilung solcher seelischer Wunden meistens verschiedene, identifizierbare Phasen durchläuft, die man wunderbar mit Schwingungsessenzen unterstützen kann, um sie leichter und sanfter zu machen.

Wir alle haben unbearbeitete seelische Verletzungen aus unserem Leben, oft schon aus der Kindheit – bei dem einen sind es kleine, beim anderen größere. Dieser emotionale Ballast ist es, der dafür verantwortlich ist, dass wir vielleicht in unserem Leben nicht die Freude und Fülle erleben, die wir uns wünschen. Wenn wir uns darum kümmern, den sprichwörtlichen Rucksack mit Wackersteinen, den wir mit uns herumtragen, Stück für Stück zu leeren, dann wird sich unser Leben zwangsläufig in eine positive Richtung entwickeln. Der Pfad der Heilung ist dabei ein einfaches und schlüssiges Konzept, das einen möglichen Weg dorthin erklärt und beschreibt.

Daniel wird in seinem Vortrag über die Phasen des Heilungsprozesses sprechen, sowie darüber, wie man jede einzelne Phase mit einer Essenz aus der Reihe der Healing Path Essenzen unterstützen kann. Einen Überblick finden Sie in diesem diesem Flyer.

Wir laden alle Interessierten ein, sich den Vortrag, kostenlos anzusehen. Aus technischen Gründen ist die Teilnehmerzahl momentan auf 25 begrenzt. Falls sie den Vortrag verpassen oder alle Plätze schon belegt sein sollten, können Sie den Vortrag einige Tage später als Aufzeichnung ansehen.

Datum: 11. Juni 2013, 20:00 Uhr
Dauer: ca. 60 Minuten
Voraussetzungen: 
Rechner mit Internetbrowser und Adobe Flash, Internetverbindung
Preis: kostenlos

Um an dem Vortrag teilnehmen zu können ist von Ihrer Seite nur der Rechner mit einem installierten, Internetbrowser sowie dem Flash Plugin von Adobe erforderlich, was aber jeder halbwegs aktuelle Rechner von Haus aus mitbringen sollte. Für die verwendete Adobe Connect Technologie ist ein weiteres, kleines Plugin hilfreich (aber nicht notwendig), das sie im Vorfeld innerhalb von wenigen Sekunden installieren können, indem Sie den von Adobe bereitgestellten Verbindungstest durchführen:

http://meet30863922.adobeconnect.com/common/help/de/support/meeting_test.htm

Am Tage des Vortrags selbst rufen Sie dann einfach nur noch die Adresse für die Anmeldung auf und können den virtuellen Vortragsraum betreten, indem Sie Ihren Namen oder ein Pseudonym eingeben (siehe Screenshot). Die Adresse für den Vortrag lautet:

http://meet87976056.adobeconnect.com/wea/

Wir freuen uns schon auf eine rege Teilnahme :-)

Essenz des Monats: Fuchsia (FES Quintessentials)

Fuchsia (FES)Die Art und Weise, wie ich eine Essenz als „Essenz des Monats“ auswähle ist recht unterschiedlich. Manchmal liegt es einfach auf der Hand, manchmal kommt die Essenz wie von selbst auf mich zu, und manchmal geht es ganz anders. Diesen Monat hatte ich das Gefühl, dass es gut wäre, die Essenz kinesiologisch auszutesten. Spannend, was dabei herausgekommen ist.

Im März bieten wir Ihnen die Fuchsie von den Kalifornischen Blütenessenzen (FES Quintessentials) als Essenz des Monats an. Das Thema dieser Essenz sind verdrängte negative Gefühle. Wenn es eine Herausforderung gibt, die mir selbst und vielen Menschen, mit denen ich gesprochen habe, aktuell zu schaffen macht, dann sind es alte, lange verdrängte negative Gefühle, die aktuell mit Macht nach oben drängen, um gesehen und bearbeitet zu werden.

Fuchsia unterstützt uns, wenn wir Angst davor haben, uns diesen tiefen, intensiven und oft nicht so angenehmen Gefühlen zu stellen. Sie hilft uns auch, wenn wir uns selbst nicht zugestehen wollen, dass wir diese Emotionen überhaupt haben, z.B. weil es gegen unsere Glaubenssätze verstößt („Das macht man nicht“) oder weil es in den Augen der Gesellschaft verpönt oder negativ ist, wenn man die Emotionen zulässt und vielleicht sogar noch ausdrückt. Das Annehmen von alte Verletzungen und den daraus entstandenen seelischen Wunden kann eine sehr angsteinflößende Angelegenheit sein. Nicht umsonst haben wir diesen Krempel so lange und so tief in uns vergraben.

