Übergänge und Transformationsprozesse (Teil 3)

von Cynthia Athina Kemp Scherer

Phase 2: In der Schwebe

Ok, nun, da wir das Alte losgelassen haben, ist es an der Zeit, dass wir das Neue beginnen, anfangen zu handeln und so richtig loslegen, oder? Falsch. Wenn wir erkannt haben, dass etwas nicht länger gültig ist und es loslassen, dann bewegen wir uns in die zweite Phase der Transformation. Ich nenne Sie „In der Schwebe“, denn wir hängen in der Luft zwischen dem Alten und dem Neuen. Das Alte ist tot und das Neue wurde noch nicht geboren, um dessen Platz einzunehmen. Wir sind in einem schwebenden Zustand, in dem wir oft nicht mehr wissen, wer wir sind oder was wir als nächstes tun werden.

In dieser Phase geht es um das Nicht-Handeln. Wir müssen nichts tun. Für die meisten von uns ist diese Phase vielleicht die schwierigste, denn wir müssen akzeptieren, dass wir nicht wissen, was als nächstes passieren wird. Dies ist die Phase, in der unser Ego besonders leidet, denn es möchte Dinge festlegen, Struktur haben, wissen, planen, handeln.

In dieser Phase ist es jedoch sehr schwer, Dinge zu planen. Sie dreht sich nicht um Struktur, sondern um Strukturlosigkeit, das Unbekannte, und darum, mit dem Fluss zu gehen. In der ersten Phase wurde die Struktur aufgebrochen, nun existieren wir ohne eine feste Struktur.

Eine der positiven Seiten dieser Phase ist, dass wir die Erfahrung machen, wie es ist, wenn wir vertrauen. Dies ist ein Weg, wie das Universum uns dabei unterstützt, uns dem Unbekannten hingeben zu können. Wenn wir erkennen, dass wir mit unserem Verstand nicht herausfinden können, was der nächste Schritt ist, lernen wir, unserer Intuition und unserer inneren Führung die Gelegenheit zu geben, uns den Weg zu weisen. Wir finden kreative Lösungen, die wir mit unserem Verstand alleine niemals hätten erdenken können.

Die meisten von uns sind in dem Glauben großgeworden, dass wir sicher, beschützt und klug sind, wenn wir das tun, was unser Verstand denkt. Er mag die Dinge, die sich nicht verändern, und die er messen und kontrollieren kann.

Es ist jedoch unsere Seele, die uns dazu drängt, Erfahrungen zu machen, die sich unser Verstand niemals hätte ausdenken können. Wie oft schon haben wir uns in einer Situation oder mit einer Person wiedergefunden, die wir niemals bewusst gewählt hätten? Und trotzdem bringt sie uns eine ganz besondere, neue Erfahrung. Selbst schwierige oder schmerzhafte Beziehungen und Situationen schenken uns normalerweise neue Erkenntnisse, die letztlich unser Leben bereichern und uns dabei helfen, uns selbst besser zu kennen.

Wenn wir anpassungsfähig und offen für die Botschaften unserer Seele bleiben, können wir Chancen erhalten, die uns ein Leben ermöglichen, das unsere grundlegendste Natur erfüllt, und nicht nur das, was unser Verstand für das Beste hält.

In dieser zweiten Phase des Transformationsprozesses können wir auch erkennen, wie sehr wir uns an unsere Bild davon klammern, wie das „Neue“ wohl aussehen wird. Wir malen uns Dinge aus und hoffen, dass sie auf eine bestimmte Weise geschehen. Es gibt jedoch keine endgültige Lösung oder einen Abschluss der Transformation oder der Veränderung, bis wir die dritte Phase erreichen.

Blütenessenzen zur Unterstützung in der zweiten Phase

Sacred Datura: Dies ist die Essenz der Wahl, wenn es darum geht, im Schwebezustand zu überleben und sogar zu gedeihen. Sie hilft uns dabei, zu wissen, dass wir nichts wissen. Sie bringt uns die Erfahrung, dass es nur den gegenwärtigen Moment gibt. Das Jetzt ist alles, was wir gerade brauchen.

Queen of the Night: Dieser Kaktus unterstützt uns dabei, Kraft in unserer Verletzlichkeit zu finden. Wir können unserer Intuition vertrauen, und auch unserem Bedürfnis nach Rückzug und Innenschau. Diese Essenz kann uns unterstützen, wenn wir uns im Angesicht unseres Schöpfers unwürdig fühlen, indem sie uns hilft, die Gegenwart des Schöpfers in uns selbst zu finden. Anstatt uns als Opfer oder machtlos zu fühlen, können wir die zweite Phase dazu nutzen, unser inneres Selbst kennenzulernen.

Organ Pipe: Für viele von uns ist die zweite Phase eine Zeit, in der es uns schwerfällt, uns um die alltäglichen Dinge zu kümmern. Wir haben vielleicht das Gefühl, dass wir uns auflösen, was normalerweise sehr verwirrend ist. Vielleicht glauben wir, dass wir uns nicht länger um die profanen Vorgänge im Leben kümmern können. Organ Pipe Cactus stärkt unsere Fähigkeit, geerdet zu sein, damit wir das erledigen können, was notwendig ist, ohne dabei zu übertreiben.

Neptune Cycles Formula: Diese Essenzenmischung ist Teil des Plants & Planets Sets. Kenner der Astrologie können leicht erkennen, dass die zweite Phase der Transformation sehr neptunisch ist. Die Neptune Cycles Formula hilft uns dabei während der neptunischen Gelegenheiten unser Gleichgewicht zu finden.