Fuchsia ist die Essenz, die uns dabei hilft, den Mut zu haben, uns der inneren Dunkelheit zu stellen, die Emotionen in all ihrer Intensität zu erleben und auf angemessene Art und Weise auszudrücken. Sie hilft uns, diesen Teil unserer Vergangenheit zu akzeptieren und zu integrieren ohne ihn zu verurteilen. Wenn wir bisher einen mehr oder minder großen Teil unserer eigenen Gefühlswelt aus den verschiedensten Gründen unterdrückt haben, dann hilft uns die Essenz, wieder den Zugang dazu zu finden und dadurch wieder vollständig zu werden.

Es ist ein grundlegendes Gesetz des menschlichen Wesens, dass alte Verletzungen, wenn sie gesehen und die zugehörigen Emotionen ausgedrückt wurden, nicht länger Macht über uns haben. Sie tun dann nicht mehr weh und sind nur noch gewöhnliche Erinnerungen. Mit jeder seelischen Wunde, die wir auf diese Art und Weise geheilt haben, werden wir ein Stück freier und haben mehr Energie zur Verfügung, um uns selbst zu entfalten.

Sie erhalten die Essenz des Monats bei uns als 30 ml Stockbottle (Konzentrat) zum Preis von 14,50 EUR oder als 30 ml Einnahmeflasche zum gewohnten Sonderpreis von 9,90 EUR.

http://www.essenzenladen.de/essenzen-kristalle/fes-kalifornische-essenzen/fes-einzelessenzen-30-ml/037-fuchsia-fuchsie-30-ml/a-740/

https://www.essenzenladen.de/a-287/

Zu guter Letzt … (November 2011)

Der Winter ist die Zeit des Jahres, in der sich die Menschen in unseren hektischen Zeiten am ehesten nach innen kehren und sich vieler Dinge besinnen, die während des restlichen Jahrs im Trubel untergegangen sind. Und das ist etwas Gutes, denn wie ich bereits oben bei der Essenz des Monats geschrieben habe, ist die Introspektive ein sehr mächtiges Werkzeug. Tatsächlich ist sie der einzige Weg, sich effektiv und endgültig von emotionalem Ballast zu befreien. Wir hatten im Oktober vier wunderbare Tage mit Daniel Mapel in Lienz in Österreich und deswegen möchte ich dieses „Zu guter Letzt“ seinem wunderbaren Verständnis von emotionalem Ballast, Verletzungen und den Möglichkeite, sich davon zu befreien, widmen.

Ebenfalls bereits oben erwähnt habe ich Daniels Leitsatz, dass der einzige Weg aus dem Schlamassel ist, einmal wirklich hindurchzugehen. Daniel hat diesen Prozess mit Hilfe einer wunderbaren Therapeutin für sich selbst geschafft und ihn im Rahmen seiner eigenen therapeutischen Tätigkeit viele Male bei anderen Menschen begleitet. Bei dieser Arbeit hat sich herauskristallisiert, dass es bei den meisten Menschen sieben unterscheidbare Phasen der Heilung von tiefen emotionalen Verletzungen gibt. Bevor wir uns die einzelnen Phasen ansehen, jedoch noch kurz einige Sätze darüber, wie seelische Wunden entstehen.

Es gibt kein Naturgesetz, das vorschreibt, dass wir emotionalen Ballast aufbauen und mit uns herumtragen müssen. Die meisten von uns tun es trotzdem. Wie entsteht dieser Ballast? Jeder Mensch kommt irgendwann in eine Situation, in der er zutiefst emotional schockiert oder verletzt wird: Ablehnung, Verlassen sein, emotionale Kälte der Eltern, Missbrauch oder einfach ein Unfall. Die Gründe, aufgrund derer emotionale Wunden entstehen sind vielfältig und in ihrer Intensität durchaus verschieden. Allen gemeinsam aber ist dies: Wenn wir in dem Moment der Verletzung die Gelegenheit haben und in der Lage sind, den Schmerz auszudrücken indem wir unsere Wut und unsere Tränen herauslassen können und (optimaler Weise) durch jemanden ehrlich getröstet werden, dann entsteht keine bleibende Wunde. Die Energie, die der Verletzung innewohnt wird direkt ausgedrückt und losgelassen und es bleibt kein emotionaler Ballast zurück. Wir können das Thema abhaken und uns wieder dem Alltag zuwenden.

Anders sieht es jedoch aus, wenn wir – aus welchem Grund auch immer – nicht in der Lage sind, unseren Gefühlen freien Lauf zu lassen. Wir sperren die intensiven Emotionen weg und unterdrücken sie. In vielen Situationen ist das etwas, was wir tun müssen, um überleben zu können. Was kann z.B. ein Kind, das sexuell missbraucht wurde, in der Regel anderes tun … insbesondere wenn der Peiniger Vater oder Mutter sind? Das Wegsperren von Emotionen ist Teil der Überlebensstrategie und das ist vom Grundsatz auch in Ordnung so. Leider führt das jedoch dazu, dass wir die negative Energie dieser unterdrückten Emotionen dauerhaft mit uns herumtragen und Energie dafür aufwenden müssen, um sie unten zu halten. Diese Energie steht uns dann natürlich für andere, kreative Dinge nicht mehr zur Verfügung, ganz zu schweigen von Ängsten, negativen Gedankenmustern, etc., die ihre Ursache ebenfalls darin haben können und uns Tag für Tag peinigen. Auf diese Weise entsteht emotionaler Ballast.

Um diesen nun loslassen zu können, ist es notwendig, die Emotionen endlich auszudrücken. Das kann gut noch viele Jahre nach der eigentlichen Verletzung geschehen. Und dieser Prozess des Ausdrückens und Loslassens ist das Kernstück von Daniel Mapels Arbeit. Er manifestiert sie in den sieben Healing Path Essenzen, die den Weg der natürlichen Heilung begleiten:

  • Inner Work – Innere Arbeit
  • Healthy Anger – Gesunder Zorn
  • Grieving Heart – Trauerndes Herz
  • Letting Go – Loslassen
  • Gratitude – Dankbarkeit
  • Wild Freedom – Wilde Freiheit
  • Communion with God – Einheit mit Gott

Der Weg der Heilung beginnt immer mit der Bereitschaft, sind nach innen zu wenden und die innere Arbeit zu tun. Es ist eine Illusion zu glauben, dass man die Heilung für innere Verletzungen im Außen finden kann. Jedoch flößt es uns oft sehr viel Angst ein, wenn wir uns vorstellen, dass wir uns den ganzen Schmerz und die Verletzungen noch einmal ansehen müssen. Schließlich haben wir sie damals weggeschlossen, weil wir überzeugt davon waren, dass wir es nicht überleben können, wenn wir das nicht tun. Die erste Essenz der Healing Path Reihe heißt daher „Inner Work“ und sie unterstützt dabei, den Mut, die Fähigkeit und die Kraft zu haben, sich nach innen zu wenden und sich den dunklen Dingen, die dort verborgen sind, zu stellen.

Sobald wir uns auf den Weg begeben haben, werden Gefühle ans Tageslicht kommen, die wir bisher unterdrückt haben und oft ist die erste dieser Emotionen Zorn. Es gibt keine „negativen“ Gefühle und Zorn ist nichts anderes als eine gesunde Reaktion darauf, dass uns jemand verletzt hat. Wenn der Zorn damals nicht ausgedrück wurde, dann muss er es jetzt, und der wichtige Aspekt dabei ist, dass dies auf angemessene Weise geschieht: Deutlich und kraftvoll, jedoch ohne anderen oder sich selbst zu schaden. Die zweite Essenz, „Healthy Anger„, sorgt dafür, dass Menschen, die nicht wissen wie man Zorn ausdrückt, dieses Gefühl zulassen können, hilft aber ebenso Menschen, die dieses Gefühl übermäßig ausdrücken (z.B. durch Gewalttätigkeit), dass dies zukünftig auf angemessene Weise geschehen kann.

Unter dem Gefühl von Zorn liegt fast immer das Gefühl der Trauer. Trauer darüber, dass wir verletzt oder im Stich gelassen wurden. Auf dem Weg des natürlichen Heilungsprozesses muss auch diese Trauer ausgedrückt werden. Jede damals nicht geweinte Träne muss nachgeholt werden, damit die damit verbundene Energie losgelassen werden kann. Wissenschaftliche Forschungen haben gezeigt, dass authentisches Trauern und Weinen tatsächlich sogar die Gehirnchemie verändert. Die dritte Essenz, „Grieving Heart“ hilft uns dabei, diese Trauer zuzulassen und uns sicher dabei zu fühlen, die Tränen fließen zu lassen. Wer jemals – wie man bei uns sagt – Rotz und Wasser geflennt hat, der weiß, wie befreiend das ist und wie viel leichter man sich hinterher fühlt.

Wenn die beiden Hauptemotionen – Zorn und Trauer – ausgedrückt wurden, geht es ans Loslassen. In dieser Phase kommen wir in die Lage, die Ängste und alten Muster loszulassen. Die alten, schmerzhaften Erinnerungen beginnen, ihre Macht über uns zu verlieren und wir fühlen uns mit jedem Brocken, den wir loslassen leichter und leichter. Die Essenz „Letting Go“ hilft uns dabei, dass wir uns von all dem trennen können, was uns nicht länger dienlich ist und uns für unsere innere Führung zu öffnen.