Fortsetzung folgt …

Originaltitel: „Transitions and Transformational Processes“ by Cynthia Athina Kemp Scherer. Übersetzung: Carsten Sann. Zuerst erschienen in „Desert Voice“, Ausgabe Sommer 1997. Alle Rechte vorbehalten.

Transmutation – ein Erfahrungsbericht

von Simone Rocha

Meine Reise mit Blütenessenzen hat im Jahr 2002 begonnen. Zu diesem Zeitpunkt habe ich meinen ersten Kurs in Petrópolis in Brasilien gehabt. Während der folgenden Jahre besuchte ich weitere Seminare, machte einen Abschluss zum Thema Blütenessenzen, besuchte Konferenzen und hatte Vertiefungskurse mit brasilianischen und internationalen Forschern aus diesem Bereich.

In meiner Heimat Brasilien habe ich als Sprachlehrerin und Blütentherapeutin gearbeitet, sowohl in meiner eigenen Praxis aber auch ehrenamtlich.

Im September 2016 sind meine Familie und ich nach Deutschland gezogen, weil mein Mann hier eine neue Arbeitsstelle angetreten hat. Obwohl ich schon immer das Ziel und davon geträumt hatte, im Ausland zu leben, musste ich mich nun all den Dingen stellen, die geschehen, wenn man seine Heimat verlässt und in ein anderes Land zieht. Man fühlt sich wie ein Seemann, bevor er in See sticht: Das Meer ist sein Zuhause und er ist begierig darauf, loszuziehen und Abenteuer zu erleben, obwohl er weiß, dass starke Winde und Stürme auf ihn warten werden.

In Deutschland habe ich mich bisher vor allem darauf konzentriert, mich um meine Familie zu kümmern und zu lernen. Ich bin immer noch dabei, die neue Sprache zu studieren. Ich musste mich selbst neu erfinden und herausfinden, wie man still aus der Ferne beobachtet. Zu Beginn hatte ich einige Probleme mich selbst auf deutsch verständlich zu machen. In Deutschland war nicht nicht länger eine Lehrerin, die von wißbegierigen Schülern umgeben war. Hier bin ich jetzt Mutter, Hausfrau und selbst Schülerin.

Ich hatte jedoch keine Ahnung davon, dass die schwerste Lektion noch kommen würde. Meine Motivation, mit Transmutation aus der Reihe der Gulaga Essenzen (Himalayan Flower Enhancers) zu arbeiten war, dass ich gerade durch eine schwierige Phase ging, weil ich jemanden verloren hatte, der mir am Herzen lag. Manchmal spielt einem das Leben einen Streich, indem es uns jemanden oder etwas wegnimmt, um uns zu lehren, wie man loslässt. Wir haben keine Kontrolle über das Leben. Dies ist eine Lektion, die schwer zu lernen ist. Und das war meine Aufgabe. Ich wollte niemandem die Schuld geben oder mich schlecht fühlen. Ich musste einfach loslassen. Es war nötig, dass ich mich verwandelte, mich „transmutierte“.

Ich war gerade dabei, am Computer zu arbeiten, als ich den Newsletter des Essenzenladens erhielt. Ich hatte spontan das Bedürfnis mit der dort beschriebenen Essenz zu arbeiten. Ich identifizierte mich mit der Signatur dieser Essenz, nachdem ich mir ihre Beschreibung kurz durchgelesen hatte.

Ich habe dann einen ganzen Monat mit der Essenz gearbeitet, von Mitte November bis Mitte Dezember 2017. Ich habe in dieser Zeit viermal täglich vier Tropfen genommen. Ich habe ebenfalls jeden Traum und jede Erkenntnis, die währenddessen hatte, in ein Notizbuch geschrieben. An zwei Tagen träumte ich nicht, weil ich sehr schlecht geschlafen habe, und den darauf folgenden drei Tagen erinnerte ich mich zwar, wen ich im Traum getroffen hatte, jedoch nicht mehr an die Träume selbst. Die restlichen 25 Tage jedoch waren voll von bedeutungsvollen Träumen, die mir dabei geholfen haben, immer tiefer in meinen Prozess einzusteigen. Dabei war es wichtig, dass ich mich selbst gezwungen habe, konsequent als erstes meine Träume aufzuschreiben, sobald ich aufgewacht war.

Es ist eine hervorragende Übung für Selbstdisziplin, wenn wir unsere Träume aufschreiben und es ermöglicht uns mit dem in Kontakt zu kommen, was tief in unserem Unterbewussten ist. Es ist interessant zu erkennen, dass dasselbe Thema immer wieder in unseren Träumen vorkommt, jedoch jedes Mal mit anderen Akteuren und Szenarien. Wenn man aufwacht, sind die Erinnerungen noch lebendig, jedoch verblassen sie mit der Zeit – deshalb ist es am besten, man schreibt sie auf, sobald man die Augen geöffnet hat.

Die Transmutation Essenz hat bei mir nicht zu drastischen Veränderungen geführt. Was mir jedoch während des Experiments aufgefallen ist, ist, dass ich mich meiner Verletzung stellen und jeden Tag besser mit ihr umgehen konnte. Ich fühlte mich immer stärker und übernahm vollständig die Verantwortung dafür, was mit mir passierte. Ich gab dabei weder mir selbst, noch irgendjemandem sonst Schuld dafür.

Ich empfehle die Essenz für diejenigen, die durch eine Phase gehen, in der alte Muster aufgelöst und ersetzt werden müssen – immer dann, wenn wir fühlen, dass es an der Zeit ist, die alten Muster loszulassen, damit etwas neues entstehen kann.

Für mich beginnt nun ein neues Kapitel in meinem Leben.

Liebe Grüße
Simone Rocha