Wenn das geschafft ist kommt in der Regel ein großes Gefühl der Dankbarkeit. Dankbarkeit dafür, dass wir es schon so weit geschafft haben, aber auch Dankbarkeit für all die negativen Dinge, die wir erleben mussten, denn sie waren die Voraussetzung dafür, dass wir heute an dem Ort stehen, wo wir sind. Wir beginnen alles, was uns im Leben begegnet – negativ oder positiv – als Geschenk zu sehen, das es uns ermöglicht, immer weiter zu wachsen und uns zu entwickeln. Die Essenz „Gratitude“ ist diejenige in der Reihe der Healing Path Essenzen, die uns in dieser Phase unterstützt.

Nachdem wir den Ballast abgeworfen und Dankbarkeit für die Geschenke des Lebens entwickelt haben, kann sich unser neues Leben voll entwickeln. Dieses neue Leben ist voll von Freude und Freiheit. Es ist ein Leben, das wir uns damals, als wir gerade mit dem Prozess begonnen haben, nicht in unseren wildesten Träumen hätten vorstellen können und durch die viele (und schwere) Arbeit, die wir geleistet haben, ist es nun dabei, Realität zu werden. Die Essenz „Wild Freedom“ gibt uns kraftvolle Unterstützung darin, das Leben zu feiern und in Freiheit und Befreiung zu leben.

Der Abschluss des Prozesses ist ein tiefes Gefühl der Verbundenheit mit dem eigenen Wesenskern und mit Gott. Wenn wir all das, was wir so lange weggeschlossen haben, aufgelöst und unser neues Leben in Freiheit manifestiert haben, bleibt im Prinzip nicht mehr viel zu tun als Liebe zu geben und anderen Menschen zu helfen, die sich noch in ihrem eigenen Prozess befinden. Und obwohl dies eine Art Abschluss ist, ist es gleichzeitig ein neuer Beginn – der Anfang eines Lebens, in dem die größte Freude daraus entsteht, anderen Menschen zu dienen und Gutes zu tun. Die Mischung „Communion with God“ unterstützt uns dabei, diese Einheit mit Gott (oder wie Sie die höhere Kraft auch immer nennen mögen) zu spüren.

Erlauben Sie mir noch einige Worte zu diesem Prozess. Das Wichtigste zuerst: Die Essenzen führen den Prozess nicht für uns durch! Es ist viel und harte innere Arbeit zu leisten, um sich von seinem emotionalen Ballast zu befreien. Die Essenzen sind lediglich Hilfsmittel, die den Prozess leichter und vielleicht etwas schneller machen. Die eigentliche Arbeit müssen wir selbst tun. Bei schwerwiegenden Themen ist es sehr empfehlenswert, dies zusammen mit einem erfahrenen und offenen Therapeuten zu tun und dabei die Essenzen zur Unterstützung zu verwenden.

Der Prozess der Heilung verläuft in der Regel weniger linear als vielmehr in einer Spirale, d.h. nachdem man zornig war, getrauert hat und eine ganze Menge Ballast losgelassen hat, kann es durchaus sein, dass eine neue Schicht von Zorn nach oben kommt, die mit neuer Trauer verbunden ist und aufs Neue losgelassen werden will. Und nach der ersten großen Welle von Dankbarkeit, kommt vielleicht ein neues Stück Trauerarbeit, die noch zu erledigen ist. Wichtig ist es, zu verstehen, dass die Essenzen uns bei jedem der Schritte unterstützen und einfach so verwendet werden können, wie es sich gerade richtig anfühlt. Zum anderen ist es auch nicht absolut notwendig, die Essenzen in der vorgegebenen Reihenfolge zu verwenden. Man kann jederzeit einzelne Schritte herausgreifen und die Essenzen auch verwenden, wenn man (auch ohne große emotionale Traumen) das Gefühl hat, dass es z.B. etwas gibt, das man gerne loslassen würde. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass die sieben Phasen bei den meisten Menschen auftauchen und dass auch die Reihenfolge in etwas so wie hier beschrieben ist.

Der hier beschrieben Prozes ist ein wirklich mächtiges und effektives Werkzeug. Tatsächlich ist es so, dass jeder, der sich auf einen solchen Prozess einlässt, garantiert davon profitieren wird. Um es mit Daniels Worten zu sagen: Wenn man seine innere Arbeit tut, dann wird man positive Resultate erhalten – es ist wie ein Vertrag mit Gott und es gibt dabei kein „vielleicht“.

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen immer warme Füße und eine angenehme Vorweihnachtszeit.

Liebe Grüße aus Aschaffenburg

Delia & Carsten Sann
Der Essenzenladen